Nörvenich in alten Ansichten

Nörvenich in alten Ansichten

Author
:   Margret Zens
Municipality
:   Nörvenich
Province
:   Nordrhein-Westfalen
Country
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4879-5
Pages
:   80
Price
:   EUR 16.95 Including VAT *

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Fragments from the book 'Nörvenich in alten Ansichten'

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39. Hier scheint es sich um das Einsammeln der 'Äschäepel' zu handeln. Zur damaligen Zeit wurden die Kartoffeln ausgepflügt. Jeder Helfer bekam mehrere Schritte der Furche zugeteilt, aus der er die Kartoffeln aufheben mußte. Nachdem der Acker so abgeerntet war, wurden mit der Egge und dem Dreischar die restlichen Kartoffeln ans Licht befördert. Auf dem Bild sind die Frauen dabei, die Kartoffeln des zweiten Arbeitsganges aufzulesen. Meist wurde bei der Kartoffelernte ein Feuerchen entzündet, in dem Kartoffeln zum sofortigen Verzehr gebraten wurden.

40. In der Mitte des Bildes erkennen wir den Pflug, der von zwei Dampfmaschinen hin- und hergezogen wurde. Diese Maschinen - im Jahre 1912 fotografiert - gehörten zum Hof Paeffgen. Sie wurden bedient und gepflegt von einem Maschinisten, im Volksmund als 'Dampploche Jupp' bekannt. Mit diesem Dampfpflug wurden nach dem Zweiten Weltkrieg die Minenfelder gepflügt. Der Maschinist stand hinter einer Eisenplatte mit Sehschlitz zum Schutz gegen explodierende Minen. Das abgebildete Feld liegt in Richtung Haus Hardt.

41. Gertrud Funk und Hubert Loek beim Eggen im Poller Feld. Mit zwei Eggen, die je 3 m breit sind, wird die Parzelle zum Säen vorbereitet. Einmal wird schräg - 'en de Scheck' - und einmal wird gerade - 'de vue noh' - geeggt, um den Boden gut zu lockern. Interessant sind die Gamaschen, die Hubert Loek trägt. Sie sind heute kaum noch zu sehen. Obwohl der Fotograf auf dem Bild seinen Schatten hinterließ, hat er uns seine Identität nicht verraten.

42. Früher ein vertrautes Bild, heute aber gänzlich aus unseren dörflichen Straßen verscnwunden: die zweirädrige Karre, von einem Pferd gezogen. Auf der Fotografie sehen wir den 'jungen Chef, Johann Funk, Vater des heutigen Hofbesitzers Josef Funk. Er kommt aus dem Feld mit Strohballen, die er für das Vieh braucht. Gut zu erkennen sind die unasphaltierte Dorfstraße in Poli und das Gebäude Kuß mit der alten Kegelbahn.

43. Wie ein Murillo-Bild wirkt die Fotografie der Kartoffelschälerinnen auf dem Hof Funk in Poll. Es sind die Geschwister Funk mit Onkel Balthasar. Auf den Bauernhöfen wurde ein ganzer Morgen darauf verwandt, das Essen für Familienangehörige und Arbeiter zu kochen. Oft saßen bis zu zwanzig Personen am Mittagstisch. Für so viele Esser mußte mancher Eimer Kartoffeln geschält und viel Gemüse geputzt werden. Von der Frau am Herd - meist war es die Hausherrin - wurde Schwerstarbeit verlangt. Da haben die Männer im Bild gut lachen!

44. Auch dieses Bild gehört der Vergangenheit an. Die Bäuerin, hier im Bild Katharina Funk, hatte noch direkten Urngang mit dem Vieh. Das war auch besonders wichtig. So konnte sie die Entwicklung der Tiere beobachten und Krankheiten frühzeitig entdecken, um meistens für schnelle Abhilfe zu sorgen. Wenn ein Tier einging, war das ein großer Verlust für den Bauern. Wir sehen hier das Tränken der jungen Kälber, die Magermilch zum Aufbau erhielten.

45. Das Gebäude im Hintergrund ist die alte Schule in Wissersheim, die 1960 abgerissen wurde. Sie hat unmittelbar an der Frongasse gegenüber dem alten Friedhof gestanden. Der eingeschossige Fachwerkbau stammte aus dem 17. Jahrhundert.P Auf dem Bild ist festgehalten, wie die Fronleichnamsprozession - von Rath kommend - an der alten Schule vorbeizieht. Wir werden daran erinnert, daß früher die in die vier Himmelrichtungen gebauten Altäre über die beiden Dörfer Wissersheim und Rath verteilt waren und die Teilnehmer der Sakramentsprozession einen langen Weg zurücklegen mußten.

46. Das ist der festlich geschmückte Segensaltar am Haus Funk in Poll. Die Ausschmückung erforderte viel Zeit und Aufwand, wurde aber immer als eine besonders schöne Aufgabe für die dörfliche und kirchliche Gemeinschaft empfunden. Oft halfen Verwandte und Nachbarn bis spät am Abend oder früh am Morgen mit, um das Werk zu vollenden.

47. 'Zurn Andenken an das goldene Priesterjubiläum des Herrn Pfarrers Thomas. Poll, den 28. Juli 1929,' steht unter der Fotografie. Rudolf Thomas war der erste Priester in Poll. Allerdings kam er als Pensionär, wurde bald pflegebedürftig und lebte seit 1939 im Altersheim zu Nörvenich. Im Bild sitzt Pastor Thomas vor dem Pfarrhaus, das 1922123 mit freiwilligen Spenden der Dorfgemeinschaft errichtet wurde. Wegen der herrschenden Inflation wurden die Handwerker zum Teil mit Naturalien bezahlt.

48. Das sind die Erstkommunikantinnen aus Rath von 1912. Die Fotografie gibt uns einen Einblick in die damalige Festkleidtradition. Die liebevoll herausgeputzten Mädchen halten voller Ernst und mit Stolz die religiösen Attribute. Die Kommunionkinder sind von links nach rechts, in der ersten Reihe: Katharine Vogel geborene Schauf, Gertrud Schauf, Elisabeth Vieth geborene Seinsche, Elisabeth Höfer, Elisabeth Kaiser und Appolonia Zimmerman. In der zweiten Reihe stehen: Franziska Könen und Gertrud Höfer. In der letzten Reihe sehen wir Katharina Nießen und Margarete Könen.

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