Recklinghausen in alten Ansichten

Recklinghausen in alten Ansichten

Author
:   Kurt Siekmann
Municipality
:   Recklinghausen
Province
:   Nordrhein-Westfalen
Country
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4721-7
Pages
:   160
Price
:   EUR 19.95 Including VAT *

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Fragments from the book 'Recklinghausen in alten Ansichten'

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RECKLI GHAUSEN Kunibertistra6e.

19. Die Kunibertistraße sah um 1911 in ihrern oberen Teil so aus. Vorn rechts, an der Marktecke, wo seit 1956 das Kaufhaus C & A Brenninkrneyer steht, firrniert noch das 'Schirrn- & Stock-Hans' August Meckenstock, das Regenschirme selbst anfertigt und per Annonce 'Reparaturen und Überziehen von Schirmen in einer Stunde' verspricht. Gegenüber, Haus Kunibertistraße I, an der Passage zum Kirchplatz, liegt das Eiscnwaren-, Haus- und Küchengerätegeschäft Hermann Splettstößer, das später Banniza übernahm. Das Haus brannte vor ein paar Jahren ab; der Neubau steht seit 1973. An der Einmündung der Rochusstraße, die von der 'Dellbrügge' fortgesetzt wird, erkennen wir die eindrucksvolle Fassade eines Wohn- und Geschäftshauses, in dem wir gegenwärtig die 'Stadtparfümerie' und ein Fischgeschäft finden.

20. Der Holzmarkt, hier um 1905, auf dem noch im vorigen Jahrhundert das Brennholz ge- und verkauft wurde, hat sich noch immer ein altertümliches Flair bewahrt. Wir schauen von der Kreuzung Augustinessen-, Heilig-Geist- und Münsterstraße hine in und sehen vorn rechts die noch heute bestehcnde Seilerei Josef Albers und daneben die Bäckerei Josef Sindern. Gegenüber, Holzmarkt 14, halb verdeckt, hatte Schuhmacher Fritz Peters seine Werkstatt, heute ist es das Sportgeschaft Opitz. In der Mitte erkennen wir die Einmündungen der Johannes-Janssen-Straße, links, und der Kleinen Geldstraße.

/(ecklinghausen -, 3(o/zmarkt.

21. Urn 1908 steht an der Ecke Johannes-Janssen-Straße schon die Buch- und Kunsthandlung Heinrich Wegerhoff, deren Geschäftsräume jetzt der City-Brot-Shop übernommen hat. An derselben Ecke, gegenüber, damals noch unter der Adresse HoJzmarkt und Bergstraßenecke, verkaufte Friedrich Lynen neben Zigarren auch Wachstuche, Farben, Lacke und Glasartikel Bis zu den Einmündungen der Johannes-Janssen-Straße (früher Bergstraße) und Kleine Geldstraße reicht heute die moderne Fußgängerzone rund um den Markt im Herzen der Altstadt und des lebhaften Einkaufszentrums.

Recklinghausen

St. Petruskirche

22. Dichter Baumbestand rahmte um 1920 Reeklinghausens ältestes Baudenkmal, die 1931 zur Propsteikirche erhobene St. Petruskirche, deren Nordportal auch heute Eingang ist, Auf den Trümmern zweier älterer Gotteshäuser, um die der ehernalige karolingische Königshof gelegen hat, war nach dem Stadtbrand von 1247 mit Hilfe des Kölner Erzbischofs Konrad von Hochstaden, der den Grundstein zum Kölner Dom, der St. Peter geweihten Bischofskirche, gelegt hatte, die Petruskirche als spätromanischer Hallenbau errichtet worden. Die Jahrhunderte hinterließen Zerstörungen, Veränderungen und Erganzungen. Nachdern zuletzt 1944 eine Luftmine das Gotteshaus zerstört hatte, wurde es 1950 nach abermaligem Wiederaufbau neu geweiht.

23. Neben der Portalornamentik wird im Innenraum von St. Peter, wie er sich hier vor der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg darbietet, besonders das gotische Sakramentshäuschen und der aus Renaissance- und Barockformen geschnitzte hölzerne Hochaltar mit Gemälden aus der Rubens-Schule gerühmt. Die Hauptbilder des Altars zeigen im oberen Feld die Schlüsselübergabe an Petrus, darunter, im Hauptfeld, die Kreuzabnahme. Beim Wiederaufbau nach dem letzten Krieg waren Reste der ältesten Kirche sowie der Grundriß der zweiten Anlage, einer romanischen Kreuzbasilika, freigelegt worden. Die Petruskirche gilt als eine der schönsten westfälischcn Hallenkirchen.

24. Anstelle des spitzen Turmes, den Merians "I'opographia Westphaliae' 1634 zeigt, und von dem der Türmer so oft Sturm, Feuer und Krieg geblasen hatte, errichtete Jacob Schmidt aus dem holländischen Roermond von 1652 bis 1669 auf viereckigem Grundriß den heute bekannten 72 Meter hohen massigen Turm und krönte ihn 1670 mit barocker Haube und Laterne. Ihm gegenüber steht das aus dem Jahre 1797 stammende, 1467 erstmals erwähnte Gebäude der Turmschule, das im 15. Jahrhundert die Lateinschule, das spätere Gymnasium Petrinum, beherbergt hatte und 1927 das damals von Stadtarchivar Dr. Heinrich Pennings geleitete Vestische Museum aufnahm. Seit 1956 hat in diesern, jetzt mit gelber Fassade leuchtenden Haus das städtische Ikonenmuseum, das einzige dieser Art in der westlichen Welt, sein Dornizil,

25. Mit Eifer, großer Findigkeit und in Selbsthilfe hatte sich der Jugendring Recklinghausen 1920 zwei Räume einer Wohnung in einern Hinterhaus an der Friedhofstraße, unweit St. Peter, zu einern gernütlichen Jugendheim hergerichtet, um dem damals üblichen Vereinsleben in Gaststätten zu entgehen. Im Oktober 1920 hatten sich die Jugendlichen zu einen Jugendring zusammengeschlossen, dem die Jugendgruppen Wandervogel, Wanderschar 'Quickborn', Wanderabteilung des T.V.R. 1863, die Wanderabteilung des Jünglingsvereins St. Peter Jungen sowie der Deutschnationale Jugendbund Jungen und Mädel angehörten. Hier traf man sich zu Spiel, Gesang und Diskussionen.

26. Romantische Altstadtgäßchen gibt es noch immer und heute wie früher bieten sie dankbare künstlerische Motive wie in den zwanziger Jahren C. Byck, in dessen Mappe 'Das schöne Recklinghausen' sich auch diese Originalradierung 'Im Rom' befindet, von dem Verbindungssträßchen zwischen Münsterstraße und Augustinessenstraße. Ihm gibt die Petruskirche den Akzent, ebenso die Engelsburg, ein anderes bedentendes historisches Bauwerk Recklinghausens. Mit der Engelsburg, jener an der Tiberbrücke im italienischen Rom, wird auch der Ursprung der Straßenbezeichnung 'Irn Rom' in Verbindung gebracht. Hier stand einst das Hotel 'Römischer Hof, das der Witwe Randebrock gehörte und 1874 der Kreis als Verwaltungsdomizil erwarb.

27. Ein romantisches Gäßchen zwischen 'Im Rom' und Münsterstraße ist der Dorotheenstieg geblieben, den sich Kar! Boblenz, akademischer Zeichenlehrer am Gymnasium Petrinum, zum Motiveiner Federzeichnung wählte. Er veröffentlichte es in den zwanziger Jahren in seiner Bildmappe 'In und um Recklinghausen', woraus später eine Kollektion Ansichtskarten hergestellt wurde. Die Straßenbezeichnung wird auf die einstmals hier gelegene Vikarie der Heiligen Dorothea zurückgeführt, eine Stiftung fromrner Männer, im Volksmund 'de Fromißherren' genannt, die 1366 Erzbischof Engelbert von Köln genehmigt hatte,

Evangel. Privat-Mädchenschule, Recklinghausen, Augustinessenstr. 7

28. 1513 hatte der Rat der Stadt Recklinghausen als Nachfolgerinnen der Beghinen aus dem Konvent zu Unna einige Augustinessen in seine Stadt berufen, die ihre Kapelle der Hl. Barbara weihten. Diesem Augustinessen- oder Barbarakioster war 1789 die 1630 erstmals erwähnte Mädchenschule übertragen worden. Die kontinuierliche höhere Schulbildung für Madehen setzte erst 1866 mit der Gründung einer privaten katholischen und 1889 rnit einer evangelischen höheren Mädchenschule ein, die um 1900 im alten Augustinessenkloster hospitierte, ehe sich beide Schulen 1916 zu einen Lyzeum, dem heutigen städtischen koedukativen Marie-Curie-Gymnasiurn, vereinigten. Die aus dem 18. Jahrhundert stammenden Gebäude des 1803 in arenbergischen, 1904 in städtischen Besitz gelangten Klosters wurden 1969 abgerissen.

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