Rheinfelden-Baden in alten Ansichten Band 5

Rheinfelden-Baden in alten Ansichten Band 5

Author
:   Fritz Witzig
Municipality
:   Rheinfelden-Baden
Province
:   Baden-Württemberg
Country
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6182-4
Pages
:   80
Price
:   EUR 16.95 Including VAT *

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Fragments from the book 'Rheinfelden-Baden in alten Ansichten Band 5'

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29 Vom 27. bis 29.Juni 1925 richtete der Männerchor Rheinfelden-Baden auf der Richterwiese das Obermarkgräfler Bundessängerfest aus. Der bei Malermeister Hain beschäftigte Kunstmaler Fritz Schneider schuf an der Stirnwand des Festzeltes dieses Bild 'Bliek von Riedmart auf den Rhein,' 35 Gauvereine und 42 Gastvereine aus der Schweiz und aus Baden beteiligten sich am Wettsingen. Vier Chöre mit Frauen aus Oberwil. Therwil (Baselland) , Freiburg und Warmbach maßen sich im Wettstreit mit den Männern. Es sangen: 'Harmonie' Nollingen (35) Dir. Haupt!. Kuhn: 'Zich mit!': 'Liederkranz' Degerfelden (26) Dir. LehrerW Grein: 'Rosenzeit, Herzeleid!'; 'Eintracht' Herten (30) Dir. Hermann Fricke: 'Rheinglaube' ; 'Eintracht' Karsau (30) Dir. Haupt!ehrer Zimmermann: 'Alpnacht' ; Gesangverein MinseIn (22) Dir. Hermann Rösch:

'Mûllerliebcheu' ; 'Eintracht' Schwörstadt (38) Dir. August Scherz: 'Der Jäger Abschied'; Männerchor Eichsel (24) Dir. Friedrich Bauknecht: 'Zieh mit!': 'Liederkranz' CH-Rheinfelden (40) Dir, F. Mau: 'Frühlingseinzug'; Stadrrnánnerchor CHRheinfelden (48) Dir. J. Kanune-

rer: 'Maiennacht'; und Gemischter ChorWarmbach (25) Dir. Haupt!ehrer K. Wasmer: 'In die

Ferne'. .

30 Hohe Herren der Degussa fuhr Chauffeur Gustav Motsch mit diesem rechtsgesteuerten NSU, bis ihn 192+ der Geschäftsmann Eugen Walz erwarb. Drei Hebel an der rechten Außenseite dienten der Schaltung, Bremse und der Hupe. Die Radnaben und Speichen waren aus Holz. Im Heck verstaut befand sich das aufk1appbare Segeltuchverdeck. Unser Bild zeigt am Steuer Max Griesser aus Säckingen (bei Walz als Eisenwarenverkäufer tätig) mit K1ärle Walz (Honsel) im Fasnachtskostüm neben ihm. Im Fond sitzend Bertl Walz und EIsa Schlegel. Nach seinerWahl zum Bürgermeister (1928) fuhr Eugen Walz einmal dienstlich zwei gewichtige Rheinfelder nach Säkkingen.AufHöhe der Tschamberhöhle bei Riedmatt geriet die Benzindroschke ins Schleudern. Zwei Holzräder gingen zu Bruch. Mit zwei unterlegten Balken wurde der NSU per Lkw heirnge-

schleppt. Rheinfeldens FasnächtIer bezichtigten den dieken 'Schofrichter' auf dem Rücksitz als Verursacher des Malheurs.

31 'Erinnerung ist das Paradies aufErden, aus dem man nicht verdrängt werden kann.' Das schrieb Heinrich Meier-Ewert auf die Titelseite des Albums, aus dem dieses Bild stamrut. Vom 17. bis 21. Juli 1925 beteiligte sich derTurnverein Rheinfelden an Wettkämpfen beim Turnfest in Genf. Sie kehrten als Kranzsieger heim. Unser Bild zeigt die Riege und deren Betreuer, von links, Sitzgruppe: ?, Eduard Messbrugger, Degussa-Meister; SchöpperIe. Stehend: Theophil Bannwarth, Schreinermeister; Max Bührer, Südfrüchtehändler, nach Rheinfelden gekommen, weil er in Grenzach den Wechsel zu den 'Roten' nicht mitmachen wollte; Alois Böhler, Stadtpolizeimeister; ?, Hans Walter, Werkzeugmacher AIAG; Karl Bühler, Heinrich Bachsteffel, Heinrich MeierEwert, Degussa-Laborleiter; Hermann Argast, Sparkassendirektor, Willi Graf, Degussa-Schlosser;

Ernst Albietz, Degussa-Rohrschlossermeister; Frey, aus CHRheinfelden; und Karl Messbrugger. Hermann Gutmann war damals Vorsitzender und Alfred Müller Schriftführer irn Turnverein.

32 'Wir Zunft Meister Geschworene und andere Meister eines Ehrsamen Handwerks der Maurer und Zimmerleuten in der Vorder-Oestereichischen Valdstadt Rheinfelden bescheinigen hiermit dass gegenwärtiger Geselle Namens Antony Friedrich von Karsau, Löbl. Commenda Beugen UnderThan gebürtig, 20 Iahre alt von Gestalt gesetzter Statur und brauner Haare bey uns allhier, 5 Iahre 3 Wochen in Arbeit gestanden und sich solche Zeit über so viel uns bewusst ist, treu, fleissig, still, friedsam und ehrlich wie einem rechtschaffenen Handwerks Gesellen gebühret verhalten habe. Solches bezeigen Wir allso zu Steuer der Wahrheit und ersuchen desshalben geziemend unsere samtliche Mitrneister diesen Gesellen nach Handwerksgebrauch überall zu befördern. Gegeben Zu Rheinfelden den 1 ten Jenner im [ahre 1786. Der Obermeister Boebtist-

mann Zunft Meister Joseph Ignati Lehenzmann, Meister bei dem der Gesell gearbeitet hat, (unles.) Friedrich.' AllemAnschein nach stand der Antony bei seinem eigenen Vater in Ausbildung. Karsau, in der Talschaft Rheintal gelegen, unterstand damals dem österreichischen Oberamt Rhein-

felden. Der Gesellenbrief ziert

das österreichische und das Rheinfelder Stadtwappen. Antony war nach dem 1. [anuar 1786 verschiedenen Zimmerleuten in Karsau Taufpate; er ging nicht auf dieWalz.

33 Bis zum Brand von 1897 war es auf der Rheinfelder Holzbrücke sehr romantisch. Der Weidling unter dem Dachgebälk diente sicher der Abwendung irgendeiner Gefahr, die der unter der Brücke hindurchschießende Rhein mit sich führte. Verursacher war auch oberhalb der Brücke der Höllhaken, die Felsnase unterWasser. Der Laufenburger Ratscbreiber Wagner schrieb 1844 in den badischen Sagen: 'Das ist der Höllenhaken / Mit seinem scharfen Zahn / Hinein reißt er den Nachen / Es ist um ihn getan.' Eine solches Unglück ereignete sich am 14. Februar 1827.Die 18jährigeFischerstachter Anna Theresia Boni und ihre 34jährige Kollegin Maria Josefa Urich aus Karsau wollten in der Morgenfrühe mit ihrem vollbeladenen Weidling auf den Markt nach Basel. Ihr Gefihrt kollidierte entweder am Hóllhaken oder an einem Brückenpfei-

Ier. Beide ertranken sie (es war noch Nacht) unterhalb der Brükke. Ihre Leichen wurden am 5. Aprill827 in Wyhlen und am 24. Februar 1827 in Steinenstadt geländet. Für die Riedmatter und Karsauer Jungfrauen, die mit dem Zumarktefahren nach Basel ihre Aussteuern verdienten, war

das ein schwerer Schlag. Angesichts der Stunden, die die Mädchen für die Fahrt nach Basel und danach bis sie dann den Weidling wieder heimgestachtelt hatten, mag man die Schwere ihres Geldverdienens ermessen.

Rheinfe den

34 Hopfenurnrankt ist auf dieser 1899 erschienenenAnsichtskarte das Stammhaus der Salmenbrauerei in der Marktgasse von CH-Rheinfelden. Carl Habich hat sie in Erinnerung an den Großvater seiner Frau, an den aus Pfaffenberg bei Zell im Wiesental gebürtigen Franz Ioseph Dietschy, der 1799 die Brauerei gründete, herausgebracht. Van P.J. Dietschy besitzt das D-Rheinfelden das 'Salmegg' als Aushängeschild. Die im Besitz des Sammlers Dieter Mayer in Herten befindliche Karte benützte der Sicherbeitschef in Moutier arn 27. September 1899 um seinem Hauptmann Henri ?? die auf der Karte vermerkte Mitteilung zu machen: 'Mein lieber! Hättest Du die Freundlichkeit, aufSonntagmorgen um 7 Uhr zwei Kuriere zu schicken, um für den Staatsmajor zur Verfügung zu sein; ich habe vergessen, mit Dir darüber gesternabend zu sprechen. Mit

freundlichen Grüßen, Der Chef der Sicherheit E. Born.' Bevor diese Karte aus dem Nachlaß des Hauptmanns der Kuriere Henri für 60 Franken über einen Händler nach Herten gelangte, machten die Erben seinen Namen unkenntlich.

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35 Im Iahre 1894 ist der Rhein zugefroren. Rechts unter dem Eis befmdet sich das sogenannte St.Anna-Loch. Dort soll nach der Sage das Glöcklein, das in der St. Anna geweihten Burg kapelle hing, zuweilen lauten. Am 8. Februar 1446 schleiften die mit den Helvetiern verbundenen Rheinfelder und Basler das Schloß. Einzig die St. Anna geweihte Schloßkapelle blieb stehen. Über den Schloßruinen entstand darm 1690 auf der Insel die Gumpp'scheFestung.Am 18. September 1744 sprengten die Franzosen das Kastell. Der erfahrene Rheinfelder DLRG- 'Iaucher Roland Kistner bemühte sich, das St-Anna-Loch nach Überresten von Burg und Kastell abzusuchen. Er mußte das Unternehmen, weil es höchst lebensgefährhch ist, abbrechen, Das Echolot zeigt eine Tiefe von 43 Metern an, Das entspricht der Höhe eines Hochhauses am

Fécampring. In 10m Wassertiefe sei es stockdunkel. Die starke Strömung lasse auf dem Lochboden große Wackersteine regelrecht tanzen. Von der Kastellbefestigung befinden sich am Rand noch feste Mauern und dazu Bruchstücke des gesprengten Festungswerkes. Im Loch verkeilt

liegen Baumstämme, die von den sandhaItigen Hochwassern des Rheins scharfkantig abgeschliffen sind. Das ganze bildet ein undurchsichtiges Labyrinth, für Taucher große Gefahren.

36 Bei einem Dorffest in Möhtin entstand vor rund sechzig Jahren dieseAnsichtskarte, auf der die Ablieferung des Getreidezehnten nach Beuggen dokumentiert ist. In einer beim GLA in Karlsruhe verwahrten Urkunde übergab am 10. März 1327 der Edelknecht Jakob von Wart den Kirchensatz von Möhlin, den seine Familie als Reichslehen besaß, an den Beuggener Komtur Peter von Stoffeln. Mit der an Beuggen gelangten Collatur kassierten die Ordensritter alljährlich die Kirchenzehnten, verschiedene Naturalabgaben. Von zehn Ferkeln einer Sau gehörte eines den Beuggenern. Dafür war Beuggen zum baulichen Unterhalt der Möhliner Kirche verpflichtet. Beuggen bestimmte auch, wer als Pfarrer in Möhlin amtierte. Das funktionierte nie ganz reibungslos, weil Beuggen dem Bischof von Konstanz und Möhlin dem Bischof von Basel

unterstanden. Schwierigkeiten gab es auch, wenn über den Rhein hinweg zwischen den Leibeigenen von Karsau-Riedmatt und Möhlinern geheiratet wurde. In Beuggen-Urkunden sind verschiedene in Möhlin tätig gewesene Pfarrer genarmt. Es waren dies 1372 Iohans Meyge,

1434 Ulrich Wachter, 1570 Iacob Ettlin, 1619 Georg Irmler, 1655 Johann Scheurin, 1664 Melchior Schmidt, 1695 Martin Reuttin, 1696 joharm Martin Ganter,

1722 Bernhard Merck, 1723 Franz [osef Großmann, 1 7241741 Konrad Rohrer, 1741-1762 Iosef Anton Franck und ab 1 762

Franz Xaver Scherenberg. Mit der 1803 von Napoleon verfügten Grenzziehung ist diese Beziehung über den Rhein hinweg erloschen.

37 Der Märtyrer unseres heutigen schwarz-rat-gold beflaggten Staates, Robert Blum, war Vizepräsident des deutschen Vorparlamentes in der Frankfurter Paulskirche. Stunden vor seiner Erschießung in Wien schrieb er an seine Frau einen Abschiedsbrief, den sein Sohn Hans von 1898 bis 1910 inCH-Rheinfelden verwahrte. 'Mein teures, gutes, liebes Weib, lebe wohl, wohl für die Zeit, die man ewig nennt, die es aber nicht sein wird. Erziehe unsre - jetzt Deine Kinderzu edlen Menschen, dann werden sie ihrem Vater nimmer Schande machen. Unser kleines Vermögen verkaufe mit Hilfe unserer Freunde. Gott und gute Menschen werden Euch ja helfen. Alles, was ich empfinde, rinnt in Tränen dahin, daher nochmals: leb' wohl, teures Weib! Betrachte unsere Kinder

als teures Vermächtnis, mit dem Du wuchern mußt, und ehre so

Deinen teuren Gatten. Leb wohl, leb wohl! Tausend, tausend, die letzten Kûsse von Deinem Robert. Morgens 5 Uhr, um 6 Uhr habe ich vollendet. Die Ringe habe ich vergessen, ich drücke Dir den letzten Kuß aufden Trauring. Mein Siegelring ist für Hans, die Uhr für Richard, der

Diamantknopf für Ida, die Kette für Alfred als Andenken. Alle sonstigenAndenken verteile Du nach Deinem Ermessen. Man kommt! Leb wohl, wohl!' Frau Blum emigrierte mit ihren Kindern 1849 nach Wabern bei Bern. Die Söhne Hans und Alfred fanden Aufnah me im Knabeninternat, das deut-

sche emigrierte Lehrer in einem Bauernhofim Belpermcos unterhielten. Dort waren Söhne von Bally, Säckingen, Grether, Lörrach und aus CH-Rheinfelden Söhne des Dreikönig- Wirts Kalenbach, des Tabakfabrikanten Fischer und des Posthalters Dietschy, ihre Schulkameraden.

38 'Z' Nollige in de Chrone / Schisse Gaise Bohne / Do chörnme Zwee vo Dossebach / Die läses uff un choches z' Nacht!' So lautere in alter Zeit ein Pasuachtsvers. Die 'Krone' in Nollingen war eine Fasnachtshochburg. Sie ist wohl das Gasthaus im Dorf mit der ältesten Tradition. Unter dem Geschlecht der Kaister und Steinegger gelangte das Lokal zur Hochblüte. Zu den jährlichen Höhepunkten, die mit Tanzlustbarkeiten begangen wurden, zählten die Kirchweihfeste. Bis 1803 wurden diese über den Rhein hinweg im vorderösterreichisehen Rheintal und im Fricktal von jungen Burschen stark frequentiert. Zwischen diesen beiden Landschaften resultierten damals viele eheliche Verbindungen. Es könnte an Großherzogs Geburtstag gewesen sein, als die Aufnahme für diese Ansichtskarte entstand. Die Falme ziert das großherzogliehe Wappen. Her-

mann Steinegger, der damalige Besitzer, ist der Verfasser des im Krauseneck - Verlag 1935 erschienenen Buches 'Heimatgeschichte Nollingen, Rheinfelden und Urngebung bis zurn]ahre 1922'.

aus zur Krone 8~si:zer H<!:!ma:1:1 Steines')'"

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