Schüttorf in alten Ansichten

Schüttorf in alten Ansichten

Author
:   Rudolf Laing
Municipality
:   Schüttorf
Province
:   Niedersachsen
Country
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0179-0
Pages
:   80
Price
:   EUR 16.95 Including VAT *

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Fragments from the book 'Schüttorf in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Der hier vorliegende Band soll mehr durch das Bild und durch Eindrücke als durch das Wort sprechen. Der Buchtext beschränkt sich daher auf eine knappe Erläuterung der Bilder und deren Darstellung.

Zur Einleitung jedoch vorweg einige wenige Daten zur Entstehung der Stadt Schüttorf. Der Name Schüttorf ist erstmals in der Stiftsurkunde des Klosters Wietmarschen im Jahre 1154 als Schuttorpe erwähnt. Die Stadtrechte wurden bereits 1295 durch Graf Egbert von Bentheim verliehen. Zwei wichtige Verkehrsadern kreuzten sich in Schüttorf: 1. der alte Handelsweg vom Münster-Lande zum Groninger-Lande (entlang der Vechte) und 2. die Handelsstrasse von Osnabrück nach Holland.

Aufgrund dieser Lage entwickelte sich in der Stadt ein lebhafter Handel, der so bedeutend war, daß Schüttorf Mitglied der Hanse wurde. Insbesondere nach der Verleihung der Stadtrechte wurde Schüttorf durch Stadtmauern und doppelte Gräben zu einer Festung ausgebaut. Drei Stadttore, nämlich die Steenpoorte, Windpoorte und Viehpoorte bildeten die Verbindung zur Außenwelt. Wobei die Windpoorte in der heutigen Windstraße ihren Namen nicht vom Wind ableitete, sondern von der mit einer Handwinde betriebenen Zugbrücke. Die Viehpoorte gab letztlich der Föhnstraße ihren Namen, denn von dort wurde das Vieh auf das Fenn getrieben.

Der Bau der Burg Altena, die Entstehung eines Klosters (um 1400) und die Gründung eines akademischen Gymnasiums (zu vergleichen mit einer heutigen Universität) im Jahre 1588 zeugen neben dem wirtschaftlichen Aufstieg von der geistigen Bedeutung Schüttorfs. Vor dem Hintergrund dieser geschichtlichen Entwicklung dürfte ein Ausflug in die nähere Vergangenheit anhand des zusammengetragenen Foto- und Kartenmaterials für alle einen interessanten Einblick in die jüngere Stadtgeschichte ermöglichen und dabei für viele Schüttorfer einen liebsamen und wahrscheinlich auch wehmütigen Rückblick mit sich bringen. Die Entwicklung der Fotografie und der Druck der Postkarten haben es ermöglicht, daß uns ein wesentlicher Teil der alten Stadt im Bild noch erhalten geblieben ist. Man denke dabei nur an das fast vollständig veränderte Gesicht des Marktplatzes mit seinen Patrizier-Giebelhäusern und den Baumalleen, an die leider nicht mehr vorhandene Burg Altena, an den veränderten Vechtelauf und an den Kuhmplatz, der an Kirmes- und Markttagen aufblühte und sehr oft Heimstatt der großen Zirkuswelt war. All dieses lebt zwar noch in der Erinnerung vieler weiter, dieser Band ermöglicht hier ein Wiedersehen und eine Auffrischung von Erinnerungen. In diesem Buch werden Bilder gezeigt, wie Schüttorf zu 'Großvaters Zeiten', etwa in der Zeit von 1880 bis 1925, ausgesehen hat. Vielleicht können auch die Behaglichkeit und die Wärme der vergangenen Motive Anstöße vermitteln für die zukünftige Planung und Gestaltung unseres Schüttorfs und dabei die Rationalität unserer Tage ein wenig abschwächen und gleichzeitig die Atmosphäre der Vergangenheit erhalten und bewahren. Die abgedruckten Gruppenbilder sollen Zeugnis ablegen von dem Vereins- und Gesellschaftsleben der damaligen Zeit. Mancher Betrachter wird darauf einen seiner Vorfahren erkennen.

Die Postkarten stammen aus den ehemaligen beziehungsweise derzeitigen Schüttorfer Verlagen Egbringhoff, Löhnberg, Fischer, Moldwurf, Kröner und Lammers. Bei der Zusammenstellung dieses Ansichtbandes bin ich auf soviel Motive gestoßen und habe neben der Freude an der Auswahl dieser Ansichten leider noch manches Sehenswerte zurücklassen müssen.

Vielen Dank möchte ich all denjenigen sagen, die mir so spontan Aufnahmen, Bilder und Informationen aus Alt Schüttorf zur Verfügung gestellt haben.

Ich wünsche dem Leser und vor allen Dingen dem Betrachter eine angenehme Reise in die Vergangenheit.

Mein Schüttorf

Durch der Grafschaft grüne Fluren Fließt der Vechte silbern' Band.

Flüstert leis' in alten Sagen, Vom Gescheh'n an früheren Tagen, Von daheim und Vaterland.
Ob vorbei die alten Zeiten, Schüttorf bleibt sich ewig treu. Arbeit schaffen fleiß' ge Hände, Einig sind sich alle Stände, Schätzend beides: Alt und Neu.
Mag's auch schön're Städte geben, Schüttorf ist mein Heimatort, Nur für Schüttorf woll'n wir leben, Seinem Wohl gilt unser Streben, - Schüttorf, dauere immerfort!

1. Schüttorf um das Jahr 1925 in einem Luftbild. Unser Bliek geht über die katholische Kirche, über das Rathaus und den Marktplatz zu der evangelischen Kirche mit dem 'Schüttorfer Riesen'. Seitdem hat sich vieles verändert. Durch Kriegshandlungen in den letzten Kriegstagen wurden der Marktplatz mit dem Rathaus und die Windstraße stark in Mitleidenschaft gezogen. Das Rathaus brannte aus, die Häuser an der linken Marktplatzseite und an der linken Seite der Windstraße waren ein Schutthaufen. Beide Vechtebrücken wurden gesprengt. Die meisten Häuser wurden wieder aufgebaut, die Brücken erneuert. Die im Hintergrund liegende Burg und Schlikkers Heim mußten abgebrochen werden, um den Bau der neuen Umgehungsstraße über den Kuhmplatz zu ermöglichen.

2. Vom hohen Kirchturm aus ist das obige Bild Anfang dieses Jahrhunderts mit Bliek nach Süden gemacht worden. Wie ein silbernes Band schlängelte sich damals die Vechte vor ihrer Begradigung von Samern kommend zur Mühle, um dort mit ihrem Wasser die Mühlenräder in Bewegung zu setzen. Im Vordergrund sehen wir Häuser der Steinstraße und die dahinter liegenden Mühlengebäude. Nach rechts bliekend sind die Burg Altena und die Fabrikgebäude der Firmen Schlikker & Söhne und G. Schlikker & Co. zu sehen. An der Vechtebiegung sieht man die damalige Flußbadeanstalt.

3. Eine der ältesten Aufnahmen des Marktplatzes mit dem Turm der reformierten Kirche. Im Vordergrund steht das im Jahre 1873 errichtete Kriegerdenkmal in seiner ursprünglichen Form, eine Pyramide mit fliegendem Adler auf einem Sandsteinsockel. An dem Sockel sind Tafeln mit den Namen der gefallenen Krieger befestigt. Der Oberbau, Pyramide mit Adler, mußte im Jahre 1888 einer Rundsäule mit einem Friedensengel Platz machen. Die Pyramide mit Adler fand erst Aufstellung im Tannenkamp, von wo sie im Jahre 1913 beim Waldschlößchen als neues Denkmal aufgestellt wurde. Das seitdem auf dem Marktplatz stehende Denkmal mußte vor kurzem dem Verkehr weichen.

4. Der Marktplatz war immer Mittelpunkt unserer Stadt und ist es auch heute noch. Von ihm gelangt man strahlenförmig in alle Straßen und ehemals durch die Stadttore ins Freie. Hier wurden die Märkte abgehalten, hier wurden Volksfeste und Kundgebungen veranstaltet und hier wurde Recht gesprochen. Der Platz wird vom Rathaus und von Wohnend Geschäftshäusern eingerahmt, beide Kirchen stehen in der Nähe. In seiner Mitte stand seit 1873 ein Ehrenmal zur Erinnerung an die im Kriege 1870/71 gefallenen Schüttorfer Bürger.

5. An der Stirnseite des Marktplatzes steht das Rathaus. Es dürfte in der Zeit um 1500 entstanden sein. Es handelt sich um ein langes rechteckiges Gebäude aus Bentheimer Sandsteinen mit hohen Staffelgiebeln an den Schmalseiten. Von hier aus wird unsere Stadt verwaltet. Neben den Verwaltungsbüros ist im Obergeschoß ein Sitzungssaal vorhanden, in dem immer schon die städtischen Organe ihre Sitzungen abgehalten haben. Am 4. April 1945, als der Zweite Weltkrieg sein Ende fand, wurde das Rathaus ein Raub der Flammen. Es brannte völlig aus, nur die Außenmauern blieben stehen. Einige Jahre später wurde es im alten Stil wiederhergerichtet und 1950 seiner Bestimmung erneut übergeben, Ein neuer moderner Anbau wurde 1971 fertig gestellt und bezogen.

6. Rathaus mit katholischer Kirche und den Bürgerhäusern Lammering, Steggewentze und Tigier in den Jahren 1910/15. Zu beachten ist der vor dem Rathause abgestellte Pferdewagen, die vor dem Steggewentzeschen Hause stehende Pumpe und das Denkmal in seiner neuen Form. Auch die obigen Privathäuser wurden am 4. April 1945 zerstört; neue Gebäude sind an ihrer Stelle entstanden.

7. Das obige Bild ist während des Ersten Weltkrieges entstanden. Es ist anzunehmen, daß eine neue Siegesmeldung einging, denn Rathaus und Nachbarhaus sind beflaggt und die Männer sind in angeregter Unterhaltung. Sie und auch die anwesenden Jungen und Madehen wenden ihre Blicke dem Fotografen zu. Zwischen Denkmal und Haus Kaldemeyer ist ein bespannter Wagen zu sehen, auf dem ein öl- oder Benzintank montiert ist. Die auf der linken Straßenseite stehenden Häuser Niehoff, Edel und Kaldemeyer stehen nicht mehr, hier sind neue Geschäftsgebäude entstanden. Das Haus Rost neben dem Rathause wurde 1970 abgebrochen, als der neue Rathausanbau entstand.

8. Eine Aufnahme aus dem Jahre 1905, auf dem drei ehemalige Häuser an der linken Seite des Marktplatzes zu sehen sind. Das kleine schmale Metelerkampsche Haus wurde von der Familie Wübbeling bewohnt, es wurde später abgebrochen. Das mittlere Haus hat der Kaufmann Johann Kaldemeyer im Jahre 1913 von der Familie Stegemann erworben; er hat es umgebaut und ein Textilgeschäft darin eingerichtet, Das rechte zweistöckige Wohnhaus gehörte früher der Familie Edel. Auch diese beiden Gebäude wurden abgebrochen, um neuen Geschäftshäusern Platz zu machen. Im Hause Stegemann soll! früher die 'HirschApotheke' untergebracht gewesen sein, daher der geschnitzte Hirsch an der Giebelfront.

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