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Fragmenten uit het boek ''

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19 Die Kirchdorfer Slipanlage.

Dem unkundigen Leser sei vorweg erläutert, daß eine SUPANLAGE zum Zuwasserbringen und Trockenstellen von Schiffen dient, bei der der Transport auf geneigten Gleisbahnen mit einem Slipwagen erfolgt. Noch in den zwanziger [ahren setzten die Poeler Fischer ihre Boote aber noch per Muskelkraft zur Winterlagerung an Land. Doch bereits in den dreißiger Jahren ließen sie sich eine neue Slipanlage von der Kieler Firma Philipp Holzmann bauen. Zuvor aber mühten sich die Fischer an ihrer alten Anlage mühselig ab, die sich auf halbem Weg etwa zwischen der später im [ahre 1949 entstehenden Bootswerft und demAnlegesteg für Fahrgastschiffe befand. Wenn der nahende Winter das Fischen nicht mehr zuließ, wurde

jede Hand benötigt. Denn die Boote wurden aufBohlen mit Rundhölzern darüber ohne die Hilfe einerWinde mit lauten Kommandos an Land gerollt. (Siehe "Die Insel Poel in alten Ansichten Band 2" Bild 7.) Mit der neuen Slipanlage stand dann aber den Fischern am heutigen Standort der

Bootswerft auch eine Winde zurVerfügung, die allerdings noch mit der Hand bedient werden mußte. Deutlich sind hier im Bild die verlegten Schienen zu sehen, auf denen der Slipwagen mit den Booten fuhr. Rechts im Bild, bereits auf dem Trockenen, liegt auf einem Slipwagen das

Zeesboot vorn Kirchdorfer FischerVollrat Gössel. Und zwischen dem Zeesboot und der Personengruppe steht ein Slipwagen bereit. Schon moderner ist der 14-Meter-Kutter von Paul Waack, der sich im Hafenbecken aufWarteposition zum Slipen befindet.

20 Die Turmuhr der Poeler Kirche zeigt 13.50 Uhr und wieder hat der Kraftomnibus der Marke Büssing Mitte der dreißiger Iahre neben der Postfracht auch eine 'Ladung' Gäste zur Insel gebracht. Hier bei einem Stop unmittelbar vor den Kirchwällen neben der Gaststätte 'Zur Insel'. Links im Bild erkennen wir hinter der Bäckerei Louis Wilcken aufgestapelte Ziegelsteine von ungewöhnlichem Format. Vermutlich sichergestelltes Baumaterial von der Büdnerei 5, die einst unmittelbar hinter der Bäckerei gestanden hatte. Das Haus wurde in den dreißiger jahren abgetragen.

21 Ein beruhigendes Gefühl ist es schon, wenn allein die Anwesenheit des Ordnungshüters Sicherheit bei unserer Anlmnft aufPoel verspricht. Schon die Montur und die stramme Haltung eines Gendarmen ließ so manchen Bürger überdenken, ob er eine reine Weste hatte oder nicht. Und den Poeler 'bösen Buben' flößte der Hûter des Gesetzes bestimmt Angst und Schrecken ein, wenn er deren Sündenregister unter die Lupe nahm. Doch wurde alles nicht so heiß gegessen, wie es gekocht war. Denn die Gendarmen auf der Insel vergaßen nie die Menschlichkeit bei

der Ahndung von Vergehen. So ging es oftmals bei der

'Ver brechensbekämpfung'

durch Gendarm Wilhelm Harder durchaus auch freundlich und lustig zu. Dennoch wurde seineAutorität nicht untergraben und respektvoll kannte man die Grenzen. Stolz ließ sich Harder zu Beginn unseres [ahrhunderts vom Fotografen in Uniform ablichten.

22 Ein viel besuchtes Lokal war das Völtersche Gartenrestaurant am Hafen in Kirchdorf ohne Frage. Bevor Gäste die schöne Insel Poel erwartungsfroh erkundeten, zog es sie in den meisten Fällen erst einmal über den "Ieihn-Penning-Stieg' in den wunderschönen Garten dieses Gasthauses, in dem man mit Bliek auf den Hafen und bei Speis und Trank sich wundervolle Stunden bereiten konnte. Und spielte der Wettergott mal nicht mit, dann blieben ja immerhin noch die komfortabel eingerichteten Gasträume zum Verweilen. Liebte man nicht so sehr die Geselligkeit, standen den Gästen kleinere Tische zur Verfügung. Mochte man es aber eher stimmungs-

voller, so nahm man an den langen Tischen Platz. Im rechten unteren Teil des Bildes erkennen wir im Saal eine Bühne, auf denen hauptsächlich plattdeutsche Theaterstücke aufgeführt wurden. Diese

Aufnahme zeigt die Inneneinrichtung etwa Ende der zwanziger Iahre,

23 Im Herbst freuten sich die Poeler Einwohner immer auf ihre Vereinsfeste. Gleich nach 'Oornbier' (Erntefest) gab es einen großen Festball vom Club Fidelia, der seit dem Iahre 1919 bestand. In diesem Club hatten sich nur Männer zusammen gefunden, die außerdem ledig sein mußten. Verheiratete Mannsleute lehnte man kategorisch ab. Dieser Männerclub, der ab und an einen Clubabend abhielt und im Frühjahr und Herbst ein Ballvergnügen stattfinden ließ, führte zum Herbst auch immer ein Theaterstück auf der Bühne des Vereinslokals Völter auf. Mit einem Bierglas in der Hand ließ man sich Anfang der zwanziger [ahre vom Wisrnarer Fotografen Fritz Senk für

die Nachwelt ablichten. Es sind dies, 1. Reihe, von links:

Paul Baumann, Richard Völter, Gustav Evers, GustavTramm, Otto Wilken, August Baumann, Karl Burmeister, Walter Mellendorf und Willi Paetow.

2. Reihe: Ewald Langhoff, Hans Kühl, Hans Wilken, Heinrich Nausch, Hans Waack, Hans Schwartz, ? und Ernst Evers.

3. Reihe: Willi Burmeister, Hans Brinkmann, Walter

Bruhn, Erich Hartig, Gustav Gramkow, August Gagzow, Karl Kläve und Johannes Schwarz.

Oben: Gustav Pierstorf, Konrad Langhoff und Paul Schmidt.

24 Bevor dieses Federvieh in den 'Völterschen'Topf wanderte, machte man ihm das Leben noch so angenehm wie möglich. Mit einem Teich konnten zwar die Wirtsleute

a uf ihrem Hof hinter der Gaststätte nicht dienen. Doch da Gänse nun mal das Wasser lieben, behalfman sich erfinderisch auf andere Art und Weise. Kurzerhand buddelte man eine flache Mulde, erhöhte den Rand mit Erdreich und füllte Wasser in diesen künstlich geschaffenen Teich. EineAufnahme um 1930.

25 Eine früheAufnahme der Poeler Kirche und der Wallanlagen, einer Schloßund Festungsanlage aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Verrnutlich wurde dieses Bild etwa um die [ahrhundertwende gemacht, denn deutlich sind die noch kahlen Schloßwälle zu erkennen, die in schwerer Fronarbeit von den Poeler Einwohnern vor [ahrhunderten aufgeschüttet werden mußten. Hinter dem ersten Wall im Vordergnmd stand einst das Poeler Schloß, das um 1700 bereits wieder verfallen war. Der rechte Bildteil im Hintergrund zeigt die Kirchsee und heimkehrende Fischer rnit ihren Zeesbooten. Eine Baumreihe dabinter läßt die Straße in Richtung Fähr-

dorf erkennen, die über die lange Holzbrücke zum Festland nach Groß Strömkendorf führte. Ervvähnenswert ist noch, daß derTurm dieser Kirche nach einem erhcblichen Sturmschaden in der

Nacht vom 22. zum 23. Ianuar 1995 umfassend saniert werden mußte. Große Teile des Gebälks erneuerte man und derTurmhelm erhielt mit großem finanziellem Aufwand eine neue Dachhaut.

Krönender Abschluß ist die neue, weithin sichtbare vergoldete Kugel und derWetterhahn auf der Spitze des Turmes.

26 Ein Kartengruß von dankbaren Urlaubern aus Thüringen, die um 1930 auf Poel ihre Ferien verbracht harten. Beeindruckt von der Schönheit dieser Insel, sicherte man überschwenglich den ehemaligen Quartiersleuten ein Wiederkommen zu. Ein friedliches Bild innerhalb der Schloßwälle. Grasende Kühe halten mit ihren hungrigen Mäulern das Gras kurz. Eine Arbeit, die heute von Menschenhand besorgt werden muß. Die Öffnung rechts im Wall gibt den Blick zum ältesten Wahrzeichen der Insel, der fast 800jährigen gotischen Kirche, frei.

27 Ein altes Aktenstück zeugt von einem Schiffsmodell, das sich irn 18. [ahrhundert in der Poeler Kirche befunden haben soll. Wann es aufgehängt worden ist und bis wann es die Kirche zierte, war nicht in Erfahrung zu bringen. Im 'Entwurf einer poelschen Kirchen -Matrikul 1758' steht in einem Inventarverzeichnis unter Punkt 7: 'Ein von dem Balcken herabhängendes Schif welches, wie darauf stehet, zu Gottes Ehren und der Kirchen zum Zierat van [ohann Bibau geschenket und aufgehangen worden.' Seit 1936 befindet sich nun in der zu Anfang des 13. [ahrhunderts erbauten Poeler Kirche das Modell des Zeesbootes 'p 45'. Das P bedeutet Poel und die 45 war die Fischereinummer von Gustav Schwarz. Es steht auf einem Podest an der nördlichen Hallenwand. Die ürsprüngli-

che Heimat dieses Fischerbootes ist das Boddengebiet zwischen Recknitz- und Peenemündung. Als jedoch im 19. [ahrhundert das Zeesen, die mit diesen Booten durchgeführte Schleppnetzfischerei stark reglementiert wurde, wanderten viele Fischer mit Familie, Boot und Fanggerät

aus. Sie ließen sich in Mecklenburg (Insel Poel, Salzhaff, Wismarbucht) und auch Dänemark nieder. Es wird erzählt, daß das aufFehmarn gebaute Zeesboot des Fischers Gustav Schwarz zu den schönsten gehörte. Sein Bruder Richard Schwarz wählte darum auch dieses Boot als

Vorbild für ein maßstabsgetreues Modell, das er auf Grund einer Nachfrage von Pastor Lewerenz für die PoeIer Kirche anfertigte. Es erhielt seinen Platz auf einem Podest, daß der Tischler August Rebin hierzu angefertigt hatte.

28 Gemütlich zuckelt hier bei strahlendem Sonnenschein im Iahre 1932 ein Bauer rnit seinem Pferdefuhrwerk in Richtung Weitendorf. Er benutzt den 'Sornmerweg' , der zu damaliger Zeit an Straßen eigens für Fuhrwerke angelegt wurde, um den immer stärker werdenden Autoverkehr von den Fuhrwerken fernzuhalten. Doch sorgte man aber auch dafür, daß die Hufnere im lockeren Erdreich des Sommerweges schonender laufen konnten. Heute finden wir derartige Einrichtungen an den Straßen kaum noch.

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