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Fragmenten uit het boek ''

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29 AufPoel gab es zu frûheren Zeiten nur Landwege. Da konnte es deshalb zu Herbst- und Winterzeiten schon schwierig werden, wenn man mit einem pferdefuhrwerk unterwegs war. Und die Fußgänger waren gut beraten, sich mit festem Schuhwerk auszurüsten. Das änderte sich aber zum Teil, nachdem der bereits im Iahre

1925 begonnene Damm- und Straßenbau zum Festland abgeschlossen war. Von Strömkendorfbis kurz vor Einhusen, wo dazumal der Wangernsche Weg abzweigte, hatten dann nach Fertigstellung die Poeler eine feste Straße. Gewölbt hatte man den Pahrdamm gebaut, so daß auch das Wasser ablaufen konnte. Auf der einen Seite war ein schmaler Geh- und Radweg angelegt, begrenzt durch frisch gepflanzte Bäume, und auf der anderen Seite fand

sich der Sommerweg für Pferdefuhrwerke.An beiden Seiten grub man einen Chausseegraben, der das Wasser ableitete. Die Aufsicht und den Unterhalt dieser Straße harte das Landratsamt Wismar. Es stellte auch Chausseewärter ein, die mit der Instandhaltung sehr viel Arbeit harten. Zwar besaßen zu dieser Zeit

nur Dr. Lembke, Dr. Spiegelberg und der Gutsbesitzer Kleingarn ein Auto, doch kamen auch zunehmend Fremde mit ihren fahrbaren Untersätzen zur InseL Die größte Mühe aber machte bei der Instandhaltung die Pflege der Bäume und der Straßengräben. Auf dieser Darstellung sehen wir kurz nach Fertig-

stellung der neuen Straße von links die Poeler Adolf Freitag mit Besen und daneben mit SchaufelAlbert Kläve. Die anderen Personen sind Chausseearbeiter von Blowatz auf dem Festland. Die zum Eisbàren verkleidete Person in der Mitte war ein Werbegag von Vertretern irgendwelcher Firmen.

30 So komfortabel wie heute reiste man damals natürlich nicht, wenn man sich die Insel Poel als Ziel auserkoren hatte. Aber wen störte das schon, war man doch auf ein Erlebnis besonderer Art eingestellt. Auch wenn sich Poel mit dem Status 'Ostseebad' schmückte, blieb es im Gegensatz zu anderen exklusiven Ostseebädern aufRügen und Usedom bis heute ein Kleinod für Naturverbundene. Und wie wir auf dieser Aufnahme Mitte der dreißiger Iahre sehen können, brachte diese Fuhre KdF-Urlauber (KdF: Kraft durch Freude) fröhliche und erwartungsfreudige Menschen vom Dampter zu ihren Quartieren. Den Poelern sollte dies nur

recht sein, denn das aufstrebende Tourismusgeschäft ließ so manche Mark extra in ihren Geldbeutel fließen. Ernst Lange, der mit seiner Frau Frieda am Markt in Kirchdorf eine Pension betrieb, kut-

schiert hier, mit der Peitsche in der Hand, diese fröhliche Gesellschaft.

3 1 Karl Klaeve wartet hier um 1935 etwa auf neue Gäste, die mit Sack und Pack entweder mit dem Kraftornnibus oder mit dem Dampfer zur Erholung die Insel erreichten. Seine pferde 'Hans' und 'Lustig' mußten sich in den Sommermonaten tüchtig ins Zeug legen, wenn die Menschen in Scharen auf die Insel strebten. Schließlich wollte jeder Ankömmling so schnell wie möglich die Badefreuden auf der Insel genießen. Ûber Landwege rumpelte dann der Ackerwagen über Stock und Stein und verfrachtete die Menschen in ihre Sommerquartiere.

32 Noch heute gibt es diesen Teich in Wangern, in dem hier im jahre 1930 die pferde getränkt wurden. Doch auch als Badeteich nutzten die Kinder diese 'Pfütze', wenn ihnen der Weg zum Strand auf die Schnelle zu weit war. Und da konnte es schon mal vcrkommen, daß so mancher pferdeapfel mit ihnen um die Wette schwamm.

33 Unter den Poeler Schulen bildete die Schule in Wangern eine Ausnahme. In der Schulordnung für die Insel Poel vom l G.juli 1873 heißt es unter § 3: 'Zur Zeit bestehen, bzw. sind einzurichten, folgende Schulen aufPoel: 1. die Schule zu Kirchdorf mit drei aufsteigenden Classen, 2. die Schule zu Vorwangern mit 2 aufsteigenden Classen, 3. zwei Industrieschulclassen zu Kirchdorf und eine zu Vorwangern. In die Schule Vorwangern gehen die schulpflichtigen Kinder aus den Ortschaften Brandenhusen, Einhusen, Neuhof Seedorf, Timmendorf, Vorwangern, Wangern und Weitendorf' Der Kirchdorfer Bäckermeister Heinrich Groth, der hier die Schulbank drückte, kann sich noch gut an diese Zeit in Wangern erinnern. Neben den Lehrern Walfried Markus, Hans Sterly, Konrad Letat, Paul

Wiechmann und später Heinrich Ripke, Annemarie Rosenau, Gustav Rode, Waltraud Geißler und? Peters unterrichtete auch Gottlieb Krohn dort die Kinder, dessen Unterrichtsmethoden auch schmerzhaft werden konnten. Von Krohn weiB Heinrich Groth zu erzählen, daß er sehr stark schielte. Auf plattdeutsch

hieß es denn immer bei den Kindern: 'Hei keik mit ein Og in dat anner rin.' Auf diesem Klassenfoto mit dem Lehrer Gottlieb Krohn van 191 a etwa erkennt Heinrich Groth noch folgende Personen: Otto Groth, Walter Groth, Frieda Rópke, Werner Steinhagen (ältester Sohn von 'ZeiB Hans'). Fritz Steinhagen

(Sohn vom Kaufmann Friedrich Steinhagen in Weitendorf), Martha Kofahl, Hertha Waack (Tochter vom Gastwirt HansWaack), Helmut Hamm (Vater von Walter Harnm), AdolfWaack, Else Perleberg (Tochter vom Leuchtturmwärter Wilhelm Perleberg) und Wilhelm Röpke (Will Röp).

34 'So wurde gewaschen!' Diese Notiz fand sich auf der Rückseite dieses Bildes. Wenn es auf dem Lande an die große Wäsche ging, wagten unsere Groß- oder Urgroßmütter nicht im entferntesten daran zu denken, dies mit einem Knopfdruck zu erledigen. Mit Rubbel und Waschbalge ging es sommertags an die Pumpe, wie hier um 1930 auf dem Hofplatz der Steinhagens in Hinterwangern. Eine Neuerung scheint es allerdings schon gegeben zu haben. Oberhalb der rechten Waschbalge ist bereits eine Mangel, vermutlich zum Wringen derWäsche, zu sehen. Und sicher war die Methode des Waschens auf dem Hof von Hanna Thiessen in

Oertzenhof zu dieser Zeit auch keine andere. Zwei Tage, so erzählt man, benötigten die Frauen hier, um der Schmutzwäsche Herr zu werden. Hierzu mußten extra vier Frauen aus dem Dorf zur Hil-

fe geholt werden. Ein Tag wurde gewaschen, ein Tag gebügelt.

35 Einen kapitalen Fang machte dieser Poeler Fischer in den zwanziger [ahren. Heute kaum noch denkbar, denn Meeresbewohner dieser Größenordnung bekommt wohl kaum noch jemand in den Gewässern um Poel zu Gesicht. DerTümmler auf diesem Foto schien jedoch auch dazumal in Brandenhusen, hier vor dem Gutshaus, Erstaunen hervorzurufen. Anders allerdings verhielt es sich noch um die [ahrhundertwende mit Seehunden. Zum Ärger der Fischer, wenn diese Tiere sich in ihren Netzen verfingen und sie zerstörten. Die Seehunde waren sehr zutraulich und näherten sich unbekümmert den Booten. An den Außenküsten Poels

sollen noch um die Iahrhundertwende große Herden auf den Steinen gelagert haben. Beweis soll dieses Lied der Fischer aus Fischkaten/Redentin sein, das vom Saalhund (Seehund) berichtet.

Hal mi den'n Saalhund, den'n Saalhund to Lande, hei hett uns Nett karträten,

uns alle Fisch upfrdten,

hei hett uns Schaden clan,

wi will'n em clotslan!

36 Wie modern der Gutshof Brandenhusen in alten Zeiten betrieben wurde, beweist ein Artikel aus dem 'Mecklenburger Tages blatt' mit der Überschrift: 'Ein Beitrag zur Erzeugungsschlacht' . Und als Untertirel schrieb der Redakteur: 'Mindestens

15 000 Eier monatlich von Brandenhusen.' Da muß es ja kräftig gekratzt und gekrabbelt haben in den Ställen, wenn 1 000 weiße Leghornhennen in hellen und luftigen Ställen untergebracht waren. Und wir lesen weiter: ' ... daß Reinlichkeit oberstes Gebot ist.AufBewegung des Huhns ist der größte Wert zu legen; die Tiere müssen von den Stangen kommen. Elektrische Beleuchtungsanlagen gaukeln

den Hühnern einen längeren Tag vor, und läßt somit die Legeleistung ansteigen. Alte Hühner darf es im Betrieb nicht geben, nur junge Hennen sind leistungsfàhig.' Dieses Foto zeigt allerdings den

Brandenhusener Hof früherer Iahre, Es ist möglicherweise noch ein Bilddokument aus der Zeit der [ahrhundertwende. Denn wir erkennen hier noch einen Futtersilo vor dem Windrad, der zum Zeit-

punkt der groß angelegten Hühnerhaltung bereits nicht mehr existierte. Die Scheune links im Bild wurde nach dem Zweiten Weltkrieg abgerissen.

37 Der Fischer und Pensionsinhaber Karl Hartig bereitet hier im Garten seiner Pension eine typische Köstlichkeit der Insel Poel zu, den Räucheraal. Und sicherlich kamen auch seine Pensionsgäste wie hier im [ahre 1931 in den Genuß so einer Gaumenfreude. Frisch war dieser Fisch allemal. denn Karl Hartig betrieb nicht nur das Geschäft mit der Einquartierung von Urlaubern. Als Fischer hatte er bisher seinen Lebensunterhalt verdient, und das änderte auch nicht der Pensionsbetrieb. Ein versteekter Fingerzeig war wohl während des Räucherns das Schild 'Biere', denn wie wir alle wis-

sen, gehört zu einem wohlschmeckenden Aal natürlich auch eine durstige Kehle.

38 Die Arbeiten an den Molen des neu entstandenen Timmendorfer Hafens stehen hier im Iahre 1928 kurz vor ihrer Vollendung. Nur an der Anlegebrücke sind die Arbeiten noch nicht abgeschlossen. Auch müht sich der Bagger noch, an der Hafeneinfahrt den Schiffen den nötigen Tiefgang zu verschaffen. Ein großer Gewinn für die Fischer, den Seenotrettern und die Lotsen. Auch der aufstrebende Tourismus wird später hiervon profitieren, denn nun konnte der Bäder-Schiffsverkehr nach Timmendorf ein-

setzen.

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