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Fragmenten uit het boek ''

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39 Sicher auch eine Referenz an den Berufsstand der Poeler Lotsen in Timmendorf Zu dieser Darstellung bedarf es keines großen Kommentars, wenn man sich den spaßigen Text in niederdeutscher Sprache zu Gemüte führt. Geschaffen hat dieses Bild ein

E. Friedrich im Iahre 1922, wie der Signatur im rechten Bildteillinks neben dem Ruderrad zu entnehmen ist.

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40 Die Bedeutung der 'Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger' darf gegenwärtig ebenso wenig unterschätzt werden, wie zu Großvaters Zeiten. Denn auch heute hat 'Wasser noch keine Balken'. wie der Volksmund so salopp hinsagt. Unwetter mit Orkanen und Flutkatastrophen bleiben ständige Begleiter der seefahrenden Zunft. Nicht nur gute Seemannschaft, sondern vor allem auch Mut werden dem Seenotretter abverlangt, wenn er sich todesmutig in die aufgewühlte See wagt, um in Not geratene Menschen zu retten. Schwerer allerdings hatten es wohl unsere Vorfahren, wenn sie gänzlich ohne technische Ausrüstung allein auf'ihre Muskelkraft vertrauend ihr eigenes Leben aufs Spiel setzten. Nur zögerlich setzien sich technische Mittel aus Kostengründen durch.

Eine Würdigung in Form einer Ehrenurkunde für treue und vorzügliche Dienste erhielt der Oberlotse und als Vormann tätige Friedrich Tunn am 9. Juli 1928 für seine 25jährigeTätigkeit in der Poeler Rettungsstation in Timmendorf. Unterzeichnet hat diese Urkunde kein Geringerer als Heirinch Prinz von Preußen als Ehrenpräsident.

41 Hoher Besuch harte sich im Iahre 1907 in Timmendorf eingefunden. Großherzog Friedrich Franz scheute nicht den weiten Weg von seiner Residenz in Schwerin zur Ostseeinsel Poel, um den Timmendorfer Leuchtturm zu besichtigen. Wohl ein Beweis, daß ihn nicht nur das architektonisch gut gelungene Bauwerk interessierte, sondern wohl vor allem die Bedeutung als Seezeichen für

die Sicherheit aufSee. Der

hier mit Flaggen geschmückte Leuchtturm wurde im [ahre 1871 errichtet und versieht noch heute seinen Dienst. Ganz links hinter dem Großherzog erkennen wir den verdienstvollen Oberlotsen und Vormarm Friedrich Tunn.

42 Großherzog Friedrich Franz läßt sich im Iahre 1907 von den Timmendorfer Lotsen den Landungsteg für die Versetzboote zeigen (Versetzboote: Boote, die den Lotsen zum und vom Schiff übersetzen). Eine aus heutiger Sicht noch recht primitive Anlage, denn erst 21 Iahre später entsteht weiter südlich der gut befestigteTimmendorfer Hafen mit seinen Steinmolen. Weiter links, nicht mehr im Bild, befindet sich das Seenotrettungshaus.

43 Seenotrettung inTimmenderf Bereits im Iahre 1869 war ein Ruderboot zur Rettung Schiffbrüchiger vorhanden. Man baute in diesem [ahr einen massiven Bootsschuppen mit Aufenthaltsraum für die Rettungsmannschaft. Die Mannschaft wurde von dern Oberlotsen Vormann Schulze angeleitet. Doch während der großen Sturmflut am 12. und 13. November 1872 wurde die Station schwer beschädigt und das Boot völlig zerstört. 1873 erhält die Station ein neues Boot und 1885 kommt ein Boot von der Station Wustrow nach Poel. 1 895 wird eine neue Helling fertiggestellt. Zu dieser Zeit ist der Oberlotse A. Evers Vormann. 1899 stand dann Oberlotse Wulf der Seenotrettungsmannschaft vor. Im Iahre 1902 plante man einen neuen Schuppen, doch scheiterte dieses Vorhaben an

der Platzfrage. Im Frühjahr 1903 aber heißt es dann, daß der Schuppen fertiggestellt, und im September abgenommen werden soll. Auch ist die Rede van einem neuen Bootswagen. Die Freude währte aber nicht lange, denn schon 1904 wird der Schuppen bei einer Sturmflut schwer beschädigt. Ein Iahr später ist

die Reparatur beendet. Ein größeres Rettungsboot von 8,5 m Länge steht nun den Rettungsmännern unter der Leitung von Oberlotsen Vormann Tunn zur Verfügung. Im [ahre 1908 errichtete man einen Schutzbau für das Fundament und stellte ein Bootsslip im Herbst fertig. Fûr hervorragende Verdienste erhielt im

jahre 1921 Friedrich Tunn die Prinz- Heinrich-Medaille. Von der Station Travemünde kam 1936 das Boot 'Lübeck' nach Poel, das 1939 überholt wurde. Das Boot ging nach dern KriegimJahre 1945 aufPoel verloren. Wir sehen hier das letzte Seenotrettungshaus, das im Sommer 1976 gesprengt wurde.

44 Mit so einem Boot wagten sich die mutigen Seenotretter in die stürmische See, wenn Menschen in Not geraten waren. Hier sindAnfang der dreißiger Iahre von links Paul Holtz (Lotse), Wilhelm Perleberg (Leuchtturmwàrter), Karl Langhoff (Versetzbootfahrer), ? AJlwardt (Lotse) und Wilhelm Stoffers (Lotse) damit beschäftigt, das Rettungsboot zu pflegen. Im Hintergrund ist die Südmole des gerade neu entstandenen Timmendorfer Hafens zu erkennen. Steinzangenfischer hatten in mühseliger Arbeit das Material vom Ostseegrund gefischt, das dann der Wismarer Bauunternehmer Nicolai zum Bau dieses kûnstlich geschaffenen Hafens ver-

wendete. Heute ist inzwischen das Bauwerk durch Sturmfluten arg in Mitleidenschaft gezogen, doch sind bereits Mittel zu einer Sanierung und Erweiterung für das [ahr 1995 bewilligt worden.

45 DieVerwendung von Postkarten, besonders von Ansichtskarten scheint uns heute selbstverständlich. Grüße aus dem Urlaub, zu Geburtstagen, zu Festlichkeiten, kurze Mitteilungen, Glückwünsche zu besonderen Anlässen und vieles andere mehr werden seit reichlich 120 [ahren per Postkarte versandt. Die ersten deutschen Postkarten mit aufgedruckter Wertbezeichnung entstanden irn Sommer 1 870. Jahrelang wurden die Postkarten geduldet, jedoch erst in den neunziger [ahren postalisch offiziell erlaubt. In Mecklenburg kamen die ersten Bildpostkarten nachweisbar um 1885 in Gebrauch. Während die Anschriftenseite zunächst keine Mitteilungen enthalten durften, wurde sie mit dem [ahr 1905 dann aber für persönliche Mitteilungen freigegeben. Auch von der Insel Poel sind eine Vielzahl ver-

schiedenster Ansichten erhalten geblieben. Zu den beliebtesten Motiven gehörten ohne Zweifel die Kirche sowie Strandansichten. Während man heute ausschließlich Landschaften oder Gebäude bevorzugt, liebte man es zu Großvaters Zeiten auch, Personen und Personengruppen aufPostkarten zu verewigen. Nicht selten wurden Familienfeste, wie Konfirmationen und Hochzeiten, vom Fotografen in Postkartenform gefertigt. Diese beiden jungen Damen stellten sich stolz dem Wismarer Fotografen Fritz Seng etwa Mitte der zwanziger [ahre am Strand des Schwarzen Busches zu einem Foto. Rechts erkennen wir Friedericke Nagel; sie heirarete später Albert Burmeister.

46 Geschniegelt und gebügelt haben es sich diese drei Herren im]ahre 1922 in einem Strandkorb am Strand vom 'Schwarzen Busch' gemütlich gemacht. Sicher nicht das Badevergnügen im Sinn, lächelten sie lieber dem Fotografen zu. Es sind von links der Kaufmann Fritz Steinhagen aus Weitendorf, der Kirchdorfer Bäcker Heinrich Groth und Fritz Wagner aus Klütz, die sich hier für die Nachwelt verewigen ließen.

47 Zur Geschichte des Badewesens gehört natürlich auch die Entwicklung der Badebekleidung. Zwar sah man dies zu Beginn nicht sonderlich streng, denn die Geschlechter hielten sich in Badekarren oder Schaluppen, hinter Schinnen oder Bretterwänden separat getrennt. Es stand also wirklich das Nacktbaden am Anfang und man war einhellig der Meinung, daß es im Adamskostüm gesünder sei. So schrieb zum Beispiel. Samuel Gottlieb Vogel: 'Badehemden und Beinkleider führen zu Verkältungen.'

Erst Ende des 19. [ahrhunderts können wir von einer Bademode reden. Aber je öffentlicher das Baden wurde, um so engherziger und prü-

der entwiekelten sich die Bekleidungsvorschriften. 'Nur Personen, die mit einem undurchsichtigen, den ganzen Körper vom Halse bis zu den Knien bedeckten Badeanzug bekleider sind, ist der Zutritt

in das Bad gestattet' , hieß es in einer Badevorschrift. Das veranlaßte zur damaligen Zeit sogar eine Zeitschrift zu der bissigen Bemerkung 'Bade im Gehrock!' Selbst von Kindern verlangte man vor lauter

GruB v. Poeier Strande

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'Volkssittlichkeit' das hochgeschlossene Badekleid. Hier auf dieser Postkarte vom 28. Juni

1 91 2 sehen wir am Poeler Strand fröhlich badende Mädchen im letzten 'Schrei' der Bademode.

48 Iedermarins Sache war im [ahre 1907 das Baden sicher noch nicht. So schürzte man erst einmal vorsichtigerweise die Röcke, um sich am Poeier Strand die Füße zu benetzen. Aber immer auf der Hut, den lüsternen Männerblieken um Himmels Willen nicht das Knie zu zeigen. Sogar über Berge von Seegras hatten sich hier die Damen mit ihrem Nachwuchs hinweggetraut. Ein lästiges Übel, das noch heute den Gerneindevätern Sorge bereitet. Allerdings harte man zu damaliger Zeit aus der Not eineTugend gemacht. Die Seegrasbergung entwickelte sich zu einem Gewerbe, an dem sich manch

ein Poeler unter großen Mûhen ein paar Mark dazu verdiente.

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