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Fragmenten uit het boek ''

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11. Unsere Aufnahme zeigt die Brüder Ferdinand und Walter Semme1rogge auf der Freusburg all 5. März 1933. Die Betzdorfer Zeitung vom Montag, 21. November 1932, berichtet unter anderem von einem Erdbeben in der Heimat: Heute nacht gegen 1 Uhr wurde hier in verschiedenen Häusem, sowohl in der Wilhelmstraße wie am Molsberg, eine rollende Erschütterung des Erdbodens wahrgenommen, die sich auf die Grundmauem der Häuser auswirkte und auf Gegenstände, die mit den Wänden Beriihrung hatten. Selbst Gläser in Schränken klirrten. Wie uns aus Altenkirchen mitgeteilt wird, hat man auch dort ähnliche Wahrnehmungen gemacht und vermutet, daß es sich um ein Erdbeben handelt. Aus fast ganz Westdeutschland werden heute morgen Erderschiitterungen gemeldet, die um die gleiche Zeit bemerkt worden sind. Von Heidelberger Erdbebensachverständigen wird vermutet, daß es sicb um ein Seebeben handelt, das sich auf das Land fortgepflanzt hat.

Wie eindringlich man dazumal auch öffentliche Feiern journalistisch aufzubereiten wußte, möge aus dem Bericht über die Totenfestfeier in Kirchen all 21. November hervorgehen: Ein trûber, regenschwerer Tag. Grauer Nebel an den Ufern der Sieg. Er verbirgt dem Bliek Berge und Wälder, müde und fröstelnd kehren die Menschen von den Friedhofen heim. Auch die evangelische Gemeinde feierte den gestrigen Sonntag der Toten. Das Gotteshaus war stark besetzt. Am Altar und an der Kriegergedächtnistafel; bei der die Fahnen der Vereine aufgestellt waren, Kränze und Blumen. Pfarrer Brinken-Hamm legte seiner Predigt die Worte aus dem Matthäuskapitel: Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit zugrunde. Der Kirchenchor wirkte im Gottesdienst mit. Anschließend wurden die neugewählten Verordneten der Gemeindevertretung feierlich verpflichtet. - Mittags veranstalteten die Ortsvereine Freusburgs an der Kriegergedächtnistafel in der Freusburger Mühle eine Gefallenenehrung, der auch die Angehorigen der sieben Gefallenen beiwohnten. Die Tafel war mit einer großen schwarz-weiß-roten Fahne drapiert. Der Platz dieses Denkmals ist gut gewählt worden, denn gerade hier haben die sieben Gefallenen ihre frohe Jugendzeit verlebt und ihre Knabenspiele gefiihrt. Der Vorsitzende des Freusburger Kriegervereins hielt eine kernige Ansprache. Hierauf erfolgte die Kranzniederlegung. Weißgekleidete Mädchen legten Blumen an der Tafel nieder. Mit dem Altniederländischen Dankgebet wurde die eindrucksvolle Feier beendet.

12. Wir sehen oben links vor der ehemaligen Reitbahn Rauschenbusch Mitglieder des Turnvereins bei der Verabschiedung ihres Kameraden Peter Schick im Jahre 1927. Vorne sitzend von links Amtsinspektor Friedrich Textor, Gustav Strunk (Fa. Jung) und August Göbe1, Bankdirektor. Hintere Reihe, von links Willi Decku, Josef Wickler, Josef Stahl, Toni Schmidt, Peter Schick, Fritz Steub, Heinrich Schmidt (war badischer Kunstturnmeister und 2. Vorsitzender) und Rudi Schmidt.

Die Aufnahme unten links zeigt uns vor dem Saal Ernst Jung von links Martin Kipping, Daniel Vetter, Albert Wolf, JosefMockenhaupt, Erwin Lohse und Ernst Fassbender.

Auf dem Bild rechts oben hat sich die Theaterabteilung des Gesellenvereins vor der Sigambria zusammengefunden. Die Aufnahme entstand um das Jahr 1926. Erste Reihe, von links Paul Pitthan, Paula Berndes, Elsbeth Gerhardus (deren Vater Förster war), Paula Mauer (Stock) und Willi Stock. Hintere Reihe, von links Franz Eisel, Heinrich Sahl, Willi Mosblech, Anton Berndes, Anton Christ, Richard Knoll, J osef Eisel und Alois Halbe.

Etwa um das Jahr 1927/28 entstand die Aufnahme unten rechts. Giovanni, der Diener (Hermann Hörter): 'Maja, Leichtsinn im Weiberrock, bedenkst Du auch, was wir hier tun? ' (nämlich den Tisch decken für ein Trinkgelage). Maja, die Dienerin (pauIa Berndes): 'Giovanni, heilige Bedachtsamkeit im Männerwarns, ich bedenke nie, was mir befohlen ward!'

Das Stück, das hier gegeben wurde, hieß 'Der Herold des großen Königs' und den Heiligen Franziscus spielte Heinrich Sahl (links im Bild). Lehrer Pfahl übte mit den Darstellern die Rollen ein.

Einen weniger schönen Vorfall meldet die Betzdorfer Zeitung in ihrer Ausgabe vom 10. Dezember 1932, Samstag:

Kirchen, 10. Dez. Demonstration. Gestern abend gegen 5,30 Uhr kam es vor dem hiesigen Rathaus zu wüsten Auftritten: Etwa 30 Mann der fretwilligen Arbeitskolonne Struthof, die anscheinend vorher verschiedene Wirtschaften besucht hatten, kamen gröhlend und lärmend in geschlossenem Zug vom oberen Ortsteil die Hauptstraße herunter. ...

(Fortsetzung nächste Seite.) Kirchen, 30. Sept. 1933. Die Gewerkschaft Storch & Schöneberg ist nicht mehr ... Durch Beschluß der Generalversammlung vom 1. Juli 1933 ist die Gesellschaft aufgeläst. ... Gegenstand des Unternehmens: Erwerb und Betrieb von Bergwerken und die gewerbsmäßige Herstellung und der Vertrieb von Eisen- und Stahlerzeugnissen aller Art ... Damit hat das einstmals stolze Unternehmen, das die Grube in Gosenbach als die bedeutendste des Siegerlandes betrieb und hier seinen Sitz hatte, sein Ende gefunden. Als hervorragende Vertreter der Gewerkschaft tauchen damit aus der Erinnerung auf Kommerzienrat Walter Siebel und Kommerzienrat A. Jung.

13. Wir sehen oben links im Bild die Mitarbeiterinnen der Nähstube von Fräulein Hense (Jungenthal) im August 1913. Von links Hedwig Jähne, Hedwig Pauschert, ? , Hedwig Krall, Klara Stinner, Emma Schöler und Fräulein Hense. Vorne von links Martha Weber, Paula Krah und Adele Hennekens.

Die Aufnahme unten links zeigt uns noch einmal die Näherin Fräulein Hense im Garten ihres Hauses (November 1914). Die beiden Bilder wurden mir von Hedwig Fassbender (Kirmesfeld) zur Verfügung gestellt.

Oben rechts sehen wir die Tennisspielerinnen Grete Batter, Röschen Zöller, Emmy Schweitzer, Johanna Kiessler, Johanna Gliss und Klärchen Christ. (Bild von Meta Schweitzer in der Bahnhofstraße.)

Unten rechts eine Aufnahme von Walter Semmelrogge (10. Januar 1942); Winterhilfswerk, Kleidersammlung in der Freusburger Mühle. Links Ida Oertel, rechts Mathilde Klein.

Wir aber kehren zurück zu den Vorfállen in Kirchen: ... Als sie vor das Rathaus kamen, forderte sie der diensttuende Polizeibeamte auf, das Lärmen zu unterlassen und den Zug aufzulosen, weil derartige geschlossene Züge verboten seien. Als sie dieser Aufforderung nicht nachkamen, wurde der Fûhrer der Abteilung namens Beinhauer aus Betzdorf, von dem Polizeibeamten zur näheren Feststellung der Personalien festgenommen. Daraufhin drangen die iibrigen Teilnehmer des Zuges mit Gewalt in das Rathaus ein und nur unter Gewaltanwendung der Polizeibeamten gelang es, sie wieder aus dem Rathaus zu entfernen, wobei es zu Sachbeschädigung und Widerstandsleistung kam. - Das dicke Ende kommt jetzt nach.

In der Weihnachtsausgabe vom 24. Dezember 1932, Samstag, wird aus Schauerfeld gemeldet: Gestern morgen ist auf dem Hohenweg von Bruche nach Scheuerfeld ein Pater vom Brucher Kloster. der in der hiesigen Kirche die Frühmesse halten wollte, in der Dunkelheit vom Wege abgekommen wui beim Kreisbahneinschnitt in der Nähe des Ortes in beträchtlicher Höhe abgestürzt. Der Abgestürzte schleppte sich noch etwa 100 Meter weiter in ein nahes Haus, wo er zusammenbrach Die erlittenen Verletzungen sollen sehr schwer sein, so daß man um das Leben des Seelsorgers besorgt ist. ...

Kirchen, 12 Nov. 1933. Bei der heutigen Wahlließ es sich auch der älteste Burger unserer Gemeinde und wohl auch des Amtes, der alte Herr Nöh, trotz seiner 92 Jahre, nicht nehmen, an der Wahlurne zu erscheinen. (Reichstagswahl. )

14. Unsere Aufnahme: eine 'Ziegenparade' auf dem Brühlhof in den späten zwanziger Jahren.

Die Betzdorfer Zeitung aber meldet in ihrer Ausgabe vom 24. Dezember 1932 aus Daaden von einer Tierquälerei:

Eine Tat unglaublichster Roheit beging heute nachmittag der im Dienste des Fuhrunternehmers Overkott stehende Fuhrmann Albert Ebener in Daaden. Auf dem steilen und schlechten Weg zur Rodenbach, in unmittelbarer Dorfndhe, war das Pferd an dem einspännigen Fuhrwerk infolge sichtbarer Überarbeitung zu Fall gekommen. Ebener geriet hieriiber in solche Wut, daß er ein Beil nahm und damit in unglaublichster Weise mit dem stumpfen Teil des Eisens auf das hilflose Tier immer und immer wieder einschlug: Die Schläge, die mit großer Wucht gefilhrt wurden, waren deutlich bis in den tief gelegenen Ort zu hören. Leider wurde diese unmenschliche Tat von einer größeren Anzahl Kinder beobachtet, denen dieser abscheuliche Anblick besser nicht geboten worden wäre. Oberlandjäger Mühlmeyer hat sich sogleich an den Tatort begeben, um das Nähere festzustellen. Solch rohes Verhalten gegenüber wehrlosen Tieren kann nicht scharf genug gegeiselt werden. ..

Kirchen, 10. Dez. Im Gasthaus Lang ist jeden Sonntag was los. Morgen wird ein Hase ausgeraten. Wer das Gewicht am nächsten trifft, darf den Braten mitnehmen. Einsatz wird nicht erhoben.

Unter den heimatlichen Nachrichten in der Silvester-Ausgabe wird noch einmal über das Kirchener Bürgermeisterei-Gebäude berichtet, das lange Jahre keinen Anstrich mehr erhalten hatte, ist nun noch im alten Jahre mit einem neuen Gewande versehen worden und bietet jetzt durch den schönen Farbton einen freundlichen Anblick. Auch die Schutzhütte, die unterhalb der Sohle steht und bis jetzt nur mit einem Dach versehen war, ist in den letzten Tagen vom fretwilligen Arbeitsdienst erneuert worden, und sieht wie eine Blockhütte aus ...

Ihren Lesern entbietet die Betzdorfer Zeitung herzliche Glückwünsche zum Jahreswechsel: .. .40 Jahre atmet sie den Geist ihres jetzigen Besitzers Bocketmann; der zu ihrer Leitung am 1. Juni 1891 berufen wurde ...

Kirchen, 4. Dez. 1933. In aller Stille feierte Polizeihauptwachtmeister Bernhard Kiel sein 25jähriges Dienstjubiläum. Er trat am 1. Dezember 1908 als Polizeisergeant in Struthütten in den Polizeidienst ... Am 1. Dezember 1918 wurde er nach Kirchen versetzt. Vor seinem Übertritt in den Staatsdienst diente der Jubilar 3 Jahre aktiv bei dem Dragonerregiment No. 14 und anschließend war er 3 Jahre in unserer ehemaligen Kolonie Deutsch-SüdwestAfrika. Während dieser Zeit nahm er an den Herero- und Hottentotten-Aufständen von 1904 bis 1907 als Unteroffizier und Sergeant teil ...

15. Wir sehen links den Oberschaffner August Pitthan (Bruder des Wunderdoktors Wilhelm) und Frau Alwine vor ihrem Haus unweit des Kirchener Kirmesfeldes.

Die Aufnahme rechts entstand zur 'Erinnerung an Weissensonntag 27. April 1930 in Herkersdorf', und zeigt uns die Damen Hedwig Dietrich, Anna Lang und Else Bender.

In der Ausgabe vom 28. Januar 1933 heißt es unter anderem eingerückt in den 'Heimatlichen Nachrichten': Das Kabinett Schleicher zurückgetreten. Berlin, 28. Jan. Nach der heute mittag erfolgten Unterredung zwischen Reichskanzler v. Schleicher und dem Reichspräsidenten ist das Kabinett v. Schleicher zurückgetreten. Einer Auflosung des Reichstages konnte der Reichspräsident seine Zustimmung nicht geben. Der frühere Reichskanzler v. Papen wurde beauftragt mit den Parteten Fiihlung zu nehmen ...

Kirchen, 28. Jan. Eisfest mit Musik. Auf der prächtigen, spiegelglatten, 800 Meter langen Eisbahn auf der Sieg bei der Sigambria werden sich morgen die Beherrscher des stählernen Schuhes in großer Zahl einfinden, um dem herrlichen Wintersport des Schlittschuhlaufens zu huldigen. In unserer Gegend ist die Eisbahn bei der Sigambria mit eine der schonsten, zwischen Betzdorf und Kirchen gelegen, ist sie leicht zu erreichen und von Alt und Jung als Wintertummelplatz besonders beliebt. Eine Musikkapelle wird von nachmittags 2 Uhr ab auf der Eisbahn die Schlittschuhläufer mit einem Konzert unterhalten. Der Beitrag ist sehr gering und zum Besten der Winterhilfe bestimmt. ..

Regierungskrisen am laufenden Band - In Deutschland tritt das gesamte Reichskabinett zuriick - In Frankreich wird die Regierung Paul-Boncour gestürzt - In Deutschland hat Hitier die besseren Aussichten, Reichskanzler zu werden - so lautet die Uberschrift in der Betzdorfer Zeitung vom 30. Januar 1933. Schon im Innenteil findet sich dann die Sondermeldung eingerückt: Hitier Reichskanzler, Berlin, 30. Jan. (Telegr.) Der Reichspräsident hat heute mittag Hitier zum Reichskanzler ernannt und auf dessen Vorschlag das Kabinett wie folgt neu gebildet...

In Kirchen war am Sonntag, 29. Januar, das große Eisfest zu Ende gegangen. Ausführlicher Bericht auf der nächsten Seite.

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