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Fragmenten uit het boek ''

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49. Sechsmal Primiz in neunzig Jahren. Von 1895 bis heute wurden sechs Köschinger zum Priester geweiht: 1895 Matthias Schießl (Sohn eines Schneiders), 1904 Sirnon Ott (Sohn des Malers und Chronisten Ferdinand Ott), 1906 Franz Xaver Dressely (Sohn eines Lehrers), 1941 Odo Bauer (Sohn eines Forstverwalters), 1951 Gerhoch Schmidt (Sohn eines sudetendeutschen Heimatvertriebenen) und 1954 Simon Diepold (Sohn des Bürgermeisters). Die Primiz wurde jeweils zu einem großen Fest der gesamten Gemeinde. Das Bild zeigt Pater Diepold mit Dekan Landgraf (rechts), Primizprediger Dr. Fleischmann (links), dahinter Bürgermeister Diepold mit Sohn Martin und vielen Angehörigen im Festzug durch die Untere Marktstraße, angeführt von weißen Mädchen.

50. Wohnungselend nach 1945. 1939 hatte Kösching bei 2502 Einwohnern schon Wohnungsnot. 1946 mußten aber tausend Heimatvertriebene zusätzlich untergebracht werden. Die Altköschinger rückten eng zusammen, die meisten zeigten dafür großes Verständnis, Viele Familien, nicht nur Heirnatvertriebene, hausten in Notquartieren. In 24 Räumen einer Baracke beim Gradhoflebten zwanzig Familien. Erst 1958 wurde sie geräumt. Ein besonderes 'Sorgenkind' für die Gemeinde war die Baracke an der Ingolstädter Straße (Bild). Sie wurde 1942 für die Landdienstjugend aufgestellt und konnte erst 1960 abgebrochen werden. Acht Familien wohnten bis 1962 in einer Baracke beim Kreiskrankenhaus, sie war im Krieg Infektionsabteilung und Entlausungsstation.

51. Gashaus im gemeindlichen Holzhof. Bevor Kösching 1922 elektrisches Licht bekam, gab es seit 1904 eine Gasbeleuchtung. Zentrale war die 'Azetylenanstalt' an der Lindenstraße. Von hier führten 2 000 Meter Gasleitungen durch den Ort. In den ärmeren Häusern brannten Zehner- und Fünfzehnerflammen, in den übrigen Fünfundzwanziger- und Vierzigerflammen. 18 Gaslaternen, die jeden Abend vom Gaslaternenanzünder entzündet und gelöscht wurden, 'erhellten' den Markt bis 22.00 Uhr, sonntags bis 24.00 Uhr. Der letzte Gasmeister war Peter Schmid. Nach dem Ende der 'Gaszeit' diente das Gashaus Wohnzwecken. Bis 1960 wohnten hier drei Familien äußerst bescheiden: Mühlbauer, Pasurka und der 'Petz Schuaster'. Erst 1971 wurde das Gashaus abgebrochen.

52. Letzter Köschinger Hopfengarten. Vor 1900 besaß fast jeder gröBere Bauer einen Hopfengarten. Ab 1911 begann einer nach dem andern mit der Rodung, für Kösching schien der Hopfenanbau gestorben. Erst der 'eingeheiratete Hallertauer' Anton Müller legte um 1920 wieder Hopfen ein. Die 'Hopfenkrankheit' übertrug sich auch auf seine Freunde. Der 1924/25 beginnende Zuckerrübenanbau ließ den Hopfenanbau wieder abflauen, 1937 wurde er für Kösching von staatlicher Seite sogar verboten. Trotzdem errichtete Anton Müller 1948 an der Deschinger KriegsstraBe beim 'Sole' wieder einen Hopfengarten. Anton Müller jun. verzichtete 1961 auf neue notwendige Investitionen. Seitdem gibt es in Kösching keinen Hopfengarten mehr.

53. Betriebsfeier in der Sägehalle. Wo im Sägewerk Reek an der Lindenstraße jetzt die Baumstämme gestapelt werden, stand bis 1973 die alte Sägehalle aus den zwanziger Jahren. Zur Belegschaft zählten nach dem Zweiten Weltkrieg neben dem Besitzer Bernhard Reck Johann Käs, Martin Schneider, Martin Schmid, Stefan Helmlinger, Hans Rußwurm, Josef Maier, Franz Dunst und JosefKornprobst. Der kleine Musikant Max Maier, der 1954 bei der Betriebsfeier (Bild) für Unterhaltung sorgte, war schon 1969 ein bekannter Physiker. Er erhielt den Deutschen Physikerpreis für seine Forsehungen über Laserstrahlen und wurde ordentlicher Professor für Physik an der Universität Regensburg. Er ist der Sohn des Metzgermeisters Max Maier.

54. Die letzten Schulschwestern von Kösching. Maria Columba Leibinger (links), Maria Engelberta Fiedler und Maria Agathangela Paulus waren die letzten Schulschwestern von Kösching. Wegen Nachwuchsmangel mußte der Orden die Filiale Kösching 1984 endgültig schließen. In einer großen Feier wurden die letzten Schwestern verabschiedet. Dabei wurde der großen Verdienste gedacht, die sich Schwestern des Ordens seit 1850 hier erworben haben. Da die Köschinger treu zu den Schwestern hielten, durften sie auch in der NS-Zeit weiter unterrichten. Besonders in Erinnerung sind noch M. Melitona Riederer, M. Sabina Bachfischer, M. Charlotte Lindauer, aber auch die Gartenschwester Mona und die Küchenschwester MarelIa.

55. Umzug ins wiedererworbene Rathaus. Ein einfacher Wagen mit bescheidenem Mobilar an der Oberen Marktstraße gegenüber dem Pfarrhof - und doch ein sehr wichtiges Ereignis. Es ist der Urnzug der Marktgemeindeverwaltung am 14. September 1957 aus der 'Kanzlei' ins Rathaus am Marktplatz, das man in großer Not 1813 für 1 510 Gulden hatte verkaufen müssen. Jetzt konnte es für 85 000 Mark und 2 670 Mark Lastenausgleich von Familie Schlagenhaufer zurückgekauft werden. Bürgermeister Diepold sprach vom glücklichsten Tag seines Lebens. Den Umzug besorgten Gemeindearbeiter: Im Bild Gregor Mayer, rechts Amtsmeister Lorenz Mayerhofer. Die 'Kanzlei' erwarb die Familie Werner und richtete dort ein Geschäft ein.

56. Der Wasserturm in Desching. Als 1917118 in Desching eine Munitionsansta1t gebaut wurde, entstand auch dieser 38 m hohe Wasserturm. Er wurde zum Wahrzeichen der Landschaft. Bei Kriegsende 1918 waren die Werkshallen nur zum Teil fertig. Ab 1921 gehörte die Muna Desching zu den sieben Anstalten, die nach dem VersailIer Vertrag der Reichswehr zugestanden wurden. Im Zweiten Weltkrieg waren hier 2 500 Arbeiter beschäftigt. Als 1959 ein Pachtvertrag mit der Bundesbahn auslief, sollte hier ein Munitionsdepot für die Bundeswehr errichtet werden. Die umliegenden Gemeinden protestierten, sie hatten Erfolg. Die Esso-Raffinerie kaufte das Gelände. Am 11. Mai 1962 wurde der Wasserturm gesprengt, die militärische Ära Deschings war vorbei.

57. Geburt und Sterben der Shell-Raffinerie. Trotz 'Rütlischwur' im Jahre 1960, das Erlachfeld für die Landwirtschaft zu verteidigen, wurde hier 1963 die Shell-Raffinerie in Betrieb genommen, zu einem Viertel auf Köschinger Gebiet. Die Anlage auf einem Gelände von 200 Hektar kostete 300 Millionen Mark. 2,8 Millionen Tonnen Rohöl wurden hier pro Jahr destilliert. Es gab rund 300 hochwertige Arbeitsplätze und beachtliche Gewerbesteuer auch für Kösching. Der rückläufige Mineralölverbrauch führte schon 1981 zur Entscheidung, die Produktion einzustellen. Das geschah am 26. April 1982. Die gesamte Anlage wurde demontiert, 1983 sprengte man auch die beiden 120 Meter hohen Türrne. Bayerns älteste Großraffinerie war gestorben.

58. Orkan wütete in Kösching. Am 16. Juli 1958, zwischen 18.00 und 19.00 Uhr, tobte in Kösching ein orkanartiger Gewittersturm. Die stärksten Schäden entstanden im nordwestlichen Ortsteil und im Kirchenviertel (Bild). In der Kirche, wo gerade die Kunstmaler arbeiteten, wurde ein Großteil des Daches abgedeckt, Hunderte von Dachplatten lagen rings um die Kirche. Umgebrochene Bäume versperrten den Weg zum Kircheingang. Schwere Schäden erlitten die Schulhäuser, die beiden Sägewerke, der Giebel eines Hauses stürzte ein. Am Weg zum Friedhof waren meterdicke Bäume abgebrochen, teilweise entwurzelt. Das große Friedhofskreuz war zerstört, Grabsteine waren umgekippt, mehrere größere Holzschuppen zusammengefallen.

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