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Fragmenten uit het boek ''

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19. Bis 1906 war die alte Wallfahrtskirche das Zentrum der Marienverehrung in der Stadt. Das Gnadenbild stand geborgen in der Mitte eines Seitenaltars, wie diese Aufnahme von 1890 zeigt. Tafeln mit den silbernen Votivgaben legten Zeugnis ab von der innigen Gläubigkeit der Pilger, von ihren Bitten um Erhörung und ihrem Dank an die Muttergottes. Fast 250 Jahre lang war dies der feste Ehrenplatz der Madonna von Wer!. Die zunehmende Zahl der Wallfahrer machte schließlich den Bau der heutigen Basilika notwendig. Die alte Wallfahrtskirche geriet dadurch unverdienterweise ein wenig in Vergessenheit.

20. In den Jahren 1904 bis 1906 entstand der Neubau der Wallfahrtskirche unter dem Guardianat von Pater Didacus Falke. Die Pläne stammten von dern Münsteraner Architekten Sunder-Plaßmann, der sich die Romanik als Vorbild für seinen Entwurf genommen hatte. Er schuf einen idealen Kirchenraum, der erst in der stilgerechten Bemalung der weiten Wandflächen seine Vollendung fand. Die Wandgemälde lenkten den Bliek des frommen Betrachters bewußt nach oben. Um einen freien Bliek auf den Hochaltar, den Mittelpunkt jedes Gottesdienstes, zu erhalten, wurde der Chorraum durch Stufen erhöht. So konnte der davorstehende Marienaltar die Sicht zum Hochaltar nicht verdecken.

21. Bänder, Girlanden, Fahnen und Kränze schmückten zum 250. Wallfahrtsjubiläum den Innenraum der Kirche, Rings um den Hochaltar war das Halbrund des Chores mit dunkelblauem Tuch ausgeschlagen. Den Altar überspannten eine Kronc, die Zahl 250 und die Worte 'Ave Maria'. Dieser Schmuck erstrahlte in zahlreichen Glühlämpchen des gerade erst in Gebrauch gekommenen elektrischen Lichtes. Auch die Konturen des Altarraumes und der Strahlenkranz über dem Marienaltar wurden elektrisch illuminiert, was besonders bei den Pilgern aus der ländlichen Umgebung viel Gefallen fand. Das Gnadenbild trug Brautschleier und Schutzmantel, Geschenke der Gläubigen an die Gottesmutter. Erst moderner Kunstgeschmack beendete diesen frommen Brauch.

22. Am Walburgistor stand dieser kolossale Triumphbogen, der von Bernhard Niegetiet entworfen worden war. Die große Begeisterung, mit der die ganze Bevölkerung damals das Wallfahrtsjubiläum feierte, ließ erkennen, welchen Rang zu Beginn des Jahrhunderts die Marienverehrung in Wer! einnahm. Die Wallfahrten hatten auch eine nicht zu unterschätzende wirtschaftliche Bedeutung für das damals gerade 7 000 Einwohner zählende Städtchen. Im Jubiläurnsjahr 1911 wurde zum ersten Mal die Grenze von 100 000 Pilgern in einern Jahr überschritten. Zu den Krönungsfeierlichkeiten selbst am 13. August karnen damals allein knapp 50000 Menschen. Das Ereignis ist noch heute in der Erinnerung der Bürger wach.

23. Zur 2SD-Jahr-Feier der Marienverehmng in Wed hatte die Stadt ein prächtiges Festkleid angelegt. Fahnen und Blumen schmückten alle Straßenzüge und die ankommenden Pilger wurden an den Stadteingängen durch Triumphbogen begrüßt. Dieser stand am Neuertor, durch das ein nicht abreißender Strem von Wallfahrern aus Richtung Wiekede in das festliche Wed hereinkam. Für diese Pilger gab es nur am damaligen Forsthaus einen kurzen Halt, wo sie sich an dem heißen Augusttag mit einem Schluck kühlen Brunnenwassers erfrischten. Schon am Vorabend der Krönungsprozession war Wed in ein Meer von farbigem Licht getaucht, das sich weit draußen in der HellwegLandschaft fast wie ein Großbrand ausnahm.

24. Am 13. August des Jubiläumsjahres 1911 zog, unter dröhnenden Freudenböllerschüssen und dem Festgeläut aller Kirchen, die feierliche Krönungsprozession, begleitet von Fahnenhundertschaften der Vereine, von Schützen, der Geistlichkeit und mehreren Musikkapellen mit dem noch ungekrönten Gnadenbild zur Gänsevöhde, dem Krönungsort. Die kostbaren Kronen trug ein Geistlicher der Madonna mit Kind auf einern Kissen voraus. Fromme Begeisterung erfüllte Pilger und Bürger, Am Vorabend hatte eine Lichterprozessten mit 8 000 Gläubigen, die betend und singend durch die festlich beleuchtete Stadt gezogen waren, die Krönungsfeierlichkeiten eingeleitet. Tausende Glühlampen illuminierten die Konturen und Kreuze der Doppeltürrne der Wallfahrtskirche.

25. Absoluter Höhepunkt des Wallfahrtsjubiläums 1911 bildete der Krönungsakt auf der Gänsevöhde, als Kardinal Fischer von Köln zuerst dem Jesuskind und dann der Madonna die Kronen aufsetzte. Zehntausende Gläubige waren anläßlich dieser Feier in WerL Das hatte es erforderlich gernacht, die Tribüne mit dem Altar noch in der Nacht vor dem Festzug vom Marktplatz zur Gänsevöhde zu verlegen. Die Grundform der Krone der Madonna besteht aus einem nach oben ausgebogenen Goldreifen, der reich verziert ist mit Kleinodienschmuck, Geschenkgaben aus verschiedenen Jahrhunderten. Seltene Emaillearbeiten sind umgeben von silbernen Rosetten, Perlen, Rubinen und Brillanten. Auf der Stirnseite prangt auf einer goldenen Rosette ein großer wasserblauer Aquamarin, darüber ein dunkelgrüner Turmalin.

26. Zur Wallfahrt gehörte und gehört auch heute noch der Devotionalienhandel In den sogenannten 'Lakenbuden' auf dem Marktplatz fand der Pilger die verschiedensten Andenken an den Werler Wallfahrtsort. Hier wurden Skapuliere, Weihwassergefäße, Madonnen- und Heiligenbilder, Kreuze, Medaillen, Statuen, Kerzen, Rosenkränze und Postkarten angeboten. So sah zur Wallfahrtszeit des Jahres 1906 soleh ein Andenkenstand aus. Oma Alfes knüpft einen Skapuliergürtel für die Rosenkranzbruderschaft, neben ihr Tochter Elisabeth Krähwinkel. So wie heute waren auch damals diese Andenken das sichtbare Zeichen für den Pilger als Verbindung zu seiner Wallfahrtsstätte Werl.

27. Der Marienaltar, von Frauen und Mädchen aus Werl und der näheren Umgebung gestiftet, bestand aus weißem Marmor und war mit dem berühmten Gnadenbild, das unter einem übergoldeten achtseitigen Kuppelbaldachin stand, das Ziel unzähliger Pilger und in den Maimonaten ein Meer blühender Blumen und brennender Kerzen. An den seitlichen Treppen, die am Altar vorbei zum Chorraum und Hochaltar führten, hielten zwei vergoldete Adler die Stadtwappen vor Wer! und Soest, Erinnerung an die Herkunft des Gnadenbildes aus der Soester Wiesenkirche. In Vitrinen an den Chorwänden waren die zahlreichen silbernen Votivgaben zur Schau gestellt, die in der alten Wallfahrtskirche noch den Marienaltar geschmückt hatten.

28. Das war der Antoniusaltar bis zur Renovierung der Basilika 1961. Seit 1701 wird in Wer! neben der Muttergottes auch der heilige Antonius von Padua verehrt, Damals baten die Stadtväter den Kapuzinerorden, auch in ihrer Stadt die neun sogenannten Antonius-Dienstage einzuführen, um Stadt und Kloster vor Feuersgefahr zu bewahren. Denn der Überlieferung nach wurde die Gemeinde Fürstenberg bei Paderborn auf inständiges Gebet zum heiligen Antonius vor einer drohenden Feuersbrunst bewahrt. Auch heute noch kommen tausende von Gläubigen in der Vorwallfahrtszeit mit ihren kleinen und großen Anliegen zum Bild des Antonius, und in keinem anderen Ort Nordwestdeutschlands dürfte dieser Volksheilige so verehrt werden wie in Wer!.

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