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Fragmenten uit het boek ''

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29. Im Jahre 1901 entstand an der Stelle eines anspruchslosen Heiligenhauses am Eingang zur Altstadt am Büdericher Tor eine neue Kapelle, die der 'Mutter Gottes in der Not' geweiht war. Hier feiert man das Richtfest der im neugotischen Stil errichteten Kapelle, in der ein sagenumwobenes barockes Vesperbild seinen Platz fand. Diese Statue der Schmerzensmutter, mit einer silbernen Krone geschmückt, soll einst in einer Nische der Stadtmauer gestanden und der Legende nach eine wichtige Rolle bei der Belagerung Werls im Jahre 1673 gespielt haben. Heute ist die Kapelle 'Mutter Gottes in der Not' zu einer kleinen Wallfahrtsstätte geworden, an der Tag und Nacht die Opferkerzen andächtiger Pilger brennen.

30. In den letzten Jahren des Ersten Weltkrieges zwang die schlechte Rohstoffversorgung die Rüstungsindustrie zum Einschmelzen vieler Kirchenglocken. Auch die Weder Wallfahrtskirche mußte diese 32 Zentner schwere Glocke opfern, die von den Pionieren des Ersatzbataillons 35 am 28. Juli 1917 demontiert wurde. Man stellte sich zum Erinnerungsbild, bevor diese Glocke mit vielen anderen, die zur Mobilmachung und in den ersten Kriegsjahren bei manchem Sieg geläutet hatten, zu Kanenen und Munition umgeschmolzen wurde.

31. Die Ereignisse des Ersten Weltkrieges ließen auch die Stadt Werl nicht unberührt, Die Bevölkerung sollte die Soldaten an der Front durch die Abhaltung vaterländischer Veranstaltungen unterstützen. Auf dem Markt wurde vor dem Café Engemann 1915 ein kleiner Ehrentempel errichtet, in dem man für einen Geldbetrag eiserne, silberne oder goldene Nägel in ein hölzernes Stadtwappen schlagen konnte. Auch mit solchen Spenden wurde die Rüstung finanziert. Aus den Mansardenfenstern des Cafés flatterten die Fahnen der Türkei und Österreichs, der mit dem deutschen Reich im Krieg verbundenen Staaten.

32. Mittagszeit auf dem Werler Marktplatz im Kriegswinter 1917. Drei Kutschen, zwei Fahrräder, ein Hund an der unbeklebten Litfaßsäule die eine Gaslaterne trägt, sonst nur weite leere Fläche. Der Platz ist gesäurnt von Bürgerhäusern und Gasthöfen, vor denen noch die alten Kastanien und Linden stehen, die im Sommer den hier parkenden Landkaleschen Schatten spendeten. Selbst an Marktragen entstanden hier keine Verkehrs- und Parkprobleme, obwohl damals noch zwei Reichsstraßen den alten Marktplatz kreuzten.

Werl

Steinstra6e mit Amtsgericht und neuer Wallfahrtskirche

33. Zwischen Königlichem Amtsgericht und Buchhandlung Kortenkamp stand an der Walburgisstraße eine der im Stadtbild noch zahlreichen Wasserpumpen. Mancher Wallfahrer mag sich hier mit einern kühlen Trunk gestärkt haben, bevor er in der Buchhandlung oder an den 'Lakenbuden', den Verkaufsständen auf dem Marktplatz, ein Andenken an die Wallfahrt nach Wer! kaufte. Die Devotionalienhändler fanden später einen Platz in der Klostergasse. Heute sind ihre Verkaufsstände ganz verschwunden. Zu dieser Zeit schmückten vier stilvoll geschmiedete Gaslaternen die große Freitreppe zur neuen Wallfahrtskirche.

34. Am 13. April 1887 begannen die Erdarbeiten für den Bau der städtischen Trinkwasserleitung. Das Wasserwerk Hamm, das eigene Brunnenanlagen im Ruhrtal bei Wiekede besaß, lieferte das Wasser zu einem Kubikrneterpreis von 5,5 Pfennig, Das Wasser war von hervorragender Qualität und wegen seiner Kalkarmut vor allem bei den Betreibern von Dampfkesseln beliebt. Dank der neuen Wasserleitung wurde es auch möglich überall im Stadtgebiet Hydranten zur Brandbekämpfung anzulegen. Für einen gleichmäßigen Druck in den Leitungen sorgte ein Hochbassin, das auf dem halben Wege zur Haar angelegt worden war.

35. Dieses Bild von der Villa Dr. Behme an der heutigen Hedwig-Dransfeld-Straße und dem Bliek weit hinaus in die freie Landschaft entstand zur Fertigstellung der Stromleitung vom Elektrizitätswerk am Güterbahnhof der Reichsbahn zur Firma Wulf. Die hohen Leitungsmasten sind also hier die Hauptsache. Das Wer!er Elektrizitätswerk war 1897 bis 1908 von der 'Union Elektrizitätsgesellschaft Berlin' erbaut worden. Es lieferte Strom mit einer Spannung von liO Volt. Die Niederspannungsleitungen waren zwischen den Masten durch Fangnetze gesichert und rote Wamschilder wiesen auf die Lebensgefahr hin. Die erste elektrische Straßenbeleuchtung in Wer! wurde übrigens 1903 bei der Saline Höppe eingerichtet.

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36. Mit einem Anlagekapital von 20000 Talern baute die Stadt im Jahre 1865 auf eigene Rechnung eine Gasanstalt, die auf der Nordwestseite der Gänsevöhde entstand. Das Gas wurde durch Verheizen von Kohle gewonnen und strömte aus den handbefeuerten Retorteöfen in einen massiven Sammelbehälter, um von dort unter Druck durch das unterirdische Leitungsnetz zu den angeschlossenen Haushaltungen aber auch den zahlreichen Gaslaternen in der Innenstadt zu fließen. Schon im ersten Produktionsjahr konnte durch das 4 700 Meter lange Leitungssystem fast 50000 Kubikrneter Gas abgegeben werden.

37. Am 27. Februar 1924 zerriß eine schwere Explosion gegen 5.00 Uhr die Morgenstille. Das Gaswerk war vollständig zerstört worden. Das Zentrum der Zerstörung lag im Uhrenraum des Werkes, in dem der 52jährige Gasstocher Franz Sprinke ums Leben kam. Über die Unglücksursache gingen die Meinungen der Sachverständigen auseinander. Wahrscheinlich hatte aber eine Vereisung der Gasometerglocke Gas ausströmen lassen, das sich an den Funken eines elektrischen Schalters oder eines Gasmotors entzündet hatte. Die Stadtverordneten billigten der Witwe des Verunglückten jedenfalls eine Höchstpension zu. Die Anwohner der Grafen- und Schützenstraße aber forderten aus Sicherheitsgründen die Verlegung des Gaswerks aus ihrer Nachbarschaft.

38. Mit 100000 Goldmark aus seinem Privatvermögen ermöglichte Professor Johannes Spieker den Bau des Mariengymnasiums mit angeschlossenem Konvikt 1908 konnte der Gründer, Kaufmann, Seelsorger, Priester, Erzieher und Direktor J. Spieker den Grundstein für das humanistische Vollgymnasium legen, das nach seinen Ideen und Planen verwirklicht wurde. Der Stifter war durch die Marienwallfahrten mit Wed in besonderer Weise verbunden. Aus dieser Schule gingen viele herverragende Persönlichkeiten hervor, unter anderen Bundespräsident Heinrich Lübke, Am 9. April 1945 zerstörte die Bombe eines deutschen ME 262 Düsenjägers das Gebäude, das bis 1949 auch durch die Selbsthilfe der Schüler wiedererstand. 1965 verließ das Mariengymnasium diese traditionsreiche Stätte,

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