Aichach (1933-1948) in alten Ansichten

Aichach (1933-1948) in alten Ansichten

Auteur
:   Franz Achter
Gemeente
:   Aichach (1933-1948)
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6269-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Aichach (1933-1948) in alten Ansichten'

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19 Nachdem in Aichach die Mädchen- und Knabenschule,

die im Schulhaus in der Steubstraße untergebracht war, aus allen Nähten platzte, löste die Stadtverwaltung das Waisenhaus an der Martinstraße auf. In dieses Gebäude wurde 1936 die Màdchenschule verlegt. Nach dem Umzug erhielt die Berufsschule auch noch die freigewordenen Räume der Mädchenschule. So konnte durch diese Erweiterung eine Verbandsberufsschule gegründet werden. 1938 fand in den Räumen dieser Berufsschule eine Ausstellung statt. Auf dem hier abgebildeten Foto ist zu erkennen, daß mehrere überwiegend junge Personen einen Teil der Bildwände und Gegenstände betrachten. Schon allein die Überschrift 'Das deutsche Kind spart', die oben rechts im Bild zu sehen ist, zeigt, daß diese Ausstellung auf große Propagandaparolen baute. Eindrucksvoll ist auch

zu sehen, daß die Betrachter animiert werden sollten, den Forderungen der Partei und des Staates nachzukommen, damit das Deutsche Reich weiter aufgebaut und der noch vorhandenen Armut in der Bevölkerung durch Schaffung neuer Arbeitsplätze begegnet werden koruite. Auf der

Schautafel ist zu erkennen, daß man mit dem Sparguthaben fast alles erreichen kann.

20 Im Iahre I 938 wurde in Aichach erstmals ein Faschingsumzug abgehalten, an dem viele faschingsgeschmückte Wagen, Musikkapellen und verkleidete Gruppen zu Fuß teilnahmen. Die Wagen wurden überwiegend von Pferden gezogen. Nur ein paar Lkw fuhren dem Anlaß gemäß entsprechend geschmückt, die Umzugsstrecke mit. Sie führte von der TSV- Turnhalle über den Stadtplatz zur Oberen Vorstadt und wieder zurück. Teilweise waren an den Faschingswagen Plakate angebracht, mit dessen Inhalt die Partei und die Staatsregierung ihre Gegner aufs Korn nahm. Unter anderem war auf einem Wagen zu lesen: 'Ihr ewigen Nörgler laßt Euch sagen, wenn Ihr nicht laßt das Nörgeln weg. für Euch wird einst die Stunde schlagen, dann kommt Euch der Kopf mal weg.' Am Gerüst der Spitalkirche hing eine Puppe und ein Transparent mit

der Aufschrift: 'Funkspruch: Ahsprung aus Höhe unmöglich, Auftrieb über der Stadt zu groß, seit Artmeir Willi unser Bürgermeister ist.' An der Seitenwand dieses Wagens steht: 'Viel Lust und Freud, bringt KdF. Ihr Bûrger. Arbeiter und Bauer, drum kommt zur KdF, sonst seid Ihr zu

bedauern,' Der Musikant hoch oben auf dem Aufbau des Faschingswagens spielt mit seinem Akkordeon unaufhórliche lustige Lieder und verbreitete Faschingsstimmung unter den anderen mitfahrenden 'Maschkara'.

21 Auf dem Rückweg zurTSVTurnhalle. die ebenfalls für Faschingsbälle festlich geschmückt war, hielt der Faschingsumzug am Oberen Stadtplatz an. Die Zuschauer des Umzuges kamen auch dorthin. Inmitten des Platzes war ein Podium aufgebaut, auf dem Akrobaten des Turn- und Sportvereins Kunststücke vorführten. Auf einern Hochseil fesselten die verkleideten Athleten die Zuschauer mit ihren Darbietungen. Auch andere Gruppen zeigten ihr Können. Dieses Bild fotografierte Herr Bär vorn Gerüst der Spitalkirche, die damals renoviert wurde, Auf dem Foto ist die Bühne mit dem Hochseil in der Bildrnitte als heller Fleck zu erkennen, urn die die gespannt zuschauenden Teilnehmer dieser Veranstaltung dichtgedrängt standen. Einige stiegen sogar auf die Rathaustreppe, um das Geschehen auf dem Stadtplatz von einem erhöhten Platz

aus verfolgen zu können. Die Faschingswagen wurden für die Dauer der Darbietungen vor der Häuserzeile abgestellt, die am rechten Bildrand abgebildet ist. Auffällig an dem Foto ist, daß keine Propagandafalmen zu diesem Faschingsumzug aufgehängt oder sonstige nationalsozialisti-

sche Symbole angebracht wurden. Dieses Bild zeigt zudem einen schönen Überblick über den Stadtplatz.

22 Die Partei unter Vorsitz von Adolf Hitler verstand es in der Zwischenzeit, die Volksmassen für sich zu begeistern. Die Regierung harte durch den wirtschaftlichen Aufschwung dem deutschen Volk wesentlich bessere Lebensqualitäten bringen können. Gerade in Aichach wurden Arbeitsplätze geschaffen, die dem Wohl der Bevölkerung dienten. Dadurch sank die Arbeitslosenzahl auf ein Minimum. Auch die Bauern, die sich gerade von ihrer Landwirtschaft ernähren konnten, hatten mehr Geld um sich Lebensmittel, Kleidung und Haushaltsgeräte kaufen zu können. Erwähnt werden muß noch, daß vielen Arbeitern erst durch die Parteizugehörigkeit die Möglichkeit geöffnet wurde, eine Arbeitsstelle zu erhalten. Reichskanzler AdolfHitler verstand es vorzüglich, all diese Errungenschaften und den beginnenden Wohlstand als seinen Erfolg zu

ben, bei der über den Anschluß Österreichs und der Bildung Großdeutschlands mit ja oder nein abzustimmen war.

bezeichnen. Die Freude über die besseren Zeiten ging sogar so weit, daß einige Geschäfte in den Schaufenstern Bilder des Führers ausstellten und öffentlich durch die Dekoration ihn bei seiner Wahlpropaganda unterstützen. Auf diesem Plakat wird für die Wahl am 10. April 1938 gewor-

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23 Auch die jungen Frauen und Mädchen wurden beim 'Bund deutscher Mädchen' organisiert. In i eder Ortschaft gab es eine Ortsgruppe, die von der BdM-Führerin geleitet wurde. Bei den Zusammenkünften, die wóchentlich stattfanden, wurden Lieder gesungen, die der Partei angenehm waren und die man heute noch als Wanderlieder bezeichnen kann. Es wurden auch für die Soldaten Socken gestrickt oder den Mädchen wurde vermittelt, wie man Kranke pflegt. Der Sport nahm bei diesem BdM ebenfalls einen großen Stellenwert ein. Regelmäßig wurden Sportfeste abgehalten, bei denen die Mädchen der einzelnen Gruppen im Wettkampf die besten ermittelten. Bei den Kundgebungen und Aufmärschen waren die Mädchen natürlich auch dabei. Mit ihren dunkelblauen Rókken, den weißen Blusen und dem Halstuch, das mit einem gefloch-

tenem Lederknoten, dem BdMKnoten, zusammengehalten wurde, erfreuten sie die Zuschauer am Straßenrand. Dieses Bild wurde in Aichach in der Schrobenhausener Straße unmittelbar an der Neubaur-Kreuzung aufgenommen. Die jungen Frauen marschieren vom Exerzierplatz

zum Stadtplatz, wo sie eine Kundgebung besuchen durften. Angeführt wird der Zug von den BdM-Führerinnen, gefolgt von den Fahnenträgerinnen und den teilnehmenden Madehen.

24 Auf dem Oberen Stadtplatz in Aichach wurden die Kundgebungen abgehalten, "ie diese zu Ostern im März 1 938. Vor dem Marienbrunnen, dessen Marienfigur vor der eingerüstetem Fassade des Rathauses zu sehen ist, war auf einem aufgespannten Tuch mit Hakenkreuz das Rednerpult aufgebaut. Selbstverständlich war der Stadtplatz mit Parteifahnen geschmückt. Der Leiter der Kundgebung informierte die angetretenen SA-Leute über die neuesten Ziele und Errungenschaften der Partei und forderte sie auf, treu dem Parreiprogramm dem Vatcrland zu dienen. Die Mitglieder der SA bekamen für diese Aufmärsche braune Hemden und eine Mütze, die die Partei finanzierte. Bei diesen Zusammenkünften trafen sich die SA-Ortsgruppen aus den urnliegenden Ortschaften in Aichach und nahmen an den Kundgebungen teil. Für viele

stand nicht die Rede des Parteigenossen im Vordergrund, sondern das Essen aus der Feldkûche, aus der die Männer und jungen Frauen verpflegt wurden. Für viele waren diese Kundgebungstage die einzige Möglichkeit, sich sattzuessen, ohne daß jemanden in der Familie die

Mahlzeit vveggenommen wurde. Damals war es nicht in jeder Familie möglich, daß jeder so viel essen konnte, wie er wollte.

25 Die Abendveranstaltungen der Partei fanden in der Zeit des Nationalsozialismus in der Turnhalle des TSV Aichach in der Donauworther Straße start, die 1937 erweitert wurde. Dieser Festabend, zu dem auf der Bühne eine Militärkapelle spielte, war im August 1938, Dem Pokal nach zu urteilen, der auf dem Tisch unmittelbar hinter den Musikern steht, die links des Dirigenten sitzen, fand an diesem Abend eine Siegerehrung statt, zu der ein Verein oder eine Organisation eingeladen hatte. Die Tische waren in langen Tafeln aufgebaut und zeigten mit den Stirnseiten zum Podium, damit jeder einen freien Blick zur Bühne hatte. Wie auf dem Foto zu sehen ist, war jeder Platz gefüllt. Auf den weiß gedeckten Tischen km man nur Getränke erkennen, die Besucher dieses Ehrungsabends zogen es vor, nichts zu essen, wie es heute üblich ist. Auch Frauen waren zu

diesem Fest gekornmen. Auf diesem Bild ist die TSV- Turnhalle abgebildet, wie sie bis zur grundlegenden Renovierung im Iahre 1974 aussah.

26 Immer wieder wurden auf dem Stadtplatz Standkonzerte abgehalten, die die Bevölkerung vonAichach in eine ausgeglichene Stimmung versetzen sollten. Diese Militärkapelle spielte auf dem Platz vor dem Rathaus am Unteren Stadtplatz anlä.ßlich des Kreisparteitages im April 1 938. Zu diesemAnlaß war die Stadt Aichach besonders geschmückt. Das Rathaus, dessen Nordseite am linken Bildrand zu sehen ist, war am Erdgeschoß mit einem übergroßen Hakenkreuz geschmückt. Darüber befand sich am ersten Stock des Gebäudes ein Reichsadler. An der Hausecke zur Westseite des Hauses wurde eine hohe Kiefer aufgestellt. Zur Bildmitte hin zieht sich der Ostgiebel der Gaststätte und Brauerei Mûllerbräu. Links und rechts des Eingangstores wurden ebenfalls Fichtenbäumchen angebracht. Unter der Fensterreihe des ersten Stocks ziert eine Wimpelkette die

Fassade. Auch über dem Eingang zum Gasthaus und Brauerei Bauerntanz, der sich zum rechten Bildrand hin anschließt, braelite man ein Hakenkreuz in einem Zalmkranz an. Dies war das Abzeichen der Deutschen Arbeitsfront (DlF), einer Zwangsorganisation für alle Arbeitnehmer.

Eine Unterorganisation war der KdF, was Kraft durch Freude bedeutete.

27 Doch nicht nur der Platz vor dem Rathaus am Unteren Stadtplatz war festlich geschmûckt, auch der Obere Stadtplatz, der damals 'Adolf-HitlerPlatz' hieß, ließ an prunkvoller Dekoration keine Wünsche offen. Die Häuser waren mit Wimpeln und Bäumchen festlich herausgeputzt. Vor den Häuserzeilen am östlichen und westlichen Hauptplatz der Stadt Aichach waren Fahnen angebracht, die von einem Mast zum anderen reichten und in der Mitte durchhingen. Abends war der Platz hell erleuchtet, wie auf dem Bild zu sehen ist. Dieses Foto wurde vom Tandlmarkt aus in Richtung Oberes Tor, dessen Helmdach neben dem linken Bildrand beleuchtet zu sehen ist, mittels Langzeitbelichtung gefertigt. An dieser Abbildung fillt ferner auf, daß der Marienbrunnen, einst auf dieser Seite des Rathauses auf dem Stadtplatz angebracht, bereits

entfernt ist. Angeblich wurde er abgebaut, weil er den Aufmärschen im Wege war. Am rechten Bildrand sind die Rathaustreppe und das gemauerte Geländer zu erkennen.

28 Die überwältigen Dekoration am Stadtplatz, die vom SAGau München stammte, beeindruckte in überwältigender Weise die Bevölkenmg von Aichach. Die Nationalsozialisten traten rnit diesem Aufwand, der an diesem Kreisparteitag getrieben wurde, an die Öffentlichkeit und veranschaulichten, zu welch großen Veranstaltungen der Staat und die Partei im Stande waren. Den Einwohnern von Aichach wurde sogar gezeigt, daß es keine Schwierigkeiten bereitete, den gesarnten Stadtplatz nachts in hellem Licht erstrahlen zu lassen. Den Leuten wurde überdeutlich gezeigt, daß es in Deutschland keine Schwierigkeiten bereitet, solche Feste wie diesen Parteitag auch in Aichach zu feiern. Damals waren zwar nicht alle von dem neuen und jungen Staat und von der Person Adolf Hitler überzeugt, der die Geschicke von Deutschland lenkte, es hatte je-

doch keiner die Möglichkeit, gegen den Strom zu schwirnmen, zumal es Hitler tatsächlich fertig brachte, daß es dem Deutschen Volk besser ergrn.g als vorher.

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