Aichach (1933-1948) in alten Ansichten

Aichach (1933-1948) in alten Ansichten

Auteur
:   Franz Achter
Gemeente
:   Aichach (1933-1948)
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6269-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Aichach (1933-1948) in alten Ansichten'

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29 Auf dem Exerzierplatz von Aichach, dem heutigen Volksfestplatz an der Schrobenhausener Straße, waren die SA-Gruppen aus den Gauen Aichach, Schrobenhausen und Dachau angetreten, um die Propagandareden der Parteifunktionäre zu hören. Der Menschenmenge nach zu urteilen, die auf diesern Foto abgebildet ist und die an dies er Versammlung teilnahm, boten die Nationalsozialisten ein großartiges Programm, um so viele Personen in den Bann zu ziehen. Außerdem wurde erwartet, daß jedes Parteimitglied an diesem Kreisparteitag teilnahm. Dieser Parteitag dauerte zwei Tage, an denen neben Festreden auch Umzüge undAufmärsche mit Fahnen beeindruckend für die Zuschauer geboten wurden. Selbstverständlich wurden die Braunhemden, wie man die SALeute auch nannte, aus der Feldküche unentgeldlich verpflegt,

was für viele Grund genug war, zu der Zusammenkunft zu kommen.

30 An derWestseite des Exerzierplatzes war eine riesige Bühne aufgebaut worden. Diese stammte ebenfalls vom SA-Gau München und wurde extra für diesen Kreisparteitag neben den Fahnen und der Beleuchtung für den Stadtplatz nach Aichach gebracht. Auf den Treppen dieses Aufbaues, auf dessen Oberseite der Reichsadler angebracht war, standen die Fahnenträger der einzelnen Gruppen und präsentierten ihre Fahnen. Auch die Jungen der Hitlerjugend standen mir ihren Bannern auf diesem Podium. Das Rednerpult zierten SA-Männer mit ihren Standarten, die das Hakenkreuzsymbol zeigen. Selbstverständlich spielten Militärkapellen mitreißende Màrsche, um die Stimmung der Zuhörer anzuheizen. Die Parreifunktionäre verstanden es, durch ihre Schlagworte die Anwesenden in ihren Bann zu ziehen. die dadurch kritiklos glaubten, was

sie dem Volk verkündeten. Keiner gab zu dieser Zeit zu, daß ein 'Eroberungskrieg' vor derTüre stand, obwohl aus verschiedenen Maßnahmen erkermbar war, daß die Vorbereitlmgen dazu schon längst im Gange waren. Dieser Kreisparteitag war die größte Veranstaltung, die in Aichach in der

Zeit des Nationalsozialismus abgehalten wurde,

3 1 Zur damaligen Zeit wurden die meisten Güter mit der Eisenbalm befördert. Aus diesem Grund wurden die Bahnhöfe auch als Güterbahnhöfe ausgebaut. An jeder Station der Bahnlinie Augsburg-Ingolstadt befand sich eine Güterhalle oder zumindestAbstellgleise, auf denen man Güterwagen fahren konnte, um sie dort zu beladen oder zu entladen. Auf diesem Bild ist zu sehen, wie Arbeiter der Fa. Meisinger (auf der Beifahrertüre des Kfz ist die Aufschrift 'EMA' - Eisenhand lung Meisinger Aichach - angebracht) in einen offenen Güterwagen Gitterwände von dem Lkw dieser Firma laden. Diese Eisenteile wurden anschließend mit der Bahn zum Empfänger in

. eine entfernte Stadt gebracht. Daraus kann man ersehen, daß die Auftraggeber sich bei der Auswahl der Herstellungsbetriebe nicht nur auf die dortige heimische Region beschränkten. Auf

diesem Eisenbahnwagen ist der Schriftzug 'Deutsche Reichsbahn' angebracht. Zur Zeit des Nationalsozialismus waren die Länderbalmen bereits aufgelöst, so auch die Königlich-Bayerischen Staatsbahnen, und der Deutschen Reichsbahn zugeordnet. Auch diese Maßnahme unterstreicht

den Grundsatz 'Ein Reich, ein Volk, ein Fûhrer'. der konsequent durchgeführt wurde.

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32 Dieses Foto zeigt den Verkaufsraum des Geschäfts der Firma Meisinger, Aichach, Werlberger Straße. In diesern Kaufhaus konnte man alles kaufen, was man für den täglichen Bedarf benötigte. Im Regal hinter der Ladentheke arn linken Bildrand befanden sich alle möglichen Werkzeuge, angefangen von der Säge über die Beißzange bis zum Bohrer. Nach rechts zur Bildmirte hin sind Kohleneimer und irdene Gefàße zu sehen. An den Regalen, die sich zum rechten Bildrand ziehen. hängen Kuhketten, auch Schaufelstiele bot das Geschäft zum Kauf an. Im Vordergrund, rechts im Bild, erkenrit man Haushaltsgeräte wie Milchkannen, Schüsseln, Küchenwaagen, Töpfe und Schöpflöffelgarnituren. Bei den Parteiversamrnlungen verkündeten die Redner immer wieder den wirtschaftli-

ehen Aufschwung Deutschlands. An diesem Bild ist zu ersehen, daß er berelts da war. Die Weltwirtschafikrise war zuende und die Betriebe erzeugten, was die Leute damals benötigten. Da sie immer mehr Arbeit fanden und auch zunehmend mehr Geld hatten, konnten sie auch mit dem

verdienten Geld einkaufen und die Wirtschaft noch mehr ankurbeln.

33 ' ... mit guten Geräten in die Erzeugungsschlacht' . So ist dieses Schaufenster der Fa. Meisinger überschrieben. Werbesprüche wie dieset waren damals allgemein üblich. Sie sollten die Kunden undArbeiter noch mehr auffordern, bei der Arbeit noch mehr zu leisten, um dem Volk noch mehr zu dienen. In dieser Auslage, wie man früher dazu auch sagte, waren insbesanders Gartenwerkzeuge wie Gießkannen, Baumsägen und Baumscheren ausgestellt. Auch Bodenbeatbeitungsgeräte zeigte man in diesem Fenster. Auf dem kleinen weißen Schild, das in der rechten Bildhälfte an den Stielen angebracht wurde, ist zu lesen, daß es sich bei dieser Dekoration um ei. nen Schaufenster-Wettbewerb für junge Kaufleute handelte. Es versteht sich von selbst, daß der Reichsadler auch auf dem Plakat abgedruckt ist. Gestaltet hat dieses Fenster Iosef Appel, der später

zum Militärdicnst mußte und vom Krieg nicht mehr heimkam.

34 Da die Auftragslage der Betriebe immer besser wurde und auch der Staat Aufträge an die Firmen vergab, lohnte es sich immer mehr, zu investieren und den Maschinenpark zu erweitern. Die Betriebsinhaber entwikkelten auch selbst neue Erzeugnisse und auch Maschinen, um die Herstellung wirtschaftlich und fmanziell erfolgreicher gestalten und doch neue Arbeitsplätze schaffen zu können. Auch die Fa. Meisinger kaufte moderne Drehbänke. Zwei davon sind auf dem Foto zu sehen. Diese neuen Maschinen brachten bahnbrechende Vereinfachungen und eine wesentliche Verbesserung der Herstellungsgenauigkeit beirn Bearbeiten derWerkstücke. Damals waren in den Fabriken nur wenige große Elektromotoren, die die Maschinen über die Transmission antrieben. Diese Welle war meist an der Decke angebracht und drehte sich mit der

selben Umdrehungszahl wie der Elektromotor. An dieser Transrnission waren Riemenscheiben befestigt, die wiederurn mit Lederriemen die Maschinen in den Fabrikationsräumen antrieben. Auch diese hier abgebildeten Drehbänke wurde mittels Lederriemen angetrieben, die in der

Bildmitte von der Maschine aus nach oben führten und dessen Anblick durch den oberen Bildrand begrenzt wird.

35 Dieses Foto zeigt uns eine Schreinerwerkstatt. Der Arbeiter am linken Bildrand hobelt an einer in allen Ebenen verstellbaren Hobelmaschine ein Stück Holz zu. Der andere Mann auf dem Bild schneidet mit der Bandsäge ein Werkstück ab, Über dieser Säge ist die kleine Transmission an der Decke zu erkennen, die die Maschinen in dieser Schreinerei antrieb. Zwischen den beiden beschriebenen Maschinen steht eine Kreissäge, die bereits mit einem Anschlag zum parallelen Sclmeiden von Brettern, Leisten und Platten versehen ist. Alle die Maschinen, die auf diesem Bild zu sehen sind, wurden neu angeschafft. Auch die Räume, in der die Schreinerei untergebracht ist, sind hell und großzügig gestalter. Mir wurde gesagt, daß der Schreinermeister sich in seiner Werkstatt in der Sonntagsklei dung fotografieren ließ, um mit diesen Bildern werben und zei-

gen zu können, mit welch modernen Maschinen sein Betrieb ausgestattet ist. Viele Finnen, die für den Staat oder die Wehrmacht, wie das Militär damals hieß, Aufträge auszuführen hatten, mußten modernisieren, um konkurrenzfähig zu sein. Die Ernennung zum Rüstungsbetrieb

brachte den Vorteil, daß nur wenige aus diesen Firmen zurn Wehrdienst eingezogen wurden.

36 In den größeren Betrieben wurden Selbstschutzgruppen aufgestellt. Heute würde man diese Leute als Werksfeuerwehr bezeichnen. DieseArbeiter wurden für ihre Aufgaben in eigenen Kursen ausgebildet. Sie hatten die Aufgabe, bei Unglücksfällen in der Firma zu helfen und Erstmaßnahmen bei der Brandbekämpfung zu treffen. Auch bei Fliegerangriffen waren diese Mä:nner für die Bevölkerung da. In Aichach wurden 1938 Luftschutzkurse abgehalten, in denen die Teilnehmer geschult wurden. Gerade durch das Aufstellen der Selbsthilfegruppen, der allgemeinen Musterung. der Umstellung des Roten Kreuzes, dieser Lufischutzhauptschule für die Ausbildung von Lehrpersonal im Luftschutz, dem Beldeidungslager bei der Brauerei Hofmann und dem großen Gerätelager an der Donauwörther Straße mußte der Bevölkerung klar werden, daß

Reichsführer AdolfHitler nicht nur den wirtschaftlichenAufbau des Deutschen Reichs im Sinn hatte. Diese hier abgebildeten Minner, Bedienstete der Fa, Meisinger, sind mit Gasmasken, einer Kreuzhacke und einer Kübelspritze ausgestattet, wie sie auch in Luftschutzkellern verwender

wurde. Sie waren nach Fliegerangriffen aufMünchen oder Augsburg oft mehrereTage dort, um dort beim Aufräumen zu helfen, was nicht immer ungefährlich war.

37 Ieder, der sich im Deutschen Reich aufhielt und nicht mehr schulpflichtig war, mußte einArbeitsbuch haben. Dieses Buch war personengebunden und nicht übertragbar. In dieses Heft mußte der Arbeitgeber den Beginn des Arbeitsverhältnisses und auch das Ende eintragen. Falls der Besitzer arbeitslos wurde, war man gehalten, dieses Arbeitsbuch dem Arbeitsamt vorzulegen. Auch bei der Einberufung zum Wehrdienst mit dem Stellungsbefehl oder zum Reichsarbeitsdienst war es dem Arbeitsamt auszuhändigen. Ferner war dieser Ausweis bei jederVorsprache bei diesem Amt vorzulegen. Strafbar mit Geldstrafe oder Gefängnis war derVerstoß gegen die Arbeitsbuchvorschriften. Durch dieses Arbeitsbuch konnte jeder Arbeiter seine Arbeitsstelle nachweisen und die Behörden konnten nachvollziehen, ob die Frau oder der Mann in einem Be-

schäftigungsverhälmis steht oder nicht.

38 Ein weiters Ziel der neuen Regierung unter AdolfHitler war es, die Bevölkerung in den Meldeämtern zu registrieren und jeden, der im Deutschen Reich lebte, mit einer Kennkarte auszustatten. Dieser Ausweis enthielt den Kennort, das war Aichach, die Kennummer, die Gültigkeit, die auf fünf Iahre festgesetzt war und die Personalien des Kennkarteninhabers. Auf der dritten Seite war das Paßbild, ein Fingerabdruck des linken und rechten Zeigefingers, die Unterschnft des Inhabers, das Ausstellungsdatum und die Unterschrift des ausfertigenden Beamten. Natürlich waren auch verschiedene Stempel des Landratsamtes Aichach im Ausweis, das den Paß ausstellte, die mit dem Reichsadler und dem Hakenkreuz versehen waren. Die Rückseite des Faltausweises war nicht beschnftet, Mit dieser Kennkarte konnte jedermann identifiziert werden, der

sie zur Kontrolle vorzeigte. Beim Beantragen des Passes mußten die Antragsteller auch auf einem entsprechendem Formular die Fingerabdrücke abgeben. So war ein Vergleich jederzeit möglich. Außerdem war es laut Strafgesetzbuch für das Deutsche Reich verboten, selbständig Änderungen in seiner Kennkarte vorzunehmen.

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