Aichach (1933-1948) in alten Ansichten

Aichach (1933-1948) in alten Ansichten

Auteur
:   Franz Achter
Gemeente
:   Aichach (1933-1948)
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6269-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Aichach (1933-1948) in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  >  |  >>

49 Während des Zweiten Weltkrieges blieben auch die Naturkatastrophen nicht aus. Heftige Regengüsse im späten Frühjahr 1940 führten dazu, daß die Paar sehr stark über die Ufer trat, Auch der Flutgraben, der seinen Zweck hervorragend erfüllte, konnte diesen Wassermassen nicht mehr Herr werden. Bei diesem Hochwasser wurde auch die Paarbrücke an der Bahnhofstraße restlos weggerissen. Hinter dem Wehr der Aktienkunstmühle schwemmte das hochwasserführende Flüßchen großeTeile des Ufers weg. Dieses Bild wurde am Zusammenfluß des Flutgrabens und der Paar gefertigt. Die Personen, die auf der Flutgrabenbrükke des Oberbernbacher Weges stehen, betrachten mit großem Staunen die gewaltigen Wassermassen. Am rechten Bildrand ist das Gebäude der BayWa zu er-

kennen, in der Bildrnitte das Urnsparinwerk der Isar Amperwerke an der Donauwörther Straße.

50 Unter der Herrschaft der Nationalsozialisten griff die Partei am Anfang ihrer Regierungszeit nur sehr zaghaft und unwesentlich in bestehende Brauchtümer und Feierlichkeiten ein. Auch die Feste der Kirche wurden zunächst nicht stärker beeinträchtigt. Voraussetzung war jedoch, daß der Vorstand des Vereins oder der jeweilige Pfarrer der Partei gegenüber keinen Widerstand leistete. Leute, die öffentlich zum Widerstand aufriefen, kamen in Gefà.ngnisse oder in andere Lager, in denen ihnen unmißverständlich gezeigt V'l1ITde, daß ihrVerhalten der Partei mißfällt. Wer dann immer noch nicht klein beigab, sich den Nazis beugte und meinte, er könne weiter gegen die Ziele des Nationalsozialismus ankämpfen, der kam womöglich nicht mehr lebend nach Hause. Die einzelnen Straftatbestände wurden im 'Gesetz gegen heimtückische Angrif-

fe auf Staat und Partei und zum Schutz der Parteiunïform' vorn 10. Dezember 1934- angeführt. Die Parrei hatte damals nichts dagegen, daß in Inchenhofen ein Leonhardiritt abgehalten oder in einer anderen Ortschaft ein Maibaum aufgestellt wurde. Es war aber auch üblich, daß die Symbole der Partei gerade an den Maibäumen angebracht wurden und daß die Straßen bei den kirchlichen Festen mit Hakenkreuzfahnen geziert wurden. Beim Leonhardiritt nahmen sogar Mitglieder der Partei mit ihren langen, schwarzen Ledermänteln hoch zu Roß teil.

51 Die Staatsregierung mit ihren Propagandaleuten war stets bemüht, der Bevölkerung mit ihren Veranstaltungen und Reden bei den Kundgebungen und auch im Radio zu sagen und zu zeigen, daß dieser Krieg nach den ersten Siegen in Kürze gewOJmen sein wird. Auch im Iahre 1941, in dem dieses Bild gefertigt wurde, schränkte die Partei die Unterhaltungen und Propagandamaßnahmen für das Volk in keiner Weise ein. In mehr oder weniger regelmäßigen Abständen fanden Standkonzerte von Wehrmachtskapellen statt. Auch Theateraufführungen und Darbierungen fremder Bühnen, wie der Bayerischen Landesbühne, wurden den Bewohnern von Aichach geboten. Unter anderem erganisierten die Vereinigungen 'Volksbildungswerk' und 'Kraft durch Freude' diese Veranstaltungen. An diesem Bild kann man jedoch unschwer erkennen, daß

die Begeisterung der Bevölkerung für die Militärmusik nicht mehr allzu groß war. Es sind überwiegend die Buben, die mit ihren Fahrrädern karnen und die schmissigen Märsche anhörten. Nur vor dem Bekleidungsgeschäft Bieding, arn linken Bildrand, sind einige Erwachsene zu

sehen. Das tägliche Leben ging in Aichach zwar unverändert weiter, das Mißtrauen gegenüber Führer und Reichsregierung wuchs jedoch ständig.

52 NachAichach kamen auch regelmäßig Schausteller. Sie bauten ihre Karuselle und sonstige Vergnügungsbuden auf dem GeIände des Exerzierplatzes auf Ebenfalls von diesem Platz aus hat jeder Zirkus, der nach Aichach kam, den Besuchern sein Programm dargeboten. Dieser kam mit der Eisenbahn. Am Bahnhof mußten die Wagen von den Waggons abgeladen werden. Dies bedeutete für die Zirkusleu te ein hartes StückArbeit. Derartige Ereignisse sprachen sich natürlich bei den Buben herum wie ein Lauffeuer. Schließlich konnte der in der Schule ammeisten erzählen, der den gesamten Nachmittag bei diesen Zirkusleuten war. Ob die Hausaufgabe gemacht war ader nicht, das war für die Kinder Nebensache. Nicht jedoch für den Lehrer, der in diesem Falle mit einem spanischem StockTatzen und Ü

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2019 Uitgeverij Europese Bibliotheek