Altötting in alten Ansichten Band 2

Altötting in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Johannes Strauß
Gemeente
:  
Provincie
:  
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6717-8
Pagina's
:   112
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Altötting in alten Ansichten Band 2'

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21. Deutsche Landser beim Rückzug über den Inn bei N euötting vor den aus dem Raum Regensburg / Landshut vorstoßenden Verbänden der 7. US-Army. Auf der Flucht vor der bis Linz vorgedrungenen Roten Armee drängen auch versprengte Wehrmachtsangehörige, aus dem Innviertel kommend, herein. Zusammen mit Einheiten der Hauptgruppe C, die aus der zusammengebrochenen Italienfront nordwärts über die Alpen strömen, geistert der Aufbau einer 'Inn Hauptkampfliuie' als Durchhalteparole durchs kriegsmüde Land. Eine Idee, die sich bald, ebenso wie das Gerede von der' Alpenfestung' , als reine Propagandalüge entpuppt. Sogar die Aliierten glauben anfangs noch daran und stoppen ihren Vormarsch am linken Innufer.

22. Frisch ausgehobene Splitterschutzgräben auf den' grünen Matten' des Kapellplatzes zeigt unser Panoramabild von den letzten Kriegstagen Ende April 1945, gedacht als Deckungslöcher bei aliierten Luftangriffen. Wie gefährdet unsere Heimatstadt war, beweist eine FlugabwehrsteIlung mit Vierlingsgeschützen vor der Gnadenkapelle zum Beschuß anfliegender Feindbomber. Ein Alarmsignal für die Bereitschaft der Nazis, sogar die Zerstörung des Heiligtums bewußt in Kauf zu nehmen, um endlich die 'schwarze Brut' auszulöschen. Auf den besorgten Protest des Landrats Kehrer antwortete der kommandierende SS-Offizier: 'Wir greifen den Feind an, wo wir ihn treffen. Eure heiligen Stätten sind uns gleichgültig!' Auch der sehnlichste Wunsch eines bekannten Parteibonzen: 'Es wäre mit die größte Genugtuung, wenn ich mich im Schutt der Hl. Kapelle wälzen könnte,' ging offenbar durch himmlischen Beistand nicht in Erfüllung.

23. Nach Jahren baulichen Stillstands während der Kriegsjahre entstand auf dem Kapellplatz enormer Nachholbedarf Noch nie waren drei kirchliche Gebäude gleichzeitig eingerüstet: Gnadenkapelle, Magdalenenkirche und KongregationssaaI. Besonders die den Wetterunbilden ausgesetzten, abbröckelnden Westfassaden bedurften dringend einer Generalsanierung. Miteinbezogen ins große Reinemachen wurden schiefstehende Hydranten, überflüssige Verkehrszeichen und störende Hinweisschilder. Auch die verrosteten Gittermasten für Beleuchtung und häßlichen Pilzlautsprecher, von den Nazis zur Eigenpropaganda mißbraucht, wurden schrittweise erneuert oder entfernt. Altötting war nach Jahren kriegsbedingter, rückläufigerWallfahrerzahlen für den mächtig anschwellenden Pilgerstrom der Nachkriegszeit gerüstet.

24. Autohaus VW Franz Vogl, Mühldorfer Straße 13, in einer Aufnahme vom Iahr 1950. An seiner Stelle stand ursprünglich das 'Schrempfenhaus', das auf dem Schinagl-Stich von 1662 schon zu sehen ist. 1805 als 'Schlögl's Inhaus' zum 'Schlöglgütlhaus' (heute: Wachszieher Mayer) gehörig. 1830131 Zimmermann Obermeier, 1831/32 Seifensieder Johann Gschwendtner durch Kauf, 1867 Notar Fr. X. Castenauer durch Kauf, 1897 Bezirksarzt Dr. Fritz Hiemer durch Kauf (Steintafel an der Hausfront) . 192 7 Witwe Katharina Vogl durch Kauf: Fahrrad- und Autohandel, Adler-Vertretung, Werkstätte, Bevaulin- Tankstelle der Gebrüder Sebastian und Kar! Vogl, bis 1955 VW- Vertretung, 196 2-1971 Sebastian Vogl Opel- Vertretung.

25. Vorläufige Gedenkstätte für die Opfer der Altöttinger Bürgermorde, die an dieser Stelle zwischen dem früheren Landratshof (heute: Berufsfachschule für Musik) und der Außenmauer des westlichen Kreuzgangs am Samstag, 28. April 1945 gegen 15.30 Uhr von einem SS-Kommando standrechtlich erschossen wurden: Josef Bruckmayer, Landwirt und Mühlenbesitzer; Hans Riehl, Lagerhausverwalter; Martin Seidel, Städt. Verwaltungsoberinspektor; Adam Wehnert, Verlagsbuchhändler; Msgr. Adalbert Vogl, Administrator der Hl. Kapelle.

Unser Foto zeigt den Zustand der Hinrichtungsstätte im Iahre 1948. Durch Mauerausbruch und Überbauung dieses blutigen Fleckens Erde entstand 1959 die sogenannte Rastkapelle als Gedächtnisstätte derer, die für Glaube und Heimat den Opfertod erlitten.

26. Halb Altötting war auf den Beinen, als am Fest Peter und Paul 1959 spätnach mittags Primiziant Kasimir Spielmann, am selben Morgen im Passauer Dom zum Priester geweiht, in seiner Heimatstadt herzlich empfangen wurde. Nachdem die Wagenkolonne mit dem Neupriester unter Glockengeläut und den Weisen der Kapelle Schacherbauer am Kapellplatz eingetroffen war, hieß, nach einem Begrüßungsgedicht durch ein weißgekleidetes Mädchen, Bürgermeister Neumaier den Sohn der Stadt herzlich willkommen. Nach kurzem Verweilen in der Gnadenkapelle zog der Primiziant, begleitet von Stadtpfarrer i.R. Josef Englhart, dem Klerus, Ordensleuten, Verwandten, Vereinen und der Jugend in die pfarrkirche ein, wo ihn Stiftspropst Msgr. Grüneis begrüßte. Eine Sakramentsandacht beschloß den Empfang.

27. Akuter Wohnungsmangel in den ersten Nachkriegsjahren führte zu einem beispiellosen Bauboom. Ein in seiner Art einmaliges Werk, geschaffen aus dem Siedlergeist einer christlichen Solidargemeinschaft, initiiert vom Katholischen Wohnbau- und Siedlungswerk der Diözese Passau, ist die Bruder-Konrad-Siedlung. Mit unbändigem Arbeitseinsatz schufen sich 24, meist kinderreiche Familien, darunter fast die Hälfte Flüchtlinge, in einem Iahr (erster Spatenstich: 20. August 1949, Einweihung: 1. August 1950) ihr eigenes Zuhause an der Raitenharter Straße. Jede Siedlerfamilie brachte dazu 600 freiwilligeArbeitsstunden in das Gemeinschaftswerk einschließlich Straßenbau ein. Unser Foto zeigt die zwölf Doppelwohnhäuser kurz nach dem Einzug. Links hinten das Wäldchen der sogenannten KapuzinerRekreation oder ' Acht Bäume' (heute: Parkplatz an der B 12).

28. Aufkeimende Lebensfreude vermelden die Altöttinger Faschingsbälle der ersten Nachkriegsjahre. Gesellschaftlicher Höhepunkt war der alljährlich stattfindende Künstlerball beim Schex mit seinen exotisch anmutenden SaaIdekorationen aus der Hand des Kunstmalers Hans List (1902-1977). Der gebürtige Berliner ließ sich 1945 in Altötting nieder und schuf meisterliche Kopien, Porträts, Fresken und historisierende Wandgemälde. Unser Foto von 1953 suggeriert typische SerailAtmosphäre: Haremsdamen, Odalisken und andereTurquerien, damals noch touristische Utopie. Mag auch der Saaldekor damals als prickelndlasziv empfungen worden sein, so wirkt dieses Ambiente heute - nach fünfzig Jahren - eher brav und bieder.

29. Faschingsabend der Liedertafel Altötting am 4. Februar 1954 beim Schex. In einer geschlossenen Veranstaltung bot der 1846 gegründete Gesangsverein seinen Mitgliedern Gelegenheit zu karnevalistischer Geselligkeit. Die vom Künstler Hans List (1902-1977) unter dem Motto 'Bine Nacht in Venedig' phantasievoll dekorierten Säle gaben dazu den passenden, stimmungsvollen Rahmen ab. Den Tanz eröffnete der Vorsitzende Ing. Horst Beckewitz mit Fräulein Betty Reitlechner. Aus der von Dr. Kar! Hermann geleiteten Maskenprämierung gingen unter lebhaftem Beifall Fräulein Franziska Obermaier und Fräulein Hertha Sper! hervor. Ihnen wurden Blumengebinde überreicht.

3 O. Von diesem ehemaligen Haus, Neuöttinger Straße la, erfahren wir erstmals 1675, als es der savoyardische Handelsmann Franz Primier vom Kapelldiener Dörfl erwarb, der es um 1660 erbaut hatte. Durch Einheirat des Ybbser Kaufmanns Johann Anton Puchinger blieb es 137 Jahre als Pettenkramergeschäft und Fabrikationsstätte 'schwarz gewichster Leinwand' in gleichem Familienbesitz. 1812 kaufte der Zinngießer Anton Aicher das Haus und richtete hier seine Werkstatt ein. 1873 wurde Kaufmann Sigmund Sauer durch Übergabe seiner Schwiegereltern Hausbesitzer und ließ 1892 einen Neubau errichten, das 'Sauer-Haus'. bis 1952 als Wallfahrtswaren- bzw. Porzellanladen geführt. Durch Kauf im Besitz der Spar- und Darlehenskasse Altötting. Abriß am 10. September 1954 und Neubau mit Geschäftsräumen (Radio Hage, Raiffeisenbank, Staatliches Gesundheitsamt). Heute: R + VVersicherung und Kreditabteilung der Raiffeisen- Volksbank im Landkreis Altötting.

31. 'Anten, schone deine Nerven!' hieß der Schwank in drei Akten, der unter der Regie von Xaver Holzer die Theaterfreunde im Hubersaal 1954 wieder herzhaft lachen ließ. Die Akteure, Mitglieder der Kolping-Spielgruppe und der weiblichen katholischen Jugend, waren: Hans Zeiler, Hildegard Braun, Max E. übermayer, Anton Buchner, Egon Haufellner, lnge Langebner, Franz und Liner! Dünhuber, Marianne über!eitner, Michael DemI, Franz Hier!wimmer und Kurt Porzky Bühnenbild: Firma Ludwig Unterstaller. Leitung: Kolpingpräses JosefStrohhammer.

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