Altötting in alten Ansichten Band 2

Altötting in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Johannes Strauß
Gemeente
:  
Provincie
:  
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6717-8
Pagina's
:   112
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Altötting in alten Ansichten Band 2'

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32. UnsereAufnahme vom März 1954 zeigt die erst im Entstehen begriffene Siedlung Osterwies am HüttenbergerWeg nahe der alten, unter Naturschutz stehenden Haraigner-Eiche an der Weggabelung nach St. Georgen und Troßmating. Ursprünglich der Gemeinde Unterburgkirchen zugehörig, fand nach deren Auflösung im Zuge der Gebietsreform ein Bürgerentscheid im Oktober 1971 statt. Dabei sprachen sich 19 von 22 Befragten für eine Zugehörigkeit nachAltötting aus. Wegen ihrer Wind und Wetter schutzlos ausgesetzten Lage wurde die Siedlung früher gern als 'NeuSibirien' belächelt. Seit dem Neubau der B2 99 ist es aber auch mit der einst so vielgepriesenen Ruhe vorbei.

33. Ein strahlend schöner Fronleichnamstag 1954 nach nächtlichen Regengüssen. Schon seit den frühen Morgenstunden waren pfadfin der innen emsig dabei, den Blumenteppich vor dem Altar des Schlußevangeliums kunstvoll zu gestalten. Unter dem Geläute aller Glocken wird das Allerheiligste von Stiftspropst Englhart durch die Straßen unserer Stadt getragen, begleitet von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, an ihrer Spitze Landrat Dr. Scheupl und zweiter Bürgermeister Neumeier. Mit der Schuljugend, den Knaben des Franziskushauses, weißgekleideten Erstkommunikantinnen, Zöglingen des Englischen Instituts und Jugendorganisationen mit ihren Fahnen und Bannern beteiligten sich auch alle Orden, religiöse Vereine und Kongregationen sowie Frauen und Männer der Stadtpfarrei an der großen Prozession. Auch Feuerwehr, Turnverein, Krieger- und Veteranenverein und Vereinigte Sportschützengesellschaft waren mit ihren Fahnen und stattlichen Abordnungen im Zuge vertreten. Am letzten Altar vor der Gnadenkapelle angelangt, bot der festlich geschmückte Kapellplatz das imponierende Bild einer machtvollen eucharistischen Glaubenskundgebung.

34. Ein nur langsam abziehendes Adriatief, verbunden mit einem ungewöhnlichen Kälteeinbruch und 70-stündigem, sintflutartigem Dauerregen führte im Juli 1954 zu einem Jahrhundert-Hochwasser. Auch unser südwestliches Stadtgebiet war davon schwer betroffen. Die sonst trägen Gewässer des Sicken- und Mörnbachs verwandelten sich in reißende Ströme. Bei deren Zusammenfluß an der Josefsburg bildete sich, verstärkt durch die riesige Seenplatte auf der Osterwiese, ein folgenschwerer Rückstau. Dessen Wasserwelle schwappte auf die Mühldorfer Straße über und ließ dort den Wasserstand auf über einen Meter steigen. Vom Ebererberg bis an den westlichen Stadtrand ergossen sich die schmutzigbraunen Fluten in Keller und Erdgeschosse. Die Sachschäden waren erheblich. Am schlimmsten betroffen wurde das Möbelhaus Unterstaller, wo die Möbelstücke in den Ausstellungsräumen regelrecht schwammen.

Oben: Die Mühldorfer Straße, deren Häuser im Wasser versanken. Unten: Blick von der alten Sickenbachbrücke an der Fabrikstraße über die völlig überflutete Hammerlwiese.

35. Zur großen Freude der Pfarrgemeinde feierten 1954 gleich zwei Neupriester ihr erstes hl. Meßopfer: am 4. Juli Heinrich Haug aus der Raitenharter Straße, acht Wochen später, am 10. September, Rudolf Kunert aus der Hillmannstraße. Beide wurden vom Elternhaus in feierlichem Kirchenzug durch festlich geschmückte Straßen zur Basilika geleitet, um dort ein levitiertes Hochamt zu zelebrieren. Nach dem Primizsegen begab man sich zur Danksagung in die Hl. Kapelle. Bild oben: Primiziant Haug wird wegen Erkrankung des Stadtpfarrers J osef Englhart stellvertretend von Kooperator Strohhammer (rechts) und Primizprediger prof Winklhofer, Passau (links) zur Basilika geleitet. Vorne in Bildmitte Diakon Kunert. Im nachfolgenden Kirchenzug Eltern und Verwandte des Jungpriesters.

Unten: Neupriester Kunert beim Einzug in die Basilika. Zu seiner Linken Stadtpfarrer Englhart, rechts Primizprediger PräfektAlois Edmeier, Direktor des Knabenseminars St. Valentin, Passau.

36. Bis Ende der sechziger Jahre stand an der Ecke Konventstraße / Gartenstraße (heute: P. Joseph-Anton-Straße) das Heim der Christlichen Arbeiterjugend (CAJ), eine ehemalige Baracke des Reichsarbeitsdienstes, von aktiven Jungarbeitern aufgestellt und unter finanziellen Opfern modernisiert. Am Sonntag, den 31. Mai 1954 fand die kirchliche Weihe des Heims durch Generalvikar Dr. Riemer statt. Unser Bild zeigt den Kirchenzug mit Blasmusik und Bannerträgern auswärtiger CAJ-Gruppen auf dem Weg zur Pontifikalmesse in den KongregationssaaI. In den siebziger Jahren wurde das CAJ-Heim abgerissen und an seiner Stelle ein Wohnhaus errichtet, das wiederum generalsaniert als Gästehaus der Weißbräustuben dient.

37. Das heutige Café Gschwendtner an der Engstelle gegenüber dem Hotel 'Zur Post' wird erstmals 1606 als 'Altbäckenhaus' erwähnt, 1675 nach einem Seiler namens Arbinger auch 'Seilerhaus' genannt. Schinagls Stich von 1662 zeigt noch ein Holzhaus, Wenings Ansicht von 1721 bereits einen stattlichen Steinbau. Seit Anfang des 18. Jahrhunderts im Besitz des Bauernwirts (Gasthof ScharnagI) , 172 0 umgebaut und verlängert, um die Mitte des 19. Jahrhunderts verkauft. Seit 1886 im Besitz des N euöttinger Lebzelters und Branntweiners Hilleprandt. Von 1924 bis 1949 Sitz derVolksbank, 1953 Arkadendurchbruch mit Laubengang entschärft die Engstelle. Imbißstube mit Feinkostladen von Maria Ewald (Foto von 1954), 1964 durch Kauf im Besitz des Konditoreimeisters Josef Gschwendtner als Café Hofkonditorei und Konfiserie.

38. Altes Städtisches Volks bad St. Georgen aus der Vogelperspektive. Das 40 x 50 Meter große Bassin bestand aus dem Kinder-, Nichtschwimmer- und Freischwimmerbecken. Im 'Vorwärrner' wurde das aus zwei Quellen zugeführte, eiskalte Wasser durch Sonneneinstrahlung temperiert. Die Männerkabinen an der Ostseite und die Frauenkabinen gegenüber waren ein Kompromiß aus dem ursprünglichen Plan nach geschlechtergetrenntem Baden. Dazu wäre eine zwei Meter hohe Brettertrennwand mitten durch das Badebecken vorgesehen gewesen. Die Gesamtanlage war von allen Seiten mit Holzplanken und einer dichten Thujenhecke eingezäunt.

39. Der städtische Arbeiter, Franz Fischbacher (1903 -19 85), seit 1948 mit der Leitung des Schwimmbads St. Georgen betraut, umgeben von Wasserratten, in seiner 'Amtstracht': Lederhose und Sandalen. Nachträglich sei mit Verlaub gesagt, war nur Eingeweihte wußten: Bademeister Fischbacher war Nichtschwimmer. Seine Rettungsstange mußte er gottlob nie einsetzen.

40. Nach althergebrachter Sitte werden die Herzen verstorbener Angehöriger des Hauses Wittelsbach im bayerischen Nationalheiligtum beigesetzt. Nicht weniger als 25 solcher fürstlicher Herzen ruhen hier, teils untern dem pflaster begraben, teils eingemauert, teils in Silberurnen in den Nischenvitrinen des Oktogons aufgestellt. Am späten Freitagnachmittag des 12. November 1954 brachte eine schwarze BMW-Limousine mit Stander aus der Krypta der Münchener St.-Michaels-Kirche die in Silber und Bergkristall gefaßte Herzurne der Kronprinzessin Antonia durch ein dicht gedrängtes Trauerspalier zum Gnadeort. Tagsdarauf wurde nach einem Pontifikalrequiem der Kardiotaph im Trauerkondukt in die Hl. Kapelle überführt. Damit endet eine 3 OO-jährige Gepflogenheit. Antonias Gemahl, Kronprinz Ruprecht, der ihr vier Jahre später im Tode folgte, ruht nunmehr in der Familiengrabstätte der Wittelsbacher in Andechs. An ihn erinnert lediglich eine leere Urne an ihrer Seite.

41. Zu den von der US-Militärregierung angestrebten Umerziehungsmaßnahmen (re-education) gehörte die Einrichtung deutsch-amerikanischer Lesesäle. Für das' Amerikahaus München, MediensteIle Altötting' (s. Foto) beschlagnahmten die Amis Mitte 1946 das neuerbaute, moderne Haus des damaligen Krankenhaus-Chefarztes Dr. Hans Schmid an der Neuöttinger Straße 39. Zwei Räume im Erdgeschoß standen dabei zur freien Benutzung: ein Lesesaal mit etwa 1 000 englischsprachigen Büchern und einer Reihe überprüfter deutschsprachiger Literatur sowie ein bestuhlter Zeitschriftensaal für Kulturfilmvorführungen. In Diskussionszirkeln konnten Teilnehmer erstmals wieder ihre freie Meinung äußern. So sollten die Altöttinger Demokratie lernen! Obwohl freier Eintritt und kostenlose Ausleihe galten, hielt sich die Akzeptanz seitens der Bevölkerung in engen Grenzen. Mit Auflösung der hiesigen Dienststelle des US-Resident Officer am 5. Juni 1952 schloß das Amerikahaus in Altötting seine Pforten.

42. Aus bescheidenenAnfängen heraus entwickelt hat sich das Autohaus Suttrop. Gegründet 1948 als Reparaturbetrieb für Fahrräder, Motorräder undAutos vom Firmengründer Ernst Suttrop in der Mühldorfer Straße, wurde bereits nach zwei Jahren der Sitz des Unternehmens an die äußere Trostberger Straße verlegt, wo mit den Erfalgsmodellen der Serie Ford Taunus 12 M eine beispiellose Aufwärtsentwicklung einsetzte. Die ursprünglich miterrichtete Shell-Tankstelle mußte alsbald einer notwendigen Erweiterung von Werkstätte, Geschäftshaus und Ausstellungsräumen weichen. Aufgrund steter Expansion des Kfz-Unternehmens bestehen bereits konkrete Pläne für eine Verlagerung ins Gewerbegebiet am Hirschwinkel. Unser Foto stammt aus dem Iahr 1955.

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