Altötting in alten Ansichten Band 2

Altötting in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Johannes Strauß
Gemeente
:  
Provincie
:  
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6717-8
Pagina's
:   112
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Altötting in alten Ansichten Band 2'

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43. Seit Beginn der fünfziger Jahre veranstaltete der Bund vertriebener Deutscher zusammen mit dem Bund der Kinderreichen alljährlich im Spätsommer ein Kinderfest. Für den Umzug am 28. August 1955 hatten sich die Veranstalter etwas Besonderes ausgedacht: Der übliche Festzug wurde durch einen Kinderfahrzeug- Korso mit bunt geschmückten Puppenwägen, Rollern, Dreirädern und Fahrrädern angeführt. Mit sichtlichem Stolz lenkten die Kleinen ihre prächtig aufgeputzten Vehikel durch die Straßen über den Kapellplatz zum Stieglerkeller an die Kreszentiaheimstraße. Hunderte von Zuschauern säumten die Strecke und hatten ihre helle Freude an dieser Parade. Im schattigen Wirtsgarten fanden dann Wettkämpfe im Sackhüpfen, Eierlaufen, Stangenklettern und Topfschlagen statt. Den Höhepunkt bildete die Preisverteilung und Prämierung der schönsten Gefährte. Für die musikalische Umrahmung sorgte die Kapelle Schacherbauer.

44. Mit einem dreifachen, kräftigen 'Stock Heil' aus zahlreichen Knabenkehlen begann am Mittwochnachmittag, 28. Ianuar 1955 das traditionelle Preisschießen der Altöttinger Schulbuam unter Schirmherrschaft des 1. Bürgermeisters Dr. Balthasar Stumfall (1952 bis 1957), das alljährlich auf der Gabriel-Mayer- Wiese an der Trostberger Straße ausgetragen wurde. In zwei Alterskategorien wurde das Schießen durchgeführt: Schüler der 1. bis 5. Klasse und 6. bis 8. Klasse. In beiden Gruppen siegten die Blauen.

45. Nach Würstlessen und einem Bonbonregen aufs Eis stellten sich die Junioren dem Fotografen. Von links, vorne sitzend: ?, Profe, Cichon Klaus, Kühne Reinhard, Steinleitner, Peter Siegfried, ?, Glas Gerhard, Strauß Christian, Altenbuchner Rudolf Kniend: Scharein Dieter, ?,?, Einwanger (?), Altenbuchner Sebastian. Stehend: ?, Wahl Dieter (?), ?, Wibmer Franz, Kuhnert Klaus, Bruckmayer Josef, Reiter Sepp, Wibmer Elmar, Rieder Franz, ?, Riß Hans, Lehner Sim on. Die Organisatoren: Stadlbauer Paul, Vorstand Josef Wimmer, Bürgermeister Dr. Balthasar Stumfall, StadtpolizeichefHeinrich Wibmer, Hans Stadlbauer, ?, und Rektor Gregor Burger.

46. Ein schwerer Wintersturm mit Orkanböen richtete in den frühen Morgenstunden des 15. Ianuar 1955 im Landkreis beträchtlichen Schaden an. Entwurzelte Bäume im Staatsforst legten für Stunden den morgendlichen Zugverkehr auf der Strecke Altötting- Kastllahm. Zwischen Tüßling und Ehring stürzte ein Baum auf den Triebwagen und drückte ihn völlig ein. Auch die Straße nach Burghausen war zeitweise unterbrochen. Im Stadtgebiet von Altötting waren erhebliche Sturmschäden zu beklagen. Hausdächer wurden stark mitgenommen, auf den Straßen lagen haufenweise zerborstene Dachziegel. Am Tillyplatz wurde eine Dreiröhren-Straßenlampe zu Boden geworfen. In St. Georgen nahe desVolksbades lagen mehrere alte Eschen entwurzelt, blockierten jedoch nicht die B299. Die Kupferkugel an der Rathausturmspitze wurde von der Gewalt des Windes abgebrochen und zur Erde geschleudert (s. Foto). Personenschäden waren aber gottlob wegen der frühen Morgenstunden nicht zu beklagen.

47. Vor dem Ende der Faschingszeit 1955 hatte die Kolpingsfamilie für die hiesige Bevölkerung noch eine besondere Überraschung vorbereitet. Nach dem überwältigenden Erfolg ihres ersten Theaterstücks 'Anten, schone deine Nerven!' stand dieses Mal 'Dienstmann Knall', ein Schwank in drei Akten, auf dem Spielplan. Unter der bewährten Regie von Xaver Holzer wurden zwei Stunden lang die Lachmuskeln strapaziert. Zum Abschluß stellten sich die Akteure auf der Bühne des Hubersaals dem Fotografen. Von links: sitzend Lugauer Konrad, Batschovski Hans, Holzer Siglinde, Buchner Toni. Stehend: Braun Hildegard, Holzner Albert, Zahel Willi, Dünhuber Franz, Zahel Klaus, Holzer Xaver, DemI Michael, Dünhuber Liner!, Zeiler Hans.

48. Während der Kriegsjahre unterbrochen, findet seit 1948 wieder die traditionelle Altöttinger HofduIt statt, die bis ins Iahr 1383 zurückreicht. Ursprünglich wurde sie auf dem 'Hof', wie der Kapellplatz früher hieß, seit 1897 jedoch auf dem heutigen Dultplatz abgehalten. Über ein halbes Iahr hundert liefert nunmehr der Hell-Bräu sein süffiges Märzenbier, 1948 und 1949 zunächst noch in ein kleines, seither aber in ein immer größes gewordenes FestzeIt. Den Auftakt zur HofduIt anno 1955 bildete der Dultauszug zur Festwiese. Unser Foto zeigt die Ankunft des Festwirts Georg Hell mit Gattin im offenen Cabriolet, gefolgt von Schankkellnern und Bedienungen. Auf dem Bild nich sichtbar - allen voran - die Oktoberfestkapelle Gangerl Schwarzfischer. Wer den im Urlaub weilenden 1. Bürgermeister beim Bieranstich vertreten sollte, darüber orakelte tagszuvor die Presse: 'Heuer ist die Frage akut, wer den ersten Trunk tut, da Bürgermeister Stumfall einstweilen Chiantiwein schlürft. Bis morgen wird sich hoffentlich ein Vertreter finden, der den besten Zug in der Kehle hat.'

49. Als unübersichtliches Eck erwies sich wieder einmal die Einmündung der untergeordneten Schlotthamer Straße in die Burghauser Straße. Am Freitag, 1. Juli 1955 fuhr ein Radfahrer, vom Tillyplatz kommend, stadtauswärts. Zur selben Zeit wollte ein Pkw Ford Taunus aus der Schlotthamer Straße nach links abbiegen. Der Polizeibericht vermeldet keinen Personen- nur Sachschäden. Trotzdem verursacht die harmlose Karambolage einen Auflauf von Gaffern. Links auf dem Bild der schattige Sommergarten des 'Huber-Wirts' mit seinem damals prächtigen Kastanienbestand. Gegenüber das Wohnhaus des Schwanthaler-Hofs von 1509. Peter Schwanthaler betrieb nicht nur Landwirtschaft, sondern verlegte sich nach 1904 zunehmend auf Möbeltransporte und gründete dazu eine Speditionsfirma. 1976 wurde der östliche Teil des Hofes abgebrochen und an seiner Stelle das Sporthaus Siebzehnrübl erbaut.

5 O. Die so idyllisch aussehenden Holzbaracken mit Sonnenblumen, aufgenommen am 8. August 1955, eine typische Hinterlassenschaft des Dritten Reichs. Im Kriegsjahr 1941 nach erfolgreich begonnenem 'Unternehmen Barbarossa' zur Aufnahme russischer Fremdarbeiter bestimmt und der Einfachheit gleich hinter der Esterer-Fabrik erstellt, im Volksmund 'Russenbaracken' genannt. Nach der Niederlage 1945 vollzog sich ein Wechsel: Deutsche Flüchtlinge aus dem Osten fanden hier eine provisorische Bleibe. Erst Anfang Juni 1961 konnten die Barackenbewohner aus ihren menschenunwürdigen Elendsbehausungen in das bezugsfertige, stadteigene Mehrfamilienhaus an der Martin-GreifStraße umziehen.

51. Selten versammelte sich auf dem Platz zwischen Gnadenkapelle und Rathaus eine tiefbewegtere Menschenmenge als an jenem 20. Oktober 1955. Nach zwölfjähriger russischer Kriegsgefangenschaft kam ein Sohn der Stadt, Willi Egerndorfer, nach Hause. Unter schmetternden Klängen der Kapelle Schacherbauer entstieg der Spätheimkehrer dem Auto, das ihn von München abgeholt hatte. Arm in Arm mit 2. Bürgermeister Neumeier durchschritt er das dichte Spalier grüßender, winkender und vor Freude weinender Mitbürger. Nach Begrüßungsworten und Willkommensgedichten vor dem Rathaus dankte Willi Egerndorfer zu allererst der Gnadenmutter, die ihn durch die Hölle Stalingrads und die Lager Woroschilograd, Moskau, Swerdlowsk, Asbest bis an den Polarkreis sicher geleitete. Nach stillem Gedenken am Kriegermahnmal führte ihn sein Weg zur Hl. Kapelle, wo er im Gebet versank. Ergriffen von der denkwürdigen Stunde stimmten die Gläubigen spontan das uralte Lied 'Maria zu lieben' an. Auf dem Foto von links: Leiter der Stadtpolizei Heinrich Wibmer, Heimkehrer Willi Egerndorfer und sein Bruder Franz.

52. Aus dem Polizeibericht des Öttinger Anzeigers vom 11. Ianuar 1955: 'Am Mittwochnachmittag stießen in der äußeren Trostberger Straße zwischen den Anwesen Stahlhofer (heute: Hausnummer 95) und Schick (heute:

Hausnummer 91) zwei Personenwagen zusammen. Bei dem Zusammenstoß wurden zwei Personen erheblich verletzt, die beiden Wagen mußten abgeschleppt werden.' Schneematsch und überhöhte Geschwindigkeit waren nach Auffassung der damaligen Stadtpolizei (bis 1957) die Unfallursache. Heute ist die leichte Kurve längst begradigt, die Obstbäume sind verschwunden und das Ackerland zwischen Georgenstraße und Trostberger Straße mit Wohnhäusern zugebaut. Auch der Unfall, der einst den Pressefotografen auf den Plan rief, ist schlicht und einfach vergessen.

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