Amt Neuhaus in alten Ansichten Band 1

Amt Neuhaus in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   G. Hagen
Gemeente
:   Neuhaus, Amt
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5805-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Amt Neuhaus in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Am Mittwoch, dem 30. Juni 1993, kehrte das Amt Neuhaus, das seit 1945 zum mecklenburgischen Landkreis Hagenow gehört hatte, zurück in den Landkreis Lüneburg und damit nach Niedersachsen. Wenige Wochen später, Mitte August, feierte die Bevölkerung die Rückkehr. Mit den hannoverschen Orten zwischen Welmingen und NeuBleekede kam auch das bis dahin mecklenburgische Niendorf in die sich wenig später bildende Einheitsgemeinde ' Amt Neuhaus/Elbe' .

Die nie erloschene Hoffnung, eines Tages wieder dem angestammten Heimatkreis zuzugehören, bewegte vor allem die Alteingesessenen; sie mag manchem erst in den Wirren des Kriegsendes nach hier verschlagenen und auch wohl vielen nach 1945 geborenen jüngeren Menschen nicht in gleichem Maße verständlich gewesen sein, hatten doch die Ausweisungen 1952 und die wenig später folgende Errichtung der Sperrmaßnahmen dem kommunistischen Regime dazu gedient, die deutsche Trennung zu zementieren und den anderen Deutschen jenseits der sogenannten Friedensgrenze zum Feind umzustilisieren. Jahrzehnte durfte in den Schulen des SED-

Staates die deutsche Einheit keine Rolle spielen. Kein Wunder also, daß manchem nicht nur das Gefühl der Zusammengehörigkeit verkümmerte oder gar nicht erst entwiekelt wurde. Ebenso war der Bliek auf Vergangenheit und Heimatgeschichte nur begrenzt möglich unter dem Diktat der herrschenden Ideologie. Hier ist mancherlei aufzuarbeiten. Die hier vorgelegte Sammlung von Ansichten soll ein wenig dazu beitragen, Beziehungen zur Vergangenheit zu entwickeln, und anregen, sich mit früheren Zeiten zu beschäftigen, sind wir doch alle in die Geschichte eingebunden.

Der Verfasser ist sich dabei bewußt, daß die Bilder in diesem Buch kein vollständiges Bild geben können; sie sind Momentaufnahmen einer vergangenen Zeit.

Die Texte bemühen sich, das im Bild Gebotene durch viele Einzelheiten zu vertiefen. Sie stammen aus einer im Laufe von Jahrzehnten entstandenen Sammlung, ergänzt von Freunden und Bekarmten und natürlich auch dem Schriftturn entnommen, wobei die Arbeiten von Ernst Ritter am ergiebigsten waren.

Was die Bilder angeht, so konnte nur auf das zurückgegriffen werden, was dem Verfasser nach einem Aufruf im vergangenen Jahr freundlicherweise überlassen wurde. Aus einer großen Anzahl alter Postkarten und Bilder aus Privathand konnte er auswählen. Sein Bestreben, nach Möglichkeit jeden Ort im Bild wiederzugeben, konnte indessen nur bedingt realisiert werden. In einigen Fällen mußten auch Aufnahmen jüngeren Datums herangezogen werden, da sonst historisch bedeutsame Lücken entstanden wären. Der Betrachter wird diesen Verstoß gegen das Prinzip, nur Bilder aus der Zeit zwischen 1880 und 1930 in das Buch aufzunehmen, sicher entschuldigen können.

Ohne die überaus freundliche Mithilfe der Einsender der Aufnahmen und ohne manch einen hilfreichen Hinweis des einen oder anderen wäre das Buch Dicht zustande gekommen. Ihnen allen gilt mein herzlicher Dank, auch wenn nicht alle Bilder für das Buch verwendet wurden: Charlotte Amdt (Neuhaus/Elbe), Heinrich Bohne (Bleckede), Anni Buhndorf (Lüneburg), Walter Cabanis (Hamburg), Christel Döhrmann (Winsen-Luhdorf), IIse Gehr-

mann (Deutsch-Evem), Karl Greve (Reinbek), Ilona Johannsen (Museum im Marstall, Winsen), Elsbeth und Wemer Köhne (Winsen/Aller), Jakob Kron (Niedermarschacht ), IIse Meiners (U etze), Anneliese Metzker (München), E. Marie Meyn (Bleckede), Dr. Eekart Michael (Museum für das Fürstentum Lüneburg), Günter Reinecke (Lüneburg), Hans-Otto Rosseburg (Lüneburg), Dr. Hans-Cord Samighausen (Lüneburg), Franz Wulf (Hamburg) und Hannelore Zerbin (Göhrde). Leider stand mir die Bildersammlung des Heimathauses Neuhaus nicht zur Verfügung.

Mein Wunsch: Möge dieses Büchlein ein wenig dazu beitragen, vergangene Zeiten lebendig zu erhalten und ein bißchen Freude und Kraft daraus zu gewinnen, um die Gegenwart zu meistem und mit etwas mehr Mut in die Zukunft zu blieken.

Winsen (Luhe), im Frühjahr 1994

Günther Hagen

1. 'Die erste Anlage des Schlosses oder der Feste im Darzing, auch des sogenannten Neuenhauses, muß von gar geringer Bedeutung gewesen sein, denn kein Geschichtsschreiber gedenkt derselben,' mutmaßt 1822 Manecke. 'Es ist aber außer Zweifel, daß es auf einem so sumpfigten Boden an der Krainke ist abgelegt worden, daß man erst eine Woord hat aufführen müssen, darauf es hat vorgerichtet werden können.' Die Entstehung des Nyen Hauses bei Carrenzien, das später dem Verwaltungszentrum den Namen geben wird, ist nicht genau zu datieren. Man vermutet die Jahre um 1355. Urkundlich nachweisbar ist die Burg dann 1369 und 1372. Über ihr ursprüngliches Aussehen kann man nur spekulieren. Bei den überlieferten Bildern handelt es sich um das am Ende des 16. Jahrhunderts erneuerte Schloß.

2. Ausgangspunkt aller Abbildungen der von Franz II. zum Renaissanceschloß umgebauten Anlage ist effenbar eine Zeichnung aus dem Jahre 1852, die sich einst in der Registratur des Amtes Neuhaus befunden hat und im Zweiten Weltkrieg in Hannover vernichtet worden ist. Diese Kopie einer älteren Darstellung scheint sehr flüchtig aufs Papier geworfen zu sein, sie gibt aber dennoch ein allgemein zutreffendes Bild des früheren Zustandes; in Einzelheiten wird sie wohl weniger verläßlich sein. Starke Türme flankieren die Einfahrt; der Ostflügel ist mit einigen Giebelausbauten versehen. Am längsten Bestand hatte der hintere Mittelbau. Im Elbschiffahrtsmuseum in Lauenburg findet sich eine von Murjahn angefertigte Ansicht der Anlage, der auch die Skizze von 1852 als Grundlage diente.

3. Nach dem Aussterben der Lauenburger Herzöge 1689 verfiel das Schloß. 'Die BraunschweigLüneburgischen Regenten haben Schloß und Hofhaltungsgebäude nicht länger unterhalten,' schreibt Manecke. Mit den Steinen wurde das Jagdschloß Göhrde errichtet. Baumeister Petrini verkaufte um 1700 Altholz vom Schloß an Hans Michael Warnecke zum Bau eines neuen Hauses. Stehen blieb jener Mittelbau, in dem sich seit 1603 die Schloßkapelle befand, 'welche fast das ganze Geschoß über den mit starken Tonnengewölben versehenen Kellerräumen einnahm. Ein Steinfußboden in farbigen ... Fliesen ist von der ganzen Ausstattung dieses ... Raumes, dessen äußere Wände etwa 1 m stark sind und durch Eisenanker zusammengehalten werden, übriggeblieben,' heißt es 1899. Nach 1945 mußte auch dieses Bauwerk verschwinden.

Neuhaus a. d. Eibe, Rosengartenweg

4. Das Torhaus am Rosengartenweg, vermutlich um 1600 gebaut, steht an der Stelle, wo einst der Bereich des Schlosses begann. Hier sperrte ein Schlagbaum den Weg durch den Schloßgarten kurz vor der ersten von fünf Zugbrücken. Die Wache, gegen die Unbilden des Wetters durch das weit vorspringende Dach geschützt, kontrollierte den Zugang. Ein Korporal mit dem Corps de Garde tat hier seinen Dienst unter den strengen Augen eines Kapitäns. Die fürstlichen Zeiten gingen zu Ende, und das Schloß wurde 1712 abgetragen. Doch das Haus blieb auch fortan im Besitz des Landesherrn. Ein Pforthaus war nun nicht mehr vonnöten. Die Forstverwaltung übernahm das Gebäude. Zunächst wurde es Dienstwohunung eines Forstsekretärs; seit 1922 wohnen hier Forstarbeiter.

5. Zum Klang der Betglocke am Morgen und am Abend ein Vaterunser für die herzogliche Familie zu sprechen und einen Vers aus dem Gesangbuch zu singen - das waren die Bedingungen für die vier Bewohner des Hospitals 'Zum Heiligen Geist', denen freie Wohnung, freie Heizung und freies Licht zustanden aus der Stiftung des Landesherrn. Dieser war Herzog Franz Il. von Sachsen-Lauenburg. Er regierte von 1581 bis 1619 und gilt als kluger Regent mit sicherem Bliek für das Wohl seines Landes trotz der negativen Züge, die sein Leben auch aufweist. 1563 erhielt er das Schloß Neuhaus als Apanage. Bald nach 1600 gründete er das Hospital in der heutigen Bahnhofstraße. 1616verlegte er seine Residenz nach Neuhaus. Hier starb er 1619 im Alter von 71 Jahren.

6. Nach alter Tradition begann das Neuhauser Schützenfest an einem Mittwoch mit dem Umzug durch den festlich geschmückten Ort. Zum Abschluß marschierte man um das Rundbeet im Garten des Amtshauses. Rote und grüne Feuer tauchten das stattliche Gebäude und den Garten in märchenhafte Pracht. Zwischen den beiden Weltkriegen bewohnte der Amtsrichter das Haus. Bis zur Auflösung der hannoverschen Ämter am I. April1885 hatte hier der Amtmann residiert. In noch früheren Zeiten befand sich zwischen der Amtsstube, dem Gericht, und der Amtsschreiberwohnung der Grünhof; und wo heute das frühere Gefängnis an der Poststraße steht, lag der Sitz der Hausvogtei. Die Aufnahme von W. Heinatz zeigt das Amtshaus um 1870.

7. 'Unter Glockengeläute und Böllerschüssen hielt der Monarch seinen Einzug in den mit Fahnen und Girlanden geschmückten Ort ... Das nächste Ziel des Königs war das Amtshaus, wo Begrüßungen und Vorstellungen stattfanden. Dann trat der König auf den erhöhten Trittstein neben den Amtmann Sarnighausen, während die sämtlichen Schulzen des Amts einzeln vortraten und dem König mit Namen genannt wurden ... ,' so erinnert sich Wilhelm Franck an den Besuch des letzten hannoverschen Königs Georg V. in Neuhaus im Jahre 1865. Seit 1853 wirkte Ludwig Sarnighausen hier als Amtmann. 1815 in Lüneburg geboren, besuchte er das Johanneum seiner Vaterstadt, studierte in Göttingen und trat als Jurist in den Verwaltungsdienst. 1868 verließ er Neuhaus, gründete 1869 die Kreissparkasse Lüneburg und starb 1885.

8. Die Amtsstube am Markt war bis 1852 sowohl Verwaltungszentrum des Amtes als auch Gerichtsstätte. Dann erfolgte im Königreich Hannover der Teilung der Gewalten. Die Amtsstube wurde zum Amtsgericht. Es blieb bestehen bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. 1909 war Amtsgerichtsrat Dr. Conze aus Nienburg nach Neuhaus gekommen. Am 31. Dezember 1910 wurde ihm ein Sohn geboren: Werner Conze, der einer der bedeutendsten Historiker unseres Jahrhunderts geworden ist; er gilt als einer der Begründer der modernen Sozialgeschichtsforschung. Auch der Vater des Neuhauser Amtsrichters ist eine bedeutende Persönlichkeit gewesen: Alexander Conze, 1831 in Hannover geboren, leitete die archäologischen Ausgrabungen in Pergamon.

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