Amt Neuhaus in alten Ansichten Band 1

Amt Neuhaus in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   G. Hagen
Gemeente
:   Neuhaus, Amt
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5805-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Amt Neuhaus in alten Ansichten Band 1'

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9. Wie der Amtmann früherer Jahrhunderte auf dem GrünhofVieh hielt, etwa eine Schweineherde, die den Sommer über zur Eichelmast in den Rens getrieben wurde, und Pferde, um sein Amt bereisen zu können, besaß auch das Schloß einen Marstall, der die Pferde beherbergte und die Kutschen, der aber auch zur Lagerung von Naturalien diente. Mit dem Ende der Fürstenherrlichkeit 1639 und dem Wandel des Steuerwesens zur reinen Geldabgabe verloren alle diese Wirtschaftsgebäude ihre Funktion und verfielen. Wie das Amtshaus entstand auch ein Wohngebäude für den Amtsschreiber an ihrer Stelle. Wo der Marstall stand, wirkte später Urban Friedrich Christoph Manecke als einer von ihnen. In unserem Jahrhundert wurde dann das Polizeirevier eingerichtet.

10. Urban Friedrich Christoph Manecke war 'unstreitig der größte Sammler aller das Vaterland betreffenden Notizen und ein sehr kenntnisreicher Mann'. Er wurde am 2. September 1746 in Lüneburg geboren, besuchte dort das Johanneum und studierte danach in Göttingen und Leipzig. 1767 begann er seine Tätigkeit als Verwaltungsfachmann. Diese führte ihn 1770 als Amtsschreiber nach Neuhaus an der Eibe. Am 5. März 1773 heiratete er Anna Elisabeth Auguste Hermann, die Tochter des hiesigen Pastors. 1774 verließ er Neuhaus; bis zu seinem Tode am 31. Oktober 1827 wirkte er in verschiedenen Positionen. 1858 erschien posthum sein Werk 'Topographisch-historische Beschreibungen der Städte, Ämter und adeligen Gerichte im Fürstentum Lüneburg', darin auch die 'Geschichte des Amtes Neuhaus a.d. ObereIbe' von 1822.

11. Die Hofhaltung auf dem Schloß verlangte umfangreiches Personal: Bedienstete wurden benötigt, Soldaten waren zur Bewachung erforderlich; dazu kamen die Handwerker. Herzog Franz Il. ließ in der Nähe des Schloßbereiches Häuser errichten, die an Handwerker vermietet wurden. Diese Gebäude bildeten die 'Lange Reihe', die älteste Straße der Siedlung, die sich unter dem Namen 'Vorburg' zu entwickeln begann. Manecke spricht von der 'sogenannten Langenreihe, welche aus 9 Wohnungen für Hofbedienstete bestanden, 1799 aber in 9 Reihestellen verwandelt' wurden. Ursprünglich bliekten alle Häuser mit dem Giebel zur Straße. Als 1835 ein Großfeuer die meisten von ihnen in Schutt und Asche legte, errichtete man einige Stellen an anderen Orten, so daß die Häuser nun traufenständig gebaut werden konnten.

12. Vom Markt blieken wir in die Lange Reihe. Das Haus im Hintergrund war durch die Jahrhunderte im Besitzvon Schustern, Schneidern und Gerbern. 19û7 erwarb es der Barbier Wilhelm Matthies. Das Gebäude davor bildet zu dem Fachwerkbau einen großen Gegensatz. Es gehörte auch nicht zu den neun ursprünglichen Reihehäusern. 1906 erwarb der Arzt Dr. Garmsen den Altbau, ließ ihn abreißen und errichtete den hier abgebildeten Neubau. In ihm hatte später Dr. Cabanis seine Praxis. Nach dem Zweiten Weltkrieg vernichtete ein Brand einen Teil des Hauses. Es wurde danach recht primitiv wieder bewohnbar gemacht.

13. Durch Jahrzehnte hatte der Markt in Neuhaus ein gepflegtes Aussehen. Von Bäumen umgeben, erhob sich die Germania auf ihrem Sockel. 1881, zehn Jahre nach dem Krieg gegen Frankreich, war das Denkmal enthüllt worden. Markt wurde hier natürlich auch gehalten. Franck erinnert sich: 'Die Märkte dauerten zwei Tage; am ersten war Viehmarkt; Schweine, Kühe und Pferde wurden da feilgeboten; und am zweiten Tag war Krammarkt. Da gab es Schuhwaren, Zeug, hölzerne Geschirre, Eisenwaren, dann aber auch Kuchen und Konditorwaren zu kaufen. Wir Kinder hatten einen freien Schultag. ' Auch die Gaststätten - durch die Bäume sieht man den 'Lindenhof - machten an diesen Tagen gute Geschäfte.

14. Die Gemahlin des Herzogs Franz Il., Maria von Braunschweig-Lüneburg, errichtete 1626 die erste Kirche in Neuhaus. Die Siedlung am Rande des Schlosses hieß freilich damals noch Vorburg. Der seit 1603 als Schloßgeistlicher wirkende Nikolaus Rollmann wurde erster Pastor der neuen Kirche. 1640 raffte die Pest ihn hinweg. Bis 1673 waren danach die Gemeinden Neuhaus und Stapel zusammengelegt. Dann erst kam Pastor Hersenius aus Stapel nach Neuhaus. Im Laufe der Zeit erwies sich die Marienkirche bei der wachsenden Bevölkerung als zu klein; zudem war sie baufällig geworden. So wurde 1824 mit dem Bau eines neuen Gotteshauses begonnen. Am 1. Advent 1826 konnte es feierlich eingeweiht werden. 1934 konnte das Innere der Kirche gründlich renoviert werden.

'. Bliek oom Kirchturm

15. Herbst ist es geworden. Die Stürme haben das Laub von den Linden gefegt. Ein feiner Dunst liegt über Neuhaus. Vom Turm der Marienkirche blickt der Betrachter nach Norden. Zur linken Hand sieht er einen Teil der Poststraße; rechts unten ahnt er die Kirchstraße. Über das Hotel 'Zur Börse' mit seinem Ausspann gleitet der Bliek auf die Villa Kampff und die Hofgebäude der Zigarrenmanufaktur. Im Garten erkennt man den Pavillon, neben dem die Magnolie alljährlich ihre Blüten in verschwenderischer Fülle öffnet. Der Fabrik gegenüber an der Poststraße steht das Haus des Schneidermeisters Lange. Davor liegt der Bauplatz von Kaufmann Riebling, der auch 1897 das Postamt errichtete. Und ganz hinten links erhebt sich das hohe Dach des Amtshauses.

Neuhaus (EIbe)

MQ[kereistrasse

16. Im Jahre 1882 gründete Max Bischoff in der Poststraße eine Buchhandlung, die 1906 sein Schwiegersohn Friedrich Bell übernahm. Bald nach 1912 entstand diese Postkarte, die Bell vertrieb. Sie zeigt die Molkereistraße bald nach ihrer Entstehung. Ursprünglich befand sich hier eine Erbenzinsstelle, die 1856, inzwischen im Besitz des Kaufmanns Heinrich Friedrich Ludwig Schwabe, abgelöst wurde. Später gelangte sie in die Hand von Maurermeister Wilhelm Lütgens. Er brach alle alten Gebäude ab. Die Straße wurde gebaut, an deren Endpunkt 1912 die Molkerei entstand. Im selben Jahr eröffnete Ernst Quade seine Gärtnerei. Und Lütgens baute sich selber das Haus mit dem markanten Turm und gegenüber das schmale Gebäude, das dann Friseur Paul Vogelsang erwarb. Paul Wegener betrieb hier sein Fischgeschäft.

17. Noch einmal blieken wir durch die Molkereistraße , diesmal in entgegengesetzter Richtung und eine Reihe von Jahren später. Jenseits der Lüneburger Straße führt die Kirchstraße zur Marienkirche, die aus dem Kranz der Linden emporragt. Bis zu ihrem Bau wurden die Toten auf dem Kirchhof begraben. Dann aber verlegte man die Begräbnisstätte an den Rand des Ortes. In den Sandbergen entstand der neue Friedhof, den man 1837 und 1848 erweiterte. In der Zeit des Dritten Reiches waren die Gotteshäuser in Stapel und Neuhaus ein Hort der Bekennenden Kirche. Nach der Wende kehrten die Gemeinden des Amtes Neuhaus zur hannoverschen Landeskirche zurück. In einem denkwürdigen Gottesdienst am 12. Januar 1992 beging man diese Heimkehr.

18. 'DIE DU FRIEDLICH HIER SCHLÄFST, DU WARST MEIN SEGNENDER ENGEL, FROHSINN SCHMÜCKTE DEN GEIST, PRUNKLOSE TUGEND DEIN HERZ; ACH ZU FRÜH NUR ENTFLOHST DU DEINER HÜLL IN DIE HEIMATH, UNDDERSCHEIDENDENNACHWEIN ICH MIT SEHNENDEM SCHMERZ: Diese Worte sind in den Sockel des einzigen Grabmals gemeißelt, das noch vom einstigen Kirchhof rund um das N euhauser Gotteshaus erhalten geblieben ist. Die so Betrauerte ist Charlotte Amalie Schubert geborene von Wickede. Sie starb im Alter von 36 Jahren an Auszehrung und war knapp fünf Jahre verheiratet gewesen mit dem Neuhauser Amtsschreiber August Philipp Schubert. Am 15. September 1795 hatte man Hochzeit gefeiert; am 24. November 1802 war die junge Frau gestorben. Schubert selbst starb 1833 als dänischer Amtmann in Steinhorst.

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