Amt Neuhaus in alten Ansichten Band 1

Amt Neuhaus in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   G. Hagen
Gemeente
:   Neuhaus, Amt
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5805-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Amt Neuhaus in alten Ansichten Band 1'

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19. Geboren waren sie noch im Amt Neuhaus. Als sie 1887 von Pastor Stolzenburg konfirmiert wurden, bestand bereits der Kreis Bleckede. Stolzenburg war 1886 nach Neuhaus gekommen. Hierwirkte er bis 1892. Dann ging er nach Knesebeck. Am 11. April1913 starb er in Eisenach. Fünfzig Jahre später feierte Pastor Kar! Koch mit diesem Jahrgang die Goldene Konfirmation. Da lag hinter den Männern und Frauen die Kaiserzeit, der Erste Weltkrieg, die Inflation, die Weimarer Republik; seit einigen Jahren herrschte Hitler. Daß gut zwei Jahre später der große Krieg ausbrechen würde, ahnte an diesem Tag wohl keiner. Pastor Koch lernte auch noch die rote Diktatur kennen. Über Kirchboitzen karn er später nach Dortmund, wo er am 24. August 1962 im Alter von 53 Jahren starb.

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20. Im Jahre 1605 schenkte Herzog Franz Il. von Sachsen-Lauenburg dem fürstlichen Lehrer Johannes Ziegenhorn als Lohn für 16 Jahre treue Dienste ein Grundstück mit einem Haus in der jetzigen Poststraße. Ziegenhorn erhielt zudem das Privileg, keine Steuern zahlen zu müssen. Die vier Kinder des so belohnten Lehrers kümmerten sich wenig um das Gewese und ließen es verfallen. Eine Tochter, Hedwig Sybille, ehelichte den Schulzen von Stapel, Christoph Hartwig Knese. Ihm setzte Kor! Puls mit seiner Erzählung 'Der Schulze von Stapel' (1933) ein literarisches Denkmal. Nach dem Brand des Pfarrhauses 1659 fanden die Pastoren Hersenius und Vogel im Ziegenhornschen Haus eine Bleibe. Heute steht auf einem Teil davon das Pfarrwitwenhaus, auf der Postkarte von 1899 ganz links sichtbar.

21. Das Ziegenhornsche Erbe mußte nach einem Konkurs verkauft werden. Hauptgläubiger war die Kirchengemeinde Neuhaus. Sie erwarb das Anwesen 1699 für 140 Taler. Die eine Hälfte blieb im Besitz der Kirchengemeinde; sie errichtete darauf das Pfarrwitwenhaus. Die andere Hälfte erwarb gegen 1700 die Witwe des Barbiers Christian Kluge. Barbiere und Chirurgen waren es denn auch, die in den folgenden Jahrzehnten in diesem Haus ihr Handwerk betrieben. 1786 gelangte die Stelle an den Kaufmann Christian Dietrich Schmiedecke aus Stapel. Seitdem blieb das alte Haus mit der reich verzierten Tür in der Hand von Kaufleuten. Der letzte von ihnen war Hans Schlambor, der es 1920 erwarb. Dessen einziger Sohn kam nach dem Zweiten Weltkrieg in einem sowjetischen Lager um.

Hotel zur Börse,

üfirKoop

22. Wenn nicht alles täuscht, zeigt die Postkarte mit dem Hotel 'Zur Börse' einen Augenblick einer sportlichen Veranstaltung in den Jahren vor 1930. Das Haus, entstanden am Ende des 17. Jahrhunderts, hat immer dem Essen und Trinken gedient. Lange Zeit betrieben die Besitzer eine Bäckerei. Einige waren zugleich Herbergierer. Das änderte sich auch nicht, nachdem ein Brand das alte Gebäude 1785 vernichtet hatte. Dem neuen Haus wurde 1808 ein Anbau hinzugefügt. Im selben Jahr erwarb der Neuhauser Braumeister Johann Heinrich Christian Dührkoop das Anwesen. Bis heute ist es in derselben Familie geblieben. Nach dem Tode von Wilhelm Dührkoop führte eine der beiden Töchter das traditionsreiche Haus weiter.

23. Am 21. Mai 1992 konnte die Familie Burmester das 'Hotel Hannover' nach gründlicher Erneuerung wieder eröffnen. Damit steht das traditionsreiche Haus im Zentrum von Neuhaus den Gästen aus nah und fern zur Einkehr offen. Ursprünglich befand sich an seiner Stelle das Posthaus an der Linie von Dömitz über Tripkau und Laave und von Neuhaus weiter über die Sude bei Preten nach Boizenburg. Seit 1830 wurde eine Gaststätte betrieben, zunächst von Christian Heinrich Schmiedecke, seit 1861 von seinem Sohn. Der nächste Besitzer M.P. Jenner mußte das Haus nach einem Brand wieder aufbauen. Damals erhielt es die heutige Gestalt. 1914 erwarb Wilhelm Redeker das Anwesen und wandelte es um in ein angesehenes Hotel.

Neuhaus a. d. Eibe, Or.-Cari-Peters-Straße

24. Am 1. Oktober 1846 konnte Pastor Kar! Johann Arnold Peters das neue Pfarrhaus beziehen, das heute noch steht. Peters, 1806 geboren, war 1841 als Amtsgehilfe des Pastors Lamprecht nach Neuhaus gekommen. Als dieser 1843 gestorben war, wurde Peters sein Nachfolger. Von 1844 bis zu seinem Tode am 25. Juli 1872 wirkte er in Neuhaus. Das Haus war in den Sommermonaten der Jahre 1845 und 1846 erbaut worden, nachdem in der Nacht vom 21. auf den 22. Mai 1843 das damalige Gebäude einer Feuersbrunstzum Opfer gefallen war. Der Pastor 'hatte nur noch Gelegenheit, die wertvollen Pfarrakten zu retten, indem er dieselben ... kurz entschlossen zum Fenster hinauswarf. Er rettete sich selbst mit Weib und Kind unbekleidet und trug im Gesicht, an Händen und Füßen Brandwunden davon' (Ritter).

25. Am 27. September 1931 gedachte man in Neuhaus des 75. Geburtstages von Dr. Carl Peters mit einem großen Festakt. Vor dem Pfarrhaus, in dem er 1856 als achtes von elf Kindern des Pastors zur Welt gekommen war, stellte man einen Findling auf. Dieser Gedenkstein trug die Inschrift: 'Unserm Dr. Carl Peters, Begründer von Deutsch-Ost -Afrika, geb. 27.9.1856.' Noch in der Nacht vor der Enthüllung, zu der auch der letzte Kommandeur der deutschen Schutztruppe in Ostafrika, General von Lettow-Vorbeck (1870-1964), erschienen war, hatten politische Gegner den Stein mit roter Farbe übergossen. Apotheker Benze konnte die Flecken noch rechtzeitig beseitigen. Nach 1945 ließen die kommunistischen Machthaber den Stein verschwinden; er wurde an Ort und Stelle vergraben.

26. Der erste Lehrer der ersten Neuhauser Schulabteilung, Heinrich Wilhelm Drögemüller, verließ seinen bisherigen Wirkungsort zum 1. Oktober 1890 und wurde Rektor der Schule in Winsen an der Luhe. Sein Nachfolger Ca rl Machleidt, geboren am 24. März 1863, hatte von 1881 bis 1884 das Seminar in Lüneburg besucht und kam nun aus Amelinghausen; im Alter von 27 Jahren trat er seinen Dienst als Kantor und Hauptlehrer in Neuhaus an. 1895 stellte er seine Schüler zum Gruppenfoto auf. Über sechzig Jungen und Mädchen hatten sich am Kantorhaus eingefunden. Bis zu seiner Pensionierung im Herbst 1927 blieb Machleidt in Neuhaus. Der weithin geachtete Schulmeister und Kantor leitete auch über viele Jahre die Liedertafel 'Harmonia'.

27. Im November 1927 übernahm Kar! Mönkemeyer die Leitung der Volksschule in Neuhaus. Der am 12. Juni 1896 geborene HauptIehrer hatte zuvor Dienst in Stiepelse getan. Neben seiner pädagogischen Tätigkeit hatte er auch die Pflichten eines Kantors an der Marienkirche zu versehen. Nur wenige Jahre konnte er in Neuhaus arbeiten. 1933 wurde er nach Wenzendorf im Landkreis Harburg versetzt. Trotz der kurzen Zeit ist Mönkemeyer vielen in Erinnerung geblieben. Vor allem die alljährlich mit großer Spannung erwarteten Weihnachtsfeiern sind unvergessen. Aus allen Klassen stammten die Mitwirkenden: Die Kleinsten waren die Zwerge, Ochs und Esel die Größeren, Engel und Hirten die ältesten Schüler. Das Foto zeigt Mönkerneyer mit Lehrer Moritz und der Kinderschar 1930.

28. Wann die Höhere Privatschule in Neuhaus gegründet wurde, ist nicht genau festzustellen. Der Amtsvogt Johann Diedrich Geestefeld jedenfalls erwarb 1855 in der heutigen Bahnhofstraße ein Anwesen und vermietete das Nebengebäude an die Neuhauser Schulgesellschaft, die hier eine Privatschule einrichtete. 1865 ist von einern Lehrer Böschen die Rede, später wird ein Pädagoge namens Kreipe genannt. Auch in den folgenden Jahrzehnten hatte die Schule kein festes Domizil. Man hörte muntere Kinderstimmen aus den Räumen im Pfarrwitwenhaus in der Poststraße und aus einem Gebäude in der Mittelstraße. Das wurde erst anders, als Friedrich Lampe das Gebäude neben dem Torhaus erwarb und hier alle Klassen konzentrierte. Das geschah aber erst wenige Jahre vor dem Ende dieser Einrichtung.

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