Amt Neuhaus in alten Ansichten Band 1

Amt Neuhaus in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   G. Hagen
Gemeente
:   Neuhaus, Amt
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5805-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Amt Neuhaus in alten Ansichten Band 1'

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29. Einen Turn- und Sportverein gab es bereits seit 1860 in Neuhaus. Am Rosengarten entstand der erste Sportplatz, auf dem ein anmutiges Blockhaus errichtet wurde, an dessen Wänden Sprüche in der Tradition des Turnvaters Jahn prangten. Faustball war lange Zeit neben dem Geräteturnen der beliebteste Sport. Die Neuhauser erspielten sich in der heute fast vergessenen Disziplin eine Reihe ehrenvoller Titel. Noch um 1930 pflegte man das Spiel unter der Leitung eines Fräuleins von der Ohe. Auch die Badeanstalt am Carrenziener See entstand auf Initiative des Vereins. Sie mußte später weiter nach Carrenzien zu verlegt werden der Molkerei-Abwässer wegen. Unser Bild zeigt Privatschüler beim Schwimmunterricht. Nach der Wende versucht man an die Tradition des alten Vereins wieder anzuknüpfen.

30. Wann genau der Neuhauser Lehrerverein diesen Kegelausflug nach Darchau unternahm, läßt sich nicht mehr feststellen. Auch sind nicht alle Lehrer mit Namen zu ermitteln, die sich hier bei Gastwirt Rautenkranz, an der linken Seite mit dem Tablett, in froher Runde versammelten. Lehrer Schuart, in der vorderen Reihe links sitzend, war in Konau tätig, wo 1905 ein neues Schulhaus gebaut wurde. Auf den Knien zweier Kollegen hat Adolf Hoffmann Platz genommen. Er besuchte von 1895 bis 1898 das Seminar in Lüneburg und arbeitete bis zu seiner Pensionierung 1932 in Viehle. Lehrer Piehl, links in der hinteren Reihe sitzend, war damals in Sumte tätig. Der Herr mit dem Strohhut ist Lehrer Lakemann, der Anfang des 20. Jahrhunderts in Zeetze die Kinder unterwies.

31. Im Jahre 1905 erwarb Franz König ein Haus in der Delliener Straße und eröffnete darin eine Musikschule. Sein Sohn Otto König führte diese als Musikdirektor weiter. Ohne die Musiker, die hier ausgebildet wurden, waren Schützenfeste und Bälle bis hin zum Zweiten Weltkrieg gar nicht vorstellbar. Bereits Jahrhunderte früher war der Weg nach Dellien die Straße der Musikanten. Der 1664 geborene Spielmann Hans Peter Müthel wohnte hier und wurde zum Stammvater eines Geschlechtes von Musikern. Spielte er noch in der Schloßkapelle, so wurde sein Sohn Organist in Mölln. Andere wirkten in Schwerin, im Baltikum und in Frankreich. Durch Heirat kam der Musikus Hans Peter Hüls in das Müthelsche Haus. Er richtete eine Schule für Dorfmusikanten ein, die später in vielen Orten des Amtes Neuhaus aufspielten.

32. Im Jahre 1662 genehmigte Herzog Franz Erdmann dem Handelsherrn Johann Bartelmann den Bau eines Wohnhauses. Damit verbunden war das Privileg zu ungestörtem Handel und Wandel. Bartelmann braute Bier, belieferte die Hofhaltung und betrieb einen regen Holzhandel. Seine wirtschaftlichen Aktivitäten machten ihn bald wohlhabend. Wiederholt wurde auf dem Anwesen an- oder umgebaut. Die folgenden Generationen von Kaufleuten standen sich finanziell ebenfalls recht gut. 1792 erwarb die Familie Ritterling Anwesen und Geschäft. Hundert Jahre später, 1893, gelangte das Anwesen an den aus dem pommerschen Schlochau stammenden Kaufmann Franz Riebling. Der spitze Giebel auf der Hofseite des Gebäudes deutet heute noch Alter und Wohlstand an.

33. So präsentierte sich die Bäckerei Victor Lützow in der Kirchstraße nach dem ersten Umbau 1922. Einst hatte hier ein wesentlich größeres Grundstück bestanden, auf dem 1809 Johann Christoph Gottschalk eine Kleinkote gegründet hatte. Im Laufe der Zeit hatten Schneidermeister Vogeler (1851), der Besitz des Postschaffners Dahlenburg (1873) und der Platz des Malermeisters Scharnweber (1884) dazu gehört. Lützow war bald ein Mann des öffentlichen Lebens. Als Bäckermeister gehörte er dem Prüfungsausschuß seines Berufes an; er war tätig im Vorstand des Vorschußvereins. Über 35 Jahre leitete er den kirchlichen Posaunenchor, sang in der Liedertafel 'Harmonia', war Vorsitzender des Sportvereins, war Kreisbrandmeister und als Leutnant der Chef einer Kompanie des Schützenkorps. 1955 starb er.

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Apotheke.

34. Schon 1782 ist in Neuhaus eine Apotheke nachzuweisen. Der Chirurg Martin Friedrich Grünberg betrieb sie, verbunden mit einem Hockenhandel. 1808 erwarb der aus Hamburg stammende Heinrich Anton Draesecke die Stelle und verkaufte sie 1820 an Heinrich Kupffender. Dessen Sohn übernahm das Anwesen samt Apotheke und betrieb auch noch die Posthalterei. 1888 errichtete er die heutige Apotheke. Seine bisherige Stelle erwarb 1890 der Färber August Kampff aus Carrenzien. 1898 kaufte Karl Twele die Apotheke von Kupffender; schon 1902 wurde Emil Hasse ihr Besitzer. Von ihm erwarb sie schließlich 1909 Walter Benze. Zwischen dem Kampffschen Gewese auf der linken Seite und dem Pfarrhaus blickt man zur Kaiserzeit auf die Apotheke.

35. Derartige Postkarten waren um 1900 in Mode. Diese wurde von der Buch- und Papierhandlung Max Bischoff vertrieben, die sich seit 1882 in der Poststraße befand und 1906 von Friedrich Bell, dem Schwiegersohn des Firmengründers, übernommen wurde. Viele Einzelheiten wird der Leser von heute erkennen, allein daß es einmal ein Hotel 'Zur Post' gab, wird weithin unbekannt sein. Eine Posthalterei bestand in Neuhaus seit 1839 dort, wo das 'Hotel Hannover' steht. 1858 wird eine Posthalterei in der Großkote Nr. 10 betrieben, die der Färber August Kampff aus Carrenzien 1890 erwarb. Er fügte der Post eine Gastwirtschaft bei, eben das Hotel 'Zur Post' gegenüber dem Pfarrhaus. 1897 errichtete dann der Kaufmann Franz Riebling das heutige Postgebäude, von dem 1928 das erste Postauto über die Dörfer fuhr.

36. Seit der Eröffnung der Eisenbahnlinie Hamburg-Berlin 1847 gab es Bestrebungen, den Raum Neuhaus an diese Strecke anzubinden. Im November 1908 diskutierte der Kreistag in Bleekede den Bau einer Bahn von Neuhaus über Dellien und Preten nach Brahlstorf. Sowohl Preußen wie Mecklenburg genehmigten 1911 den Bau. Eine 'Kleinbahn Neuhaus (Eibe) - Brahlstorf GmbH' wurde gegründet. Oberschlesische Arbeiter bauten die 10.4 km lange Trasse mit der Sudebrücke bei Preten. Am 16. April 1912 konnte der erste Zug fahren. 1914 beschäftigte die Kleinbahn fünfBeamte und acht ständige Arbeiter. Von 1934 bis 1939 ruhte der Personenverkehr. Bis 1968 konnte man dann wieder mit dem Bummelzug reisen. Am 31. Dezember 1972 endete die Geschichte der Kleinbahn.

37. Rentmeister Rose verfaBte 1851 ein 'Circular', in dem er zur Gründung eines Schützenvereins aufrief. Auf der Gründungsversammlung am 21. Februar desselben Jahres traten 125 Bürger dem Verein bei und nahmen ein 'Reglement für das Neuhaus-Carrenziener Schützen-Korps und dessen Festlichkeiten' an. 'Das erste der von Königlicher Landdrostei zu Lüneburg den beiden Nachbarorten Neuhaus und Carrenzien jährlich gestatteten Schützenfeste findet am 19. und 20. und die Nachfeier am 22. ds. Mts. statt,' hieB es im Programm der Festcommission vom 1. Juni 1851. Von Schmiedemeister Dencker wurde eine Scheune erworben und auf dem Festplatz im Rosengarten aufgestellt. Mit Hilfe einer 'Zeltactien-Gesellschatt' war man zehn Jahre später in der Lage, ein dreiflügeliges Tanzzelt zu errichten.

38. Am 20. Juni 1930 meldeten die 'Winsener Nachrichten': 'Bei einem über die Gegend ziehenden Gewitter schlug der Blitz in das Transformatorenhaus in Brahlstorf ein. Das elektrische Licht erlosch, und das Schützenfest nahm beim Schein der gemütlichen Petroleumlampe wie zu Zeiten unserer Väter seinen Fortgang.' Im Jahr zuvor war Malermeister Max Nörgen zum Schützenkönig proklamiert worden. Vor dem festen Zelt von Wilhelm Keibel im Rosengarten sitzt eine muntere Gesellschaft bei einem Glas Bier. Links neben Nörgen sieht man den Heimatforscher Ernst Ritter, am selben Tisch rechts Gastwirt Gottfried Schulze, neben ihm Malermeister Otto Hülsen. Hinter Ritter erkennt man den damaligen Schützenpräsidenten, Zimmermeister Dräger.

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