Amt Neuhaus in alten Ansichten Band 1

Amt Neuhaus in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   G. Hagen
Gemeente
:   Neuhaus, Amt
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5805-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Amt Neuhaus in alten Ansichten Band 1'

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39. Die 'Verordnung zur Vereinfachung und Verbilligung der Verwaltung' vom 3. September 1932 brachte das Ende des Kreises Bleckede. Am 1. Oktober wurde er dem Kreis Lüneburg angegliedert. Ein 'Ausschuß der Bevölkerung gegen die Auflösung des Kreises Bleckede' hatte noch am 27. August mit einer Denkschrift die Zusammenlegung zu verhindern versucht. Darin las man: 'Für den Kreis Bleekede ist von größter Wichtigkeit, einen Landrat zu haben, der die Belange der Landwirtschaft in bezug auf die Wasserwirtschaft so beherrscht, wie es unser jetziger Herr Landrat von der Schulenburg in aufopfernder Art und Weise tut.' Otto von der Schulenburg bekleidete das Amt seit Oktober 1925. 1931 nahm er als Ehrengast am Neuhauser Schützenfest teil.

40. 'Auf dem Festplatz unter den tausendjährigen Eichen war eine Stadt von Buden und Zelten aufgebaut.

Da gab es Restaurierungszelte, Würfelbuden, Schaubuden und Kuchenbuden , Karussells und für uns Kin-

der. .. das Kasperletheater. Nachdem am Mittwochabend der Zapfenstreich das Fest eröffnet hatte, fand

am Donnerstagmorgen der Zug der Schützen durch den Ort nach dem Rosengarten statt. Die Musikkapelle war auf 16 Mann verstärkt; für die Kinder war die Hauptsache der Bajazzo, der mit der Peitsche fleißig Schläge austeilte ,' so schreibt ein Zeitgenosse. Der Freitag war traditionell das Kinderschützenfest. Gegründet und lange Zeit geleitet hat es Schlossermeister Theodor Dencker aus Carrenzien. Die Fahne stiftete 1922 Buchdruckereibesitzer Franz Lust. Und wer war 1930 König?

41. Noch im 17. Jahrhundert bestanden die Wälderim Amt Neuhaus aus Erlen, Buchen und Eichen. Holzvögte führten darüber die Aufsicht; für die Jagd waren Schützen zuständig. Aus Zoll- und Grenzstationen gingen die ältesten Forsthäuser hervor: Haveekenburg und Bohldamm. Im Laufe des folgenden Jahrhunderts wandelte sich das Gesicht der Wälder. An die Stelle der Laubbäume trat der Nadelwald. In Kaarßen entstand um 1700 ein Forsthaus für den Hegereiter und anweisenden Förster, der als Vorläufer des Oberförsters für das ganze Amt gelten kann. Zur selben Zeit entstand die Försterei 'Grüner Jäger'. 1745 wurde die Oberförsterei nach Carrenzien verlegt. Um 1900 entstand die Oberförsterei am Rosengartenweg. Von der Apfelernte im Garten dieser Oberförsterei stammt das Bild (1925).

42. 'Ein Paradies ging unter,' so liest man in einem Brief. Wer sich heute auf der Bundesstraße 195 vom Rad her Neuhaus nähert, trifft auf das, was von der einstigen Domäne Gülze übriggeblieben ist: Das einst stattliche Wohnhaus ist in zwei Teile auseinandergerissen. Alles wird beherrscht von der schmutzig grauen Unordnung volkseigener Mißwirtschaft. Hier war im Sommer 1928 Josef Adams mit seiner Frau als Pächter eingezogen. Er stammte von einem Bauernhof in der Eifel und hatte in Bonn Landwirtschaft studiert. Nichten und Neffen wuchsen unter ihrer Obhut auf der Gülze auf und fühlten sich hier wie zu Hause. Bald war die Domäne ein anerkannter Lehrbetrieb. 1945 kam das Ende. Die Gülze wurde aufgesiedelt, Josef Adams aus dem Hause geholt, nach Hagenow gebracht und am 18. Oktober 1945 erschossen.

43. Das einstige herzogliche Vorwerk, darin aufgegangen das Vorwerk Baars bei Dellien, gehörte zur Hausvogtei des Amtes Neuhaus, bevor es Domäne wurde. Vom Wohnhaus blickt man auf den Pferdestall, der neben dem Kuhstall zur rechten Hand lag. Hofscheune und Schweinehaus rundeten den geräumigen Hof mit dem Taubenhäuschen zur Krainke hin ab. Eine Feldscheune steht noch heute. Zur Straße schloß sich das Doppelhaus für die Domänenarbeiter an. Zwischen ihm und dem Pächterhaus lagen Schmiede mit einem Wohnteil, Waschküche und Hühnerstall. Und vordem Wohnhaus dehnten sich bis zur Landstraße die Gärten, zunächst unmittelbar am Haus der Blumengarten, dahinter der große Gemüsegarten und ein Obstgarten, dessen Rasenfläche zugleich zum Trocknen der Wäsche genutzt wurde.

44. 'Das rechtselbische Gebiet leidet... unter der mangelnden Leistungsfähigkeit der Vorfluter. .. und unter dem Stau und Rückstau des Elbe-Hochwassers, der sich bis weit ins Binnenland bemerkbar macht und hier im Sommer wiederholt... eine Vernichtung der Grünlandernten, ja sogar zu einem großen Teil der Ackerernte zur Folge hatte ... Der rechtselbische Teilleidet zudem unter dem Hochwasser der Nebenflüsse der Elbe ,' so liest man in einer Denkschrift von 1932. Auch die Gülze galt als 'Wasserloch'. 1895 und 1920waren in der Nähe der Domäne die Krainkedeiche gebrochen. Josef Adams sorgte deshalb zu Anfang seiner Tätigkeit für eine wirkungsvolle Dränage der rund 1 000 Morgen Fläche und verbesserte damit die Verhältnisse entscheidend.

45. Auf dem Bild gegenüber blickt man über die Krainkebrücke auf die Gebäude der Domäne. Vom selben Standort richtete die Fotografin ihre Kamera bei dieser Aufnahme auf den Fluß und auf einen Teil des Rosengartens. Zwischen Deich und Krainke tummelt sich eine Herde Schweine. 1941 wurden 25 bis 30 Zuchtsauen gehalten, dazu 170 bis 180 Schweine. Davon standen 13 oder 14 für den eigenen Bedarf und für Deputate zur Verfügung; der Rest wurde verkauft, zum Teil nach Berlin. Als Schweinezüchter erhielt Adams viele Auszeichnungen. Rund fünfzig Milchkühe wurden gehalten. Das Melken besorgten drei Schweizer. Die beste Kuh gab 19415 9661 im Jahr. Und an Geflügel hatte man einen Bestand von 75 Hühnern, vier Gänsen und 42 Enten. Eine Henne legte durchschnittlich 126 Eier im Jahr.

46. Bliek über den Carrenziener See auf die Marienkirche in Neuhaus um 1930. Diese schöne Aufnahme stammt von Ernst Ritter. Er war, wie das sommerliche Motiv zeigt, ein guter Amateurfotograf. Bedeutsamer aber war er als Heimat- und Familienforscher. Wohl niemand kannte nach eingehendem Studium von Akten und Kirchenbüchern die Geschichte des Fleckens besser als er. 1941 erschien im Verlag von Fritz Kuck in Neuhaus seine Untersuchung über 'Die Haus- und Hofstellen in Neuhaus-Elbe und Carrenzien', eine wahre Fundgrube für jeden, der sich besonders in dieser Zeit mit der Vergangenheit beider Orte befaßt. Seinen Lebensabend verbrachte Ritter in München. Hier verstarb er am 11. Mai 1979 im gesegneten Alter von 95 Jahren.

Neuhaus

Carrenziener See

47. Auf ihrem Weg durch das Amt Neuhaus weitet sich das Bett der Krainke hier und da zu Seen aus. Zu diesen gehört der Carrenziener See. Er erstreckt sich von der Motel bis fast hin zur Gülze. Zwischen ihm und den bewaldeten Sandbergen entwiekelten sich das ältere Carrenzien und das jüngere Neuhaus und wuchsen regelrecht zusammen. 1929 wurden sie denn auch zu einer Kommune vereinigt. Wer in früheren Zeiten auf dem Wege nach Haar oder Darchau den See überqueren wollte, mußte eine Fähre benutzen. 1764 wurde erstmals eine Brücke gebaut. Benutzer hatten ein Brückengeld zu zahlen. Wenn zur Winterzeit der See zugefroren war, glitten Schlittschuhläufer über die spiegelglatte Fläche. Und Schlachter und Bierverleger sägten Eisblöcke und transportierten sie in ihre Eiskeller.

48. 'Mein Vater hatte mich bei mehreren Persönlichkeiten der Ortes eingeführt, ... bei einem Rechtsanwalt, der aus Neuhaus stammte,' schrieb Carl Peters über seine Ankunft 1870 in Lüneburg, wo er das Johanneum besuchte. Gemeint war Karl Gravenhorst. Sohn eines Advokaten, der am 27. Januar 1837 in Carrenzien geboren war. Nach dem Abitur studierte er in Heidelberg und Göttingen. 1865 ließ er sich in Lüneburg als Rechtsanwalt nieder, engagierte sich aber auch in der Kommunalpolitik: 46 Jahre war er Bürgervorsteher. davon 38 Jahre Worthalter. 1878 gehörte er zu den Gründern des Museumvereins für das Fürstentum Lüneburg; von 1892 bis zu seinem Tode am 4. August 1913 war er dessen Vorsitzender. 1900 hatte Lüneburg ihm die Ehrenbürgerrechte verliehen.

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