Amt Neuhaus in alten Ansichten Band 1

Amt Neuhaus in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   G. Hagen
Gemeente
:   Neuhaus, Amt
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5805-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Amt Neuhaus in alten Ansichten Band 1'

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49. Wesentlich älter als Neuhaus ist Carrenzien. Der Name dieses einst reinen Bauerndorfes ist slawischen Ursprungs. Freilich ist das alte Ortsbild infolge der Brände und der Verlegung von Hausstellen nicht mehr zu erkennen. Die Mitte lag in der Nähe der Furt durch den See etwa dort, wo heute der Laaver Weg in die Lüneburger Straße einmündet, also einigermaßen vom See entfernt, um dem Hochwasser nicht ständig ausgesetzt zu sein, am Rande der Sandberge, jener nacheiszeitlichen, mit Wald bestandenen Dünen inmitten des Urstromtals der Eibe. 1544 zählte man eine Vollhufe, sieben Halbhufen, eine Viertelhufe und sechs Kotstellen. Von ihnen ist die Vollhufe, zuletzt im Besitz von Ernst Beese, der älteste Hof. Den Krieg überstand er. Kurz darauf brannte er nieder.

50. In späterer Zeit war eine Ansiedlung in Carrenzien nur in zwei Richtungen möglich: Zunächst erwarb man neue Grundstücke an der Straße nach Stapel; dadurch entstand das sehr lang gedehnte Bild des neueren Dorfes. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts bauten sich weitere Bewohner in den Sandbergen zum Wald hin an. Dabei wurde die einstige Dorfweide bis hin zur Kuhtrift von sogenannten Abbauereien bedeckt. Eine solche zeigt die Aufnahme aus der Zeit um 1925, am Laaver Weg gelegen. Damals waren Carrenzien und Neuhaus schon so zusammengewachsen, daß von einer sichtbaren Grenze zwischen ihnen nicht mehr die Rede sein konnte. 1929 wurden denn auch beide Orte zusammengelegt. Der letzte Carrenziener Bürgermeister was bis dahin Heinrich Gadewoll.

Gastwirtschaft F. Meier

Carrenzien

b, NeuhauslEIbe

51. Das Schild über der Tür war noch frisch, als die Postkarte aufgenommen wurde. Fritz Meier, der als Besitzer der Gastwirtschaft darauf genannt wird, hatte die damalige Brinkkote Nr. 26 in Carrenzien kurz vorher erworben. Sein Vorgänger, der aus Ostpreußen zugewanderte Schmied Rudolf Hennann Liedtke, war durch Heirat in ihren Besitz gekommen und hatte die Gastwirtschaft, die zugleich die Carrenziener Herberge war, etwa 1892 eröffnet. Dann zog es ihn nach Hamburg, und so wurde Fritz Meier 1904 der neue Besitzer einer sehr alten Stelle, die 1752 entstanden war. Er führte Gaststätte und Herberge bis in die Inflationszeit weiter; dann ging sie ein. Daneben betrieb er einen Produktenhandel, der ihm den volkstümlichen Namen 'Mehl-Meier' einbrachte.

52. Wer sich, aus Neuhaus kommend, der Brücke über den Carrenziener See näherte, sah zur linken Hand die Flügel der Windmühle. Sie entstand 1832 am Rande der FörsterkoppeI. In früherer Zeit befand sich die landesherrschaftliche Zwangsmühle für eine Reihe von benachbarten Orten in Dellien. Bereits im 17. Jahrhundert trieb die Krainke hier eine Wassermühle. Sie brannte 1822 ab. An ihre Stelle trat dann die Carrenziener Windmühle. Die erste Pächterin war die Witwe des letzten Delliener Müllers, Marie Havemann. Schon 1833 brannte auch die Windmühle völlig nieder, wurde aber umgehend wieder aufgebaut. Seit l850war Sohn OUo Havemann Mitpächter. Später übernahm Heinrich Peter Christian Schönrock die Mühle in Pacht; 1872 erwarb er sie für 8 000 Taler.

53. Im Jahre 1887 kaufte Paul Carl Wilhelm Hansen di~Mühle. Zehn Jahre später ging sie in den Besitz des aus Lauenburg stammenden Wilhelm Drenkhahn über. Sein Sohn Hans Drenkhahn war der letzte Müller. Heute drehen sich die Flügel nicht mehr. Sie sind abgetragen wie auch der obere Teil des Bauwerks. Der Rumpf dient als Wohnung. So ist der Bliek von der Galerie auch ein Bliek in die Vergangenheit: Über die Försterkoppel und den See schaut man auf Carrenzien und Neuhaus; ganz am linken Rand erkennt man neben dem Rosengarten die Domäne Gülze. Aus Konau, Popelau, Darchau, Kühren, Viehle und Gülstof, aus Haar, Carrenzien und Neuhaus, aus Rosien und Sückau mußten die Bauern ihr Korn zur Zwangsmühle bringen, ebenso einige Bauern aus Sumte und Krusendorf und auch das Gut Preten.

54. Erstmals erwähnt wird das Dorf Stapel 1291 in einer Urkunde des Klosters Eldena, in der Bischof Conrad von Ratzeburg dem Propst des Klosters, Henricus, das Archidiakonatsrecht über einige Dörfer des Bistums bestätigt und dazu über alle Kirchen, die zwischen Sude und Elde erbaut sind oder noch erbaut werden sollen. Damals muß die Marienkirche in Stapel schon bestanden haben oder gerade gebaut worden sein. Sie muß als die Hauptkirche des Darzing gegolten haben. Errichtet wurde sie vermutlich an einem sehr alten Gerichtsplatz. Dieser war denn auch bis in die geschichtliche Zeit hinein die Stelle, wo im Namen des Herzogs 'to Stapel under dem Thorm' Gericht gehalten wurde. Die Postkarte wurde am 19. August 1900 zwischen 9 und 10 Uhr vormittags in Stapel abgestempelt.

55. Die Marienkirche in Kaarßen, erstmals 1504 erwähnt, ist nach der Kirche in Stapel das älteste Gotteshaus im Amt Neuhaus. Von 1575 bis 1590 wirkte als erster mit Namen bekannter Geistlicher Johann Hintze an ihr. 1614 mußte ein Neubau errichtet werden. Wenig später ließ Herzog Franz Il. auch in Tripkau eine Kirche bauen. Mit ihrer Einweihung 1620 entstand das Kirchspiel Tripkau. Von 1644 bis 1858 gab es für beide Kirchen aber nur ein Pastorat. Während dieser Zeit mußte auch die Kirche in Tripkau durch den heutigen Bau ersetzt werden. Er wurde 1757 vollendet, der Turm erst 1864. Der letzte Pastor. der beide Kirchspiele zu versorgen hatte, war seit 1849 Carl Dietrich Hagedorn.

56. Das alte Schulhaus in Tripkau um 1928. Werfen wir einen Bliek zurück: 1743 wird im Ort eine neue Küsterei errichtet. So recht zufrieden ist Küster Meincke mit seiner Stellung allerdings nicht. Die Bauern zahlen die ihm zustehenden Gebühren unpünktlich. Naturalien, ein Teil seines geringen Einkommens, bleiben ganz aus. So beschwert er sich 1754. Auch der Gartenzaun befindet sich in schlechtem Zustand; aber niemand kommt der Verpflichtung nach, ihn wieder in guten Stand zu versetzen. Fortan soll nunjeder Hauswirt, ob er Kinder zum Küster in die Schule schickt oder nicht, einen Taler Schulgeld zahlen und dazu ein Brot und ein Fuder Holz liefern. Derartige Sorgen hatten die Tripkauer Schulmeister zu der Zeit, als die Aufnahme gemacht wurde, nicht mehr.

57. Als Ernst Breitenstein am 1. August 1886 die einklassige Schule in Tripkau übernahm, bestand das Kaiserreich gerade fünfzehn Jahre. Noch herrschte in der preußischen Provinz Hannover die kirchliche Schulaufsicht. Tripkau gehörte damals zur Kreisschulinspektion Dannenberg II, ihr Leiter war Pastor Grünewald in Hitzacker. Durchweg siebzig Kinder unterstanden der Obhut Breitensteins. Nach rund vierzig Jahren, am 1. April 1925, ging er in den Ruhestand. Aus dem Kaiserreich war mittlerweile die Weimarer Republik geworden. Mit ihr kam die Zeit der staatlichen Schulaufsicht. An die Stelle des geistlichen Inspektors trat der Schulrat. Breitensteins Nachfolger Wilhelm Weinrich, 1899 in Burgdorf geboren, ließ sich 1927 mit all seinen Schülern fotografieren. Er blieb bis 1945 in Tripkau.

58. Laave liegt, von Neuhaus aus gesehen, hinter dem Wald und hart an der Grenze zu Mecklenburg. Jessenitz, Vielank und Woosrner sind benachbarte Orte in den Kreisen Hagenow und Ludwigslust. Die Rögnitz markiert die Grenze. Ihr träger Abfluß brachte lange Zeit Sorgen für die Bewohner. Die Deichbruchkatastrophe von 1888 machte sich auch hier bemerkbar: Durch den Laaver Graben kam das Wasser und riß ein tiefes Brack. Heute sollen Schöpfwerke und Gräben die Niederung entwässern. Einst führte der Postweg von Tripkau nach hier und über die Försterei 'Grüner Jäger' weiter nach Neuhaus. Damals lagen die rund 25 Gebäude dicht beieinander. Erst die Verkoppelung ließ das langgestreckte Dorf entstehen, da die Höfe nun auf den zugewiesenen Ackerflächen gebaut wurden, so auch der Hof Wulf.

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