Amt Neuhaus in alten Ansichten Band 1

Amt Neuhaus in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   G. Hagen
Gemeente
:   Neuhaus, Amt
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5805-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2 - 3 werkdagen (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Amt Neuhaus in alten Ansichten Band 1'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

59. Im Jahre 1861 kam Wilhelm Ehrhorn, damals 33 Jahre alt, als Lehrer an die Schule in Laave. Zum l. Oktober 1891 trat er in den Ruhestand. Um die fünfzig Kinder hatte er in dem Schulhaus zu unterrichten, das auf dem sehr alten Foto links zu erkennen ist. Er unterstand Pastor Thiede, dem Lokalschulinspektor in Kaarßen. Zur Schule gehörten ein 38.25 a großer Garten, 75 a Ackerland und 200 a Wiesen. Der bekannteste Lehrer in Laave war zweifellos Fritz Wachendorf. Der 1879 geborene Schulmeister beschäftigte sich eingehend mit heimatkundlichen Themen. 1924 erschien in Lübtheen seine Arbeit 'Die Burgen im Gebiet des ehemaligen Amtes Neuhaus' , die es verdiente, nach dem heutigen Stand der Forschung überarbeitet zu werden.

60. Orte im Sperrgebiet-das bedeutete Jahrzehnte völliger Abgeschlossenheit. Der Metallgitterzaun verhinderte den Bliek auf die Eibe. Die übrigen Anlagen versetzten die Menschen in Angst und Schrecken und steigerten das Mißtrauen. Strachau gehörte zu diesen Dörfern hinter dem Deich und den Sperrzäunen. 1939 zählte der Ort zusammen mit Vergünne, das bis 1792 ein herzogliches Vorwerk war, 82 Einwohner. 1992 lebten hier noch 28! Strachau gehörte einst zum Amt Hitzacker und war auch dort eingepfarrt. Vergünne hingegen bildete einen Teil der Vogtei Pinnau im Amt Neuhaus; kirchlich zählte man zu Tripkau. Heute gehört die Siedlung im Elbebogen, die einmal eine Windmühle und, wie auf dem Bild zu sehen, eine Molkerei hatte, zur Gemeinde Tripkau und damit zur Einheitsgemeinde Amt Neuhaus.

61. Auch in Wilkenstof zeigen die Bevölkerungszahlen dieselbe rückläufige Tendenz wie in Strachau: 1853 wohnten im Dorf (noch ohne Raffatz) 189 Menschen; 1905 waren es (mit Raffatz) nur noch 100, ebenso 1939; und 1992 war die Zahl gesunken auf 28. Zu den behäbigen Häusern am Deich zählten der Dorfgasthof und die Schule. 1873 unterrichtete Lehrer Wilhelm Albrecht die kleine Schar; 1890 hatte sein Nachfolger Cruse in allen acht Jahrgängen insgesamt 38 Kinder. Damals gehörte die Schule zur Kreisschulinspektion Darmenberg II, obwohl Wilkensterf zum Amt Neuhaus zählte und zum Kirchspiel Tripkau. Allerdings gab es eine Ausnahme: Von den vier Hausstellen in Raffatz waren drei dem Amt Neuhaus pflichtig, eine jedoch dem Amt Hitzacker. Da ist heute doch manches einfacher geworden.

62. 'Der Bescheid zur Ausweisung, genannt Aktion Ungeziefer, wurde uns am 7. Juni 1952 durch drei Männer, die uns völlig unbekannt waren, übermittelt. Am 9.6. morgens wurden wir mit einem Lastwagen nach Brahlstorf gebracht... Niemand der Ausgewiesenen wußte, wohin wir sollten, vermuteten nach Polen oder Rußland. Nachts ging die Fahrt los. Wir landeten in Malchin,' berichtet Hannelore Zerbin geborene Funke , Besitzerin des einen der beiden Bauernhöfe in Kolepant, das seit 1929 ein Ortsteil von Vockfey war. Heute steht in Kolepant kein Haus, kein Stall mehr; nur das Transformatorenhaus verrät, wo die Höfe hinter dem Elbdeich gelegen haben. Nach 1970 wurden sie bis auf den letzten Stein abgerissen. Holz und Mauerreste kippte man in einen Fischteich.

63. In den Jahren 1771 und 1790 brach der Elbdeich bei Kolepant. Zurück blieb ein bis 16 m tiefes Brack. Später diente es als Karpfenteich. Heute ist daraus ein kleiner Tümpel geworden, ein 'trauriges Mahnmal der Geschichte', um mit Hans Ebeling zu sprechen. Denn 'aufgrund der SicherungsmaBnahmen an der Staatsgrenze' wurden 22 Bauerngehöfte in Vockfey, Kolepant, Neu-Schutschur und Pommau abgerissen. Sie sind völlig aus dem Dorfbild verschwunden. Den Bauschutt schob man einfach in den Teich. Schon 1952 hatten die roten Machthaber zwölf Familien aus Vockfey zwangsweise ausgesiedelt. So ist das bereits im 14. Jahrhundert belegte Dorf am 'Neuhauser Streifen' zu einem trostlosen Relikt geworden, dessen blühende Bauernhöfe wie der von Elvers zumeist nur noch Erinnerung sind.

64. Das alte Amt Neuhaus war in drei Vogteien gegliedert. Das 'Oberamt' umfaßte die Vogtei Pinnau. Zur Hausvogtei zählte die nächste Umgebung von Neuhaus. Der mittlere Bereich des Amtes gehörte zur Vogtei Haar: Banratz, Darchau, Gülstorf, Gutitz, Konau, Popelau. Pommau, Privelack, Stapel, Vockfey und Zeetze. Der in Haar residierende Vogt war zugleich Deichvogt. Die Bedeutung des Ortes wird auch unterstrichen durch die sehr alte Nikolauskapelle. Schon 1660 ließ sie der lauenburgische Herzog Franz Erdmann renovieren. Der heutige Bau entstand 1838. Die Kapelle gehört seit alters her zum Kirchspiel Stapel. Um 1800 war der dortige Pastor verpflichtet, im Laufe eines Jahres fünfmal in Haar Gottesdienst zu halten.

65. Die sanften Erhebungen um Haar wurden schon früh besiedelt. 1958 stieß man auf einen prähistorischen Friedhof und entdeckte 102 Gräber, die im 5. vorchristlichen Jahrhundert angelegt wurden, also aus der Eisenzeit stammen wie auch spätere Funde, die eine Besiedlung in den beiden Jahrhunderten vor Christi Geburt dokumentieren. Ob eine bis heute durchgehende Besiedlung bestand, ist nicht sicher. Das Amtslagerbuch von 1582 spricht von achtzehn Stellen und acht Koten in Haar; 1602 sind zwanzig Hofstellen und sechs Koten vorhanden. Schöne alte Bauernhäuser haben die Zeiten überdauert, so das 1730 errichtete Haus von Wilhelm Boldt und das Niedersachsenhaus von Heinrich Voß (1797). Die Postkarte aus dem beginnenden 20. Jahrhundert zeigt die Gastwirtschaft von Panz und den Hof von W. Riecken.

Gastwirtschaft von W. Panz

~1'USg .aus 1PÇlaF

66. Im Jahre 1824 mußte auch in Haar Schulgeld gezahlt werden. Für jedes Kind erhielt der Lehrer für ein Jahr einen halben Taler. Allerdings galt dieser Satz nur für solche Schüler, die auf Papier schrieben. Wer mit Schiefertafel und Griffel arbeitete, hatte weniger zu zahlen. Seit dem Sommer 1867 unterrichtete Peter Cordes die Kinderin Haar. Er war 1818 geboren, kam also erst als reifer Mann in den Ort zwischen Neuhaus und Darchau. Um 1890 hatte Lehrer Gruß 64 Kinder zu unterweisen. Zu seinen Obliegenheiten zählte auch der Kapellendienst. Später wirkten hier die Lehrer Hoffmann und Bliesch. Das Bild zeigt die strohgedeckte Schule in den Jahren um 1900.

67. Viehle gehörte einst zur Hausvogtei des hannoverschen Amtes Bleekede. das mit ihm verbundene Gülstorf war dagegen Teil der Vogtei Haar des lange Zeit lauenburgischen Amtes Neuhaus. Beiden gemeinsam war indessen die Zugehörigkeit zum Kirchspiel Barskamp. Die Eibe war durchaus keine Grenze; denn auch Neu-Garge und Stiepelse waren bei St. Vitus in Barskamp eingepfarrt. Viehle und Gülstorf hatten 1853 147 Einwohner. Seitdem ging die Zahl stetig zurück. Waren es 1885 noch 137, so zählte man 1905 124,1939 gar nur 93. Nach den Jahren des 'real existierenden Sozialismus' lebten hier nur noch 45 Menschen. 1789 war die Schule dem Hirtenhaus angebaut und höchst baufällig. Seit 1876 arbeitete Adolf Hoffmann in Viehle. Um 1900 unterrichtete er ganze zehn Schüler, wie die Aufnahme zeigt.

68. Mit der Eindeichung der EIbe im Bereich des Amtes Neuhaus wurde im 13. Jahrhundert begonnen. 1576 kamen Franz 1. von Lauenburg und Wilhelm der Jüngere von Lüneburg überein, fortan die Deiche dreimal im Jahr zu besichtigen, um die ständigen Deichbrüche zu unterbinden. Im Grenzbuch des Amtes Neuhaus von 1591 hieß es, es sei eine große Sünde, daß die Deiche nicht besser in acht genommen würden, da sie insgemein so untüchtig seien. In den folgenden Jahrhunderten kam es denn auch zu mehr als dreißig Deichbrüchen. Die größte Katastrophe ereignete sich im März 1888: Ein sehr harter Winter hatte in wenigen Tagen die EIbe gleich nach Weihnachten zufrieren lassen. Noch im März lag viel Schnee. Das Eis in der EIbe war 6 m dick. Dann setzte im Oberlauf Tauwetter ein!

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2019 Uitgeverij Europese Bibliotheek