Amt Neuhaus in alten Ansichten Band 1

Amt Neuhaus in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   G. Hagen
Gemeente
:   Neuhaus, Amt
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5805-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Amt Neuhaus in alten Ansichten Band 1'

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69. Deichbrüche bei Dömitz und Wehningen verursachten Überflutungen. Am 24. März 1888 erreichte das Wasser Stapel. Wer an diesem Morgen vom Deich in Darchau in das Amt Neuhaus blickte, sah das Wasser als grauen Streifen herankommen. Im Verlauf des Vormittags setzten sich die Eismassen in Bewegung. Riesige Berge von Schollen zerrissen den Deich. Bei Popelau und Darchau stürzten die Wassermassen ins Land. Die Mühle in Popelau wurde fortgespült. In Darchau hatten mehr als zwanzig Personen in neuen Rautenkranzschen Haus Zuflucht gesucht. Als Wände und Decken brachen, kamen vier Menschen um. Die andern flüchteten ins Altenteilerhaus und wurden nach Stunden von einem Kahn gerettet. Insgesamt acht Menschen fanden den Tod; eine Fläche von 400 qkm stand unter Wasser.

70. Im Jahre 1810 herrschte Franzosenzeit. Zum Kanton Neuhaus im Distrikt Lübeck des Departements der Elbemündungen gehörte auch Stiepelse. Die Franzosen erlaubten dem Müller Johann SeIlschop, hinter dem Deich auf einem der Gemeinde gehörenden Platz eine Windmühle zu errichten. Als Napoleons Truppen abgezogen waren, erwarteten die benachbarten Müller, daß die Stiepelser Mühle wieder abgerissen werde. Das geschah nicht. 1824 war ein Lüneburg Erbenzinsmüller . August Christian Wilhelm Lüneburg verkaufte sie bald nach 1850 an Wilhelm Daniel Meyn. Seitdem blieb sie im Besitz dieser Familie. Um 1875 wurde die bestehende Mühle abgebrochen und durch eine Holländermühle mit Galerie ersetzt. 1919 erhielt sie einen Benzolmotor. In den letzten Kriegstagen brannte sie nieder.

71. Die Dorfstraße von Stiepelse war immer der Elbdeich. An ihm reihten sich die behäbigen Häuser, die auf einen wohlhabenden Bauernstand hinwiesen. Manecke zählte 23 Hausstellen, eine Schule (sie brannte 1810 ab) und die Kapelle, die im Hintergrund erkermbar ist. Politisch gehörte der Ort zur Hausvogtei des Amtes Bleckede, seit 1825 zur Vogtei Barskamp. Kirchlich war es umgekehrt: Ursprünglich in Barskamp eingepfarrt, bildete Stiepelse später eine Kapellengemeinde mit einem Kollaborator der Gemeinde Bleckede. Die Beziehungen zur anderen Elbseite waren, wie man sieht, sehr eng. So richteten die Bauern für den eigenen Bedarf eine Fähre ein. Die 1818 eröffnete Deckstation deutet auf die bedeutende Pferdezucht hin.

72. Schlimme Jahre brachte der Dreißigjährige Krieg für Stiepelse. 1627 sank der Ort in Schutt und Asche. Zwei Jahre später, man hatte wohl gerade die neu errichteten Häuser bezogen, brach der Deich, die Wassermassen der EIbe vernichteten dreizehn Gehöfte. 1853 zählte man 285 Einwohner; 1905 war ihre Zahl auf200 gesunken; 19391ebten hier noch 171, und 1992 gab es noch ganze 98 Menschen hinter dem einstigen Grenzzaun. 1890 trat Lehrer Grimm in den Ruhestand. Sein Nachfolger wurde Rudolf Wulfes; er unterrichtete an die dreißig Schüler. Als 1927 Kar! Mönkemeyer nach Neuhaus versetzt wurde, kam von dort Kar! Brinkmann. Ihn sehen wir mit seinen zwanzig Schülern bald nach 1930.

73. Der 1852 in Neuhaus geborene Wilhelm Franck, der später in Harburg als Lehrer wirkte, erinnert sich: 'Die Verbindungswege waren in meiner Kindheit mangelhaft ... Schwierig war, namentlich zur Winterzeit, die Verbindung mit der circa 10 km entfernten Eisenbahn-Station Brahlstorf ( ... ). Eine große Wiesenfläche war überschwemmt, die Wege waren grundlos, erst durch stundenlange Umwege war an die Bahn zu kommen. Heute (geschrieben 1920) ist das alles besser geworden. Zuerst wurde vor circa 40 Jahren von Neuhaus nach Brahlstorf durch das niedrige Gelände ein Damm aufgeschüttet und dann eine Chaussee gebaut ûber Sückau ... ' Hier, in der Nähe der Grenze zu Mecklenburg, mußte die Sude überquert werden. 1888 stürzte die damals neue Brücke ein. Ursache war das Hochwasser in den Märztagen.

74. Im Jahre 1864 erhielt Sückau eine Kapelle. Pastor Carl Heinrich Arnold Peters, der 1841 seinen Dienst an der Neuhauser Marienkirche aufgenommen hatte, zunächst als Amtsgehilfe von Pastor Lamprecht, nach dessen Tod 1843 als ordinierter Geistlicher, hatte am 10. Juli 1864 eine Flasche mit Texten in die Kapelle einmauern lassen. 'Ich stelle mir Euch als viel klüger, viel gottesfürchtiger, gesitteter und ehrenwerter vor, als ich bin mit meinen Zeitgenossen.' Zu seiner Zeit zeichne das sittliche Leben Gemeinsinn und Hilfsbereitwilligkeit aus; aber leider nähmen Genußsucht, Unzucht und Meineide zu. Und er fragte: 'Wie sieht es in der Welt aus, wenn diese Worte zuerst gelesen werden?' Durch Kampfhandelungen wurde die Kapelle 1945 stark beschädigt. Da fand man die Worte des Pastors, der 1872 gestorben war.

75. Die Kapelle in Niendorf, eine Filialkirche von Blücher, wird erstmals 1541 erwähnt, Die während des Dreißigj ährigen Krieges entstandenen Schäden sind bereits zwei Jahre nach Abschluß des Friedens behoben. 1650 wird in ihr allmonatlich am Mittwoch Gottesdienst gehalten. 1684 errichtete 'die Wohledie und Freigebige Frau Regina Jacobina von Sprengel, geborene von Weyhe' einen Altar. Eine Orgel schenkte 1876 ein Bauer der Kapelle. Um diese Zeit bestatteten die Niendorfer ihre Toten nicht mehr in Blücher, sondern auf dem Kirchhof im Heimatort. 1884 war dieser 'in so mangelhaftem Zustande, daß allerlei Vieh, namentlich Schweine sich darauf herumtreiben und die Gräber devastieren'. Eine Mauer half diesem Mangel ab, wie die Aufnahme von 1903 zeigt.

76. Im äußersten Südosten des Landes Boizenburg entstand Niendorf, das neue Dorf, in unmittelbarer Nähe zu dem an der Krainke gelegenen ältern Ort Steder. Niendorf wurde urkundlich 1230 zuerst genannt. Bis ins 14. Jahrhundert hinein waren die Bauern frei. Dann wurden beide Dörfer ein gräfliches Lehen derer von Sprengel. Fortan waren sie ritterschaftliche Lehnsbauern. Um 1500 lebten hier an die 120 Menschen. Die bedrückenden Untertanenverhältnisse endeten erst um 1900 mit der Separation. Die Bodenflächen wurden verkoppelt; die Bauern errichteten ihre Gehöfte nun auf dem eigenen Grund und Boden. Das Dorf zog sich dadurch in die Länge. Am weitesten entfernt liegt der Hof, den das Bild um 1903 zeigt, damals im Besitz von E. Brusch.

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