Arnstorf in alten Ansichten

Arnstorf in alten Ansichten

Auteur
:   Ludwig Kitzinger
Gemeente
:   Arnstorf
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2167-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Arnstorf in alten Ansichten'

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19. 'In der Scheiben', so heißt ein Ortsteil, östlich des Unteren Marktes gelegen. Zwischen dem Zehentstadel und dem Naglschrniedhaus zieht sich um die sechs Gebäude der Unteren Marktstraße eine Ringstraße, die 'Scheibengasse', 'In der Scheiben' haben sich die Weinzierle angesiedelt, die im 17. und 18. Jahrhundert die Weingärten der Closen an den südlichen Hängen zur Kollbach bei Freising und Mühlberg und beim Weißen Kreuz bewirtschafteten. Die Rebstöcke an den hölzernen Häusern in der Scheiben künden davon.

20. Am Marktplatz um 1890. Der Kaufmann Reisinger erwirbt den Kramerladen beim Rathaus und kauft 1883 einen Teil des Rathaushofes. Das Kaufhaus geht in den Besitz des Joharm Stemplinger über. Aus dem früheren erdgeschossigen Krämerladen ist ein dreistöckiges Gebäude mit Flachdach zwischen der Barockfassade des Rathauses und dem Giebeldach des Krämers Schachtner entstanden. Im Vordergrund stehen die Planken des Steinbachs, der im offenen Flußbett zum Unteren Markt weiter fließt, der Marktbrunnen mit dem gemauerten Becken und die Mariensäule.

21. Der Marktplatz um 1933. Über den mittleren Fenstern des Rathauses ist auf dem Spruchband zu lesen: Anno 1889 renov.; darüber befinden sich das Arnstorfer Wappen aus dem Jahre 1509, die Rathausuhr, eine Madonnenfigur und der Rathausturm. Links steht das Kaufhaus für 'Tuch- und Schnittwaren' des August Eber!. Auf einem Stuhl vor dem Geschäft liegen Tuchballen gestapelt. Im Jahre 1906 hat Kaufmann Eberl von Wurmannsquick das Kaufhaus des Johann Stemplinger übernommen. Eber! weist in seiner Geschäftsernpfehlung darauf hin, daß ihm von den Königlichen Bayerischen Salinen der direkte Bezug von Kochund Viehsalz übertragen wurde. Als die Gemeindeverwaltung mehr Raum benötigte und bei Eberl den Antrag stellte, den Laden unter dem Rathaus käuflich erwerben zu wollen, antwortete Eberl kurz und treffend: 'Was kostet das Rathaus? ' An Stelle des Krämerladens von Schachtner ist ein Wohngebäude, später das Schreibwarengeschäft Weilnböck, entstanden.

22. Die obere Taverne an der Oberen Marktstraße, um 1890. Links Neubau mit SommerkelIer, rechts das Gasthaus. 1557 bestätigte Herzog Albrecht von Ober- und Niederbayern dem Adel die 'Oberkait auf allen Tafernen', Danach durfte nur in jenen Wirtshäusern Bier ausgeschenkt werden, in denen die Grundherrschaft dieses gestattete. Die Closen stellten in ihrer Brauerei, die um 1500 erbaut wurde, das Bier her und lieferten es an die im Markt befindlichen drei Tafernen. Hochzeiten, Tauf- und Totenmahle durften nur in diesen Tafernen gehalten werden. Von jeder Hochzeit erhielt die Herrschaft ein Viertel Wein und eine gesottene Henne oder 45 Kreuzer in bar. Der Oberwirt war ferner verpflichtet, einen Adstanten (Beistand bei kirchlichen Verrichtungen) in der Kost und einen Hund in der Fütterung zu halten. Zur Taverne gehören Haus mit Einfahrt, Keller, Schupfe, Stallungen für Pferde, Rinder und Schweine, Stadel. Hofraum und Pumpbrunnen. Der erste Wirt ist 1578 benannt, Georg Schambeckh. 1796 wurden in der oberen Taverne 1 770 Hektoliter Bier um 7 438 Gulden ausgeschenkt.

23. Gasthaus 'Zum Mitterwirt' oder 'Wein- und Tavernwirtschaft', um 1890. Der Mitterwirt nannte sich 'Hofwirt' oder 'Weingastgeb' oder wie auf der steinernen Tafel über dem Eingang zu lesen war 'Bürgerlicher Wein- und Tafernwirt'. Als erster Wirt ist im Jahre 1555 Leoprecht Salier genannt. Der Wirt war verpflichtet, auf der Hof taverne guten Wein aus Tiroloder Österreich auszuschenken, damit die Durchraisente Leith zu ieder Zeit aines gueten Tranckhs sich zu getresten haben und sich beineben mit esse ter Speis versehen können. Er mußte die Namenzettel von den ankommenden Gästen vleißig der Hertschaft oder deren Richter einschickhen (1666). Auch mußte er, wie der Oberwirt, einen Adstanten zur Verköstigung nehmen oder dafür jährlich 16 Gulden 40 Kreuzer abgeben und sich als Zehentreiter verwenden lassen. Zum gemauerten Haus gehörten die Weinschenke, der SommerkelIer mit Garten und Kegelbahn. Das Gasthaus wurde im Jahre 1974 abgebrochen und an seiner Stelle die Sparkasse Rottal-Inn errichtet. Der Mitterwirt verkaufte 1796 um 3 578 Gulden 850 Hektoliter Bier.

24. Der Unterwirt oder die Unterwirtstaverne und die Schlosserei Kain am Marktplatz, um 1890. Im Jahre 1562 ist Michael Reichenpacher als Wirt genannt. 1868 wird das Gasthaus wie folgt beschrieben: großes Saa1zimmer mit zwei Betten, kleines Saalzimmer mit drei Betten, Handwerksburschenkammer mit fünf Betten, Zimmer daneben mit sechs Betten, im Nebengebäude zwei Betten. Im Jahre 1796 betrug der Bierausschank 530 Hektoliter. An Stelle dieser beiden Gebäude wurde 1911 ein Gasthans mit einern großen Saal im ersten Stockwerk erbaut. In den drei Tavernen wurde 1796 der größte Bierausstoß mit 3 150 Hektoliter erzielt. In 73 Biersuden für dieses Jahr wurde aber eine viel größere Menge Bier gesotten, da die Brauerei viele auswärtige Wirte und Bürger und Bauern mit Bier versorgte, den 'Hof' belieferte und an Arbeiter und Angestellte Bier als Deputat abgab.

25. Alter Lagerbierkeller an der Eichendorfer Straße am KeIlerberg, um 1890. Gebäulichkeiten von links nach rechts: Schießhaus (Teilansicht), Faßlschupfe, Brunnenhaus, Kellergebäude, Kegelbahn. Früher wurde das Bier in den Monaten vom Herbst bis zum Frühjahr gebraut. Für die Sommermonate wurde das Bier in den Kellern gelagert im Markt und außerhalb des Marktes. So mußte der Haubenmacher Christoph Weinandt den gemauerten Keller seiner Behausung neben dem Pfarrhof von der 'Herrschaft zum eingesottenen Mörzenpier gebrauchen lassen', 1671. Dafür war er von Scharwerksdiensten befreit.

26. Der neue LagerbierkeIler an der Pfarrkirchener Straße, um 1890. Im 18. Jahrhundert ist immer mehr Bier verbraucht worden. Es mußten neue Lagerplätze für das Sommerbier geschaffen werden. Im Jahre 1783 waren 'Zirnmerleuth und Maurer bey Erbauung des neuen Merzen Kellers gewesen'. Dieser Keller wurde nach dem Ersten Weltkrieg aufgelassen.

27. Die Bräuhausschenke an der Eggenfeldener Straße, um 1890. Um 1880 bewarben sich mehrere Bürger um eine Schankwirtschaftskonzession. Damals bestanden in Arnstorf schon 16 Gastwirtschaften bei einer Einwohnerzahl von 1 300 Seelen. Die Wirte klagen über die 'außergewöhnliche Übersetzung dieses Gewerbes; früher waren es drei Wirtschaften. Die Verhältnisse sind eher schlechter geworden, aber es sind mehr Wirtschaften entstanden.' Die schattenspendenden Kastanienbäume und die Sitzbänke wurden entfernt.

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28. Das Bild zeigt die Bierbrauerei Schadel an der Oberen Marktstraße, um 1910. Diese Kutsche wurde gebraucht bei Hochzeiten und Taufen; mit der neuen Eisenbahn ankommende Reisende wurden vom Bahnhof abgeholt und wieder zurückbefördert. Um 1866 übernimmt Georg Schuster von Anton Müller, dem ersten Posthalter und Traiteur (Speisewirt) die Gastwirtschaft 'Zur Post'. Im Jahre 1904 erwirbt der Bierbrauer Anton Sesselberger aus Deggendorf Brauerei und Gastwirtschaft. 1910 ist der Besitzer dieses Anwesens Georg Schadel. Im Jahre 1923 wird das Postamt vom Unteren Markt hierher verlegt, und 1966 ging das Gebäude in den Besitz der Spar- und Darlehenskasse über, Vor dem Ersten Weltkrieg betrug der Bierpreis pro Liter 15 Pfennige; für einen Liter Scheps (Dünnbier) mußten fünf Pfennige bezahlt werden.

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