Arnstorf in alten Ansichten

Arnstorf in alten Ansichten

Auteur
:   Ludwig Kitzinger
Gemeente
:   Arnstorf
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2167-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Arnstorf in alten Ansichten'

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39. An der linken Seite der Mariakirchener Straße, wo heute die Feuerwache und das Einkaufszentrum ALUEDA stehen, befand sich früher die Schloßgärtnerei, die nicht nur den 'Hof' mit Gärtnereierzeugnissen versorgte, sondern auch die Bürger des Marktes (ein prächtiger 'Radi' kostete in den zwanziger Jahren fünf Pfennige). Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Schloßgärtnerei auf den KeIlerberg verlegt. Hier steht noch das Treibhaus, das Gartengelände dient als Pferdekoppel. Als im Jahre 1982 die oben genarmten Gebäude errichtet wurden, fiel das Treibhaus der Spitzhacke zum Opfer und auf den fruchtbaren Gartenboden preßte die Straßenwalze eine Teerdecke.

40. Nach der ältesten Gemeinderechnung aus dem Jahre 1636 wurde ein Teil des Marktes mit Trinkwasser aus der Schleeburg versorgt. Das Wasser wurde in hölzernen Rinnen herein geleitet. Jährlich entstanden der Marktverwaltung hohe Ausgaben 'auf Prünn'. Im Jahre 1878 standen im Markt fünf öffentliche Pumpbrunnen: in den Lehrnhäusern, beim Kaufmann Meindl (jetzt Schreinerei Bauer), am Berg, in der Pfarrkirchener Straße und im Unteren Markt. Außerdem versorgten sich viele Hausstätten mit Trinkwasser durch eigene Pump- oder Schöpfbrunnen. 1885 betrug die jährliche Wassergebühr für eine Familie mit fünf Personen vier Reichsmark.

41. Nachdem im Königreich Bayern 1808 die Post eine staatliche Einrichtung geworden ist, strebten Arnstorfer Bürger bereits im Jahre 1812 eine Postexpedition mit Poststall an. Aber erst das Jahr 1861 brachte diese Einrichtung. Gleichzeitig wurde eine Kariolpost-Verbindung mit einem leichten zweiräderigen Pferdefuhrwerk nach dem benachbarten Simbach eingerichtet. 1869 kam zur Expedition eine Telegrafenstation hinzu. 1904 wurde das örtliche Telefonnetz eingeschaltet. Angeschlossen wurden:

Gemeindeverwaltung, Reichsrat Graf von Deyrn, gräfliche Deyrn'sche Rentenverwaltung, Arzt Dr. Hauber, Kaufmann Otto Mangold, Baumeister Andreas Otteneder, Bankier Reisinger, Schusterbräu, KaufmannStemplinger. Spater kamen hinzu: das Königliche Amtsgericht und der Bahnhof.

42. Als 1903 die Eisenbahnlinie Arnstorf-Landau eröffnet wurde, übernahm die Deutsche Reichsbahn die Beförderung der gesamten 'Post'. Sie wurde mit dem Postwagen zu den abfahrenden und von den ankommenden Zügen befördert. Im Jahre 1895 wurden Postexpedition und Pferdestall in der personellen Besetzung getrennt. Der Posthalter Hauer übernahm den Poststall. Noch nach dem Zweiten Weltkrieg fuhr Otto Stegmüller mit dem gelben Postwagen die Pakete zum Bahnhof.

43. Zum Eisenbahnzug gehörte neben den Personenwagen und Güterwaggons ein eigener Postwagen, mit dem alle Postsendungen befördert wurden. Am Bahnpostwagen befand sich ein Briefkasten (links neben Otto Stegmüller, der auf dem Trittbrett steht), in den noch eilige Briefe gesteckt wurden, die das Postamt nicht mehr erreichten. Wenn der Postwagen durch den Markt fuhr, sprangen die Buben von hinten auf und klammerten sich am Gitter oben fest, bis der 'Postkutscher' die lange Geißel nach rückwärts über den Postwagen schnalzen ließ. Durch die Motorisierung der Deutschen Bundespost nach dem Zweiten Weltkrieg hatten Postwagen und Postgaul ausgedient.

44. Ab 1882 verkehrte ein Postomnibus (zweiachsige, pferdebespannte Fahrzeuge mit Personenbeförderung) über Göttersdorf nach Osterhofen. 1885 wurde eine Postomnibuslinie nach Eggenfelden eingerichtet. Später standen im Poststall der 'Alten Post' 13 Poströsser, die täglich fünf Postlinien bewältigten: Eggenfelden. Malgersdorf, Pörndorf, Osterhofen und Schönau. Bevor der PostilIon in seiner weiß-blauen Uniform und seinem schwarzen Zylinder mit dem weiß-blauen Federbusch ankam, gab er laut Dienstreglement mit seinem Posthorn Signal. Das Bild zeigt den letzten PostilIon Ludwig Frischhut, der von 1905 bis nach dem Ersten Weltkrieg, als die Postkutsche durch Motor-Omnibusse ersetzt wurde, seinen Dienst als PostilIon versah.

45. Mit der Markterhebung im Jahre 1419 bekam Arnstorf das Recht, Märkte abzuhalten. Der Bürgerdiener hob von jedem Krämerstand das Standgeld ein. Dafür bekam er bei jedem Markt 12 Kreuzer. Seine jährliche Besoldung betrug vier Gulden, 1636. 1852 wurde er mit einer Uniform und einern langen Säbel für 15 Gulden 13 Kreuzer ausgestattet. Er trägt ab dem Jahre 1870 den Titel 'Polizeidiener' und wird jährlich mit 48 Gulden entlöhnt. Für das Aufziehen der Rathausuhr bekam er sechs Gulden und für 'Assistenz bei Amtstagen' 14 Gulden 48 Kreuzer jährliche Entschädigung. Im Jahre 1897 wird der Taglöhner Josef Niedermaier (im Bild mit seiner Frau, um 1920) als Gemeindediener eingestellt mit einern monatlichen Gehalt von 50 Reichsmark, einschließlich des Flurwächterlohnes; als Fleischbeschaustellvertreter erhielt er 70 Mark im Jahr, zwei Klafter Föhrenscheiter und 5.20 Mark für Versicherungsmarken. Seine Frau mußte Rathaussaal und Hausgang reinigen, 'was mit dem Gehalt des Polizeidieners miteingerechnet ist'. Öffentliche Bekanntmachungen kündete er durch Läuten einer Handglocke an. Niedermaier trat 1922 in den Ruhestand.

46. Im Jahre 1903 eröffnet Albert Schönbichler in dem Haus mit realer Bäckergerechtigkeit am Marktplatz ein Tuch-, Schnitt-, Spezerei- und Farbwarengeschäft. Ein Jahr später übernimmt Schönbichlers Neffe, Hermann Roloff, das Geschäft und erweitert es. 1906 wurde im Hause eine 'Luftgas-Anlage' eingerichtet mit 'Luftgasbogenlampen'. 1909 teilt der Kaufmann seiner Kundschaft mit, daß er eine 'Bettfedern-Dampf-, Trocken-, Reinigungs-Desinfektions-Anstalt mit Dampfbetrieb' in seinem Haus eingebaut habe. 1925 wird vor dem Geschaft die erste Tankstelle, eine Dapolin-Pump-Anlage der Deutsch-Amerikanischen Petroleum-Gesellschaft, errichtet.

47. Kaufhaus an der Ecke Eggenfeldener Straße-Kirchenstraße, mit realer Krämer-, Nadler- und Eisenhändlergerechtigkeit. Innerhalb von 100 Jahren bis zum Jahre 1923 wechselte das Gebäude zehnmal den Besitzer, Aus dem Kaufhaus entstand ein Handwerksbetrieb für Möbelschreinerei, Dieses Bild stammt aus der Zeit um 1920. Anläßlich der Fronleichnamsprozession ist das Gebäude beflaggt, und zwischen dem Schuhwarenladen und der Krämerei mit Salzlager ist ein Altar für ein Evangelium errichtet. Hier steht auch noch der Schöpfbrunnen, der den gegenüber wohnenden Strohmayer-Wagner zum Schnitzen der Figur 'Pack di' selber bei der Nas'n!' veranlaßte.

48. Die Lederer oder Rotgerber in Arnstorf hatten im Jahre 1519 die Handwerksfreiheiten erhalten. Im Meisterverzeichnis der Lederer erscheint im Jahre 1653 der Name Gaar, ein angesehenes Geschlecht, das nahezu 300 Jahre in ununterbrochener Erbfolge Lederer hervorbrachte und Kämmerer und Ratsherrn steilte. Als der letzte Gaar mit Namen Sebald 1905 starb, berichtete der 'Rottaler Anzeiger': Am 14. Dezember wurde der älteste Bürger des Marktes begraben; mit ihm erlischt der Name Gaar, der seit 300 Jahren im Lederergewerbe bestanden hat. 1896 hatte der Lederer Michael Veicht die Lederei und Lederhandlung erworben. Das Foto vom Haus stammt aus dem Jahre 1905. Das Bildnis stellt den Lederer Franz Xaver Gaar in vornehmer Tracht dar, 1774.

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