Arnstorf in alten Ansichten

Arnstorf in alten Ansichten

Auteur
:   Ludwig Kitzinger
Gemeente
:   Arnstorf
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2167-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Arnstorf in alten Ansichten'

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59. In der Kapelle des Oberen Schlosses ruhen die Gebeine des heiligen Viktorinus, eines Martyrers aus der Zeit der Christenverfolgung in Rom. Im Unteren Schloß wurde 1695 die von Georg Ferdinand von Closen erbaute Schloßkapelle von dem Weihbischof von Regensburg Albrecht Ernst, Graf von Wartenberg, eingeweiht. Im gleichen Jahr fand die Uberführung der Gebeine des heiligen Viktorinus von Freising, wohin sie 1691 aus Rom gebracht wurden, nach Arnstorf statt. Im Jahre 1822 wurden sie in der Kapelle des Oberen Schlosses beigesetzt, Aus dem Jahre 1695 stammt die Festschrift 'Intronisatie Triumphalis. Das ist Triumphierliche Erheb-Einbegleit- und Beysetzung deß Hochheiligen Martyrers und Blut-Zeugen Christi Victorini hochfeyerlich in den Marcktfleck Arnstorff begangen, 1695'. Zum 200jährigen Jubiläum waren drei Kapuziner-Patres aus München, Vilsbiburg und Altötting zu den viertägigen kirchlichen Feierlichkeiten erschienen.

60. Der Reichsrat Joseph Graf von Deyrn wurde laut Urkunde vom 22. Mai 1860 zum erblichen Reichsrat ernannt: Maximilian IL, von Gottes Gnaden König von Bayern geben zu wissen, daß Wir Unsern Kämmerer und Generalmajor à la suite Joseph Grafen von Deym, Freiherrn von Stritetz zu Arnstorf, in Anbetracht der denselben beseetenden guten Gesinnungen zum erblichen Reichsrat der Krone Bayern ernennen. Gezeichnet: Maximilian. Das Foto zeigt die Leichenprozession zur Beerdigung des Reichsrats am 29. April 1908 in der Kirchenstraße beim Eingang zum Pfarrfriedhof. Der 'Rottaler Anzeiger' würdigt in seinem Nachruf 'seinen edlen, anspruchslosen Charakter, seinen großen Wohltätigkeitssinn und seine echt katholische Gesinnung',

61. Der Turnverein Arnstorf wurde im Jahre 1864 gegründet. Er übernahm gleichzeitig die Aufgaben der Feuerwehr und nannte sich Turner-Feuerwehr. Im Jahre 1868 erfolgte die Trennung in zwei selbständige Vereine. 1924 feierte er sein 60jähriges Gründungsfest. Das Bild zeigt den Aufmarsch der aktiven Turner auf dem Marktplatz zu den gemeinsamen Freiübungen. Die Verkaufsstände beim Unteren Schloß sind ein Teil der Marktstände des Maria-Himmelfahrts-Jahrmarktes. Im Aufruf an die Einwohner des Marktes zu diesern Fest heißt es; 'Frei von jeder Politik und jedem Parteigezänke soll der Turner nach dem Geiste unseres Altvaters Jahn körperlich, geistig und sittlich erzogen werden.'

62. Anläßlich des 60jährigen Gründungsfestes des Turnvereins fanden auf dem Turngarten (1907 im ehemaligen Hopfengarten angelegt, wo heute die Gartensiedlung steht) Wettkämpfe im 'Kunstgeräteturnen' auf Barren, Reck und Pferd und Einzelwettkämpfe im Kugel- und Steinstoßen, im Weit- und Hochsprung und Laufen statt. Rechts vorne ist die Laufbahn für Weit- und Hochsprung erkenntlich, rechts im Hintergrund liegt die Grube für Kugel- und Steinstoßen, links steht der Geräteschuppen (mit Pultdach), in dem Barren, Pferd, Hantel, Kugeln und der Stein (Würfel aus Eisen) untergebracht waren.

63. Schauübungen in Gruppen ohne Geräte mit 'akrobatischen Leistungen' waren beliebt. In den Statuten vom Jahre 1899 (Wiedergründung des Turnvereins) lautet der § 1: Der Verein bezweckt Ausbildung des Korpers, Pflege des Geistes und Gemütes, Forderung des Gesellschafts- und Gemeinsinns. Politisches Streben ist ausgeschlossen.

64. Im Jahre 1924 wurde die Gartenhalle beim Mitterwirt als Turnhalle von Graf von Deym gepachtet, 'eine Turnhalle, wie man sie praktischer und schöner sich nicht wünschen konnte '. Um diese Zeit wurden die Alt-Herren-Riege und die Damen-Riege ins Leben gerufen. Wegen besonderer Verdienste um das Turnen erhielten an1äßlich des 60jährigen Gründungsfestes das 'Große Ehrenblatt des Turnerbundes': Josef Kammermeier, Ludwig Kitzinger, Michael Kitzinger, Josef Schachtner, Josef Simmeth und Max Wild. Damenriege, von links nach rechts (kniend): Fischer, Niedermeier, Baumgartner, Reither, Kampfl, Aigner, Otteneder und Aigner. Stehend: Simmeth, Etterer, Reither, Eglseder, Ludwig Kitzinger (Turnwart), Einhellig, Veicht, Uttendorfer und Strohmayer,

65. Als im Jahre 1517 in München die Pest herrschte, tanzten die Schäffler auf den Straßen der Hauptstadt, um die Menschen aufzuheitern. In Arnstorf wurde der Schäfflertanz zum erstenmal nach 1870 und dann jeweils im siebenjährigen Turnus aufgeführt. Der Schäfflertanz vom Jahre 1907 (Bild) war die fünfte Aufführung, Er wurde in den Straßen des Marktes zwölfmal getanzt. Auf dem Faß steht der Reifenschwinger, daneben der Schäfflermeister mit Setzharnmer und Schlaghammer und dem Lederschurz. Nach Beendigung des Tanzes brachte der Meister einen Trinkspruch aus auf die Bürger der nächstliegenden Häuser. Abends fand beim Mitterwirt der Schäfflerball statt. Der Schäfflertanz im Jahre 1907 schloß mit einem 'namhaften Überschuß ab, welcher Betrag dem Turnstättenbaufonds zugewiesen wurde'.

66. Die Uraufführung des niederbayerischen Singspiels 'Der HoUedauer Fidel", komponiert von Erhard Kutschenreuther, fand am 14. April 1920 im Stadttheater Passau statt. Nach zwölf Wiederholungen machte die Operette die Runde durch Europa und selbst auf der Insel Sumatra gelang sie zur Auffûhrung: In Arnstorf fand die erste Aufführung in der gräflichen Reithalle an der Oberen Marktstraße 1921 unter der Leitung des Komponisten und in Anwesenheit des Textdichters Franz Josef Scherrer statt. 'Alles will den Fidel sehen!' Das Singspiel wurde sechsmal aufgeftihrt.

67. Die Kindergruppe zum 'Holledauer Fidel' stellt eine Hochzeit dar. Die zweite Aufführung in Arnstorf erfolgte wiederum in einer Nachkriegszeit. Das Jahr 1947 brachte 21 Aufführungen unter der Chorleitung von Hans Grätzer und Josef Kagerbauer und der Orchestereinstudierung von Ludwig Kronwinkler in der Sporthalle an der Mariakirchener Straße. Es wurden über 15 000 Eintrittskarten verkauft. Die dritte Aufführung mit 12 Vorstellungen unter der musikalischen Leitung von Rudi Liebl erfolgte im Jahre 1960.

68. Der Komponist Erhard Kutschenreuther war von 1913 bis 1920 Lehrer in Neukirchen bei Arnstorf. Das Foto zeigt ihn mit seinem Kirchenchor. Aus seiner Komposition 'Der Holledauer Fidel' wird heute noch der 'Waldlermarsch' gesungen und gespielt. Seine musikalische schöpferische Tätigkeit war sehr umfangreich: Singspiele, Märsche, Tänze und Lieder. Die Akademie der Tonkunst Dresden-Leipzig urteilt über seine Musik: Kutschenreuther zeigt sich als schaffender Künstler in einer Reihe von Kompositionen. Hier spricht sicn ein vornehmer Kiinstler aus, der es nicht verschmdht, seinen ganzen Empfindungsreichtum und seine feine musikaiische Bildung in den Dienst der Hausmusik zu stellen.

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