Attendorn in alten Ansichten

Attendorn in alten Ansichten

Auteur
:   Hermann Hundt
Gemeente
:   Attendorn
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2490-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Attendorn in alten Ansichten'

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19. Ein reicher Attendorner Hansekaufmann stiftete 1420 ein Augustinerkloster, zu dessen Ausstattung auch der Rittersitz Ewig gehörte, Das Kloster Ewigbestand bis zum Jahre 1803, in dem es säkularisiert wurde, also in Staatsbesitz überging. 1819 wurde es von Preußen verkauft, kam aber 1898 wieder in Besitz des Staates. Am 1. Juli 1944 kam die Domäne durch Tausch abermals in private Hände, bis der Bau und ein Teil der ursprünglich über 500 Morgen umfassenden Ländereien im Zuge des Biggetalsperrenbaus vom Ruhrtalsperrenverein erworben wurden. Heute sind die Gebäude im Besitz des Landes NRW und dienen als Justizvollzugsanstalt. Aufnahme: etwa 1920.

20. Am 23. März 1915 beschloß die Stadtverordnetenversammlung, den Stadtgraben vom Wassertor zum Kölner Tor künftig Spindelsburggraben zu nennen. Wer aber heute hier den Spaten ansetzen wollte, die Reste einer Burg zu ergraben, würde bitter enttäuscht werden. Das Kopfschatzregister (Steuerliste) von 1717 führt im Steuerbezirk 'Breite Techt' einen Tagelöhner Georg Spindel auf. Da nach diesem Besitzer das Haus etwas spöttisch Spindelsburg genannt wurde, scheint es nicht den gepflegtesten Eindruck gemacht zu haben. Bevor die Spindelsburg 1909 von der Stadt verkauft wurde, diente sie zuletzt als Armenhaus. Mauerreste sind noch im Garten des Hauses Südwall 73 zu finden. Aufnahme: etwa 1920.

21. Auch in 'Klein-Holland' (Schemperstraße) herrschte der einheitliche Haustyp vor, der das Bild der Stadt mitprägte. Soweit der untere Stock reicht, bestehen diese Häuser aus dieken Bruchsteinmauern, die mit Lehm oder Kalk verbunden sind. Das erste Stockwerk und der Heuboden sind in Fachwerk und Lehmgeflecht ausgeführt. An der Giebelseite, zur Straße hin, befindet sich eine Heuluke, neben dem Haus sind Wirtschaftsgebäude und Miste. Dieses 'Ackerbürgerhaus' bestand neben dem stattlicheren 'Bürgerhaus', das wir etwa im 'Burghof' (Bild 62) wiederfinden. Aufnahme: etwa 1920.

22. Als nach 1830 Friedrich Leopold als letzter Fürstenberger die Burg Schnellenberg verlassen hatte, war sie nur von den jeweiligen Pächtern und Rentmeistern bewohnt. So war im letzten Jahrhundert hier eine Brauerei untergebracht. Der Verfall der Burg schritt immer weiter fort und erreichte nach mehreren Bränden, insbesondere im Jahr 1889, ein Ausmaß, das eine Wiederherstellung fraglich erscheinen ließ. Dennoch begarm man noch vor dem Zweiten Weltkrieg mit der Instandsetzung der Ruine. Heute ist auf der Burg ein gastronomischer Betrieb untergebracht, was eine umfassende Renovierung der Anlage mit sich brachte. Karte: Aero-Bild Leipzig, etwa 1930.

23. Hinter der Oberburg findet der Spaziergänger eine schattige Wiese, das sogenannte 'Grüne Plätzchen'. Früher befand sich hier eine Gartenwirtschaft. Eine Anzeige aus dem Jahr 1908 warb:

Fritz Grote, Attendorn i.W.

Schloss - Schnellenberg 'Zum grünen Plätzchen' Restaurant

Für Vereine, Ausflügler pp. im Voraus angemeldet, billiger Mitt agstisch und Caffee, sowie gute Getränke. Schönster romantischer Ausflugsort des Sauerlandes.

Karte: Verlag Th. Frey, um 1905.

24. Wer um 1900 nach Attendorn kam, den erwartete am Ennester Tor dieses Bild. Eine genaue Ortsbestimmung ermöglichte ihm das am Hause Cabolet angebrachte Schild. In der Mitte des Bildes steht das Haus des Leinewebers Ferdinand Bellebaum, der schon zu Lebzeiten als Original galt und am 15. April 1917 starb. Zwei Wochen nach seinem Tode wurde das Haus für 2500 Mark an die Stadt verkauft und später abgerissen. Das Haus besaß noch eine Rauchtenne, auf der ein Ofen Schinken und Würste räucherte, die im hohen Gebälk hingen. Der Rauch zog durch die Fugen im Dach ins Freie. Aufnahme: etwa 1900.

25. Hier sehen wir Bellebaum selber, so wie er in Erinnerung geblieben ist. Neben seiner Pfeife und dem Ölf1äschchen fällt uns die Trommel auf, die er über einem offenen Feuer langsam dreht. Bellebaum röstet Zichorienwurzeln, die hernach als Kaffee-Ersatz Verwendung fanden. Die Zichorie oder Wegwarte finden wir in veredelter Form als Chicorée wieder. Der Kaffee wurde in Attendorn unter der Markenbezeichnung 'Bellebaum' gehandelt und gerne getrunken. Bellebaums Kaffeerösterei, offensichtlich ein kleiner, aber selbständiger Handwerksbetrieb, befand sich hinter seinem Hause am Pulverturm. Aufnahme: Paul Müller, etwa 1910.

HN.

26. An der Ecke Wasserstraße{Sackhof entstand diese Aufnahme. Das 'Bürgerhaus' befand sich dort, wo heute die Textilabteilung eines Kaufhauses untergebracht ist. Die Gaststätte wurde früher von Peter Brinker betrieben und nach seinem Tod vom Schwiegersohn Kar! Heupe! weitergeführt. Nachdem die Firma Lenneberg das Haus erworben hatte, wurde es 1914 abgebrochen und durch den noch heute bestehenden Bau ersetzt, Der Name 'Bürgerhaus' ist später auf die Gaststätte im Nachbarhaus übergegangen. Karte: Verlag Franz Schürmann jun., Attendorn, um 1910.

27. Bei einem, wie die Meteorologen sagen, Weihnachtstauwetter, verbunden mit Dauerregen, wurde zum Jahreswechsel1924j25 wieder einmal die Stadt unter Wasser gesetzt. Wir schauen auf das Haus im Vordergrund, in dem seit dem Wiederaufbau nach dem Stadtbrand 1783 die Familie Goebel/Peiffer die Attendorner Apotheke betreibt. Es schließt an das 1972 abgerissene Haus Laymann, nach einem ehemaligen Besitzer früher 'Lamberteses' genannt. Dahinter die Häuser Bernhard Wrede und 'Rauch', so genannt nach einer Familie Roch, der es im 17. Jahrhundert gehörte. Aufnahme: Ludwig Rottmann, 2. Januar 1925.

28. Zu den alten Attendorner Osterbräuchen zählt neben dem Abbrennen der Osterfeuer vor allem das Semmelsegnen am Karsamstag um 14 Uhr. Ursprünglich trat der Priester durch ein heute vermauertes Chortürchen, um die ihm entgegengestreckten Brote zu segnen. Diese 'Kümmelsemmel' weisen eine besondere Form auf: Sie sind an den Enden eingeschnitten, haben also gleichsam Hörner. Während des Ersten Weltkrieges wurden statt der üblichen Ostersemmel sogenannte Kriegsbrote gesegnet. Im Hintergrund erkennen wir die Gastwirtschaft Schneidersmann, die bis 1909 das Museum des Vereins für Orts- und Heimatkunde beherbergte. Aufnahme: 7. April 1917.

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