Auerbach in alten Ansichten Band 1

Auerbach in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Helmut Martin
Gemeente
:   Auerbach
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5183-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Auerbach in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Auerbach im Vogtland, ist Landkreisamtsstadt, es liegt östlich der VogtIandmetropole Plauen. Die Altstadt liegt im Tal des Flusses Göltzsch, Der Ort selbst dehnte sich im Laufe der Jahrhunderte immer mehr in östlicher und westlicher Richtung an den Talhängen und in südlicher Richtung im Talaus.

Der Tiefpunkt der Stadt liegt bei 468 m über NN und der höchste bei 554 m über NN am oberen Bahnhof. Terrassenförmig erheben sich die Häuserzeilen mit ihren Straßenzügen an den Talhängen, unterbrochen durch Parks Grünflächen und Baumgruppen, lockern diese das Häusermeer immer wieder auf. Ihre Stadtteile Hinterhain, Sorga, Brunn, Rempesgrün, Mühlgrün mit Chrinitzleithen bilden mit der Alt- und Neustadt eine Häuserkette.

Im Jahre 1980 entstanden zwischen den beiden Eisenbahnlinien im Westteil zwei große Neubaugebiete in denen über 10 000 Bürger wohnen. Im Jahre 1990 betrug die Einwohnerzahl 22 500. Die beiden Eisenbahnlinien bedienen als Linie 344 den Unteren Bahnhof und die der Linie 344 den Oberen Bahnhof. Es sind die Linien HerIasgrün-Falkenstein und Zwickau-Falkenstein-Klingenthal. Acht Omnibuslinien führen von der Zentralhaltestelle am Goethepark in alle Stadtteile und in die angrenzenden Städte und Dörfer des Göltzschtales, sowie des Vogtlandes .

Die Stadt besitzt neben der einheimischen Textilindustrie und Weißwarenkonfektionsbetriebe, Gardinenfabriken, Bleichereien, Textilveredelungbetriebe ein Lebensmittelwerk der 'Maizena-Knorr-Gruppe', eine Werkzeugmaschinenfabrik und einen Werk das elektrotechnische Anlagen und Geräte herstellt.

Als Schul- und Verwaltungszentrum ist sie zentraler Mittel-

punkt des Ostvogtlandes. Neben sechs Oberschulen befindet sich eine 12-klassige Oberschule, eine Fachschule für Landwirtschaft, eine Lehrerbildungsanstalt mit Übungsschule im Ort. Informationen über die Stadt erhalten Sie im Fremdenverkehrsamt an der Schloßstraße, direkt neben der Schloßgaststätte .

Sehenswürdigkeiten: Der Schloßturm, ein Aussichtsturm (alter Bergfried aus dem 13. Jahrhundert), daneben Heimatmuseum rnit Ausgrabungen von der alten Burg, der Altmarkt mit seiner Bausubstanz aus dern Jahre 1839. Die dort stehende Stadtkirche St. Laurentius, in gotisch romanischen Baustil. Die Steinkreuzgruppe im Stadtpark. Die Nicolaikirche erbaut im Jahre 1792 auf der Bausubstanz einer aus dem Jahre 1525 erbauten Spitalkapelle. Von der Westseite der Stadt an der Brücke der erweiterten Oberschule, herrlichen Bliek auf die Altstadt mit ihren drei Türmen die als Wahrzeichen der Stadt seit dem Jahre 1914 erklärt worden sind.

Aus der Stadtgeschichte: Urkundlich wird Auerbach im Jahre 1274 als Herrensitz erwähnt. 1282 wird in einer anderen Urkunde ein 'dominus conradus de Urpach' der im Auftrag seiner Vögte von Weida, Gera, Plauen als Ritter für die Verwaltung dieses Gebietes eingesetzt war genannt. 1330 nennt man urkundlich einen Ullrico de Auerbach, der mit dem Castrum (der Burg) belehnt wird. Dieser wird wohl auch der Stadt seinen Namen entliehen haben.

Die aus der Oberpfalz und Franken eingewanderten Siedler, rodeten einen Teil des urwaldähnlichen Waldes und gründeten im Schutz der Burg 1338 die Stadt Auerbach. Diese Stadt war immer Patrimonialstadt. Die Burg wechselte des öfteren seine Besitzer. Im Jahre 1505 kauften die Edlen von

der Planitz die Burg und Stadt und das dazu bis an die böhmische Grenze reichende Gebiet. Diese übten auch bis zum Jahre 1864 die Lehns und die Gerichtsbarkeit aus. Über 300 Jahre waren diese die Herren von Auerbach. Im 16. Jahrhundert war die Stadt als einzige des Ostvogtlandes mit Stadtmauer umgeben. Vier Stadt-Torhäuser standen an den Zufahrtsstraßen. Verheerende Stadtbrände wie 1430, 1486,1540,1585,1626,1632,1757,1834 und 1857, legten die gesamte Stadt in Schutt und Asche. Dadurch wurde der wirtschaftliche Aufbau der Stadt immer wieder gehemmt. Vorherrschend war in der Stadt und den angrenzenden Waldungen der Bergbau. Es wurde nach Zinn, Silber, Eisen und auch nach Gold gegraben oder in den Flußläufen in Seiffen dieses aus dem Sand gewaschen.

Im Jahre 1505 gab es in der Stadt ein Bergamt und im Jahre 1543 wurde die Stadt 'Bergamtsstadt'. Als Ende des 18. Jahrhunderts der Bergbau und die Goldgewinnung zu gering wurden, stellte man beide Gewerbe ein.

Die Auerbacher Bürger trieben einen umfangreichen Pechhandel. Zur Gewinnung des Peehes in den Auerbacher Waldungen waren sie mit guten Privilegien vom sächsischen Kurfürsten schon seit dem Jahre 1338 versehen wurden. Das hier gewonnene Fichtenpech wurde in 45 Pechhütten gesotten und dann in Fässern oder Kisten in die Pechhäuser (Lagerhäuser) in die Stadt gebracht. Wegen des hier lagernten Peches, erhielt Auerbach sehr schnell den Namen 'Pechstadt'. Von hier aus wurde das gesottene Pech fast in alle europäischen Staaten exportiert. Hauptabnehmer waren unter anderem alle Seehäfen in Deutschland, die holländischen Häfen Eemshaven, Groningen, sowie die belgischen Häfen Ostende, Zeebrücke, Mittelkerge. Jährlich

wurden 250 Zentner in die Mittelmeerregion geliefert. Außerdem benötigten die Bierbrauereien in In- und Ausland das Pech zum 'auspichen' der Holzfässer.

Nach der Einstellung der Pechgewinnung betrieben die Bürger wieder die seit dem Jahre 1498 bestehende Handweberei. In der Stadt gab es im Jahre 1600 128 Webmeister. Im Jahre 1750 gab es schon 204 Meister die ihr Gewerbe meist in ihren Wohnhäusern betrieben.

Diese Handweberei blieb vorerst bis in das 19. Jahrhundert hinein als bestimmendes Gewerbe erhalten.

Jahrhunderte hindurch hatten die Bürger bei Kriegen unter der durchziehenden Soldateska zu leiden. Das Ostvogtland war immer ein Durchzugsgebiet fremder Truppen. Nach dem großen Stadtbrand von 1626 gab es um die Stadt keine Mauer mehr. Die Steine dieser Mauer hatten die Bürger zum schnelleren Aufbau ihrer Wohnhäuser entnommen. Sie war also außer der Burg, ohne jeglicher Befestigung. Die fremden Soldaten gingen also ein und aus wie es ihnen gerade paßte.

Zur Zeit der napoleonischen Kriege 1806-1813, zogen insgesamt 400 000 Soldaten verschiedener Nationen durch das Göltzschtal. Auch die deutschen Länder beteiligten sich an den Kriegshandlungen. Es gab auch Deutschen die im Hinterland gegen Napoleon kämpften. Dazu gehörte auch der Auerbacher Pfarrerssohn Wilhelm Anton Ackermann. Dieser wirkte aktiv im Lützowschen Freichor für die Befreiung seiner Heimat. Ihm zu Ehren erhielt eine Straße seinenNamen.

In den Unruhejahren um 1830, verhinderten die Auerbacher Stadtväter den Ausbruch einer Revolution. Über die Fabrikanten konnten sie die Summe von 10 000 Talern auf-

bringen und den Handwebern als Notstandsarbeit eine Lagerhalle erbauen lassen. Zusätzlich stellte die Regierung 11 000 Taler für Notstandsarbeiten zur Verfügung. Diese wurden für den städteverbindeten Straßenbau eingesetzt. Auch zu den Revolutionsjahren 1848-1849 gingen in Auerbach die revolutionären Wogen hoch. Der Bürger Todt stellte sich an die Spitze dieser Bewegung. Da die Stadt zu einer Hochburg dieser Bewegung zu werden schien, entschloß sich die Regierung diese militärisch zu besetzen. Diese Besatzungstruppen blieben vom 6. Oktober 1848 bis zum Frühjahr 1850 in der Stadt. Auch dadurch wurde die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt gestört.

Ebenso erging es den Handwerkern von denen sich der größte Teil zu Innungen zusammengeschlossen hatten.

Neben der Einführung der Klöppelei und der Handstickerei, kam Mitte des 19. Jahrhunderts die Schiffchenstickmaschine und Ende desselben die Automatenstickerei hinzu. Die Automatenstickerei hat sich als Industriezweig bis heute noch erhalten.

Zu der Handweberei kam um 1865 bis 1875 die mechanische Weberei hinzu die dann im 20. Jahrhundert die Handweberei ablöste. Um 1900 gab es in der Stadt drei Bleichereifabriken, zwei Aparaturfabriken, vier große Webereien die mechanischen Antrieb besaßen, vier Gardinenwebereien und zwei große Wäschefabriken. Es entwickelte sich sehr schnell eine Weißwarenkonfektionsindustrie. Im Jahre 1912 gab es bereits 54 kleinere Betriebe die Weißwaren herstellten.

In Kriegszeiten wurde dieser Industriezweig zur Luxusindustrie gezählt und war deshalb auch stets Krisen ausgesetzt. So zu den Kriegen 1870-1871, dem Ersten Weltkrieg 1914-

1918. Nach diesem Krieg legte die Weltwirtschaftskrise die gesamte Industrie lahm. Jeder dritte Bürger der Stadt war Arbeitslos. Dazu kamen politische Unruhen in der Stadt, sodaß die Reichswehr eingreifen mußte. Notstandsarbeiten im Straßenbau und der Bau einer Talsperre zur Trinkwasserversorgung der Region im Waldgebiet bei Muidenberg, konnten die Arbeitslosigkeit etwas eindemmen .

Auch die Flußregulierungsarbeiten der Göltzsch im Stadtgebiet und die neue Straßenführung von Rodewisch über das Freudental bis zur Falkensteinerstraße trugen zur Arbeitsbeschaffung mit bei. Gleichzeitig veränderten diese Arbeiten das bisherige Stadtbild. Diese neue Straße nahm den Verkehr aus der Innenstadt und war eine vorausschauende Maßnahme der damaligen Verkehrsführung. Diese Straße, die als Bundesstraße 169 die verkehrsreichste Straße der Stadt ist, liegt nun erneut im Zentrum der Innenstadt. In den dreißiger Jahren wurden überall im Stadtgebiet kleinere Parkanlagen geschaffen, diese trugen mit bei daß die Stadt den Beinamen 'Stadt im Grünen' erhielt.

Im Jahre 1930 umfaßte das Stadtgebiet eine Fläche von 1 175 ha. Auf dieser Fläche standen ohne Fabriken und Nebengebäuden 1672 Wohnhäuser. 837,6 ha waren unbebaut. Auf den öffentlichen Verkehrsraum entfielen 53,5 ha. Das Eigentum der Stadt belief sich auf 236 ha, davon waren 1,5 ha unbebaut. Im Jahre 1930 zählte die Stadt 19000 Einwohner.

Helmut Martin

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1. Stadtplan von Auerbach im Vogtland 1790. Am Flußlauf der Göltzsch breitet sich die Stadt in südlicher und nördlicher Richtung aus. Der Kreis soll den Schloßturm darstellen. Östlich von ihm liegen die beiden Rittergüter und die Häuser der zum Schloß gehörenden 'Hofstatt'. Das Kreuz bedeutet die Kirche am Altmarkt. Darunter sind die zusammenhängenden Häuserzeilen um den Altmarkt herum zu sehen. Ganz irn Süden ist die 'Staudtenrnühle' eingezeichnet. An der ehemaligen Nicolaistraße nach Westen hin der Mühlberg mit der Stadtmühle, 'Klopfermühle' genannt. Danach rechts der alte Friedhof mit der Nicolaikirche und ganz im Norden die alte Papierrnühle.

2. Die Burg Auerbach im Jahre 1425. Es ist das bisher älteste bekannte Bild. Deutlich sind das äußere und innere Tor und eine Zugbrücke die sich über eine Felsschlucht befindet zu erkennen. Die Umfassungsmauer sind mit Schließscharten und Zinnen ausgestattet. Besonders hebt sich der aus Grauwackenquarzit bestehende Rundturm, der Bergfried heraus. Der im Tal hell gezeichnete Strich soll die Göltzsch sein. Rechts davon befindet sich die Anlage der Wasserburg Obergöltzsch, diese diente den Frauen der Burgherren als Witwensitz. 300 Jahre waren die Edlen von der Planitz Besitzer der Burg und des Schlosses sowie der Rittergüter und übten die Lehns und Gerichtsbarkeit aus.

3. Nach dem großen Stadtbrand von 1757 wurde das Schloß Ruine. Der Bergfried mit seinen 4,50 m starken Mauern blieb mit seinen 25 m hohen Stumpf bis zum Jahre 1858 in seiner ursprünglichen Form erhalten. Der Auerbacher Fabrikant Keffel kaufte von den Nachfahren der Edlen von der Planitz das Schloßgelände, baute im Turm eine hölzerne Wendeltreppe ein (besteht heute noch), ließ auf dem Turmstumpf eine Holzlaube mit einem Dach aufsetzen und machte diesen Turm zum Aussichtsturm. An ihm ließ er eine Gaststätte anbauen. Unser Bild zeigt Turm und Gaststätte vom Hof des Rittergutes im Jahre 1905.

4. Im Jahre 1909 kaufte die Stadt Auerbach das gesamte Schloßgelände. Der alte Bergfried wurde von 25 m. auf 47 m. erhöht und bekam ein achteckiges Ziegeldach unter dem sich große Glasaussichtsfenster befinden. Im Jahre 1910 waren die Arbeiten am Turm beendet. 1911 wurde dann eine Salongaststätte angebaut, die sich noch heute dort befindet. Auch heute ist der Turm noch ein Aussichtsturm; 182 Stufen führen hinauf zur Aussichtsplattform. Das Foto entstand im Jahre 1920.

5. Bliek von der Westseite der Stadt, vor 1834. Rechts ist die Plauensche Straßc, die zum Altmarkt führt, gut zu erkennen. Auf der Ostseite des Marktes steht die damalige Stadtkirche St. Lorenz. Neben der Kirche rechts standen damals die Schulgebäude. Das Rathaus am Altmarkt erhielt wiederum ein hohes Spitztürmchen. Durch ein Großfeuer des Jahres 1834 wurde dieser Stadtkern völlig vernichtet.

6. Vom Frühjahr des Jahres 1835 bis Oktober 1839 wurden auf den Grundmauern der abgebrannten Häuser die Innenstadt und auch die Kirche auf ihrer alten Umfassungsmauer und auf dem noch stehengebliebenen Turmstumpf ein neuer Turm wieder aufgebaut. Die Kirche ist ein gotisch-romanischer Baustil. Über seinem quadratischen Unterbau erhebt sich ein achteckiger Turmaufbau der im Abschluß mit gotischen fensterähnlichen im Freien befindlichen Freigang von einer Kuppel mit Turmknopf abgeschlossen wird. Diese zum 1. Adventssonntag des Jahres 1839 geweihte Stadtkirche St. Laurentius galt lange Zeit als einer der schönsten Kirchen im Sachsenland .

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7. Die Stadt im Jahre 1907 vom Schulpark aus gesehen. Links im Vordergrund die Schulparkanlage und das damalige Reichsbankgebäude an der Schulstraße. Rechts im Vordergrund die Malzhäuser am Malzhausweg, dahinter die Häuserzeilen am Neumarkt. Links die Stadtkirche, rechts der Schloßturm und dahinter das königliche Lehrerseminar.

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