Augsburg in alten Ansichten

Augsburg in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. J. Mancal
Gemeente
:   Augsburg
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2286-3
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Augsburg in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Augsburg wird 1985 das 2 OOOjährige Jubiläum seiner Stadtgründung feiern. Aus der römischen Augusta Vindelicum entwickelte sich die Bischofsstadt; in die Zeit ihres bedeutendsten Vertreters, des Bischofs Ulrich, fällt auch die Schlacht auf dem Lechfeld 955. Zu der Bischofsstadt kam im Mittelalter die der Bürger. An der Wende vom Spätmittelalter zur Neuzeit hatte die freie Reichsstadt nicht nur durch die Fugger, Welser, Höchstetter und anderer Handelsunternehmungen Einfluß auf die Reichspolitik und die Wirtschaftsentwicklung genommen, sondern auch auf kunsthandwerklichem Gebiet, etwa beim Buchdruck oder der Goldschmiedekunst, einen ihrer Höhepunkte erreicht.

Im 16. Jahrhundert wurde Augsburg die Stadt der Reichstage und mit der Confessio Augustana eines der Zentren des Frühprotestantismus. Am Anfang des 17. Jahrhunderts gestaltete der geniale Elias Hall die markantesten Baulichkeiten. Trotz der Katastrophe, die mit dem Dreißigjährigen Krieg auch über Augsburg hereinbrach, konnte sich die Stadt noch einmal für kurze Zeit etwas erholen, wovon vor allem wieder die verschiedenen Kunstgewerbezweige Zeugnis ablegen.

Im Jahre 1806 fiel Augsburg an Bayern. Da die Stadt bis 1866 Festung blieb, war ihr Wachstum wesentlich gehemmt, wenn auch einerseits schon auf eigenes Risiko Fabriken - sie hätten im Verteidigungsfall abgerissen werden müssen - gebaut wurden, anderer-

seits Teile der Festungswerke in zwei Phasen (1805-1826, 1860-1885) niedergelegt wurden. Nach dem stadtgeschichtlich fast magischen Datum von 1866 wuchs mit der bereits früher eingetretenen raschen Entwicklung, besonders der Metall- und Textilindustrie, auch die Bevölkerung: Mit 50067 Einwohnern hatte 1867 die Zahl jene vor 1618 erstmals wieder knapp überschritten. 1880 waren es 61 408, 20 Jahre darauf 89 170, 1910 schon 102037 Einwohner erreicht. Nach den Eingemeindungen von 1910-1916 hatte Augsburg um 1920 etwa 150000 Einwohner.

Im Bereich der Innenstadt setzte die Citybildung ein, deren menschenfeindliche Begleiterscheinungen zu substantiellen Veränderungen führten. In der Nacht vom 25./26. Februar 1944 wurde durch Menschengewalt in wenigen Stunden das ein Raub der Bomben, was Jahrhunderte aufgebaut hatten. Das Antlitz der Stadt hatte sich verändert.

Der Bildband soll einen Eindruck des früheren Augsburg vermitteln: Wenn sich auch im Bereich der Grafik ein bestimmter Motivkanon für die Stadttopographie entwiekelt hatte, der von den frühen Fotografen wie A. Strehle (1825-1886), C. Jochner (1828-1878) und M. Keller (1840-1888) spätestens seit 1852 im wesentlichen übernommen wurde, so kam doch bald auch die der Fotografie eigene Sehweise langsam zum Durchbruch.

1. Fast im Mittelpunkt dieser frühen Luftaufnahme ist eine der zentralen Nord-Süd-Achsen Augsburgs, die Maximilianstraße, auszumachen. Sie beginnt hinter den im linken unteren Bildrand abgebildeten Anlagen der ehemaligen Reichsabtei St. Ulrich und Afra sowie dem gleichnamigen Münster und endet beim Rathaus und Perlachturm. Unmittelbar dahinter läßt sich noch im Dunst der Dom erkennen. Ab der Mitte des linken Bildrandes tritt die auf das Stadttheater zulaufende, alleegesäumte Fuggerstraße in Erscheinung. Hinter dem Stadttheater tauchen die katholische und evangelische Kirche von Heiligen Kreuz auf. Im Osten setzt der Ausschnitt bei dem Heilig-Geist-Spital ein; deutlich läßt sich links davon die Spitalgasse und ihre Fortsetzung, die Bäckergasse, sowie rechts davon der baumbestandene Graben erkennen.

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2. Durch das Klinkertor, 1389 zwischen Gögginger und Wertachbrucker Tor erbaut, gelangte man von der Innenstadt zum 1911 eingemeindeten Pfarrdorf Pfersee. Zur Zeit der Aufnahme bestanden noch die 1454 errichtete gewölbte Steinbrücke und der Stadtgraben. Das Klinkertor hatte verschiedene Namen, es wurde unter anderem auch 'Henkertor' genannt, weil hier einst der Scharfrichter wohnte. Auf der der Stadt zugewandten Seite hatte Johann Evangelist Holzer (1709-1740) um 1736 eine Ecce-homo-Darstellung angebracht. Holzer, ab 1730 von Südtirol nach Augsburg zugezogen, zählt zu den bedeutenden Freskenmalern des Barock. Vor dem Tor lagen das Schaezlersche und Wohnlichische Gartengut. Im Hintergrund, rechts des Tores, kann man aus dem Bereich der Innenstadt deutlich den Turm der evangelischen Kirche Heilige Kreuz erkennen. Abgebrochen wurde das Tor 1874.

3. Der 1247 erstellte und 1611 von dem Stadtmaler und Bürgermeister Matthias Kager (1575-1634) gleichzeitig mit dem 1807 abgebrochenen Heilig-Kreuzer-Tor bemalte Frauentorturm trennte die Bischofsstadt von der Vorstadt und fiel als letzter von drei innerstädtischen Türmen (Süd-, Ost- und Frauentor), trotz heftigen Protestes der Augsburger Bürger 1885, der Verkehrsplanung zum Opfer. Auf dieser, dem Dom zugewandten Seite des Turrns, hatte Kager neben Grisaillen mit dem bethlehernischen Kindermord und Herodes' Tod die Kaiserwahl Karl V. durch die Kurfürsten sowie Josefs Traum und Flucht gemalt. Die linke Bildhälfte nehmen die um 1720-1730 erbaute ehemalige Dompropstei und das domkapitlische Kornhaus ein.

4. Gleichzeitig mit dem 1809 abgerissenen Siegelhaus und der Brücke beim Gögginger Tor erhöhte 1605 Elias Holl das im Unterbau mittelalterliche Wertachbrucker Tor um zwei Stockwerke. Genauso wie später das Rote Tor erhielt es ein Zeltdach und eine Laterne. Dieses frühe Beispiel von Holls Tätigkeit zeigt eine architektonisch so gelungene Verschmelzung von Dekoration und Funktion, daß es früher als einer der Höhepunkte in seinem Schaffen angesehen wurde. Durch dieses Tor zog am 10. Oktober 1805 Napoleon in Augsburg ein.

5. Im Südosten war die Stadt durch das Rote Tor befestigt. Von Nordwesten aus betrachtet, kommen zuerst nach der Bastei (1611) der große und kleine Wasserturm. Der Unterteil des ersteren wurde 1416 gebaut und 1463 erneuert, die Obergeschosse wurden 1669 aufgesetzt (Balusterbekrönung 1746), das Untergeschoß des kleinen Turms baute man 1470 und knapp 90 Jahre spater hatte B. Zwitzel den Oberbau vol!endet (Haube 1672). Zentraler Punkt ist das 1622 von E. Hol! anstelle einer schon 1276 erwähnten Anlage errichtete Rote Tor mit Zeltdach und Laterne, etwas verdeckt vom Glockenturm des ebenfal!s von E. Hol! 1623-1631 errichteten Heilig-Geist-Spitals. Aus dessen Gebäudekomplex erhebt sich der anfänglich runde, spätmittelalterliche, dann oktogonale, von J. Eschay 1599 erhöhte Kastenturm.

6. Das Zunfthaus der Bäcker Lit. C 18, auch 'Beckenhaus' genannt, stand an der Ecke Karolinenstraße und Perlachberg in der Nachbarschaft des Perlachturms. Die Front des 1602 von E. Holl errichteten Bauwerks war mit zahlreichen Gesimsen im italienischen Renaissancestil verziert; im Erdgeschoß befanden sich Kaufläden. 1650 verkaufte der Rat das Haus um 3000 Gulden an die Bäckerzunft. In alten Stadtführern wurde hervorgehoben, daß man hier, wie auch in anderen Zunfthäusern, Wein ausgeschenkt bekommt. 1713 gründete man das 'Collegium Musicum', das sich auch als 'Musikübende Gesellschaft zum Beckenhaus' bezeichnete. Dieses Laienorchester hatte sich gerade um die Mitte der sechziger Jahre des 18. Jahrhunderts vor allem durch die Uraufführung von Sinfonien Leopold Mozarts einen Namen gemacht.

7. Im Jahre 1589 wurde der Stadtwerkmeister Jakob Eschay mit dem Bau eines Zeughauses unter Einbeziehung des 1505 errichteten spätgotischen Kornhauses (im Hintergrund links) beauftragt, Als er scheiterte, wurde er 1602 durch Elias Holl abgelöst, der nach fünf Jahren das Arsenal fertigstellen konnte. Von Holl stammt auch nach neuesten Erkenntnissen der Entwurf für die Ostfassade des Zeughauses. 1703 im Spanischen Erbfolgekrieg bereits durch bayerische Truppen geplündert, ging das Zeughaus nach der Einverleibung Augsburgs in Bayern 1806 in Militärbesitz über. 1895 kaufte die Stadt das Zeughaus zurück und installierte hier vier Jahre darauf ihre Hauptfeuerwache. Nach deren Auszug 1973 wurde das Haus erst nach heftigen Protesten in ein Bildungs- und Begegnungszentrum umgebaut.

8. Ursprünglich war für die Ostfassade des Zeughauses eine Minerva-Gruppe vorgesehen, was dem humanistischen Geist der damaligen Zeit am ehesten entsprochen hätte. Noch vor Vertragsabschluß am 30. Dezember 1603 hatte der aus Schongau gebürtige und in der Toskana ausgebildete Bildhauer Hans Reichle (um 1570-1642) eine Figurengruppe vorgeschlagen, die den Triumph des Heiligen Michael über den Satan darstellt. Obwohl die Größe dieser Gruppe die Proportionen der Fassade sprengte, wurde Reichle zusammen mit dem Stadtgießermeister Wo1fgang Neidhard beauftragt, das Paar zu fertigen. Insgesamt drei Jahre benötigte Hans Reichle für sein größtes Meisterstück.

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