Augsburg in alten Ansichten

Augsburg in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. J. Mancal
Gemeente
:   Augsburg
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2286-3
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Augsburg in alten Ansichten'

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9. Nachdem am 3. März 1634 die 25 Jahre zuvor von Elias Holl vollendete Stadtmetzg abgebrannt war, wurde sie sogleich wieder neu aufgebaut; sie ersetzte die alte, von 1429-1609 am Perlachplatz befindliche Metzg, Neben den hier untergebrachten Fleischbänken befand sich ab 1710 für 96 Jahre die reichsstädtische Kunstakademie im Obergeschoß. Für eine kurze Zeit waren ab 1845 hier auch die Sammlungen des naturwissenschaftlichen Vereins untergebracht. Mit der Schaffung des neuen Stadtmarktes 1930 zogen die Metzger um, neun Jahre später hielt die städtische Verwaltung hier ihren Einzug, nachdem der am 11. März 1937 begonnene Innenabbruch und der mit dem Richtfest arn 28. September 1938 vollendete Umbau abgeschlossen war.

10. In den Jahren 1613-1615 hatte Holl ein Schulgebäude für sechs Klassen aufgeführt, in das das evangelische Gymnasium zu St. Anna einziehen konnte. Diese Schule war 1531 eröffnet worden, nachdem der ab 1275 in Augsburg ansässige Karmeliterorden 1523 bei seiner Auflösung Kloster und Kirche an die Stadt zurückgab, Das Gymnasium St. Anna zählt zu den bekarmtesten Schulstätten Augsburgs, unter anderen war auch Napoleon Ill. hier Schüler. Am linken Bildrand befand sich die 1893 in einen Neubau umgezogene Staats- und Stadtbibliothek. Von 1537 bis 1873 war der Rektor von St. Anna zugleich auch der Stadtbibliothekar. Sie war 1563 erbaut worden und enthielt um die Mitte des 19. Jahrhunderts etwa 125000 Bände, Die wertvollsten Bestände, vor allem die 1545 in Venedig angekauften 126 griechischen Handschriften, wurden 1806 nach München gebracht.

11. Weltberühmt war das Rathaus, das wir am Ende des alten Brotmarktes zusammen mit dem Perlachturm sehen. Der Perlachturm, im Kern noch hochmittelalterIich, wurde 1526/27 erhöht; E. Holl setzte in den Jahren 1614-1616 die Obergeschosse auf. Die erste urkundliche Erwähnung eines Rathauses finden wir im Jahr 1260; 36 Jahre später brannte der Holzbau ab und wurde aus gleichem Baumaterial wieder hergestellt. 1385 wurde ein Gruppenbau aus Stein errichtet, der 1449 sowie 1515/16 erweitert wurde. Ab 1610 widmete sich Holl dem Entwurf für einen Neubau, um die herrschende Arbeitslosigkeit zu mindern. Am 15. August 1615 wurde am östlichen Flügel der Grundstein gelegt; Ende Juni 1618 begann man mit der Aufrichtung des Dachstuhls. Am 3. August konnte die erste Ratswahl hier stattfinden. Der Ausbau der Innenräume zog sich noch bis 1624 hin.

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12. Das Jahr 1882 und die darauffolgenden dienten dazu, das mit dem 'Eisenhof" und 'Trabantenhof' bebaute Areal für den geplanten Neubau eines Verwaltungsgebäudes freizumachen. Erst auf Druck der Bevölkerung, die 1884 unter Führung des kunstsinnigen Großindustriellen August Riedinger gegen die Wiederbebauung Sturm lief, wurde der Platz frei gelassen und der Verwaltungsbau rechts an die Nordostecke des Rathauses gesetzt. Der freie Platz erhielt seinen Namen nach dem Erbauer des Rathauses Elias Holl. An der Ostfront, im unteren Drittel des Mitteltraktes, ist, als eines der wenigen Überbleibsel des alten, abgerissenen gotischen Rathauses, ein Sandsteinrelief (um 1450) mit dem von zwei wilden Männem gehaltenen Augsburger Wappen eingelassen.

13. Der Goldene Saal, hier in West-Ost-Richtung abgebildet, gehörte zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der alten Reichsstadt. Der stützenlose und mit 50 Fenstern versehene Saal hatte eine Länge von 33,65 Metem, eine Breite von 17,33 Metern und war 14,22 Meter hoch. Der Fußboden, 1620-1622 gelegt, bestand aus Solnhofner Schiefer und Adneter Marmor. Prunkstück des Saales war die reich vergoldete Kassettendecke aus Nußbaumholz, von Wolfgang Ebner 1619-1621 gefertigt, sowie elf Ölgemälde an der Decke und 16 Kaiserfiguren an den beiden Seitenwänden. Mittelpunkt war ein Gemälde von M. Kager nach der Idee des Jesuitenpaters M. Rader (1561-1634) und der Vorzeichnung von Peter Candid (um 1548-1628), das in Allegorien die Weisheit auf dem Triumphwagen, gezogen von der Gerechtigkeit, Tapferkeit, dem Frieden, der Milde, dem Sieg und dern Überfluß, darstellte.

14. Sowohl die Süd- als auch die Nordwand des Goldenen Saales war mit 'heydnischen' und christlichen Kaisern, die das Hauptthema bildeten, geschmückt, Auf unserem Bild, in West-Ost-Richtung aufgenommen, sind die römischen Kaiser Severus, Antoninus Pius, Vespasian, Trajan. Octavian und Julius Cäsar auf gemalten Podesten in Nischen dargestellt. Im unteren Abschnitt sind neben den rechteckigen Feldern mit Groteskenmalerei in Grisaille eines der von Lorenz Bayr 1620/21 geschaffenen Eingangsportale sowie die Eingänge zu den Fürstenzimmern zu erkennen.

15. Neben Amtsstuben befanden sich im Rathans auch vier um den Goldenen Saal angeordnete Fürstenzimmer. In dem 'vierten', südwestlich gelegenen Zimmer konnte man neben dem von Melchior Lott aus Landsberg angefertigten Ofen, der die drei christlichen Kardinaltugenden Glaube, Liebe und Hoffnung allegorisch darstellte, auch die Holzvertäfelung der Wände sowie die Holzkassettendecke bewundern. Die Schreinerarbeiten wurden von Hans Schertlin dem Jüngeren ausgeführt, der sie 1619 beende te. Hauptanziehungspunkt dieses Fürstenzimmers waren die von Johannes König 1622-1624 hergestellten drei großen Bilder, den Verfassungsformen Demokratie, Aristokratie und Monarchie gewidmet. Das humanistisch geprägte Gesamtkonzept der Innenausstattung stammte vermutlich unter anderen von Marcus WeIser.

16. Am westlichen Platz vor dem Rathaus, noch eingeengt durch das Gebäude der Augsburger Börse, stand der von Hubert Gerhard (um 1550-1620) modellierte und von Peter Wagner gegossene Augustusbrunnen. Bereits 1589 war der Plan für diese Anlage zur Begutachtung dem Rat vorgelegt worden; vier Jahre darauf wurde der Platz für die Aufstellung bestimmt. 1594 war der Brunnen aufgestellt. Mit ihm gedachte man des Gründers der Stadt, des Kaisers Augustus. An den Ecken des Brunnenbeckens lagern, als Allegorien des Winters, Frühlings, Sommers und Herbstes, die personifizierten Augsburger Flüsse Lech, Singold, Wertach und Brunnenlech, denen die Stadt ihren Wasserreichtum verdankt.

17. Historische Gebäude, unter anderem auch die Kauf1eutestube und das 1563-1565 von B. Zwitzel (1526-1570) errichtete Geschlechterhaus, mußten dem Neubau der Augsburger Börse weichen. Das Gebäude war ein Entwurf von Johann Nepomuk Pertsch (1780-1835); aufgeführt wurde das Gebäude in den Jahren 1826-1830. Die klassizistische Fassade ahmte die italienische Hochrenaissance nach und hatte auch noch Anklänge an den Frühbarock. Einst war Augsburg im ausgehenden Mittelalter neben Frankfurt am Main und Nürnberg wichtigster Börsenplatz; eine weitere Blütezeit erlebte die Augsburger Börse in der zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts. War sie zuvor eine Wechselbörse, kam seit 1816 der Effektenhandel noch dazu. 1856 wurde das Augsburger Institut eine reine Lokalbörse, 1935 ging es in der Münchener Börse auf.

18. Das früher auch als 'Heidenturm' bezeichnete Bauwerk des Afraturms, bereits auf einem der ersten exakten Stadtpläne des hochbegabten Goldschmiedemeisters Jörg Seld (um 1454-1527) aus dem Jahre 1521 vorhanden, war eines der letzten Patriziertürme der Stadt. Er war etwas über 36 Meter hoch und sollte erhalten bleiben, weshalb er abgestützt wurde. Trotz dieser Vorsichtsmaßnahme bestand akute Einsturzgefahr, so daß man den Turm in der Zeit vom 14. bis 26. April 1900 abbrechen mußte. Linker Hand ist jene Fläche berelts geräumt, auf der wenig später das neue Polizei- und Verwaltungsgebäude aufgeführt wurde,

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