Augsburg in alten Ansichten

Augsburg in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. J. Mancal
Gemeente
:   Augsburg
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2286-3
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Augsburg in alten Ansichten'

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19. Erst mußte man für den Bau des neuen Polizeigebäudes mehrere Häuser abreißen - darunter Lit. D 9, das Geburtshaus von Matthäus Lang (1468-1540), dem Kardinal und Erzbischof von Salzburg sowie Begründer der Hofkanzlei Kaiser Maximillans 1. -, bevor man im Mai 1900 damit beginnen konnte. Knapp zwei Jahre später, im März 1902, war das Haus fertig und konnte am 3. April des gleichen Jahres bezogen werden. Auch zur Wahrung eines einheitlichen Stadtbildes wurde das Polizeigebäude im Stil der deutschen Neurenaissance gebaut. Die sonnenbeschienene Front gehört zur Maximilianstraße, von der rechterhand das ehemalige Kanzleigäßchen abzweigte.

20. Im Innern des neuen Polizeigebäudes (Lit. D 9) war auch das Arbeitszimmer des Stadtoberhauptes untergebracht. Entsprechend der äußeren Gestaltung selbst war dieses Zimmer im Stil der deutschen Neurenaissance eingerichtet; eine hochgezogene, reich mit geschnitztern Zierwerk versehene Holzwand und eine entsprechende Holzdecke sollten eine Ahnung reichsstädtischer Tradition und bürgerlichen Repräsentationsbewußtseins vermitteln. Im krassen Gegensatz dazu steht der nüchtem-funktionale Bodenbelag aus Linoleum. Dieser Stilbruch läßt sich auch symbolisch deuten: Auf dem Boden einer neuen Zeit gerät die Einholung der ihrer Substanz beraubten Vergangenheit zur dekorativen, inhaltslosen Kulisse. über dem Schreibtisch ist auf einem Ölgemälde von E. Schemel (um 1550-1611) der Perlachplatz mit dem gotischen Rathaus zu sehen.

21. Das Zunfthaus der Weber, 1389 von den Brüdern Konrad und Hans Ilsung um 700 Gulden durch die Weberzunft abgekauft, liegt im Norden gegenüber der Moritzkirche. Es wurde 1607 von dem Maler Matthias Kager nach venezianischer Art bemalt; dieser Zeitpunkt zeigt die Bedeutung der Weberzunft an, die bei einer Einwohnerzahl von 48 000 mit 3024, davon 2 199 selbständigen Meistern im Jahr 1612 vertreten waren. Auf diesem Bild ist sehr gut zu sehen, wie wenig von dem einst so stolzen Zunfthaus und seiner Bemalung übriggeblieben ist. Der Verkauf des Hauses an die Stadt am 25. April 1912 symbolisierte den Zusammenbruch eines Handwerks, dem Augsburg einst mit seinen Reichturn verdankte. Am 24. April 1913 wurde trotz Widerstandes begonnen, das Haus wegen Baufälligkeit abzubrechen.

22. Mit geringfügigen Unterschieden wurde nach dem Abriß des alten das neue Weberhaus für 280 000 Mark wieder aufgebaut. Mit viel kunsthandwerklichem und malerischem Geschick hatte Prof. August Brandes, der bereits 1903 sich an die Rekonstruktion der Bemalung gemacht hatte, die Fassadendekoration hergestellt, Nur wenig später, im Jahr 1936, erfolgte eine Neubemalung durch O.M. Schmitt und J. Hengge.

23. Matthias Kager, der 1598/99 Hofmaler des Kaisers Maximilian I. war und 1603 nach Augsburg kam, hatte zu Beginn seiner Tätigkeit als Stadtmaler das Weberhaus von 1605-1607 freskiert. Relativ gut war die der Moritzkirche gegenüberliegende Südseite erhalten. Während im unteren Drittel zwei einzelne Fresken den Textilerwerb im Orient sowie den Handel zwischen den Venezianern und Augsburgern darstellten, zeigten die zwei oberen Drittel nur allgemeine Bezüge zur Geschichte der Webkunst. Im mittleren Drittel waren allegorisch die vier Zeitalter dargestellt. Im oberen Bereich waren Begebenheiten aus der römischen Sagenwelt, beginnend mit der Sage von Lucretia über die Allegorien der Roma und des Tibers bis hin zum Empfang und der Rückkehr von Lucretias Gatten Lucius Tarquinius Collatinus, zu sehen.

24. An der links hinter dem Merkurbrunnen erkermbaren Straßengabelung von Wintergasse und Maximilianstraße befand sich ein in das 16. Jahrhundert zurückreichendes Gebäude, das später 'Brackhaus' genannt wurde. Nachdem es in den Jahren 1638·1781 im Besitz der Handelsleute Lotter und dann an andere Eigentümer übergegangen war, erwarb es 1842 der Buchbinder Johann Jakob Brack. Nach ihm ging es 1857 auf seinen Sohn, den Kaufmann Johann Georg Brack, über. Mit dem Brackhaus begann einst der alte Weinmarkt; diese Bezeichnung rührte davon her, daß den Verkäufern von Weinen aus Sicherheitsgründen die in der Straße befindlichen Speicher sowie die Keller des dortigen Wein· stadels und des Siegelhauses zur Aufbewahrung angewiesen wurden.

25. Im Jahre 1599 wurde das von Adriaen de Vries (1560-1627) modellierte und von Wolfgang Neidhard (1575-1632) gegossene Standbild Merkurs, des Götterboten mit dem Heroldsstab und römischen Gottes des Handels, als zweiter Brunnen zum 1 600-Jahr-Jubiläum der Stadtgründung fertiggestellt. 1716 umfaßte man die Anlage mit einem Gitter, 1752 erneuerte man den Pfeiler. Der Wasserverbrauch des Brunnens betrug rund 33000 Liter. Die Sicherstellung dieser Wassermenge war für die damalige Zeit, nachdem auch andere Brunnen aufgestellt waren, auch eine enorme technische Leistung.

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26. Im Jahr 1511, also 144 Jahre nach Zuzug der Fugger nach Augsburg, erwarb Jakob Fugger der Reiche (1459-1525) das gesamte Areal, auf dem heute die Fuggerhäuser stehen, und ließ in den Jahren 1512-1515 von J. Zwitzel (um 1472-1540) unter Ausnutzung älterer Teile die Fuggerhäuser ausbauen. Die ersten Fresken an diesen Häusern stammen von Hans Burgkmair (1473-1531), dem bedeutendsten Renaissancemaler. Da die Fresken im Laufe der Zeit verwischt waren, wurde Ferdinand Wagner beauftragt, neue anzubringen (1861-1863). Wegen ihrer starken Verwitterung wurden sie im Jahr 1914 von Prof. August Spies restauriert. Hier waren unter anderen die Kaiser Maximilian 1., Karl V. und Ferdinand Il, ebenso zu Gast, wie A. Dürer, Tizian und Cajetan bei seiner Unterredung mit Martin Luther. Auch König Gustav Il. Ado1fvon Schweden hatte sich 1632 hier einquartiert.

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~ <-- 27. Von dem gebürtigen Schwabmünchner Ferdinand Wagner ließ Fürst Leopold Fugger von Babenhausen in den Jahren 1860-1863 großflächige Fresken an der Maximilianstraßenfront der Fuggerhäuser anbringen. Das abgebildete mittlere von insgesamt fünf Fresken, über dem Haupteingang befindlich, stellte Jakob Fugger den Reichen (1459-1525) und seine Brüder beim Bau der Fuggerei dar. Über ihm, am oberen Bildrand, ist das Wappen der Grafen Fugger von Kirchberg-Weißenhorn. Am unteren Bildrand schmücken Allegorien der Baukunst, Bildhauerei, Malerei, Astronomie und der Mathematik die Fassade.

28. Einst zum Besitz der Fugger gehörig, wurde das Gebäude 1690 durch Feuer zerstört. 1721, nach dem Verkauf an einen Gastwirt, machte sich der Baumeister Johann Baptist Gunetzrhainer (1692-1763) an den Neuaufbau. Mit dem Nebenhaus Lit. B 14 gehört dieser Hotelbetrieb zu den ältesten und angesehensten in Augsburg, Leopold Mozart stieg mit seiner Familie 1763 ebenso hier ab wie der russische Zar, Kaiser Franz Il. oder der König Friedrich Wilhelm von Preußen. 1866 beschloß der deutsche Bundestag, der hier vom 14. Juli bis 24. August tagte, seine Auflösung. Unter Erhaltung der Fassade wurde das Gebäude 1875/76 durch den Stadtbaurat Leybold umgestaltet.

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