Augsburg in alten Ansichten

Augsburg in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. J. Mancal
Gemeente
:   Augsburg
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2286-3
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Augsburg in alten Ansichten'

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39. Im Mittelpunkt des Bildes, an der Gabelung von Grottenau und Ludwigstraße, stand eines der für Augsburg typisohen Großkaufmannshäuser. In der Substanz reichte es vor das Jahr 1500 zurück. Es wurde als das von Radsche Haus bezeichnet; die Familie Rad war ein Vorarlberger Geschlecht. 1638 machte sich Christoph Rad der Ältere nach Augsburg auf den Weg, um hier bei seinem Onkel in die Goldschmiedelehre zu gehen. Nach erfolgreicher Tätigkeit, auch unter anderem in Paris, siedelte er sich 1664 endgültig in Augsburg an. Am 10. Juni 1693 erwarb er dieses Haus Grottenau 2. Im Besitz der Familie blieb es bis 1938. Von rechts ragt noch ein Teil des Höchstetterhauses ins Bild.

40. Durch die Lage des von Radschen Hauses an einer Straßengabelung bedingt, wurde der Hof spitzwinkelig, aber dennoch sehr großzügig gestaltet. Im Haus selbst sind neben Geschäftsräumen - das Wechselhaus von Christoph Rad gehörte neben denen von Rauner und Hößlin zu den erfolgreichsten des 18. Jahrhunderts -, und Wohnräumen auch Gesindestube und Knechtekammer untergebracht. Architektonisch sehr gut gelöst ist die rundumlaufende Galerie auf auskragenden Stichkappen, eine für das Augsburg des 16. Jahrhunderts typische Bauausführung.

41. In einer der beiden Schreibstuben des Hauses Grottenau 2 - sie wurde später zweckentfremdet - befand sich eine Säule zur Abstützung des Gewölbes. Basis und Schaft sind rornanisch, das Kapitell stammt aus der Renaissance.

42. Das Haus Lit. C 35 am Hohen Weg, gegenüber dem 1863 neuerbauten Riedinger-Haus, stand bei einem bereits zwischen 1351-1355 abgetragenen Stadttor. Da offensichtlich gerade in diesem Tor Schwalben hausten und sich nach dem Abbruch auf die umliegenden Häuser verteilten, erhielt dieses Haus die Bezeichnung 'Schwalbeneck'. Eine andere Erklärung besagt, daß sich in frühester Zeit hier ein 'Wasser-Schwall' mit einer Mühle befand und der Volksmund später aus Unverständnis das 'Schwalleck' in ein 'Schwalbeneck' verwandelt habe. Es war ein typisches, bis an das Ende des 16. Jahrhunderts zurückreichendes Bürgerhaus mit zwei Erkern und einer vorgelagerten Freitreppe.

43. An der Ecke von Obstmarkt und Hohem Weg (1806-1953: Karolinenstraße) befand sich ein im Jahr 1582 von Johann Holl (um 1512-1594), dem Vater von Elias Holl, für Herrn Greiner erbautes Haus. Der Baumeister selbst hat dieses sein Werk als 'Ein herrlicher schön groß Haus' angesehen. Es diente auch den Zimmerleuten als Zunfthaus, Typisch für diese Art von Großbürgerhaus ist die Tatsache, daß es zwar ein Einfahrtstor, aber keine Haustüre besitzt: Man konnte erwarten, daß die Besucher standesgemäß vorfahren. Wie auch bei den nächsten beiden Häusern, ist für Augsburg die Bemalung der Fassaden typisch; später brachte Josef Huber eine rein klassizistische Bemalung an.

44. Am Fuße des Perlachbergs, am Metzgplatz gelegen, stand das Schaurhaus, benannt nach der 1586 nach Augsburg zugezogenen Familie Schaur, die am 2. Oktober 1758 dieses Haus erworben hatte. Es war im Schnitt nur fünf bis sechs Meter tief, worüber die sehr großzügige Fassade mit der 1760 angebrachten Freskierung von Joharm Baptist Bergmiller (1724-1785) hinwegtäuschen konnte. Nach einem Brand 1878 wurde das Haus wieder hergestellt und 1914 erfolgte eine neubarocke Fassadenbemalung durch Koegel, Frey und SteuernageJ. Vor dem Haus steht der 1575 von Georg Wagner (? ) hergestellte Georgsbrunnen; er wurde erst 1833 auf dem Metzgplatz vor dem Schaurhaus aufgestellt.

45. Bis 1965 stand am Obstmarkt das Haus Nr. 8, das nach den Besitzern der Fa. Engier & Comp., Adolf und Hermann Moschei, benannt war. Die Gebrüder Moschel hatten das Geschäft 1898 erworben und das vorherige Handelsunternehmen durch eine Fabrikanlage (Lacke, Farben) wesentlich erweitert. Die Firma, 1720 gegründet, handelte vor allem mit Chemikalien, Ölen, Farben und Lacken. Die Bemalung des Hauses stammte von Joseph Christ aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

46. Vom Rathaus kommend, konnte man durch das Gäßchen 'Beim Bogen' von der Philippine-WelserStraße zur St-Anna-Gasse gelangen. Von diesem Gäßchen aus ist das Haus Lit. D 220 (später Annastraße 12) aufgenommen. Die Haussubstanz reicht in das 16. Jahrhundert zurück; es wurde am 4. Juni 1859 von dem Kaufmann Karl Troeltsch erworben. In seiner Jugendzeit besuchte der berühmte Religionsphilosoph Ernst Troeltsch (1865-1923) hier oft seinen Onkel. In seiner Anlage ist das Haus charakteristisch für den gehobenen Kaufmannsstand.

47. Durch die Freilegung des Elias-Holl-Platzes konnte die Wirkung der am Platzrand gelegenen einfachen Handwerkerhäuser (Lit. C 318-322) deutlicher zutage treten. Die Häuser sind in ihrer Breite auf fünf bis sieben Meter beschränkt und weisen keine berufsspezifischen Architekturmerkmale auf. Typisch für sie sind die Dreifenster-Flacherkergiebel. Die nachweisbare Geschichte dieses Ensembles reicht bis an das Ende des 16. Jahrhunderts zurück.

48. Die Schwibbogengasse hatte ihren Namen nach dem 1306 erbauten und 1867 abgebrochenen 'Swibogen'-Tor, also einem gewölbten Steinbogen, erhalten. Seit 1495 wurde hier der Stadtbach in einem offenen Kanal durch die Stadt gefûhrt und bot die Möglichkeit, die Wasserkraft mittels Schaufelrad und später durch Turbinen auszunützen. Welch bedeutende wirtschaftliche Funktion die durch das Stadtgebiet geleiteten Bäche, Lech- und Wertachkanäle besaßen, kann man nicht nur an deren Länge (60,8 Kilometer), sondern auch an der mit 79 Turbinen erzeugten Leistung von insgesamt 12 581 PS ersehen (1902).

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