Augsburg in alten Ansichten

Augsburg in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. J. Mancal
Gemeente
:   Augsburg
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2286-3
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Augsburg in alten Ansichten'

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59. Albrecht Fugger (1574-1614) hatte sich nach Ankauf mehrerer Gebäude als 'Fuggersches Hauptgedächtnis' einen Prachtbau an der Maximilianstraße erstellen lassen. Dieser wurde 1633 durch Feuer zerstört; später erwarb die Stadt die Ruine und ließ sie als Gerichts- und Hallgebäude herrichten. Im Zuge des Versuchs, im Bereich der Innenstadt mehrere Ost-West-Verbindungen zu schaffen, wurde die Hallstraße angelegt und zuvor sowohl das Halltor ais auch dieses 1813 in bayerisches Eigentum übergegangene königliche Bezirks- und Stadtgerichtsgebäude abgerissen, nachdem es die Stadt gegen ein Grundstück für das neue Justizgebäude eintauschen konnte.

60. Bevor am 12. Januar 1866 die Aufhebung der Festungseigenschaft durch König Ludwig 11. genehmigt wurde, war sechs Jahre zuvor schon das etwa im 12. Jahrhundert errichtete und 1581 neu erbaute Gögginger Tor niedergelegt worden, um eine Verbindung zwischen Stadt und dem neuen Hauptbahnhof schaffen zu können, Vermutlich von dieser Stelle aus, also im Bereich des heutigen Königsplatzes, ist das Bild des erst teilweise zugeschütteten Stadtgrabens, 'Hirschgraben' genannt, entstanden. Im Hintergrund sehen wir die katholische Kirche von Heiligen Kreuz.

61. Wo sich links eine Parkanlage ausdehnte, stand eines der zehn Haupttore der Stadt, das Gögginger Tor. Nachdem im Sommer 1860 die Anlage geschleift worden war und der aufgefüllte Graben eine rasche Verbindung zum Hauptbahnhof ermöglichte, machte sich L. Leybold 1866 daran, eine Ringstraße zu entwerfen. Die 1967 in 'Konrad-Adenauer-Allee' umbenannte Kaiserstraße, deren erstes Haus von rechts ins Bild ragt, wurde auf dem aufgeschütteten Graben angelegt und bald bebaut; der Königsplatz ist noch in seinem alten Zustand zu sehen. Aber erst langsam, mit der Ausdehnung der Stadt nach Westen, gewann der Königsplatz an Bedeutung: Nach der Anlage der Bürgerrneister-FischerStraße im Jahr 1905 wurde der Königsplatz Hauptumsteigeplatz der Augsburger Straßenbahn und damit Verkehrsknotenpunkt.

62. Der Bliek wandert von dem bereits 1862 angelegten Königsplatz in die Annastraße, die von dem Turm der evangelischen Kirche St. Anna überragt wird. Die Kirche des ehemaligen Karmeliterordens war seit 1525 evangelisch und gilt noch heute als die Mutterkirche der Augsburger Konfession. Den Abschluß ihres Turms hatte Elias Holl 1602 als eines seiner ersten Werke aufgeführt. Am Königsplatz hatte die Brauerei Riegele ihren Sitz; sie betrieb als Nachfoiger den schon im 17. Jahrhundert erwähnten und seit 1846 von A. Kähn übernommenen Gasthof 'Zum goldenen Roß'. Die Brauereianlage Lit. B 243/44 befand sich in rückwärtigen Gebäudeteilen und wurde nach 1910 durch die in Angriff genommene Umgestaltung des Königsplatzes verlegt.

63. Wie wirkungsvoll das neue Stadttheater die Fuggerstraße abschloß, kann man auf diesem Bild sehr gut erkennen. Die von Stadtbaurat Leybold entworfene Bebauung dieses Ringstraßenabschnitts sah spätklassizistische Häuser mit Vorgärten für das gehobene Bürgertum vor. Gesäumt war die Straße durch eine sechsreihige Allee. Hinter dem Stadttheater ragt der Turm und ein Teil des Kirchenschiffes von Heiligen Kreuz hervor, links daneben das Justizgebäude.

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? ".1 64. Nach der Aufschüttung des Stadtgrabens im Bereich des Alten Einlasses und nach der Schleifung der Befestigungsanlagen bot sich von der Einmündung der neuen Fuggerstraße in die Grottenau dieses Bild. Links sind die katholische Kirche von Heiligen Kreuz sowie Teile des nach 1807 als Kaserne genutzten ehemaligen Klosters der Augustinerchorherrn zu sehen. Diese Anlage war später unter dem Namen 'Alte Kaserne' bekannt. Auf der rechten Seite erhebt sich das 1501 errichtete städtische Kornhaus Lit. D 202. Die Reichsstadt hatte für Notzeiten Gebäude für die Vorratshaltung wichtiger Nahrungsmittel angelegt. 1808 wurde das Kornhaus königlicher Salzstadel: In den unteren Geschossen befanden sich die Salzniederlage und Büros, die oberen wurden weiterhin als Getreideböden verwendet. 1876 mußte der Salzstadel dem Neubau des Stadttheaters weichen.

65. Nachdem die Raumverhältnisse und auch die Lage des alten, 1665 erstmals und 1776 neu errichteten Theaters am Lauterlech unbefriedigend waren, erhielten 1876 die beiden Wiener Architekten Fellner und Helmer von der Stadt den Auftrag, ein neues repräsentatives Stadttheater im Bereich des abgerissenen Salzstadels zu errichten. Der im Stil der italienischen Neurenaissance 1876/77 entstandene Bau war am Haupteingang dreiachsig konzepiert; in den Nischen waren Standbilder von Goethe und Schiller und darüber, in den Medaillons, Reliefs von Mozart und Beethoven angebracht. Der großzügige Bau bot 1 400 Plätze; die Spielzeit dauerte jeweils von September bis April. Linker Hand neben dem Theater kann man die beiden Türme von Heiligen Kreuz sehen.

66. An der Stelle, wo einst die eigens für Kaiser Maximilian I. vom Zimmerpalier UIen 1514 konstruierte Holzbrücke, ein kleines technisches Wunderwerk, über den Hirschgraben führte, errichtete in den Jahren 1871-1875 der bayerische Staat das vom Münchner Architekten Th. Reuter spätklassizistisch entworfene Justizgebäude. Um den Grund zu bekommen, hatte der Staat den Salzstadel und das königliche Bezirksgericht hergegeben. Das hufeisenförmig angelegte repräsentative Gebäude war der Sitz fär sämtliche richterliche Behörden und fügte sich nahtlos in die Konzeption der neuen Fuggerstraße.

67. Während gerade im 16. und 17. Jahrhundert die Wohlhabenden die Gartenanlagen auf die straßenabgewandte Seite ihres Hauses anlegen ließen, kehrte sich dies bereits Ende des 19. Jahrhunderts um. Dies zeigt unsere Aufnahme aus dem Jahr 1884 von der neuen Volkhartstraße, die ebenfalls vom Stadtbaurat L. Leybold als Fortsetzung der Fuggerstraße konzipiert worden war. Die als Mietshäuser gedachten Gebäude grenzten sich vor der Straße zusätzlich durch die Vorgärten ab und zeigten damit symbolisch die Umkehrung jener menschenverbindenden Funktion, die einstmals der Straße als solcher zu eigen war, an.

68. Vorgeprägt schon durch die römische Via Claudia, liefen die wichtigsten Straßen der Stadt in Nord-Süd-Richtung. Mit der Niederlegung der Festungswerke, vor allem im Westen und mit der Ansiedlung des Hauptbahnhofs, war aus damaliger Sicht die Notwendigkeit einer Ost-West-Verbindung zu der 1862 angelegten Bahnhofstraße gegeben. Am 8. Juni 1897 geplant, wurde am 15. Oktober 1903 der endgültige Beschluß zum Durchbruch einer Verbindung zum Moritzplatz und Königsplatz gefaßt. Das Bild, vom Turm der Moritzkirche aus aufgenommen, zeigt die Abbrucharbeiten in Richtung Königsplatz, Am linken Bildrand läßt sich sehr gut der Zeughauskomplex erkennen; in den Hintergrund ist der Königsplatz gedrängt,

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