Augsburg in alten Ansichten

Augsburg in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. J. Mancal
Gemeente
:   Augsburg
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2286-3
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Augsburg in alten Ansichten'

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69. Dem Betrachter der Durchbrucharbeiten bot sich vom Königsplatz aus im Jahre 1905 dieses Bild: Die Moritzkirche und der nach ihr benannte Platz sind bereits fast zur Gänze freigelegt. Für diesen größten Eingriff in die Substanz der Altstadt mußten 17 Haupt-, vier Rück- und zahlreiche Nebengebäude abgebrochen werden; diese Arbeiten dauerten bis 1906. Die Kosten beliefen sich auf knapp einen Million Mark. Offensichtlich durch die Kritik bei der Freilegung der Rathaus-Ostfront 1884 gewitzigt, bemühte sich die Verwaltung, die Öffentlichkeit, die ihrerseits mit Vorschlägen zur Neugestaltung aufwartete, durch zwei Ausstellungen in den Jahren 1904 und 1906 zu informieren und auch in die Planungen mit einzubeziehen.

70. Vom Turm der Moritzkirche aus bot sich dem westlich bliekenden Betrachter die fertiggestellte Bürgerrneister-Fischer-Straße noch vor der Neugestaltung des Königsplatzes so: Auf der linken, südlichen Seite der neuen Straße lagen zuerst die Häuser Lit. B 247, 242 und im Anschluß daran 241, 221-219. Auf der rechten Seite, am Ende der Straße noch vor ihrem Abschluß durch die Grünanlage des Königsplatzes, standen noch die Gebäude der Brauerei Riegele, die 1914 durch einen Neubau ersetzt wurden.

71. Nachdem im Laufe des 19. Jahrhunderts die wichtigsten Geldgeschäfte nach München verlagert worden waren, errichteten Münchner Banken auch in Augsburg Filialen. In der Bahnhofstraße entstand 1899 nach dem in einer Stilmischung von Neubarock und Neurenaissance gehaltenen Entwurf des Münchner Architekten Prof. A. Schmid ein Neubau für die zuvor in der Annastraße ansässige Königliche Filialbank. über dem Haupteingang, eingerahmt von der Figurengruppe 'Handel und Industrie', ist die Büste des Prinzregenten Luitpold von Bayern. An der Fassade brachte man Büsten berühmter Augsburger, unter anderen Burgkrnair, Holl, Fugger, WeIser und Peutinger, an.

72. Wo sich früher das Gartengut der Familie de Crignis und dann der von Halder befand, wurde nach der Anlage des Königsplatzes die Straßenverbindung nach Göggingen angelegt. Dabei wurde die bereits vor 1802 nachzuweisende Gastwirtschaft 'Zum Prinzen von Oranien' abgerissen. An der Ecke der neuen Herman- und Halderstraße wurde 1892 das im neubarocken Stil gehaltene Hotel 'Kaiserhof" erbaut. Neben den alteingesessenen Betrieben gehörte es schon bald zu den ersten Häusern, was es nicht nur seiner vorteilhaften Lage verdankte.

73. Zwar drang die Stadt unaufhaltsam mit der Bebauung nach Westen vor, doch vermißten einige ihrer Bürger, unter ihnen F. Hörmann, der Stadtbaurat Leybold und Fürst Leopold Fugger von Babenhausen, in der Hermanstraße die 'ohne Zweifel für den städtischen Culturanten zuverlässige Bierversergung'. Deshalb gründeten sie 1867 die 'Beatushöhle ', deren Holzbau ein Jahr darauf durch einen aus Stein ersetzt und knapp 30 Jahre darauf neu restauriert wurde. Zu ihren Gästen zählten der bekannte Prof. F. von Thiersch, der Bankier Carl von Stetten und der spätere Bürgermeister Kaspar Deutschenbaur. Mit großem Aufwand wurde 1902 das fünfunddreißigste, 1912 das fünfundvierzigste Stiftungsfest gefeiert. Die deutschnationale Gesinnung findet ihren bezeichneten Ausdruck in dem 1894 geschenkten und auf unserer Abbildung bekränzten Bisrnarckbild.

74. Die Beim Märzenbad am Vorderen Lech im Bauerntanzgäßchen gelegene Wirtschaft 'Zum Bauerntanz' (Lit. C 343/46) zählt mit zu den ältesten Gasthöfen Augsburgs, Bereits 1576 eröffnete der Bierbrauer Hans Kneule nach seinem Umzug hier sein Wirtshaus. Daß es mit zu den gutbesuchten Lokalen Augsburgs im 18. Jahrhundert gehörte, kann man daran erkennen, daß der Wirt den berühmten Joharm Evangelist Holzer beauftragt hatte, an der Fassade ein Fresko mit dem Thema des Bauerntanzes anzubringen. Von dieser Fassadenmalerei ist heute nur noch der 1736-1738 geschaffene Entwurf übriggeblieben. Ein späterer Besitzer, der Wirt C. Sening, hatte 1885 in der Göggingerstraße 63 eine zweite Wirtschaft gleichen Namens mit großem Festsaal eingerichtet.

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75. Auf dem Rathausplatz, hier vor der Börse, verkauften Bäuerinnen an den Markttagen vor allem Eier, Butter und Geflügel; in der Karolinenstraße fand zweimal wöchentlich der Gemüsemarkt statt. Zwischen Rathaus und Moritzplatz, am Brotmarkt, durften auswärtige Bäcker ihre Produkte anbieten. Zwischen Rathaus und Perlach lag der Fischmarkt. Viele andere Gegenstände des täglichen Bedarfs wurden ebenso auf Straßen und Plätzen feilgeboten, deren Bezeichnungen für sich sprechen: Eier-, Heu-, Kessel-, Kitzen-, Milch-, Obst-, Roß-, Sau-, Wein- und Wollmarkt. Die Straßen waren so ein offenes System von Märkten, die zugleich auch der Begegnung dienten.

76. Da die vorhandene Kapazität für die Versorgung mit Fleisch nicht mehr ausreichte, beschloß der Rat 1889, auch unter Berücksichtigung hygienischer Gründe, einen neuen Sehlacht- und Viehhof zu errichten. 1900 war die sehr großzügige und gut eingerichtete Anlage fertiggestellt und wurde alsbald in Betrieb genommen. Unser Bild zeigt den mit farbigem Ziegelmuster versehenen Wasserturm, die Kühl- und Großviehschlachthalle. In den kurz nach der Jahrhundertwende erschienenen Führern des am 1. Dezember 1891 gegründeten 'Vereins zur Hebung des Fremdenverkehrs' zählte der Schlachtund Viehhof bezeichnenderweise neben Museen und historischen Gebäuden zu den Hauptsehenswiirdigkeiten der Stadt.

77. Um die Wasserversorgung der stetig wachsenden Industrie und Einwohnerzahl anzupassen, hatte die Stadt 1878/79 ein Brunnenwerk in der Nähe des Hochablasses errichtet. Gutachter, wie der berühmte Max von Pettenkofer, hatten diesem Standort beste Brunnenwasserqualität bescheinigt. Vor der Errichtung des hier abgebildeten und im Oktober 1879 in Betrieb genommenen Turbinenhauses konnten die vorhandenen Brunnenwerke etwas über 100 Liter pro Tag und Einwohner liefern. Mit dem neuen Pumpwerk stieg die zur Verfügung stehende Trinkwassermenge auf über das Doppelte. Durch weiteren Ausbau konnten schließlich 245 Liter pro Tag für 100 000 Einwohner zur Verfügung gestellt werden.

78. Die fast unmittelbar nach der Einrichtung 1879 angefertigte Aufnahme der Innenansicht des Turbinenhauses zeigt' drei Jouval-Turbinen mit einer Leistung von je 70 PS; angetrieben wurden sie durch abgeleitetes Lechwasser. Stolz war man auf die Tatsache, daß das für 1,7 Millionen Mark erbaute Brunnenwerk fast ausschließlich von der Augsburger Industrie hergestellt wurde: Herzstück der Anlage waren die von der M.A.N. gelieferten Turbinen.

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