Augsburg in alten Ansichten

Augsburg in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. J. Mancal
Gemeente
:   Augsburg
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2286-3
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Augsburg in alten Ansichten'

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Turbinen-Zentrale Gersthof en.

79. Nördlich der Stadt Augsburg begarm 1898 die Electricitäts-Actien-Gesellschaft, in Gersthofen ein Wasserkraftwerk zu bauen. Kurz vor dem Produktionsbeginn am 2. Oktober 1901 wurde am 17. Juli ein Vertrag zwischen der Stadt und den späteren Lech-Elektrizitätswerken (LEW) geschlossen, der der Stadt die Sicherung der Stromlieferung gewährleisten sollte. Für den immer größeren Bedarf wurde 1904 ein zusätzliches Dampfkraftwerk errichtet. 1926 erreichte die Stromabgabe bereits 100 Millionen Kilowattstunden.

80. Unmittelbar neben der St.-Moritz-Kirche befand sich die 1545 erbaute Schrannenhalle, die 1849 als Unterkunft der im gleichen Jahr von Mitgliedern des Augsburger Turnvereins gegründeten freiwilligen Feuerwehr eingerichtet wurde. 50 Jahre lang konnte hier die Feuerwehr bis zu dem offen als Vandalismus bezeichneten Abriß der Schrannenhalle im Zuge des Durchbruchs der BürgermeisterFischer-Straße bleiben. Auf dem Bild sind zwei von Pferden gezogene Feuerwehrwagen zu erkennen; im Hintergrund steht noch das alte, später abgebrochene Degmairsche Anwesen.

81. Mit dem Umzug der Feuerwehr in das 1895 von der Stadt zurückgekaufte Zeughaus begann eine von 899 bis 1973 dauernde Epoche des Feuerlöschwesens. Zwar sind auf unserem Bild noch pferdegezogene Lösch- und Leiterwagen zu sehen, aber bereits 1911 wurden Autos angeschafft. Zuvor hatte schon in anderer Weise die Technik Einzug gehalten: Zum ersten Mal wurde am 9. März 1900 die Feuerwehr bei einem Gasthausbrand telefonisch alarmiert. Zwei Jahre später bestanden schon 97 Feuerrneidestellen irn Stadtgebiet und die Feuerwehr umfaßte knapp 1000 Mann, von ihnen die Hälfte in städtischen Diensten, die anderen als Feuerwehrleute der verschiedenen Fabriken. Im 'Centralfeuerhaus' war ab 1. April 1900 auch die 1876 gegründete Sanitätswache 13 Jahre lang untergebracht. Im Jahr 1900 etwa wurde sie 797 Mal in Anspruch genommen.

Augsburg.

Neues Postgebäude.

82. Unmittelbar gegenüber des von Radschen Hauses wurden mehrere Häuser abgebroehen, um den Ende 1903 von der bayerischen Abgeordnetenkammer genehmigten Bau einer königlichen Oberpostdirektion aufzuführen. Das irn neubarocken Stil gestaltete Gebäude wurde am 10. Juli 1909 eröffnet. Im Zuge der Errichtung wurde auch die Grottenau selbst erweitert; ihren Namen hat sie von jenen Gasthöfen, die früher Weinfuhrleute beherbergten und die 'Grotten' genannt wurden. Da sich mehrere dieser Herbergen an dieser Stelle befanden, wurde dieser Straßenzug Grottenau genannt.

83. Während früher die Beförderung von Briefen und Paketen für den Privatmann dem Zufall anheimgestellt war, gab es im 16. Jahrhundert bereits von Metzgerzünften organisierte Posten, Botenanstalten sowie die Taxissche Post. Von letzterer ist bereits aus dem Jahr 1496 bekannt, daß sie im Eildienst Post von Augsburg nach Westtirol beförderte; ab 1504 ist auch der über Augsburg führende Kurs von Brüssel nach Venedig belegt. Ab 1552 bestand von Augsburg aus auch eine regelmäßige Verbindung nach Wien sowie nach Venedig. Bis an den Anfang des 20. Jahrhunderts hat sich der Brauch erhalten, daß regelmäßig verkehrende Boten von Augsburg aus die umgebenden Orte mit Post versorgten. Daneben, inzwischen staatlich geworden, bestand die Reichspost, die in Augsburg zum letzten Mal 1928 die Pakete mit einem pferdegezogenen Wagen auslieferte.

84. Durch menschliches Versagen fuhr am 23. Oktober 1908 um 22.49 Uhr der Eilzug Nr. 89 von München nach Frankfurt auf den stehenden Güterzug 2338 rund 300 Meter vor dem Bahnhof Hochzoll mit etwa 80 Kilometern pro Stunde auf. Die Lokomotive, der Pack- und Schlafwagen des Eilzuges wurden schwer beschadigt, zwölf Güterwagen waren durch den Aufprall entgleist, zehn davon völlig zertrümrnert. Zwei Reisende starben, sieben wurden verletzt, unter ihnen die Zirkusbesitzerin Brumbach. Der Sachschaden belief sich auf 100 000 Mark; die Strecke war sechs Tage lang einseitig gesperrt. Als der Versuch, die Schnellzuglokomotive S 3/5 mit der Betriebs-Nr. 3327 (Naßdampfausführung) mit Hilfe von drei anderen Lokomotiven wieder auf die Geleise zu ziehen, gescheitert war, mußte der Bahndamm abgetragen werden.

85. Nachdem 1840 eine Holzbrücke über den Lech geschlagen worden war, konnte am 4. Oktober des gleichen Jahres die private Eisenbahnlinie Augsburg-München eröffnet werden. Der Bahnhof befand sich zu dieser Zeit in der Baumgartnerstraße und wurde später, nachdem der vom Münchner Architekten Bürklein entwerfene Hauptbahnhof 1846 fertiggestellt worden war, aufgelassen. Der Hauptbahnhof zählte in seiner Entstehungszeit zu den schönsten Funktionsbauten Deutschlands. Seine 'stadtferne' westliche Lage war mit ein Grund für eine rasche Expansion der Stadt.

86. Am 1. September 1898 wurde die 17 Jahre zuvor eingeführte Pferdebahn auf den elektrischen Betrieb umgerüstet. Die beiden auf dem Foto abgebildeten Wagen gehören noch zur ersten Garnitur, die bis 1902 in Betrieb war. Ein Wagen bot insgesamt 28 Personen Platz, 14 von ihnen konnten sitzen. Die beiden Wagen, am Königsplatz aufgenommen, verkehrten auf der 6,33 Kilometer langen Strecke von Oberhausen über das Wertachbrucker Tor, Perlach und Königsplatz nach Göggingen. Bis 1903 hatte die Straßenbahn 5,46 Millionen Fahrgäste seit ihrem Bestehen befördert. Am 1. September 1908 erwarb die Stadt die elektrische Straßenbahn.

87. Der in Augsburg im 3. Infanterieregiment stationierte Oberleutnant August von Parseval (1861-1942) und Hauptmann Bartsch von Sigsfeld (1861-1902) hatten sich mit dem Kommerzienrat August Riedinger (1845-1919) zusammengetan, um in Augsburg eine Versuchsstation für Aviatik zu errichten und um so von Parsevals Erfindung eines unstarren Luftschiffs verwirklichen zu können. Dazu hatte auch am 1. April 1897 die Ballonfabrik Riedinger ihren Betrieb aufgenommen, die zum Zentrum der deutschen Ballonindustrie wurde. Der erste Aufstieg des mit einem 85 PS Daimler-Motor ausgerüsteten Prall-Luftschiffs vom Typ PV fand am 26. Mai 1906 statt, Unser Bild zeigt dessen Landung auf der Haunstetter Wiese am 13. Oktober 1909.

88. Nachdem Edmund Rumpier (1872-1940) seine Flugzeugwerke von Berlin nach Augsburg 1917 verlegt hatte, wurde seine Fabrik an der Haunstetter Straße ein Zentrum der deutschen Flugzeugfabrikation. Als Generaldirektor setzte er sich besonders für die Aufnahme des Flugverkehrs unter Einbeziehung Augsburgs ein. So eröffnete er am 13. März 1919 die Linie Berlin-Augsburg-München; geflogen wurde mit der hier abgebildeten Rumpier Ru C I, die ab 1916 produziert wurde und mit einem 160 PS starken Motor ausgestattet war. Um Geschäftsleute zu animieren, veranstaltete er am 5. Oktober 1919 ein Schaufliegen: Immerhin kostete der Flug Augsburg-München und zurück 600 Mark. Noch im gleichen Monat nahm er gegen erhebliche Widerstände den Flugverkehr zwischen München und Wien auf. 1927 übernahm Willy Messerschmitt (1898-1978) die Rumplerwerke.

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