Bad Blankenburg in alten Ansichten Band 2

Bad Blankenburg in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Rolf Ose
Gemeente
:   Bad Blankenburg
Provincie
:   Thüringen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6731-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Blankenburg in alten Ansichten Band 2'

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Einleitung

Der zweite Band 'Bad Blankenburg in alten Ansichten' führt noch einmal zurück zurWende vom 19. zum 20. jahrhundert, in dessen ersten Jahrzehnten ein beachtlicher, vom Ersten Weltlcrieg unterbrochener Aufschwung einsetzte. Im Osten der Stadt entstand ein großes Industriegebiet; den Charakter eines Kur- und Fremdenverkehrsortes konnte man trotzdem bewahren und ausbauen. Die Gästezahlen und Übernachtungen stiegen, aber dann auch bald Existenznöte der Hotels, Pensionen und Gastwirtschaften. Sehr viele Hausbesitzer besserten ihre Einkünfte durch Privatvermietungen auf.

Der Vertreter Convent der Turnerschaf ten auf den Deutschen Hochschulen hatte in Bad Blankenburg seine Heimat gefunden und finanzierte manches Vorhaben mit. Das private Bauen florierte, viele großzügige Villen entstanden am Haus- und Oelberg, in anderen Teilen der Stadt, natûrlich im Villenviertel. Es gab aber auch die sogenannten Notbauten zur Unterbringung sozial benachteiligter Menschen.

Das Vereinsleben war sehr vielfälttg, man liebte quer durch alle Bevölkerungsschichten die Geselligkeit. Handwerk und Gewerbe entwickelten sich.

Im politischen Leben spiegelten sich das Kaiserreich, die Weimarer Republik und die Zeit des Nationalsozialismus wieder. Die Zeit der Inflation und die Weltwirtschaftskrise hinterließen ihre Spuren. Auch viele Bad Blankenburger blieben im Zweiten Weltkrieg.

Fast wäre die Stadt ohne Kriegsschäden geblieben, bis es dann kurz vor Kriegsende doch noch zur Katastrophe kam. Die letzten Schäden richtete die Deutsche Wehrmacht selbst an. Die amerikanischen Truppen besetzten die Stadt kampflos, ein weißes Tuch war im Rathaus vorrätig. Ihr folgten die Rote Armee der Sowjetunion und Flüchtlinge aus den deutschen Ostgebieten und dem Sudetenland. Zunächst schien auch in Bad Blankenburg die Zeit stillzustehen.

Benutzte Literatur

Schwarzatalzeitungen, Amtliches Organ für die Stadt Bad Blankenburg, alle Jahrgänge.

Karlheinz Schónheid, Der Blankenburger Anger und die Angermühle, Rudolstädter Heimatthefte ';' 1992.

Herman Petersilge,Augenzeugenbericht zum Kriegsende in Blankenburg, Stadtarchiv Bad Blankenburg.

Lauterbachakte, Stadtarchiv Bad Blankenburg.

Johannes Prüfer, Rede vor dem Antifaschistischen Ausschuß vom 24. [anuar 1946 zu der Fröbel-Fcier 1940, privatAutor.

Rudolf Dittmar, Lebensbeschreibung des Hermann Petersilge, undadiert, privat Autor.

Helmut Hesse, Bad Blankenburger Notgeld vor und während der Inflationszeit, undatiert, privat Autor.

Bad BlankenburgThüringen (Schwarzatal), Wiedemannsche Hofbuchdruckerei! Saalfeld (Saale) undatiert nach 1 91 0.

Karl M. Krause, Bad Blankenburg im Wandel der Zeiten, 192 6

Für Leiligaben und Hinweise ist der Autor zu Dank verpflichtet:

Herrn Roland Engelmann, Herrn Dieter Klotz, Herrn Gerhard Breternitz, Frau Margitta Rockstein, Frau Evi Bernoth, Frau Karola Mörl, Frau Helga Bock, Frau Lila Töpfer, Frau Annemarie Brómel, Frau Anni Fiedler, Frau Christa Koch, Frau Brigitte Oeltze, Frau Lisa Emmerling, Frau Regina von Fritsch-Henze,Frau Ingrid Koch, Frau Hildegard Fröhlich, Herrn Bemd-Frteder Bohl, Hernn Klaus Merboth, Herrn Horst Kummer, Frau Ingrid Oettler und Herrn Manfred Oettler.

1. Von den Gebäuden rechterhand am Eingang des Schwarzatales gibt es aus alter Zeit mehrere Abbildungen. So sah das Gebäude aus, als es Gustav Prüfer im Iahre 1882 kaufte. Die Straße in das Schwarzatal war damals noch unbefestigt. Die Außenanlagen machen einen ungepflegten Eindruck, die Terrasse ga= links mit einem Bretterzaun war aber schon vorhanden. Vom Hotel für den Fremdenverkehr späterer Ansprüche ist noch nichts zu sehen. Es war noch eine Zeit, wo der 'Chrysopras' wohl mehr der Einkehr von Durchreisenden und den Blankenburgern als bescheidene Einkehr diente. Vier Iahre nach dem Erwerb ließ Gustav Prüfer dieses Gebäude abreißen, der neue Prachtbau entstand als einer der ersten Schritte vom Ackerbürgerstädtchen zum Kur- und Fremdenverkehrsort.

2. Von Alters her gab es im Schwarzatal Stauwerke. Sie dienten der Erzeugung von Energie für die Eisenhammer, Mühlen und zur Goldwäscherei bis hinauf zur Quelle. Das imposanteste Wehr errichtete im 19. Iahrhundert an Stelle eines alten der damalige Besitzer der Papiermühle Stahl, nach dem es auch das 'Stahlsche Wehr' genannt wurde. Mächtige Schieferplatten aus dem Tal gewonnen, bremsten das Gefálle des Flusses und leiteten das Wasser regulierbar in eine Lache. Diese Lache bestand schon vorher und ermöglichte überhaupt erst die zahlreichen Betriebe entlang ihres Laufes bis zum Wiedereintritt am Flurteil Streitau in die Schwarza. Dazu gehörten die Wollstrickerei Strickroth, später Wedell, die Knochsche Lohrnühle in der späteren Prießnitzstraße, die Schneidemühle Große (später Damm) und die PappenfabrikAxt in der Streitau, die spätere Fabrik Baumgartner. Auch das erste Bad der Stadt und später die Firma Vollrath und Söhne entnahmen ihr Wasser aus der Lache. Das Wehr bot immer wieder eine großartige Kulisse für die Fremdenverkehrswerbung. Am rechten Ufer befand sich frûher ein Kupfersimsgarten und mehrfach überspannte an verschiedenen Stellen ein Steg die Schwarza.

3. Das erste Schwimmbad in Blankenburg befand sich im Flutteil 'Gänseweide 'weit unterhalb der späteren Prießnitzstraße an der alten Lache. Bereits im [ahre 1902 hatte sich der 1895 gegründete Naturheilverein mit einer Eingabe an den Stadtrat für den Bau eines Bades eingesetzt. Am 1. August 1905 wurde das Schwimm-, Licht-, Luft- und Sonnenbad bei schönem Wetter eingeweiht. Mit der Rudolstädter Stadtkapelle voraus zog man vom Vereinslokal 'Zum Anker' in der Unteren Marktstraße zum Festplatz. Hier wurde dem Vereinsvorsitzenden Ernst Ziermann vom Bauausführenden und Stadtrat August Zimmermann der 'Schlûssel zum Bad' überreicht. Im [ahre 1906 kam zum Bad noch eine Kegelbahn dazu. Wirtschaftliche Schwierigkeiten auch resultierend aus der Situation im Ersten Weltkrieg und sicher auch die ungünstige Lage weit ab der Stadt führten zur Schließung der Badeanstalt. Auf Antrag des Naturheilvereins erhielt der Weg rechts unterhalb der Schwarzabrücke den Namen Prießnitzstraße.

4. Von allen nachweisbaren Bürgermeistern war Hermann Bähring am längsten im Amt, von 1883 bis 1914. Während dieser Zeit wurde die Stadt modern und Bähring wurde immer wieder gewählt. Wahlberechtigt war man damals nur nach dem Dreiklassenwahlrecht, also nach dem Steueraufkommen des Einzelnen, und nur der konnte wählen, dem das Bürgerrecht zuerkannt war, Frauen waren ohnehin ausgeschlossen. Wohlhabende Bürger, wie Eugen Scheller oder Paul Wiedeburg, unterstützten mit Anzeigen jedes Mal die Kandidatur von Bähring. Hermann Bähring war aber alles andere als unumstritten. Während man ihn als 'ganz exellenten ' Verwaltungsbeamten feierte, sagte ihm die Mehrzahl der Bürger unter anderem 'einseitige technische Kenntnisse' eines ehemaligen Spezial-Kleingewerbetreibenden nach. Weiterhin: 'Für einen sich entwickelten Badeort holt ein Bürgermeister ... Erfahrungen anderer maßgeblicher voll entwickelter Badeorte ein, als das er zu sehr auf seiner eigenen doch nur kleinstädtischen Erfahrung herumreitet.'

5. Die stattlichen Bäume im Schwarzatal waren zweifellos einer der Gründe für Frau 'Hauptmann' Lamprecht. im Iahre 1872 am Fuß des Hainbergs eine Klenganstalt zu gründen. Das Klengen bedeutet, nach Klingen, das Öffnen nicht voll reifer Zapfen von Nadelhölzern. Die Zapfen wurden aufgelesen oder durch Ersteigen der Bäume geerntet und dann auf einer sogenannten Darre getrocknet und damit zum Öffnen gebracht. Die ausgefallenen Samen sortierte man und verkaufte sie an Baumschulen. Zur künstlichen Walderneuerung bestand gerade auch im Schwarzatal dafür ein großer Bedarf, es entstanden so riesige Fichtenkulturen. Die Turmvilla wurde dem englischen Tudor-Stil nachempfunden. Mit roten Klinkern erbaut passte sie nicht so recht in das 'Schwarze' Tal. Mehrfach verandert, stand das Gebäude über hundert Jahre. Anfang der 1980er Iahre wurde es abgerissen und dort wurde ein Wohnheim gebaut.

6. Wenn der Wanderer von Osten kommend die Chrysopraspforte verlassen hat, tritt er in das durch seine vielfachen Reize gepriesene Schwarzatal und wird an einer markanten Felsplatte mit den in goldenen Lettern eingravierten Gruß 'Salus Intrantibus' begrüßt. 'Heil dem Eintretenden!' Diese Inschrift ist in den 1840er [ahren vom Steinbildhauer johann Merbath eingehauen worden. Veranlasst hatte das der Iustlzamtmann Sigismund, der seinerzeit eine Reise nach Italien gemacht harte, Die Worte 'Salus Intrantibus' soll er am Eingang eines Palastes in Mailand gesehen haben, andere Überlieferungen nennen die Tafel am päpstlichen Stadnor in Rom. Im Unteren Schwarzatal gab es früher insgesamt fünf verschiedene Inschriften an markanten Felspartien bis hin zum Kirchfelsen. Die Steinmetzfirma Merbath hatte diese Inschriften jahrzehntelang in Pflege. Auf dem Bild ist Rudolf Merbath bei Erneuerungsarbeiten irn Iahre 1929 zu sehen,

7. Hotel und Pension 'Waidmannsheil' im Schwarzatal, 20 Minuten vom Bahnhof entfernt, hatte den Telephonanschluß 'Nr. r in Blankenburg. Das Hotel warb 1910 mit einem großen Garten, einer geschützten Veranda, Wasserleitung, elektrischem Licht, Bädern aller Art und guter bürgerlicher Küche; am Bahnhof standen Wagen zum Personentransfer bereit. Im 'Waidmannsheil' fand 1890 die erste ' 1. Maifeier' Rudolstädter und Saaifelder Arbeiter statt. Dem Haus angegliedert war eine 'brilliante Eisbahn', die sich am gegenüberliegenden Ufer der Schwarza befand. Das Bild zeigt die Umbauarbeiten am Haus während der Iahre von 1910 bis 1913. Hinter dem 'Waidrnannsheil' gab es einen Kommunalsteinbruch. Hier konnten sich die Blankenburger mit Schieferplatten für Bauzwecke versorgen. Erbaut wurde das Haus um 1870 vom Gastwirt Bohne, dann war Revierförster Röhm der Besitzer. Ihm folgte 1891 Emil Macheleidt und dann Johannes Wetze!.

8. Ein gewaltiges Pferdegespann transportiert einen großen Kessel durch die Georgstraße zurVollrathschen Fabrik. Die Fabrik stellte zunächst reine Textilerzeugnisse her. Um eine bessere Elastizität und Haltbarkeit der Produkte zu erreichen, wurden sie gummiert. Dafür verwendete man importierten Naturkautschuk oder den ihm ähnlichen Balata. Man nutzte dazu den von dem Amerikaner Goodyear im Iahre 1839 entwiekelten Vulkarusationsprozess, der Temperaturen von über 100 Grad Celcius erforderte. Dazu wurde Heißdampf erzeugt. Der Kautschuk ging vom plastischen in einen elastischen Zustand über. Der Transport muss noch vor 1900 durchgeführt worden sein, der Bau der Villa Gebhardt ist eben gerade über den Keller hinausgekommen.

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