Bad Camberg in alten Ansichten Band 2

Bad Camberg in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Friedrich Angst
Gemeente
:   Bad Camberg
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6420-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Camberg in alten Ansichten Band 2'

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Einleitung

In dem 1985 erschienenen Band 'Bad Camberg in alten Ansichten' wurde in der Einleitung schon Wesentliches beschrieben,

das auch für diesen Band 2 gilt. Er soll eine Ergänzung dazu darstellen. Konnte man zuvor noch aus dem Vollen schöpfen, so ist es hier sehr viel schwieriger dem gesteckten Ziel gerecht zu werden. Vermehrtes Suchen und Forsehen war die Folge. Keine der schon einmal gezeigtenAnsichtskarten wurden wiederverwendet, wenn auch die markanten Gebäude der Stadt immer wieder zu sehen sind. Einige Fotografien wurden zur Ergänzung mit aufgenommen, denn die Bilder sind nur in dieser Art erhalten. Die Abbildungen sind zum Teil schon über einhundert [ahre alt. Die Zeit in der sie entstanden liegt weit zurück und so ist manches mit einem Fragezeichen versehen. Vielleicht eine Anregung an die Historiker da und dort nachzuforschen. Zu anderen Abbildungen könnte oft noch mehr geschrieben werden, doch dem sind Grenzen gesetzt. Einiges ergab sich aus den beschriebenen Karten, der mündlichen Überlieferung und der Geschichtsschreibung.

Im Laufe der Zeit verschwinden Namen, Häuser und Geschäfte, andere kommen neu hinzu. In jeder Generation verändert sich vieles und so können die Bilder nur eine Momentaufnahme der jeweiligen Zeit darstellen. Die Vergangenheit wird einen spaltbreit aufgetan.

Am 27. August 1981 wurde der Stadt Camberg das Prädikat 'Bad' verliehen. Daher können im Text beide Bezeichnungen auftreten.

Da es sich bei den Abbildungen überwiegend um Camberger Ansichtskarten handelt, hier ein kleiner geschichtlicher Überblick dazu: Die Ansichtskarten entstanden in der Zeit von 1865 bis 1872. Die Entwicklung erfolgte allmählich. Der Anfang ist zu suchen in der Herausgabe der Correspondenz-, später der Postkarten jener Zeit. Erst ab 1885 durften, mit offizieller Genehmigung der Kaiserlichen Reichspost, von privater SeiteAnsichtskarten hergestellt, vertrieben und mit der Post versandt werden. Offene Karten mit privatem Inhalt zu versenden galt noch lange Zeit als unschicklich. Schon vor 1885 gab es Versuche die Postkarte auch als Ansichtskarte zu nutzen. Es entstanden die sogenannten Vorläufer.

Das Reisen kam mehr und mehr in Mode, wozu das Schreiben von Ansichtskarten gehörte. Druckereien die sich auf die Herstellung van Ansichtskarten spezialisierten, erlebten eine ungeahnte Blütezeit. Die Anschriftenseite, für die Post die Vorderseite, war anfangs nur für die Empfängeradresse bestimmt.

Anderes durfte darauf nicht geschrieben werden. Auf der Bildseite war mehr oder weniger Platz für persönliche Mitteilungen, wobei der Text 'Cruß aus ... ' oft schon vorgedruckt war.

Von Camberg gab oder gibt es noch mehrere Ansichtskarten dieser Art. Die - soweit bekannt - früheste Ansichtskarte von Camberg ist laut Poststempel vom 31. Dezember 1892

(Bild Nr. 1). Um 1905 wurde auf der Anschriftenseite zunächst ein Drittel und später die Hälfte zur Beschriftung freigegeben. So ist es heute noch.

Zum Titelbild dieses 2. Bandes wurde eine Ansichtskarte ausgewählt, die im Steindruckverfahren hergestellt wurde. Dazu wurden in Steinen aus Solnhofener Kalkschiefer die Motive spiegelbildlich herausgearbeitet. Für farbige Drucke war für jede Farbe ein extra Stein nötig. Diese Produkte werden Lithographie, oder kurz Litho, genannt. Verschiedentlich wurde auch einfarbig gedruckt und in Handarbeit koloriert. Seinerzeit wurden einige der Camberger Ansichtskarten in dieserTechnik hergestellt. Unter anderen auch bei der Druckerei Rosenblatt in Frankfurt am Main. Sie soll um 1900 etwa 1 200 Leute beschäftigt haben, die nur Ansichtskarten produzierten. Man verwendete immer die neuesten Drucktechniken, oft in Kombination mit anderen Entwicklungen, vor allem der Fotografie. Die Drucktechniken waren gut gehütete Geheimnisse, sodaß es selbst für Fachleute schwierig ist, ältere Karten dieser oder jener Drucktechnik zuzuordnen. Etwa ab 1895 bis 1918 war die große Zeit des Sammelns von Ansichtskarten und infolgedessen auch der

Druckereien. Die fortschreitenden Produktionsmethoden erlaubten immer preisgünstigere Herstellungsverfahren. Man sprach von einem Volkssport, aber auch von einer Manie ist die Rede. Ob Mode oder Zeiterscheinung, vieles wurde dadurch in unsere Zeit hinein gerettet und macht es uns möglich ein wenig in die Vergangenheit zu schauen.

Beim Schauen und Lesen dieses Buches wünschen die Herausgeber viel Vergnügen. Wenn dabei noch Erinnerungen wachgerufen und Altes neu entdeckt werden kann, dann freuen wir uns mit Ihnen.

Herzlichen Dank, den Mitgliedern der 'Briefmarkenfreunde Bad Camberg e.v.', die ihre Ansichtskarten zur Verfügung stellten, und den vielen Camberger Bürgern, die mit ihrem Wissen hierzu beigetragen haben. Ein besonderer Dank an: Hartmut Biegel, Agnes Grimm, Elisabeth Gubisch, Dieter Jäger, Manfred Kunz, Maria Lang, Ludwig Ochs, Rita Rauch, Josefine Sturm, Liesel Wichmann und den Stadtarchivaren Erich Müller, Egon Wagenknecht, sowie dem 'Verein Historisches Camberg e.v.'.

Bad Cam berg im Frühjahr 1997

1 Das ist eine sehr frühe Ansichtskarte van Camberg, mit dem Poststempel vom 3 1 . Dezember 1892. Der farbige Steindruck, eine Lithographie, wurde bei Rud. Bechthold & Camp. hergestellt, eine Druckerei in Wiesbaden. Auftraggeber war Peter Haber in Camberg, der in der damals Limburger Straße eine Buchbinderei betrieb. Es ist eine der wenigen Karten, auf denen die heutige alte Schule noch so zu sehen ist, wie sie um 1820 erbaut wurde. Um 1895 bekam die Schule einen Anbau, womit die Baulücke geschlossen war. Es fehlt auch noch die evangelische Kirche, denn die wurde erst 1897 eingeweiht. Das 1875 fertiggestellte Gebäude des Taub-

stummeninstitutes hatte schon einen Blitzableiter auf dem Dach, sicher eine der ersten Anlagen dieser Art in Carnberg.

2 Lithographien wurden nach Zeichnungen hergestellt, so auch hier. Daß dabei vieles in künstlerischer Freiheit gestaltet wurde, dafür ist diese Ansichtskarte ein sehr gutes Beispiel. Vor allem in der Gesamtansicht stimmt weder die Perspektive noch vieles andere nicht. Der Bahnhof ist zu groß und zu weit vom größeren Kornhaus (über dem Denkmal) entfernt. Die beiden Kirchen und LiebersTurm sind auszumachen, doch Ober- und Untertorturm fehlen. Ebenso viele Häuser, andere lassen sich nur schwer einordnen. Schornstein und Haus über dem Dach des Bahnhofes könnten

dem Elektrizitätswerk zugeordnet werden. Hübsch anzusehen ist der Zug, der in Richtung Limburg davonfährt. Zwei markante Gebäude sind besonders herausgehoben. Im Anschluß an das

Taubstummeninstitut, im weißen Gebäude, war zu der Zeit das Amtsgericht. Der Poststempel ist vom 19. November 1906.

3 Etwas unterhalb der Autobahnauffahrt in Richtung Köln stand einmal dieses Haus. In den dreißiger [ahren beherbergte es die AutobahnBauleitung. Der Inhaber war Paul Munsch. Auf der Rückseite der Karte empfielt er 'Kaffee, alkoholfreie Getränke - Fremdenzimmer' . Als Ziel sonntäglicher Spaziergänge ging man zu 'Munsche Paul'. Nach Schließung und Verkauf war dort ein privates Kinderheim bis sich in der siebziger [ahren das 'Mylord' etablierte. In der Nacht zum 23. Dezember 1977 brannte das Haus total aus. 'Die Bardamen seilten sich ab', war die Zeitungsüberschrift am nächsten Tag. Eine Großdisco war geplant, doch die Brandruine

stand noch jahrelang. Heute ist nichts mehr zu sehen. Die Natur hat sich den Platz zurückgeholt, bis eines Tages die neue Schnellbahn das Gelände tangieren wird.

4 Schräg gegenüber dem Bahnhofsgebäude stand einmal das Raiffeisen-Lagerhaus, das einen eigenen Gleisanschluß hatte. Der Poststempel ist vom 3 1. August 191 7. Das Gebäude hatte einen Vorgängerbau, der am 18. März 1897 durch eine mächtige Windhose zerstört wurde. Albert Schom schreibt unter anderem: 'Die Halle der Raiffeisenschen Kornhalle war vollständig zusammengerissen. Die massenhaften Getreide- und Futtervorräte waren gänzlich verschüttet worden.' Das Lagerhaus wurde im gleichen [ahr wieder aufgebaut. Im November 1897 wird es von der 'Kornhausgenossenschaft e.G.m.b.H., Camberg' gepachtet. 1903 konnten ISO Waggonladungen gelagert werden. Nach einem Bom-

benangriff, am 22. März 1945, brannte die Halle ab. Der vordere Teil des unteren Stockwerkes steht noch heute. In der Fortsetzung dessen ist ein Teil der Fundamente noch sichtbar.

5 In der Nähe des Bahnhofes stand die Ringofenziegelei der Firma Thies und Co. Das Bild entstand etwa um 1910. Leider nur schwer erkennbar sind zehn Mann der Belegschaft, davon einer zu Pferd. DieAnlage wurde 1904 erbaut und mehrmals auf den neuesten technischen Stand gebracht, zuletzt noch 1960. Doch schon nach wenigen [ahren mußte die Produktion eingestellt werden. Um eintausend Ziegelsteine zu brennen wurden 250 kg Kohlen verfeuert, daher der hohe Schornstein. In den siebziger [ahren wurde die ganze Anlage abgebrochen. Heute befindet sich an der Stelle eine Stahlbaufirma. Über dem Schornstein ist ein Stück der alten Brücke zu sehen, eine Stahlkonstruktion, die um 1914 über die Geleise gebaut

wurde. Als die Bahnstrecke elektrifiziert wurde mußte die alte Brücke abgebaut und durch eine neue ersetzt werden.

6 'Gutbürgerliche Küche Hiesiges und Münchner

Bier .: so steht es noch zusätzlich an der Wand des Hauses um Besucher anzulocken. Das hatte auch Erfolg, denn diese Ansichtskarte schrieb ein Belgier in seine Heimat am 9. März 1911. Mit dem Telefon-Nr. 9, war es sicher eines der ersten in Camberg. Eines der drei Kinder könnte ]osef Bierod sein, der letzte Besitzer des Hotels. Das zweirädrige Gef<ihrt war ein Transportwagen für Bierfässer, die längs zwischen die Holme gelegt wurden. Damit konnte das Bier aus der Brauerei geholt werden, die sich in der Bahnhofstraße befand. Siehe oben: 'Hiesiges Bier.' Das Taunushotel, so der letzte Name, wurde 1982 abgerissen. Der

Bahnhofsvorplatz konnte erweitert werden, ein Parkhaus entstand, ebenso die 'Taunus-Residenz' -Hotel Bad Camberg. Für letzteres wurde das angrenzende Gelände Weyrich dazugekauft.

CaD!-berg Total

amberg

Hotel und Restauratlon von Wilhelm Bterod Telephon N! 9

7 Im Vordergrund der Gesamtansicht van Camberg ist das Haus der Samenhandlung ]osefNeuberger, dahinter die Glashäuser der Gärtnerei Richter. Rechts und links der Bahnhofstraße waren Pappeln und Platanen gepflanzt und nur wenige Häuser säumten damals die Straße. Verleger dieser Karte war ]ohann Peuser, der in der Bahnhofstraße Nr. 1 eine Kolonialwarenhandlung betrieb. In der Druckerei des Wilhelm Ammelung erschien der 'Hausfreund für den Goldenen Grund'. Dort arbeitete ein Schriftsetzer, der diese Karte an seine Tante in Neuwied geschrieben haute. Dabei kann Erstaunliches festgestellt werden. Die Karte wurde am 31. März 1903 mit dem Frühzug nach Limburg

aufgegeben und war am gleichen Tag um 11-12 Uhr vormittags in Neuwied angekommen. Das ist feststellbar, weil damals in den Ankunftsorten noch Eingangsstempel abgeschlagen wurden.

8 Im Vorwort wurde die Firma 'Verlag & KunstdruckAnstalt Rosenblatt, Frankfurt a. IM.' erwähnt. Diese Karte ist eine Lithographie der genannten Druckerei und wurde am 3. Juli 1906 verschickt. Neben den anderen bekannte Ansichten interessiert hier besonders das selten gezeigte Haus des Georg Dobner. Um 1900 betrieb er darin eine Kolonialwarenhandlung und eine Küferei. In diesem Haus, an der Ecke Bahnhofstraße/Rheinstraße, ist nach mehrmaligem Besitzerwechsel und Umbauten heute die Streitburg-Apotheke untergebracht. Im Gebäude dahinter befand sich eine Töpferei, die 'Chattia Kunstund Bauwerkstätten GmbH'. Vasen, Schalen und vieles

andere wurden dort hergestellt. Im Stadt-und Turmmuseum sind einige dieser Erzeugnisse zu sehen. 1946 gegründet, wurde die Produktion schon 1954 wieder eingestellt.

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