Bad Camberg in alten Ansichten Band 2

Bad Camberg in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Friedrich Angst
Gemeente
:   Bad Camberg
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6420-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Bad Camberg in alten Ansichten Band 2'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

9 Eine ähnliche Ansichtskarte war schon einmal im Band 1 veröffentlicht. Hier hat sich in der Zeit jedoch sehr viel verändert. Die seinerzeitige Dampfbierbrauerei Vering & Müller, nachmalige Gummitextilfabrik, fiel 1992 der Spitzhacke zum Opfer. Der darauffolgende Neubau beherbergt nun Wohn- und Geschäftsräume. Das nach der Brauerei an der Straße gelegene Gebäude, damals noch Bahnhofstraße Nr. 27, und die daneben gelegene Waage für Lastkraftwagen wurden schon 1989 abgerissen. Das Haus, an der Straßenkreuzung Bahnhofstraße, Rheinstraße und Gebrüder-Grimm-Straße gelegen, war zum Verkehrshindernis geworden. Diese Karte wurde 1911 geschrie-

ben. Aus einem Rohr wird gerade Dampf abgelassen und unter der Dampfwolke ist das Elektrizitätswerk auszumachen.

10 Die imposante Maschine auf diesem Bild war eine von zwei Lanz-Lokomobilen, die im städtischen Elektrizitätswerk, 1905 erbaut, aufgestellt waren. Die stationären Dampfmaschinen wurden mit Kohle beheizt. Über Schwungräder und Treibriemen wurde der Stromerzeuger, der Generator, angetrieben. Das Kilowatt kostete 50 Pfennige, was viele Haushalte veranlaßte weiter Petroleumlampen zu benutzen, oder sehr sparsam mit dem Strom umzugehen. Ein Geschäftsmann zahlte in zwei Monaten 1,40 Mark. Er hatte nur das Geschäft an das Stromnetz anschließen lassen. Der letzte Betriebsinspektor des Elektrizitätswerkes war Ludwig Ochs, van 1934 bis 1968. Danach übernahmen die

Main-Kraftwerke die Stromversorgung. Das Elektrizitätswerk wurde abgerissen. Heute erinnert nur noch die Straße 'Am Eltwerk' daran, daß die Stadt einmal Kraftwerksbesitzer war.

1 1 Am 1. April 1846 begann die Geschichte der Post in Camberg, die jedoch noch bis 1863 der Postverwaltung in Würges unterstellt war. Die erste Poststelle war damals in der Frankfurter Straße Nr. 22, danach in dem daneben liegenden Haus Nr. 20. Das Bild zeigt es um 1900. Die Post war längst ausgezogen. Bis zum heutigen Standort war sie an sechs verschiedenen Stellen. [ohann Philipp Bouffier betrieb hier das Gasthaus 'Zur Alten Post' und im gleichen Haus hatte der Sattler Adam Urban Laden und Werkstatt. Einige seiner Waren hatte er auf der Straße ausgestellt. Daraus ist das heutige Möbelhaus 'Urban' entstanden. Heute wird man das Haus vergeblich suchen. Durch Um- undAnbauten -

das Nachbarhaus kam noch dazu - hat sich die Ansicht verändert. Heute ist dort ein Laden für Babyartikel.

Ganhaus zur flUrn pan.

12 Das Kaiserliche Postamt war am 1. [anuar 1904 in dieses Gebäude, in der Bahnhofstraße Nr. 15, eingezogen. Auf dem Dach ist das Abspanngestänge für die Telefonfreileitungen montiert. Als um

1913 diese Aufnahme entstand waren etwa vierzigTelefonanschlüsse geschaltet. Der Leiter des Postamtes hatte im oberen Stockwerk eine Dienstwohnung. Dort stehen Familienmitglieder. Das Personal schaut aus den unteren Fenstern und acht Briefträger stehen vor den Gebäude. Wer die Personen sind, konnnte nicht eindeutig geklärt werden. Unter den Bezeichnungen 'Deutsche Reichspost', 'Deutsche Post' und 'Deutsche Bundespost', wurde der Postbetrieb bis 1971 hier weitergeführt. Im gleichen [ahr erfolgte der Umzug in ein neuerbautes Gebäude in der Bahnhofstraße Nr. 43. Dort

wurde am l.Januar 1995 daraus die 'Deutsche Post AG' . In dem alten Postgebäude werden heute Textilien verkauft.

13 Verleger dieser Ansichtskarte war Peter Haber II, Camberg. Der Poststempel ist vom l û.Juni 19l7.Vonder Westseite sind zu sehen: Das Krankenhaus und die Häuser an der Limburger Straße bis zur pfarrkirche. Was diese Karte so interessant macht ist der Bericht einer Zeitzeugin. Unter anderem schreibt sie: 'Wir hatten am Dienstag Abend einen Wolkenbruch, dem viel Vieh und Gärten zum Opfer fielen. Das Wasser stand über einen Meter hoch in den Straßen und alle Keller und alles war bis zur Decke angefüllt. Es war gräßlich. Die ältesten Leute erinnern sich nicht, so etwas erlebt zu haben. Das Wetter wütete von 9 - 4 Uhr morgens ... ' Bestätigt wird dies in der Chronik von Oberselters. Dort ist zu lesen: '1917 /Vom 6. auf den 7. Juni. Nach mehrtägiger Hitze ein Unwetter, das

großen Schaden anrichtete. Der ganze Grund war überschwemmt.'

14 Hier eine von Hand kolorierte Ansichtskarte die von der Firma 1. Klement in Frankfurt am Main hergestellt wurde.Am 13. März 1906 gingen damit Geburtstagsgrüße von Carnberg nach Neuhaus am Rennweg im Thüringer Wald. Camberg im Frühling, vom Mühlberg aus. Heute verläuft hier die St.-Georgen-Straße. In den Wiesen sind heute noch einige Gärten, sowie das Freizeit- und Erholungsbad. Der Mann mit der Sense wird wohl das erste Gras mähen. Die Gespanne der Bauern bestanden oft aus zwei Kühen oder zwei Ochsen. Mischgespanne aus Ochs und Kuh waren auch anzutreffen. Die Größe der zu bearbeitenden

Flächen und der Ställe bestimmten die Gespanne. Größere Bauern konnten sich Pferdegespanne leisten. Wer die Männer sind war nicht mehr feststellbar.

c!:amberg I ([aJuus ,!om mil~lberg.

15 Um 1583 wurde die Herrenmühle als kurtrieri-

sc he Pachtmühle erbaut. Zeitweilig drehten sich bis zu drei Wasserräder für Getreide-, nebenher auch alsWalk-, Lohund Ölmühle. Nach fast vierhundertjahren wurde 1972 der Mahlbetrieb eingestellt. Der letzte Müller war Paul Mähler. Durch die vielenAnund Umbauten, dazu 1827 einmal abgebrannt, war von der alten Bausubstanz nichts mehr vorhanden. Die Bilder entstanden um 1950. Auf dem unteren ist im Vordergrund noch der alte Wassergraben zu sehen. Bis 1994 dienten die Mühlenbauten als Getreidespeicher. In der Erntezeit brachten die Landwirte, oft bis spät in die Nacht, ihr

Getreide hier her. 1995

wurde alles abgerissen. An der Stelle entsteht eine Wohnanlage mit Geschäften. Zur Erinnerung daran, daß sich hier einmal die Mühlenräder drehten, wird die Anlage den Namen 'Mühlenhof" erhalten.

I ??? ..:-.--

.. .

16 Diese Bilder entstanden um 1950.Siezeigendas Wohnhaus des Karl Möhler, der dort bis 1950 eine Bäckerei betrieb. Das Mehl dazu bezog er von seinem Bruder Paul, dem Müller von gegenüber. Die beiden Brüder hatten noch eine Landwirtschaft, mit 40 Morgen Land zu versorgen. Auf dem unteren Bild ist das Haus von der genenüberliegenden Seite zu sehen. Der kleine offene Vorbau diente dem Bäcker als Remise. Früher begannen hinter dem Anwesen die Felder. Ein ausgedehntes Neubaugebiet entstand dort und damit ein Verkehrsf1uB, der sich durch dieses Nadelöhr zwängte. Darum wurde das Haus, Mühlweg Nr. 24,1982

abgerissen. Bei den folgenden StraBenbauarbeiten wurde ein 2,5 Tonnen schwerer Mühlstein gefunden, der sich heute im Amthof befindet. Er gehörte zu einer Öhlmühle, die bis 1 827 betrieben wurde.

1 7 Bei dieser Aufnahme stand der Fotograf etwas seitlich der Herrenmühle, etwa um 1895. Im Vordergrund sind junge Bäumchen mit Stroh umwickelt, um sie vor der Witterung zu schützen. Ein schmaler Weg führt über die Emsbachbrücke. Es ist auch heute noch der 'Mühl weg', jetzt jedoch eine ausgebaute Straße mit einigen Häusern mehr. Vor der pfarrkirche ist die Volksschule mit dem noch unverputzten Anbau, der in dieser Zeit entstanden war. In dem Gebäude unterhalb des noch vollständigen Untertorturmes befindet sich heute die 'Volksbank Goldner Grund eG'. Durch die Baulücke ist der Vorgängerbau des 'Bayrischen Holes'

erkennbar. Zwischen den Dächern erhebt sich der 'Guttenberger Hof', vormals Adelssitz der Hattsteiner und Guttenberger, daher der Name.

18 Das Bild entstand um 1935 beim Bau der zweiten Staustufe. Am Emsbach, im Bereich der Stadt Camberg, wurden fünf Stauwerke errichtet. Der Sohn von Franz Lawaczeck, selbst an dem Projekt beteiligt, schreibt dazu: 'Camberg war als Spitzenkraftwerk gedacht, um der Stadt den Bezug von teurem Spitzenstrom zu ersparen. In zweiter Linie sollte das Hochwasser abgefangen werden, um Überschwemmungen zu verhindern.' An anderer Stelle schreibt er: 'Der Emsbach zeigte sich in hydrologischer Sicht äußerst unzuverlässig. Er konnte die Kraftversorgung nur in sehr begrenztem Umfang leisten, weswegen dann das Hauptgewicht auf die Hochwasserbekämpfung

gelegt wurde.' Deutlich ist die Umleitung des Emsbaches zu sehen. Der Bautrupp steIltte sich dem Fotografen. Im Hintergrund steht noch die alte Herrenmühle, die 1995 abgerissen wurde.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2019 Uitgeverij Europese Bibliotheek