Bad Camberg in alten Ansichten Band 2

Bad Camberg in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Friedrich Angst
Gemeente
:   Bad Camberg
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6420-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Camberg in alten Ansichten Band 2'

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19 Auch dieses Bild entstand um 1935. Der Mann mit Hut war der Bauführer und Maurerpolier Heinrich Kretz. Dabei ein Bauarbeiter und eine Gruppe des Reichsarbeitsdienstes, die in Camberg stationiert waren. Sie sind beschäftigt an einem Wehr, das in der Nähe des Schwimmbades entstand. Die Gebrüder Weil in limburg bauten das Stauwehr O. Mit Hilfe des Maurerpoliers Heinrich Kretz, Willy Martin und Heinz Vogt, wurden die Wehre eins bis fünf gebaut. In den Kriegsjahren ruhte das Ganze. Danach war kein Interesse mehr vorhanden. Die Anlagen verfielen und wurden in den sechziger [ahren entfernt. Hinter der Personengruppe sind die soge-

nannten Pfortenwiesen, die seinerzeit noch als Bleiche genutzt und später zum Fußballplatz geworden waren. Der Untertorturm hatte noch ein Dach, das 1945 abgeschossen wurde.

20 Durch preußische Gesetze kam 1 879 das Amtsgericht nach Camberg. Es war zuständig für die Gemeindebezirke Camberg, Dombach, Eisenbach, Niederselters, Oberselters, Schwickershausen und Würges. Zunächst war es in einem Haus am Neumarkt untergebracht. 1912 wurde von der Stadt das Amtsgerichtsgebäude errichtet. Diese Karte zeigt es um 1930. Hinter dem Hauptgebäude ist ein Anbau zu sehen, das Gefängnis, auch Belles' che genannt. Das Amtsgericht unterstand ab 1879 dem Landgerichtsbezirk Wiesbaden, ab 1923 dem Bezirk Limburg, ab 1943 als Zweigstelle van Limburg. 1968 wurde die Stelle geschlossen. Seit 1970 wird das Gebäude von der Freiherr-von-SchützSchule genutzt. Strom- und

Telefonleitungen wurden als Freileitungen, an Holzmasten, entlang der Straßen geführt. Der technische Fortschritt kann an der Zahl der Drähte erahnt werden. Es sind etwa fünfzig Stück.

CAMBE:RG (Nassau) Amtsgericht

2 1 Die Ansichtskarte hatte Georg Steitz herstellen lassen. Der Poststempel ist vom 21 . Juni 1926. Hier ein Teilstück der damals Limburger, heute Frankfurter Straße. Zur Zeit der Aufnahme war ganz links die Metzgerei des Philipp Hollingshaus. Weiter die Drogerie 'Zurn goldenen Kreuz' des Georg Steitz, heute Drogerie Lambrecht. Im nächsten Haus, bei Strauß und Bachenheimer, gab es Möbel, Betten und so weiter, jetzt Kurt Molly, Uhren und Schmuck. Daneben das Wohnhaus des Arztes Dr. Fluck, später Alex Gempp, heute ein Sonnenstudia. Es folgt die Bäckerei Simon Wenz, die von den Nachkommen noch heute betrieben wird. An der Ecke das Gasthaus 'Zur Eisenbahn', das damals von Clemens Wenz, auch Kasino- Wenz

genannt, betrieben wurde. Es war das Stammlokal des katholischen Kasino-Chores, daher auch das 'Schwarze Loch' genannt. Das Haus wurde 1967 abgerissen.

Camberg Untere Limburgerstrasse mit Drogerie zum goldenen l(reuz

22 Als um 191 0 diese Aufnahme entstand, befand sich das Maschinengeschäft in der Limburger, heute die Frankfurter Straße Nr. 10. Theodor Gallo schaut aus dem Fenster, seine Söhne stehen vor der Werkstatt. Bei dem Motorrad steht Jean und daneben sein Bruder Adolf, der später das Geschäft weiterführte. Das Schild über derTür wirbt für 'Phánomeri'. Fahr- und Motorräder aus dem sächsischen Zittau. 'Excelsior' war ein Reifenfabrikat. Einige Plakate werben für 'Heinrich Lanz' in Mannheim. Neben landwirtschaftlichen Maschinen wurden dort auch Lokomobile-Dampfmaschinen gebaut. In Camberg wurden sie damals für den Antrieb

von Dreschmaschinen, sowie im Elektrizitäts- und Sägewerk eingesetzt. Für Wartung und Reparaturen waren die Gallo's die richtigen Leute. Heute ist dort die Gaststätte 'Risroranre Da Rocco'.

masc:hinen!leschäft Theodor GillID.

23 Das ist die Tankstelle Gallo in den dreißiger [ahren. Sie wurde 1925 eingerichtet und soll die erste zwischen Königstein und Limburg gewesen sein. Gegenüber der Werkstatt wurde 1928 eine Einbuchtung geschaffen und ein Tank installiert. Da dies städtisches Gelände war bezahlte die Mineralölgesellschaft eine jährliche Anerkennungsgebühr an die Stadt Camberg. Die Einbuchtung ist heute, Frühjahr 1997, noch zu sehen. Auf dem Bild ist Frau Gallo bei der Pumparbeit. Das Benzin wurde mittels einer Handpumpe in zwei durchsichtige Meßbehälter gedrückt, die jeweils fünf Liter fassen konnten. Durch umlegen eines Hebels konnte

das Benzin in den Autotank ablaufen. Ein Opel Kabriolett wird gerade betankt. Frau Gallo war die letzte Betreiberin der Tankstelle, die 1968 abgebaut wurde.

24 Albert Schorn hatte in seiner Chronik von 1905 eine Aufnahme von 1897 veröffentlicht, auf der links vor dem Untertorturm noch ein kleines Haus zu sehen ist. Auf dieser Lithographie, mit dem Poststempel vom 21. Oktober 1899, ist es verschwunden und dafür ist die Gaststätte 'Thurm-Send' entstanden, dessen Besitzer Wilhelm Send war. Später wurde daraus der 'Bayrische Hof', mit Adolf Herboldsheimer als Besitzer. Sein Sohn Martin führte die Gaststätte weiter. Der Turm ist aus Bruchsteinen gemauert, aber auf der Originalkarte ist derTurm in rötlicher Farbe wiedergegeben. Auch hat der Zeichner den Turm ziemlich gerade gestellt. In Wirklichkeit hat der 21,34 m hohe Turm eine Neigung von 1,44 m.

Das Stift-Krankenhaus wurde 1958 geschlossen, war dann ein Familienferienheim und seit 1990 ist es Internat und Tagesheim der Freiherr-vonSchütz-Schule, das vormalige Taubstummeninstitut.

25 Neben der Bahnhofstraße und der Gesamtansicht von Camberg fállt ein Kreuz auf, das an der Gartenmauer des Gisbert-Lieber-Hauses steht. Um 1900 stand es auf einer etwa 2 m hohen Backsteinmauer, später so wie hier. In den sechziger [ahren wurde die Straße ausgebaut und dabei die Mauer versetzt. Das Kreuz war wohl verfallen, der Sockel in die neue Mauer eingelassen. Es ist der Rest eines Denkmals, wie es in Camberg kein Zweites gibt. In Sandstein gehauen, steht folgender Text: 'Dieses Bildniss ist errichtet zur Ehre Jesu Christi. Zum Andenken an den hier, am 30. Nov. 1825, gebliebenen Ioh. G. Kallas, geb. den 9. Feb. 1808 in Erbach. Zu seinem Seelenheil ein andächtig Gebet. Errichtet von Christian

und Christina Sachs, eine geb. Kallas in Erbach.' Ein 17jähriger war bei einem Unfall verstorben.

26 Diese Karte wurde am 6. Juni 1912 geschrieben. Die mit einer Mauer verbundenen Rondelle sind heute nicht mehr vorhanden. Sie waren die Reste einer einst mächtigen, dreifachen Toranlage, die sich bis zum Turm hin ersteckte. Das Kreuz von 1 739 wurde 1881, 1937 und 1968 immer ein Stück weiter versetzt, um dem wachsenden Verkehr Platz zu machen. In den sechziger [ahren wurde auf dem vorderen Gebäude ein Stockwerk draufgesetzt und der Saalbau zum Kino umgewandelt. Anfang der neunziger [ahre wurde der Gaststättenbetrieb eingestellt, das Kino war schon früher geschlossen. Hier sollen nun die Altstadtarkaden entstehen.

In Verbindung mit diesem Vorhaben sollte der angrenzende Schulgarten verkauft werden. Das bewirkte das erste Bürgerbegehren in der Geschichte der Stadt. Am 25. Februar 1996 entschieden sich die Bürger für den Verkauf. Das um 1900 erbaute Gebäude soll dann verschwinden.

Camberg i. Taunus

Am Untertar - Bayrischer Hof

27 Mit einem Straßenpf1aster und Bordsteinkanten präsentiert sich die Strackgassse um 1920. Zwischenzeitlich mit einerTeerdecke versehen, wurde 1992 ein Teil der Strackgasse neu gepf1astert. Es entstand die erste Fußgängerzone in Camberg. Auf dieser Karte links damals das Tabakwarengeschäft von Carl Stockmann, 'Die Havanna' genannt. Weiter steht der Metzger Philipp Schütz vor seinem Geschäft. Dahinter der Kolonialwarenladen des Georg Enders und die Bäckerei ]ohann Wenz. Von rechts vorne: das Geschäft von ]osef Lottermann, der auch Fahrräder im Angebot hatte. Danach gab es Porzellan- und Spielwaren bei Peter Krohmann.

Es folgt die Metzgerei ]osef Schmidt, genannt 'TreppchesMetzger', und vor dem Untertorturm ist das Geschäft des Nikolaus Schmitt; hier ging man zu 'Nikelose' um Schuhe zu kaufen.

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28 Wieder eineAufnahme vonAlbertSchorn, um 1930. Von der Strackgasse aus bietet sich ein Blick in die Schmiedgasse. Links ist das Haus der Metzgerei Schütz und geradeaus ist die Bäckerei des Heinrich Wenz, auch 'Schofe Bäcker' genannt. Während der Metzger noch immer Fleisch und Wurst verkauft, ist die Bäckerei längst geschlossen. Rechts ist das Haus mit der Lebensmittelhandlung von ]osef Enders. Heute ist dort ein Geschäft für Näh- und Strickwaren. Das größere Mädchen ist Elsbeth Becker, ein Nachbarskind, sowie Sonja und Horst, die Kinder von ]osef Enders. Auch hier ist das alte Straßenpflaster noch frei. Schon früh versuchte man die Fachwerke der alten

Häuser wieder sichtbar zu machen, was hier den Fotografen bewogen hatte, 'Alt Camberg' darunter zu schreiben.

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