Bad Camberg in alten Ansichten Band 2

Bad Camberg in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Friedrich Angst
Gemeente
:   Bad Camberg
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6420-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Camberg in alten Ansichten Band 2'

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29 Aus der Weisgrabenstraße - so die Schreibweise - ist heute die Grabenstraße geworden. Diese Ansichtskarte entstand um 1935. Die steinernen Treppenaufgänge zu den Häusern waren in Camberg oft zu finden. Heute sind sie fast alle verschwunden. In den engen Sraßen waren sie zu Verkehrshindernissen geworden. Hier sind die Aufgänge zu zwei kleinen Häusern. Sie lassen erahnen wie klein die Wohnungen waren. Heute ist daraus ein Haus geworden. An der Ecke ist das Wohnhaus des Wilhelm Thies, der gegenüber eine Schmiedewerkstatt betrieb, heute eine Heizungsbaufirma gleichen Namens. In der Schmiedgassse ist Sterholz zum Trocknen aufgesta-

pelt. Damit wurde in der Küche gekocht und die gute Stube an Sonn- und Feiertagen geheizt. Der Kastanienbaum läßt im Herbst noch immer seine Früchte fallen, zur Freude der Kinder.

30 Peter Krohmann in Camberg hatte diese Karte herstellen lassen. Sie zeigt Camberg etwa um 1910. Auf dem kleinen Bild ist das Gasthaus mit Bäckerei 'Zu Den Vier [ahreszeiten', oder 'Bäcker Antons'. Daneben das alte Rathaus, der Obertorturm und das Geschäft des Korbmachers Anton Hofmann. Erkennbar ist das pflaster auf dem Marktplatz. Durch die schweren eisenbereiften Fuhrwerke bildeten sich Spurrillen; das pflaster mußte immer wieder hergerichtet werden. Dazu eine Auszug aus der Chronik des Philipp Peter Lauer: 'Anno 1787 fieng man an das alte pflaster in Camberg aufzubrechen, um ein neues zu machen. Die Ruth zu pflä-

stern kostete in diesem [ahr 2 Gulden 20 Kreuzer. Man hatte in diesem [ahr die stracke Gaß vom unteren bis zum oberen Thor neugepflästert.'

3 1 Die alten Fachwerkhäuser am Marktplatz waren im 19. Jahrhundert fast alle verputzt. Schon 1910/11 gab es ein 'Ortsstatur für die Stadt Camberg, zum Schutze gegen Verunstaltung'. Nach und nach wurden die Fachwerke wieder freigelegt. In einem der hier noch verputzten Häuser handelte Wilhelm Rumpf mit Lebensmittel und Farben. Das Interessante an dieser Karte ist, was arn 4. Oktober 1931 in Camberg geschrieben wurde. Karl schreibt seinem Schwager Josef folgendes: 'Diese Woche erhielt ich von meiner Firma Bescheid, daß ich wieder anfangen kann. Ich kaufte sofort meine Karte und fahre morgen Abend nach Bremen und am 6. mit

der Europa nach NewYork. Ich sage Dir daher "Lebe Wohl" .' Was für ein Schicksal mag sich dahinter verbergen? Wir wissen es nicht. Die Europa war ein Passagierdampfer.

32 Etwa um 1910 in der Bächelsgasse stand das Wohnhaus mit Werkstatt des Schmiedemeisters ]osefWenz IV. Er stellt sich dem Fotografen, ebenso der Bub Willi und das Mädchen Katharina, zwei seiner Kinder. Der junge Mann ist Philipp Wenz, ein Neffe des Schmiedemeisters. Der Mann mit Stehkragen und Pferd ist der Landwirt ]osef Bogner, der am Neumarkt sein Anwesen hatte. Sicher hatte sein Pterd neue Hufeisen bekommen. Damals gab es in Camberg rund einhundert pferde. Einmal im Monat bekamen sie zwei neue Hufeisen an die vorderen Hufe und mit den alten, vorderen Eisen wurden die hinteren Hufe beschlagen. Der Schmiedemeister starb 1942. Daraufhin wurde der Betrieb eingestellt. Im März 1985 wurde das ganze Anwesen abgebrochen. An der Stelle entstanden

die neuen Geschäftsräume der Firma 'Farben-Schmitt'. die Nachfolger des vorher erwähnten Wilhelm Rumpf.

33 So wie hier gibt es Ansichten van Camberg, in denen Häuser von Gaststätten und Geschäften eingefügt sind. Hier ist es die Restauration und Bäckerei des ]osef Kilian am Marktplatz Nr. 6. Dort ist schon 1834 ein Bier-, Branntweinwirt und Bäcker bekannt. Diese Aufnahme entstand um 1910. Auf einer späteren Ansichtskarte ist im oberen Stockwerk das Fachwerk freigelegt und die Gaststätte trägt den Namen 'Zurn Löwen' . Später ist dort die Bäckerei 'Kunst' tätig, die 1936 in die Frankfurter Straße umzog. Danach war dort die Meztgerei des Karl Schmitt, genannt 'Metzger Karl'. Die Gaststätte wurde zwischenzeitlich geschlossen. Mit neuen Inhabern wurde 1996 die Metzgerei 'Am Marktplatz' eröffnet. Der Schornstein gehört zur Ringofenziegelei der Gebrüder

Weyrich, die sich am LimburgerWeg, heute die Lahnstraße, befand.

Tot ?. lalllicM.

34 Martkplatz Nr. 2 ist heute die Adresse dieses Hauses. Nach einem Lageplan von 1870 sind als Besitzer angegeben: Friedrich Strauß und Lisette geborene Stritter. Sie betrieben hier eine Gastwirtschaft mit Brauerei, die 1888 an ]osef Rieth überging. Nach dessen Tod führte seine Frau den Betrieb weiter. In dieser Zeit ist die Ansichtskarte entstanden. Um 1905 ist Edmund Vering als Pächter genannt. Dessen Name ist auch verbunden mit der Brauerei in der Bahnhofstraße und dem 'Frankfurter Hof' in der Frankfurter Straße. Um 1920 wird die Familie Schütz Besitzer des Hauses. Der Braubetrieb war zwischenzeitlich eingestellt. Unter dem Namen 'Schützenhof' wurde die Gastwirtschaft bis um 1960 weitergeführt. Danach wurde es zum Wohn- und Geschäftshaus.

CAM BERG (Taunus) Brauerei "zum ROmer''. Bes.Jes. Rieth Wwe.

35 Im]ahre 1885 erwarb Friedrich Guckes dieses Haus an der Ecke Bächels- und Kirchgasse. Der Volksmund sprach vom 'Guckese-Eck'. Die gebrochenen Ecken des Hauses verraten es, hier war die schmalste Durchfahrt in der Altstadt. Für größere Fahrzeuge war es ein Problem unbeschadet um die Ecke zu kommen. Beider'Großen Fassenacht' mußte das Schiff seiner 'Närrischcn Hoheit' entsprechend dieser Engstelle gebaut werden. Oftmals kam der Zug zum Stocken, wenn hier rangiert werden mußte. Als dieses Bild entstand war gerade ein Fassenachtszug unterwegs. Ein alter Käfer war mit zwei Karussellpferden aufgerüstet! Frau Wilhelmine Hebgen, im Fenster, betrachtet das närrische Treiben. Die Familie Hebgen war 1933 in das Haus eingezogen. Das Schild neben der Haustür

besagt, daß hier ]osefHebgen Weilburger Bier verkaufte. 1968/69 erwarb die Stadt das

Anwesen, das Haus wurde abgebrochen.

36 Die katholische pfarrkirche, 11 S6 erstmals urkundlich als St. Peter erwähnt, wurde von 1777 bis 1779 im Zopfstil neu erbaut und St. Peter und Paul geweiht. Die bedeutenden Maler Philipp Veit und]osef Appiani besorgten die Ausmalungen. Immer wieder waren Renovierungen notwendig, zuletzt von 1987 bis 199 S. Das 11. Vatikanische Konzil, von 1962 bis 1966, brachte Veränderungen im Kirchenraum. Bei den liturgischen Handlungen ist jetzt der Priester mit dem Altar den Gläubigen zugewandt. Dieses Bild entstand um 193 S. Ungewöhnlich ist, daß sechzehn Kinderbänke in den Chorraum hinein gestellt waren, vermutlich aus Platz-

gründen. Ältere Camberger wissen zu berichten: Im Chorgestühl saßen die Lehrer und hatten ein wachsames Auge auf die Kinder.

37 Diese Karte wurde 1913 verschickt. Um das Bild zu erhalten mußte der Fotograf auf den Obertorturm steigen. Links ist ein Teil des Amthofes zu sehen. Im Innenhof sind ein Misthaufen, ein Schuppen und Stallungen. Dort werden heute die Gäste des Amthofkaffees bewirtet. In der Obertorstraße, an der Ecke des Amthofhauses, ist am unteren Bildrand ein Schild zu erkennen. Mit der Lupe ist zu lesen: 'Repararuren, Benzin, Öle.' Es ist anzunehmen, daß Wilhelm Lottermann das Schild angebracht hatte. Über dem Bergkamm verlief einst die 'Hoh« Straße', eine alte Handelsstraße. Heute sausen dort die Autos über die A3 in Richtung Frankfurt oder Köln. Die

hohen Schornsteine gehören zu den Ringöfen der Ziegelbrennereien von Thies und Co. links und rechts der Gebrüder Weyrich.

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Carnbe r g i. Taunus v . Obe r to r türrneus gerehen

38 Die um 1950 im Umbau begriffenen Teile des Amthofes waren ehemals als Ställe und Lagerräume derer von Hohenfeld und von Schütz genutzt. Im Kriegsjahr 1942 in den Besitz der Stadt Camberg gelangt, wurde jetzt dringend benötigter Wohnraum geschaffen. Hier wurde noch mit Gerüststangen gearbeitet. Die Schneereste und die Weihnachtsdekoration lassen darauf schließen, es ist kalt und die Bautätigkeit ruht. Vorn im Bild steht ein Op el P4 und weiter hinten ein Goggomobil, eines der ersten Kleinautos nach dem Zweiten Weltkrieg. Heute wird man beide Autos nur noch im Museum finden. Das pflaster ist noch deutlich zu sehen,

das später unter einerTeerdecke verschwand. Das Schild lädt zum Friseur Wilhelm Grimm ein. Die Camberger gehen zu 'Grirnme'. so sagen sie.

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