Bad Camberg in alten Ansichten Band 2

Bad Camberg in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Friedrich Angst
Gemeente
:   Bad Camberg
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6420-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Camberg in alten Ansichten Band 2'

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39 Teile des alten Spritzenhauses von 1851 und dahinter der Schlauchturm, der 1869 erbaut wurde, sind auf dieser Karte festgehalten, die um 1930 entstand. Da die Baulichkeiten dem Sraßenverkehr hinderlich, und sie nicht mehr benötigt wurden, hatte man sie 1973 abgebrochen. Das Haus ganz rechts wurde etwa zur gleichen Zeit abgerissen. Es stand an der Ecke Kapellenstraße- Rosengasse. Dort ist heute eine kleine Grünanlage mit einer Litfaßsäule. In dem genannten Haus wohnte und arbeitete Peter ]osefWeckber, der letzte Weber in Camberg. Im Ersten Weltkrieg wurde der Webstuhl abgebaut. Weckbers Tochter Katharina ist den älte-

ren Cambergern unter dem Namen 'Wasser-Katche' sehr gut bekannt. Sie holte mit einem Hand-Leiterwägelchen Mineralwasser in Oberselters und verkaufte es in der Stadt, die Flasche für zehn Pfennig.

KNElPPBAD CAJv1BERG (To.unus)

Obertor

40 Eine Ansichtskarte von Albert Schorn zeigt den DombacherWeg um 1935, heute die Obertorstraße, bei den alten Cambergern aber nach wie vor der 'Öberste- Weg'. Damals war er noch eine Schotterstraße mit einer Rinne vor den Häusern, die der Entwässerung diente. In den Gärten links über der Mauer wird noch Gemüse angebaut. Später werden sie zum Kurpark umgewandelt. Wo jetzt der Bürgersteig ist standen vor den Häusern noch Staketenzäune, als Abgrenzung der Grundstücke oft mit kleinen Vorgärtchen dahinter. Aus halbrunden latten gefertigt hatten sich die Zäune nach einiger Zeit zur Seite geneigt. Offenbar war

gerade ein Ruhetag. Die Leute konnten in ihrer Sonntagskleidung mitten auf der Straße spazieren gehen, denn selten kam ein Fahrzeug vorbei.

41 Das ist ein Stück der heutigen Weißerdstraße in Richtung Hirtengasse und Obertorturm. In entgegengesetzter Richtung führte die Straße ins freie Feld, das heute zum großen Teil bebaut ist. Der Straßenname deutet auf die 'Weiße Erdc' hin, ein kaolinhaltiges Tonvorkommen das zeitweilig in der Umgebung abgebaut und bei der Keramik-, Papier- und Seifenherstellung verwendet wurde. Um 1910 war die Straße noch geschottert. In Trockenzeiten gab es viel Staub und bei Regen war es matschig. Der offene Graben wäre an dieser Stelle heute undenkbar. Der windschiefe Lattenzaun begrenzt einen Garten. Obwohl seit 1281 Stadt, war

Camberg zu diesem Zeitpunkt noch sehr von der Landwirtschaft geprägt.

42 Das Gebäude steht noch heute in der Hainstraße, früher die Engenhahner und Enchenhahner Gasse. Es ist das Wohnhaus eines 157 1 erwähnten Adelshofes. 1603 war er im Besitz des Philipp von Groroth, daher auch der 'Grorothsche Hof' genannt. Auf dem Bild um 1905 schaut der Stadtrechner Philipp Hanson aus dem Fensster. In diesem Raum war die erste Niederlassung der Nassauischen Landesbank in Camberg, die er verwaltete. Aus dem Fenster daneben schaut seine Tochter Margarete, die Peter Schmitt heiratete, der dann den Hof übernahm. Deren Nachkommen sind noch heute im Besitz des Hofes. In der über 400jährigen Geschichte des Hofes wurde immer landwirtschaft betrieben, so auch

heute noch. Die Identität der vor dem Haus stehenden Personen konnte nicht mehr festgestellt werden. Das Haus hat heute ein anderes Gesicht, es wurde moderner Wohnkultur angeglichen.

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43 Etwa um 1 935 entstand diese Ansichtskarte. Sie zeigt zwei Anwesen in der Hainstraße. Mitten in der Altstadt mußten sich die Bewohner in sehr beengten Verhältnissen zurecht finden. Ein gemeinsames Dach verbindet hier zwei Wohnhäuser mit verschiedenen Besitzern. An den Fassaden und an den Dachrinnen ist die Trennung gut erkennbar. Das Vorderhaus steht nach der Hainstraße, das andere ist dahinter gebaut. Die Fachwerke sind unter dem Verputz verborgen. Die Haustüre und die kleinen Fensterscheiben lassen vermuten, daß die Bewohner bescheiden gelebt haben. Scheune und Stall waren zwischen Wohnhaus und der alten Stadtmauer gebaut, wovon ein Teil im Hintergrund zu sehen ist.

Neben der Leiter ist noch eine Zweite für die Hühner. Wo es möglich war, gehörte ein Obstspalier an jedes Haus.

44 "Iurrn bei der Wohnung des Herrn Philipp Rühl I.' So unterschreibt Albert Schorn ein ähnliches Bild, das er in seiner Chronik von 1905 veröffentlicht hatte. In der Enge der Altstadt war der Besitzer auf diese ungewöhnliche Idee gekommen.Eswareine kleine Scheune, gebaut auf den Resten eines Turmes der alten Stadtbefestigung. In den siebziger [ahren nutzte ein Taubenzüchter die Hütte. Die Nassauische Landeszeitung berichtet am 18. Juli 1980: 'Mir einer finanziellen Förderung durch das Amt für Denkmalpflege wird die Stadt Camberg den durch Schenkung erworbenen Wehrturm Lange restaurieren. Die Holzaufbauten sollen abgerissen und das Gemäuer, ähnlich

wie beim Obertorturm restauriert werden. Kosten

17 000 DM.' Wer heute im Bungert spazieren geht, kann den Turmstumpf noch sehen. Der Aufbau ist verschwunden.

4S Die sogenannten Hirtenhäuser in der Hirtengasse sind auf dieser Karte zu sehen, die um 193 Sentstand. Das heute sichtbare Fachwerk war damals noch verputzt. Vier Häuser sind aneinander gereiht. 'Sie sind an und auf die Stadtmauer gebaut, sehr klein, haben weder Keller noch Hof und einen notdürftigen Stall unter der Wohnung.' So in einem Schriftstück von 181 7. Dabei auch die Bewohner: 'Der Gemeindeschäfer mit 8 Köpf, der Kühhirt auch 8 Köpf, der Schweinehirt mit 3 Köpf, der Geißhirt mit 3 Köpf und der Thorschließer mit 4 Köpf' Letzterer war auch Polizeidiener und 'hatte im Notfall Arrestanten auf die Nacht darin zu bewachen'. Hier

wohnte auch die Hebamme. Sechs Gulden Zins zahlte sie für eine kleine Stube, eine Kammer und die Küche im Eingang. Dazu bekam sie drei Klafter Holz. Es waren frühe Sozialwohnungen der Stadt.

46 In die entgegengesetzte Richtung der vorherigen Ansicht bietet sich dieses

Bild, ebenfalls um 1935. Das Efeu am Rathaus und die Sakristei der Hohenfeldkapelle sind verschwunden. Ebenso die Hecken und Mauern, die Parkplätzen weichen mußten. Oberhalb ist der Übergang vom Amthaus zur Hohenfeldkapelle. Unter dem Fenster ist ein geschnitztes Lilienornament mit weiteren Verzierungen. Am 10. August 1941 verschickt eine Frau diese Karte nach Frankfurt am Main. Sie schreibt unter anderem: 'Ich mache hier kneipp'sche Kuranwendungen und hoffe, mit neuem Mut und Kraft wieder an die Arbeit gehen zu können. Hier sind viele Frankfurter. Die Ruhe

nach allem tut so gut. Hoffentlich haben Euch die B. (Bomber) noch verschont. Zu Hause ist es schlimm.'

47 Als Feldpost wurde diese Ansichtskarte am 10. [anuar 191 8 nach Mainz verschickt. Der Amthof im Winterschlaf Auf dem Gelände davor waren Kleingärten. Gerade in Kriegszeiten waren sie für die Versorgung der Bevölkerung von großer Bedeutung. Zu diesem Zeitpunkt war das Gelände noch im Besitz des Freiherrn Marcus van Freyberg-Schütz. Im Laufe des [ahres 1918 erwarb die Stadt Camberg das Gelände und das Schlößchen, das zum Rathaus wurde. In den zwanziger [ahren begann man hier eine Kurparkanlage zu schaffen. Das Haus am rechten Bildrand war seinerzeit die Gaststätte 'Zum grünen Wald' und im Besitz der Famiie Longert. Sie betrieben dort

noch eine Bäckerei. Schon lange wird kein Brot mehr gebacken. Nach mehrmaligem Besitzerwechsel, wird die Gaststätte unter dem Namen 'Derre Ast' weitergeführt.

48 Noch einmal der Amthof um 1905. Als eine Fotokarte der Firma 1. Clement in Frankfurt am Main wurde sie nachträglich koloriert. Das Amthofgebäude, ebenfalls im Besitz des Freiherrn Marcus von Freyberg-Schütz, wurde 1942 von der Stadt Camberg erworben. Damit war das ganze Areal, des vormals Hohenfeld'schen Anwesens, an die Stadt übergegangen. Bedingt durch die Wohnungsnot nach dem Zweiten Weltkrieg wohnten im Amthofgebäude über einhundert Personen. Die Sanierungsarbeiten begannen mit dem Obertorturm und der Hohenfeldkapelle, in dessen Räumen 1981 das 'Stadt i und Turmmuseum' eröffnet wurde. Nach mehr-

jährigen weiteren Sanierungsarbeiten konnten 1993 Teile der Stadtverwaltung im Amthof einziehen. Das Fachwerk wurde freigelegt. Für die Besucher der Stadt ist der Bau ein beliebtes Fotomotiv.

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