Bad Camberg in alten Ansichten Band 2

Bad Camberg in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Friedrich Angst
Gemeente
:   Bad Camberg
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6420-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Camberg in alten Ansichten Band 2'

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49 Im [ahre 1927 wurde in Camberg die Kneippkur gegründet. Um 1930, als diese Karte entstand, war auf dem ehemaligen HohenfeldSchütz-Gelände gerade der Kurpark entstanden, wie an den jungen Bäumen zu sehen ist. Die Wandelhalle war eine Gußeisenkonstruktion im Jugendstil. Ursprünglich ein Teil der Anlagen am Kochbrunnen, stand sie bis 1928 am Paulinenschlößchen in Wiesbaden. Der damalige Bürgermeister von Camberg, Johannes Pipberger, erreichte, daß die Halle als Geschenk der Stadt Wiesbaden nach Camberg kam. Wiesbaden bedankte sich, denn in den vergangenen Kriegs- und Notzeiten wurden für die

Wiesbadener Bevölkerung im Camberger Stadtwald Schweine gemästet. Unter einer Schneelast brach die Wandelhalle 1963 zusammen und wurde daraufhin abgebaut. Nach einem 1989

erfolgten Umbau mit neuen Pflanzungen, Brunnen und Wasserspielen hat der Kurpark ein neues Gesicht erhalten.

SO Als um 1930 diese Ansichtskarte entstand, war das 'Park-Café' noch in Besitz des Jakob Dernbach, genannt 'Das Fleischwerschtsche'. Seine Mutter soll ihm den Namen gegeben haben. Die Gäste und die Bedienung präsentierten sich dem Fotografen. Die Terrasse erhielt später einen Glasumbau, eine Veranda. In dieser Zeit wurde daraus das 'Parkhotel' . Es wurde zu einem beliebten Treffpunkt, auch für Familienfeiern. Von dem Parkhotel gibt es mehrere Ansichtskarten und so lassen sich die Nachbesitzer feststellen. Fritz Geiger wird genannt, sowie Margit Baumgarten und Heinz Denner. 'Beim Denner' war ein Begriff Sie waren die letzten Betreiber der Gast-

stätte. Heute führt das Haus ein Dornröschendasein und wartet darauf, daß wieder neues Leben einkehrt. Auf der Wiese davor können heute Minigolf und Boule gespielt werden.

5 1 Etwa ein [ahr nach der Gründung der Kneippkur in Camberg entstand diese Karte. Ein Kurgast schrieb auf der Rückseite: '19.9.1928. Zur Erinnerung an die schöne Camberger Zeit.' Aufgenommen wurde das Bild im damaligen Luft- und Sonnenbad. Vor etwa siebzig [ahren war das ganze Gelände mit einem hohen Bretterzaun umgeben. Mit Keulen und Ball waren die Damen bei der Sache. Bewegung in der frischen Luft ist eine der Empfehlungen von Ptarrer Kneipp. Das Schaukelpferd Prinz, wohl ein Überbleibsel der Camberger Fassenacht, trug zur Belustigung der Damen bei. Wie man feststellen kann hat die Kneippkur auch ihre lustigen Seiten. Heute ist der

Bretterzaun verschwunden, eine Parklandschaft ist entstanden. Dort kann Freischach gespielt werden und ein Kiosk bietet Erfrischungen an.

52 Am 23.]uli 1931 schrieb ein Gast nach Frankfurt unter anderem: 'Dies ist das Haus Denker, in dem wir sehr gut aufgehoben sind. Camberg gefällt uns sehr gut, besonders seit das Wetter schöner und wärmer geworden. Es ist der richtige, ländlich gemütliehe Landaufenthalt.' Um 1930 herum waren in dem neuen Kurviertel einige Häuser entstanden, die Unterkunft für die Kurgäste boten. Dazu gehörte das Haus Denker. Es war ganzjährig geöffnet und hatte vierzehn Betten. Mit Vollpension zahlte der Gast fünf Reichsmark. Nur im Liebersehen Sanatorium waren mehr, nämlich 5,50 RM zu zahlen. Damit gehörte das Haus zu den gehobenen Ferien- und Kurgastbetrieben

in Camberg. Bei Privatvermietern kostete die Übernachtung mit Frühstück zwischen 1,30-2,20 RM. Der Pensionsbetrieb ist längst eingestellt, das Haus wird heute zu Wohnzwecken genutzt.

53 Für diese Aufnahme war der Fotograf auf den Turm der evangelischen Kirche gestiegen. Die Burgstraße war um 1935 noch mit einem Schotterbelag versehen. Zum Teil gab es Vorgärtchen an den Häusern, die inzwischen alle verschwunden sind. Die Bewohner dieser Straße befanden sich im 'Engeland' , so derVolksmund. Obwohl das kein offizieller Name war, wurde die Post mit dieser Bezeichnung richtig zugestellt. Am linken Bildrand ist das 'Belles' chc', der Gefängnisbau des Amtsgerichtes, und daneben das Taubstummeninstitut. Das Badehaus, rechts auf der Anhöhe, wurde 1927 zur Förderung der Kneippkur erbaut. Da es in vielen Häusern damals noch

keine Bäder gab, konnte die Bevölkerung dort hingehen. Ein Wannenbad kostete SO Pfg. und ein Brausebad 20 Pfg.

54 Sankt Wendelin, dem Schutzheiligen der Bauern und Hirten, ist diese Kapelle geweiht. Sie wechselte öfters den Standort. Aus der Chronik des Heinrich Jakob Müller, van 1879: 'Die Wendelinuskapelle stand ursprünglich der Stadt mehr schräg zugewandt. Als um 1770 die neue Chaussee angelegt wurde, riß man die alte Kapelle ab und baute die jetzt noch (1879) stehende, in die Gärten hinein.' (Jetzt die Ecke Frankfurter Straße- Mühlweg.) Als 1895 das dort noch stehende Haus gebaut wurde, heute Salon 'Daggy' , fiel die Kapelle zusammen. Darauf wurde sie im Gewann 'Hintcr der Burg' , heute die Hohenfeldstraße, wieder aufgebaut, so wie auf dem Bild, das um 1960 entstand. Im gleichen [ahrzehnt

wurde sie erneut abgetragen und auf dem heutigen Platz, allerdings stark verändert, wieder errichtet.

SS Sonntägliche Idylle zur Erntezeit. So oder ähnlich könnte diese Ansichtskarte unterschrieben sein, die in den dreißiger [ahren entstand. Viel Handarbeit war damals notwendig. Das mit Sense und Reff gemähte Getreide wurde zu Garben gebunden und in Hausten aufgestellt. Man könnte meinen, daß jeden Moment ein mit Kühen, Ochsen oder pferden bespannter Leiterwagen auftaucht, auf dem das Getreide verladen und in die Scheune eingefahren wird. Die Wagenspuren beweisen, der Weg zur Kreuzkapelle war noch ein Feldweg. Am Ende des Weges steht der letzte der sogenannten Fußfälle. Auf sieben Steinen ist der Leidensweg Christi dargestellt. Auf dem Berg, 332 m hoch, steht die über dreihun-

dert [ahre alte Kreuzkapelle, ein weithin sichtbares Wahrzeichen van Bad Camberg. Dieses und das daneben stehende sogenannte Küsterhaus, haben eine wechselvolle Geschichte aufzuweisen.

S6 Der Camberger Carnavalverein von 1832 ist der älteste Verein der Stadt und um

eini gel ahre ält er als di e Mainzer Carnevalvereine. Mit Unterbrechungen wurde in vier- bis fünfjährigem Abstand die 'Große Fassenacht' gefeiert. Beim Umzug durch die Stadt beteiligten sich viele Vereine und Gruppen. Nach dem Umzug werden die Traditionswagen auf dem Marktplatz aufgestellt. Auf dieser Karte von 1907 sind auf dem linken Wagen die Narren unterTiermasken versteckt. Neben der Obertorstraße steht der Wagen des Prinzen losef Stockmann, daneben das Schiff seinerTollität. Vom der Wagen des Gambrinus mit Wilhelm Lottermann, 'Der

Knaller' . Die Prinzengarde war zur Parade angetreten, dabei der mit Orden geschmückte Elferrat mit dem Präsidenten Theodor Dötzel. US-Kavalleristen und Indianer zu pferd waren ein Thema.

S7 Der Turmgemeinde van 1848 präsentiert sich 1904 auf dieser WeltpostvereinsKarte. Es ist eine der seltenen Karten auf denen Albert Schorn zu sehen ist, der Fotograf, Chronist und Schöpfer unzähliger Ansichtskarten.

Die Namen von oben links, 1. Reihe: Alfred Landau, [acob Schmidt, Aug. Bücher, Jas. Schmitt, Carl Laux, Bierod, Falkenbach, Hollingshaus und Ph. Brüstle. 2. Reihe: Hollingshaus, Maxe. Weyrich, Ferd. Hartman, Ph. Schmitt, Falkenbach, ]. Hartmann, CasparThies, Bart. Menzel, Th. Wenz, H. Hanson, Adam Marx, Jas. Scholz, Wilh. Thies, Damian Hermann und Aug. Müller. 3. Reihe: [ac. Kilian, 'Albert Schorn", Jas. Lottermann, PL. Duffy, Peter Haber

I, Sekretär Jung, Jas. Kilian, Ph. Dötzel undjas. Schmitt. 4. Reihe: Heinrich Reifert, Peuser, Halm und Moritz SchauB. Die Namen sind aus der Chronik 'Camberg in Wort und Bild' von Albert Schorn.

58 Im Iahre 1933 versammelten sich Pferd und Reiter auf dem Platz vor dem Guttenberger Hof Es war der erste Pfingstritt zur Berger Kirche, etwa 10 km von Camberg entfernt. Wegen der Abnahme des pferdebestandes und dem zunehmenden Autoverkehr wurden die Ritte 1968 eingestellt. Links im Bild ist eine Scheune die zum Guttenberger Hof gehörte. Heute ist daraus ein Wohnund Geschäftshaus entstanden. Der kleine Bau war die Sattlerwerkstatt des Willi Wecker. Sie wurde abgebrochen und an der Stelle wurde ein Wohnhaus errichtet. Das linke Schild an der Hauswand wies den Weg zur DKW- Vertretung des Wilhelm Lottermann, genannt 'Der KnallWilhelm' . Das hatte wie-

derum mit dem Motorrad zu tun, das er fuhr. Das andere Schild wirbt für das Lohnfuhrunternehmen des Peter Schmitt, genannt 'Der Kutschcr'.

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