Bad Camberg in alten Ansichten Band 2

Bad Camberg in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Friedrich Angst
Gemeente
:   Bad Camberg
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6420-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Camberg in alten Ansichten Band 2'

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59 An der Straße von Bad Camberg zurTenne liegt am Waldrand das Hotel und Gasthaus 'WaldschIaß' . In 327 m Höhe ist es noch immer Ausgangspunkt für Spaziergänge und Wanderungen. Bis nach dem Zweiten Weltkrieg residierte dort Robert Kaiser, der das Haus 1907 erbaute. Als diese Karte um 1955 entstand, war Hildegard Klotz Inhaberin der Gaststätte und Pension. Die Balkone waren erneuert und vor dem Haus standen Tische, an denen die müden Wanderer rasten konnten. Das Schild neben dem Eingang sagt, daß hier eine Autobushaltestelle war. Nach erneuten Umbauten ist leider die Fassade hinter einem modernen Anbau verschwunden. Als weitere Betreiber der Gaststätte sind

bekannt: Kurt Schröder bis 1973, dann Klaus Frick und 1977 wurde Hermann Hofmann der Besitzer. Er baute das ganze zum Hotel aus, das noch heute von ihm betrieben wird.

60 An der Tenne, nach Dr. Josef Hörle 'Zu den Tannen", trefffen sich in etwa 450 m Höhe zwei Straßen, die schon in alter Zeit wichtige Verkehrswege waren. Damals rasteten die Fuhrleute in dem kleineren Steinbau, dem ursprünglichen Gasthaus 'Zur Tenne', das heute als Wohnhaus genutzt wird. Carl Bachon hatte den stattlichen Fachwerkbau um 1900 errichten lasssen, als Sommerfrische und Hotel mit Restaurant. Die neue "Icnnc' war ein von einheimischen und fremden Gästen gern besuchtes Hotel. Über dreißig verschiedene Ansichtskarten sind bekannt, die seinerzeit von den Gästen nach ganz Deutschland verschickt wur-

den. Diese hier ist vom 1. Oktober 1904. Als weitere Inhaber sind bekannt: Carl Gemmer-Bachon, E. Gemmer, Theodor Pauli und Paul Schäfer. Um 1985 wurde der Betrieb eingestellt. Seitdem

steht das Fachwerkhaus leer. Bei einem Brand, in der Nacht vom 2. zum 3. Juli 1996, wurde das Haus schwer beschädigt.

KURHAUSTENNE. POST ESCH i.T. .Bes: ç . .B a.,:hor.

I

61 In einsamer Landschaft, zwischen Hasselbach und Cratzenbach, liegt in 430 m Höhe der ehemalige Herrensitz 'Eichelbacher Hof'. Im 16. und 17. Jahrhundert ist der Hof, auch Burg genannt, im Besitz der Herren von Rheinsberg, vermutlich 1568 erbaut. Von dem damaligen Hof, der ein Quadrat bildete, ist nur noch das Herrenhaus mit den Ecktürmchen erhalten. Scheunen, Stallungen, Brauerei und Kapelle haben die Zeit nicht überdauert. An der Rennstraße, auch Grenzstraße, gelegen, war er zeitweilig Raststätte der Fuhrleute. Die Besitzer wechselten mehrmals. 1786 wird dort eine Försterwohnung erwähnt. Seit 1983 wird der

Hof biologisch -organisch bewirtschaftet. Vom Parkplatz Kuhbett aus ist er ein Ziel für Spaziergänger, die zur Zeit nur an den Wochenenden, oder bei Reservierung dort einkehren können.

62 Sommerfrische Hubermühle beim Kneippbad Camberg (Taunus ), Besitzer Josef Günther. Das steht auf der Rückseite dieser Ansichtskarte van 1935.EinsamimDombachtal gelegen war sie so das Richtige für genervte Stadtmenschen. Heinrich Jäger aus Villmar hatte die Mühle auf der Hub 1711 erbaut. Mit einem Mahlgang und zuweilen wenig Wasser war sie unrentabel. Öfters wechselten die Besitzer. Die Mühle ist seit [ahren außer Betrieb, so heißt es 1910. Man setzte auf die Sommerfrischler. AufWunsch des Kurarztes Dr. DengIer und einiger Herren des Kur- und Verkehrsvereins in Camberg wurde an der Hubermühle 1938 ein kleines Schwimm-

bad eingeweiht. Doch dem erging es wie der Mühle. Noch in den sechziger [ahren war die Mühle ein gern besuchtes Wanderziel, kleine Erfrischungen waren zu haben. Zuletzt hatte man sich dort auf die Vogelzucht verlegt.

63 Das Dombachtal herauf kommend eröffnet sich den Wanderern ein ähnliches Bild. Eine Idylle, die um 1960 von dem Fotograf Willi Schmidt eingefangen wurde. Vor dem 509 m hohen Stückelberg liegt im Tal der 1281 erstmals erwähnte Ort Dombach.

Diese Umgebung war es, die den Dichter-Pfarrer Dr. Franz Alfred Muth zu vielen naturverbundenen, romantischen Liedern und Versen inspirierte. In Büchern wie Heiderose, Waldblumen, Bunte Blätter und weiteren, ist sein literarischer Nachlaß erhalten. Von 1871 bis 1890 war er Pfarrer in Dombach und Schwickershausen. Die Wiesen und Felder werden von nur noch wenigen Landwir-

ten bearbeitet. Für die Schafe war das saftige Gras sicher ein Festtagsfressen. Solche Schafherden sind heute selten geworden.

64 Dombach im Sommer 1940 mit der ausgebrannten St. - Wendelins- Kirche. Dr. ]osef Hörle schreibt dazu ' ... bis ein verheerender nächtlicher Brand am 13 Februar 1940, mitten im scharfen Winter und mitten im Zweiten Weltkrieg, nur noch die kahlen Außenmauern übrig ließ - gerade als die Vorbereitungen im Gange waren, das hundertjährige pfarreibestehen würdig zu begehen! Zum Glück konnte ungesäumt der Neuaufbau beginnen; noch im Herbst des Unglücksjahres geschah der erste Hammerschlag und schon Ostern 1941 wurde der neue Altar geweiht und das erste feierliche Amt gehalten.' Wenn man bedenkt, daß in den Kriegsjahren alles bewirtschaftet war, das heißt,

für alles wurden Bezugsscheine gebraucht, so war dieser Wiederaufbau eine ganz beachtliche Leistung. Erstaunlich auch, daß in dieser Zeit eine neue Orgel und Glocken beschafft wurden.

6S An der Einmündung des Dombaches in den Emsbach liegt das 768 als Arilbach erwähnte DorfErbach, eine Ableitung von Erlenbach, dem Dombach. Von dieser Karte um 1900 sind bis jetzt drei Varianten aufgetaucht. Sie unterscheiden sich im unteren Bild. Einmal ist dort die Frankfurter Straße, dann das Gasthaus 'Zum Roten Ochsen' und hier der Dombach mit der Weilstraße, heute die Erlenbachstraße, zur Ortsmitte hin. Schon 19 S 6 wurde der Dombach vom Brunnenplatz zum Emsbach unter die Erde verlegt. Mit großem Aufwand wurde 1991 ein weiteres Stück des Dombaches im Ortsbereich abgedeckt. Ein Teil blieb noch offen. Ein wenig Idylle blieb erhalten. Auf der Totalansicht steht die

Kirche am Rande des Ortes. Durch Neubauten ist die heute fast in die Ortsmitte gerückt. Der Poststempel ist vom 21. Mai 1909.

66 In Erbach ist um 1100 eine Kapelle und 1 328 eine Sankt -Georgs- Kapelle erwähnt. Sie befand sich im unteren Teil des Turmes. Als 181 7 das Kirchenschiff errichtet wurde half die ganze Gemeinde: Männer, Frauen und Kinder. So ein Bericht aus jener Zeit. 1820 wurde der Bau dem Heiigen Mauritius geweiht. Damals blieb der alte Turm mit der Uhr erhalten. Diese Aufnahme um 192 0 zeigt den Kirchenraum, dessen Ursprung auf das [ahr 1820 zurückgeht. Ganz links die mit Blumen und Girlanden geschmückte Gedenktafel der 42 Gefallenen von 19141918. Dieses Kirchenschiff gibt es nicht mehr. Es wurde 1969 abgebrochen und durch

einen modernen Bau ersetzt, der 1970 geweiht wurde. Der inzwischen unter Denkmalschutz stehende Turm blieb erhalten.

Inneres der kath. Kirche Erbach i/Taunus

67 Auf dieser Karte um 1930 ist die erste Tankstelle in Erbach zu sehen. Sie befand sich an der Ecke der damals Frankfurter Straße und Kapellenstraße, heute die Limburger Straße und Feldbergstraße, mit einer Volksbankfiliale. Der technische Fortschritt läßt sich an Hand der Firmenwerbungen ablesen. Soweit die Plakate zu entziffern waren: Continental-Reifen, Excelsior-Reifen, OsramGlühlampen, Cereus-Fahrräder und Autoexpress hier, vermutlich die Vertretung der Firma Adler. auf der Rückseite der Karte ist folgenderText: 'Tankstelle Peter Nagel. Motor- und Fahrräder, Nähmaschinen, Zentrifugen, Elektro-Motore. Elektrische

Apparate und Beleuchtungskörper. Erbach im Taunus, Bahnstation Camberg.' Auf einer anderen Karte um 1950 hat Peter Nagel am gleichen Ort eine Shell- Tankstelle.

68 Total verändert und zu einem Wohnhaus umgebaut steht dieses Haus noch heute in der Steingasse. Das Bild entstand etwa um 1920. Aus dem oberen Fenster schaut Georg Held. Er war ein Vetter des Heinrich Held (18681938), der van 1924 bis 1933 Bayerischer Ministerpräsident war. Aus dem unteren Fenster schauen zwei Damen deren Namen nicht bekannt sind. Vor dem Haus steht Josef N eubecker, Besitzer der Mainzer Weinstube in Camberg. Georg Held wurde auch Patent -Schorsch genannt, denn er hatte interessante Dinge in seinem Laden. Wie über dem Laden zu lesen handelte er mit:

Wein-, Liqueur-, Colonial-, Manufactur-, Kurz-, Woll- und Weißwaren. Mit im Geschäft

war seine Schwester. Beide waren ledig geblieben. Da es keine Nachkommen gab wurde das Geschäft Ende der dreißiger [ahre geschlossen.

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