Bad Düben in alten Ansichten Band 1

Bad Düben in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Klaus Schmeil
Gemeente
:   Bad Düben
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5405-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Düben in alten Ansichten Band 1'

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29. Bartholomäusmarkt-Augustmarkt-Jahrmarkt-Krammarkt in Düben. Hier haben wir einen Ausschnitt mit einem Bliek vom Paradeplatz zum Rathaus, in die Altstädter Straße. Vor den Geschaften reihten sich Stände und Auslagen aneinander, manchma! auch bis in die Kirch-, Friedens- und Grünstraße hinein. Da traf sich die Bevölkerung der ganzen Umgebung in Düben, und oft kam die Verwandtschaft an diesen Tagen zu Besuch. Viele Ehen nahmen hier ihren Anfang (Heiratsmarkt). Im Vordergrund rechts ist ein damals schon beliebter Eisverkäufer zu sehen.

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30. Dies ist ein Bliek in die Friedensstraße (ehemalige Töpfergasse und Breite Straße). Nr. 3 war die Gaststätte 'Kronprinz, die auch einen Saal anzubieten hatte. Dieser wurde nach Umbau ab 1936 als Kino genutzt. In der Nr. 4 wohnte Gustav Reichenbach, der seit 1927 das erste Taxi in Düben unterhielt, In der Nr. 8, auf diesem Bild irn Hintergrund den Abschluß der Straße bildend, war die Bäckerei Ernst Arndt. Bei einern Bombenangriff auf Leipzig am 7. Juli 1944 wurde ein Bombenflugzeug durch Flakgranaten beschädigt. Daraufhin sprang die Besatzung mit Fallschirmen ab. Das Flugzeug trieb, Kreise drehend, durch den Wind bis nach Düben und stürzte von hinten auf dieses Haus. Dabei wurden Vater , Mutter und Sohn Max Arndt getötet. Die Schwiegertochter und der Enkel überstanden im hinteren Seitengebäude den Absturz ohne körperlichen Schaden.

31. Zu Beginn der Torgauer Straße am Paradeplatz befinden sich rechts und links die beiden Sackgassen der Grünstraße. In der längeren rechts war auf der linken Seite vor der Maschinenfabrik Liebrnann die Buchdruckerei Wilhelm Steinmüller. Ab April 1848 gab er das 'Gemeinnütziges Wochenblatt für Düben und die Umgegend' heraus, sein Redakteur war L. Dauthendey. Später erschien dieses Wochenblatt dreimal die Woche , und nach der Jahrhundertwende wurde es Tageszeitung. Der letzte Herausgeber war Friedrich Jacob. mit Paul Jacob als Redakteur. 1942 wurden diese lokalen Zeitungen zum Teil mit kriminellen Tricks unterdem Vorwand von Papiermangel von den Nazis eingestellt.

Torgauerstraße mit Kaiserl. Postamt.

32. Die Torgauer Straße verläuft vom Paradeplatz in östlicher Richtung bis zum Ortsausgang. wo die Eisenbahnlinie EilenburgPretzsch die Straße kreuzt. Die Nr. 25 ist das 'Kaiserliche Postarnt' seit 1895, obwohl das Haus die Jahreszahl 1892 trägt. Bis vor kurzer Zeit war die Post nur Pächter in diesem Gebäude. Deshalb sind hier noch Nachforschungen zu diesem Sachverhalt notwendig.

33. Vom Mai 1945 bis April 1946 diente das Postgebäude in Düben als russische Kommandantur. Danach wurde sie nach der damaligen Kreisstadt Bitterfeld verlegt. Dieses Bild mit historischem Wert zeigt das Haus, aus bestimmtem Anlaß. reich geschmückt: 1945 wurde des 28. Jahrestages der Oktober-Revolution von 1917 gedacht. Neben den Transparenten und Fahnen sind zwei größere Bilder mit grünen Girlanden umrahmt: Stalin und Shukow. Das Original dieser Fotografie befindet sich seit 1949 im Kirchturmknauf. Das eiserne Tor links am Gebäude schloß den Eingang zum Hof des Postamtes ab.

34. Wie schon erwähnt. bildete die Eisenbahnlinie Eilenburg-Pretzsch im Osten die Begrenzung Bad Dübens. Der Bau dieser Strecke erfolgte in den Jahren 1894-1896. Der hier abgebildete Bahnhof Düben konnte am 19. Februar 1895 feierlich eingeweiht werden. Dagegen fand die erste öffentliche Fahrt von Düben nach Eilenburg erst 1896 statt. Ein Double dieses Gebäudes ist der Bad Schmiedeberger Bahnhof, der allerdings noch die hölzerne Überdachung des Vorplatzes hat. Diese wurde in Düben am 20. Oktober 1943 durch Bomben zerstört. Beim Bombenangriff auf Leipzig an diesem Tag wurde ein feindliches Flugzeug durch Flakfeuer abgetrieben, sah hier durch Rangieren hervorgerufenes Licht und warf seine Bomben darauf. Dabei kamen die Eisenbahner Müller, Schröder, Woischnig und Koy ums Leben.

35. Vom Bahnhof kornrnend, erreicht man an dieser Stelle rechts nach Biermanns Fabrik die ersten Häuser der Torgauer Straße. Hier ist nur noch die Hälfte der Korbmacherei Fritzsche zu sehen. Das Haus danach. durch die Straßenbäume verdeckt, war die Gärtnerei Walter Schuitze. In diesem Grundstück hat der Brunnenbaumeister Gustav Nerenz 1896 in Düben den ersten artesischen Brunnen gebohrt. Das Stück heller Zaun links gehört zum Haus Nr. 30/31, Steinmetzmeister Werner Freitag.

36. Vom 'Schwarzen Adler' - heute Hotel 'National' - ein Bliek in die Ritterstraße. Den Abschluß im Hintergrund bildet der 'Bürgergartcn'. Ein paar Bemerkungen zu der am Haus vorn links angebrachten Gaslaterne. In Düben wurde in den Jahren 1897/ 98 eine Gasanstalt errichtet. Sie befand sich auf dem heute noch so bezeichneten Grundstück 'Gaswerk' zwischen den beiden Kindertagesstätten Steinstraße und Postweg. Dort wurde das Stadtgas für die Beleuchtung der Straßen in der Stadt und zur Versorgung der Haushalte erzeugt. Denn erst 1924 wurde Düben an das elektrische Netz angeschlossen. Mit dem Anschluß Bad Dübens in den sechziger lahren an das von Leipzig herangeführte Ferngasnetz verschwanden nicht nur diese Gaslaternen, sondern auch der gewaltige Gasometer.

37. Hier hat die Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr mit ein paar berittenen Soldaten und Zivilisten zum Fotografieren Aufstellung genommen. Über der Haustür wird für 'Das gute Riebeck-Bier' geworben. Rechts daneben ist das Symbol des Allgemeinen Turnvereins, die beiden D und T übereinander, angebracht; hier fanden also die Übungsstunden statt. Darüber sieht man das Hinweisschild 'Photographie - A. Petzold - im Garten' befestigt. Das war ein Eilenburger Fotograf. der tageweise in Düben arbeitete. Bekannt sind vor allem die großen Gruppenbilder von unter anderem Feuerwehr , Schützengilde, Gesangverein, die er im Garten, das heißt auf dem Spielplatz am Lauch, aufgenommen hat. Von der Feuerwehrkapelle sind mir persönlich noch bekannt: von links der zweite Herr Kynast (Friedensstraße), der vierte Herr Grieser und der achte Herr Naumann (beide Schmiedeberger Straße).

38. Ein Bliek in den Hof/Garten des Bürgergartens, der im Sommer als Gartenlokal genutzt wurde. Zwischen 1930 und 1936 wurden im Saal neben Tanzveranstaltungen auch Kinovorführungen abgehalten. Ab 1936 fanden letztere dann im Saal des 'Kronprinzen' statt. Der neue Besitzer des Bürgergartens, Max Würdig, hat 1936 den Saal als Werkstatt eingerichtet. Er stellte zunächst steuer- und führerscheinfreie Motor-Dreiräder her (Klempnermeister Ernst König ist noch 1972 mit einem solchen gefahren). Danach wurden luftbereifte Langholzwagen, von Pferden gezogen, für die Bauern angefertigt, die im Winter durch Lohnfuhren geschlagenes Lang- oder Grubenholz aus den Wäldern zu den Sägewerken oder zum Bahnhof transportierten. Bereits ab 1938 wurden dann schon die tropfenförmigen Auto-Campinganhänger von der Firma Würdig gebaut, deren Produktion heute von Sohn und Enkel fortgeführt wird.

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