Bad Driburg in alten Ansichten Band 1

Bad Driburg in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Dr. Ursula Wichert-Pollmann
Gemeente
:   Bad Driburg
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1566-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Driburg in alten Ansichten Band 1'

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Bad Drlburg

"artle am Kriegerdenkmal.

29. Dieser Teil der Langen Straße bis zum Bahnübergang hieß im Volksmund recht treffend 'Millionenviertel', denn hier entstanden - wohl in bezug zum nahen Bad - im Stil der neunziger Jahren große, prächtige Ziegelsteinbauten, die zum übrigen Driburg nicht recht paßten. Auffallend sind die vielen frisch angepflanzten Bäume, die der Initiative des Heimatvereins zu verdanken waren. Das Eckhaus rechts war die Conditorei Stute, heute 'Landsknecht'. Daneben steht das Haus Seidensticker, gerade noch angeschnitten das Haus Dr. Bremer. Die beiden kleinen Madehen auf der rechten Seite bewundern das Kriegerdenkmal, das für die Krieger von 1870/71 gebaut wurde. Heute steht an dieser Stelle das Städtische Verkehrsamt.

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ïlla Maas

Brunnenstrasse

30. Neben der mehrfach erwähnten Villa Maas aus der Oberstadt erkennen wir wieder das 'Millionenviertel', diesesmal von Osten gesehen. Über der Tür des Eckhauses steht 'Conditorei Caffee Feinkost Stute, Höxter'. Demnach entstand diese Aufnahme zwischen 1899 und 1906, denn in diesem Jahre wurde sie mit dem Verkauf an Heinrich Dirichs 'Altdeutsche Bierstube'. 1911 kaufte sie 'Gockels Amor'. Heute hat sie die Familie Eggenwirth gepachtet. Die vier Häuser gleichen Stils bieten ein einheitliches Bild. Das vierte Haus von rechts war die Pension Wemer, bis 1920 Uhrmacher Verhalen, dann Wohnhaus Dr. von Oeynhausen, heute Dr. med. Hoffschulte.

31. Hier begegnen sich zwei Welten: Pferdekutsche und Eisenbahn. Wir sehen vom heutigen Café Landsknecht aus über das erste, links der Straße errichtete Bahnwärterhäuschen zu dem hinter Bäumen verborgenen 'Teutoburger Hof und Schapers Hotel. Der Steinberg bietet - abgesehen davon, daß er noch nicht bebaut ist - ein ähnliches Bild wie heute: Er ist nur recht spärlich bewaldet. Im Hintergrund rechts erkennen wir das Herrenhaus der Glashütte Becker.

32. Am 1. Oktober 1864 wurde die Eisenbahnlinie von Höxter bis Altenbeken dem öffentlichen Verkehr übergeben. Es verkehrten zunächst täglich vier Personenzüge. Das war für die verkehrsmäßige Erschließung der Stadt sehr wichtig, da vor allem die 'Chaussee' von Paderborn nach Driburg recht steil und kurvenreich war. Nach dieser im Jahre 1900 verschickten Karte waren hier zweiundzwanzig Leute beschäftigt, rechts die Rottenarbeiter, links die Beamten. Die Einheimischen schätzten den Bahnhof zunächst nicht, weil er nach ihrer Ansicht zu weit von der Stadt entfernt lag. Dieses Problem löste sich aber von selbst, die Stadt wuchs auf den Bahnhof zu.

33. Allem Anschein nach war die Eisenbahn um 1900 ein Symbol für fortschrittliches Denken. Wie sonst sollte man sich erklären, daß sich Zivilpersonen offensichtlich voller Stolz neben einer Güterzuglokomotive fotografieren lassen? Rechts Wilhelm Rux.

34. Driburg wurde relativ spät an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Das lag daran, daß für die Verbindung von Altenbeken nach Höxter zwei Tunnels nötig waren, einer unter dem Rehberg her, und einer mußte zwischen Driburg und Reelsen unter dem Rosenberg her geführt werden. Das ist der 245 m lange Reelser Tunnel. 1907 mußte der Reelser Tunnel umgebaut werden. Aus diesem Anlaß entstand das Foto.

Partie am Steltberge

35. Wer vor der Anlage der Eisenbahn von Paderborn kommend Driburg erreichte, hatte die Kur doppelt nötig. Der alte Postweg, auf dem man bis 1828 zu Tal rumpelte, war nahezu mit Lebensgefahr verbunden. 1823 baute die Stadt gemeinsam mit Caspar Heinrich von Sierstorpff (Gründer und Besitzer des Bades) eine bessere Chaussee, die mit der Kutsche immerhin ohne Vorspann bewältigt werden konnte. Nichtsdestoweniger war diese Straße noch in unserem Jahrhundert so gefährlich, daß ein großer Totenkopf auf die vier Stellbergkurven aufmerksam machte.

Zeppelins Luttsdtitt "Schwaben" über Bad Driburg -m September 1911

36. Vor allem die Errungenschaften der Technik zeigen, wie die neue Zeit ihren Einzug auch in Bad Driburg hielt. Wenn heute Düsenjäger über den Badeort fliegen, so empfindet man das als Belästigung. Als 1911 Graf Zeppelins Luftschiff 'Schwaben' über Driburg schwebte, hielt man dieses Ereignis in einer Ansichtskarte fest. Zu erkennen ist allerdings nur die Evangelische Kirche von 1854, links davon Schapers, rechts davon Brockmanns Hotel. Der Fabrikschornstein der Beckerschen Glashütte im Vordergrund funktioniert offensichtlich so gut, daß der übrige Ort in Rauch gehüllt ist - auch eine Errungenschaft der Technik.

37. Dieses Zeitungsbild aus dem Jahre 1910 zeigt den Werkraum einer Driburger Glashütte. Das Glasblasen hat sich seit etwa 1600 nicht wesentlich geändert, Bis heute ist die Glashütte Walther-Glas ein wesentlicher Gewerbezweig für Bad Driburg. Im Jahre 1912 arbeiteten hier drei Glashütten:

Münstermann (heute Rathaus), Becker (heute 'Vereinigte Glashüttenwerke', liegt still) und Merkel & Co (hinter dem Bahnhof, spater Judenhütte, liegt still). Vom Glasmachen lebten um 1900 225 Familien. Wenn man noch die Glashändler dazuzählt, dann war Driburg um diese Zeit mehr Glashüttenort als Bad.

38. Je mehr wir uns dem gräflichen Bad nähern, desto größer und gastfreundlicher werden die Gebäude, Jenseits der Bahnüberführung finden wir um 1900 fast nur noch Beherbergungsbetriebe. Der 'Teutoburger Hof' wurde 1889 von Johannes Gelhaus gebaut, 1903-1908 besaß ihn Ferdinand Gunst, 1908-1909 hatte dieses Hotel H. Beckmann. Von 1909 bis 1926 waren die Besitzer Ellendorf und Base. Seit dem 8. März 1927 gehört der 'Teutoburger Hof der Familie Franz Finkeldey.

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