Bad Endbach in alten Ansichten

Bad Endbach in alten Ansichten

Auteur
:   Theodor Becker
Gemeente
:   Bad Endbach
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1548-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Endbach in alten Ansichten'

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9. Wie in jedem landwirtschaftlichen Kleinbetrieb ging der Vater der Familie zur Arbeit, Frau und Kinder besorgten die Landwirtschaft. Aus billigen Stoffen, die von den Hausierern gekauft wurden, bekamen Eltern wie Kinder die Kleider, Wäsche und anderes genäht. Schuhwerk wurde vom Schuster aus derbem Rindsleder hergestellt und damit sie lange halten sollten, wurden die Sohlen mit den sogenannten Schuhnägeln beschlagen, Blockemüllers Familie, schön in Positur, stellt sich dem Fotografen. Moment- und Blitzlichtaufnahmen waren unbekannt. Man mußte eine kurze Zeit ganz stille halten, bis der Fotograf endlich unter dem großen schwarzen Tuch festgestellt hatte, daß alles in Ordnung war und ausrief: 'Fertig.' Foto 1910.

10. Um die Iahrhundertwende wurde die Eisenbahnbrücke über das Salzbödetal gebaut. Die großen Brückenbogen stellen ein gewaltiges Bauwerk dar, das sich gut in die Landschaft einfügt, Alle Pfeiler sind aus Grünstein und rotem Sandstein gemauert. Die Bauzeit hat zwei Iahre gedauert, und die Arbeiten sind von Bauleuten aus Italien ausgeführt worden. Während der Bauzeit hat die Endbacher Bevölkerung manche Unleidlichkeit durch die Italiener erdulden müssen. Schlägereien, die in Messerstiche ausgeartet sind, sollen an der Tagesordnung gewesen sein. Von den Vorfahren wurde erzählt, daß sich oft starke junge Männer der Dorfbevölkerung zusammengetan haben und die Hauptschuldigen gehörig in fragranti solange durchgebläut haben, bis sie wieder mal ganz passiv geworden sind.

11. Jakob Müller (Schusterhanns Jakob), zweiter von rechts, war einer der wenigen, der zur Gesarritheit der Seeschiffe eingezogen wurde. Wenn er in seiner dunkelblauen Marineuniform im Urlaub nach Hause karn, waren die alten Bauern darauf bedacht, von dem Leben in den grofsen Hafenstädten und den mächtigen Schiffen auf den Meeren manches zu erfahren. Von der Außenwelt wußten sie wenig. Mancher von ihnen hatte noch keine Stadt gesehen und erst recht nicht ein großes Meer. An den Feierabenden trafen sie sich auf den beim Spritzenhaus lagernden Baumstämmen und wenn der Jakob dann anfing zu erzählen von den Erlebnissen bei der Marine, dann regte sich bei vielen der Patriotismus, daß die braungebrannten faltigen Gesichter hell aufleuchteten und das Ausfragen kein Ende nahm. Foto 1906.

12. Bis zur Jahrhundertwende wurde für die Bekleidung sehr viel Wolle verarbeitet. Die eigene Schafzucht ging zurück und dafür wurde Leinen angebaut. Man ging auf Tuchbekleidung über, welche in Selbstanfertigung geschneidert wurde. In sogenannten Nähstuben erlernten die Frauen und Mädchen zu der Winterzeit das Kleidernähen. Eine geübte Schneiderin erteilte gegen Entgelt solche Nähkurse, die vier Monate dauerten. Im Bild befindet sich die Schneiderin Luise Lotz in der Nähstube beim Unterricht. Rechts von ihr erkennt man noch Frau Katharina Burk. Alle sind längst verstorben und die Moden haben die damaligen Kleider verdrängt. Die einstigen Nähmaschinen findet man nur noch in den Museen wieder. Foto 1905.

13. Im Laufe des Jahrhunderts entwickelte sich die Öfen- und Herdfabrikation bei der Justushütte in Weidenhausen. Manche Arbeiter und Angestellte fanden hier einen gesicherten Arbeitsplatz. Im Foto erkennt man noch die längst verstorbenen OHo Hinterlang (Schreinesch Otto), Heinrich Rink (Melleschwasch Heinrich), Karllnterthal (Miwes Karl) und anderen bei den Schlosserarbeiten. Die Geräte wurden zu alten Zeiten einzel angefertigt und da sie zu den verzierten Möbel passen mußten, erforderte der Gerätebau eine fachmännische Wertarbeit. Auch auf den Betrieben im Lahn- und Dillgebiet fanden viele Endbacher Männer als Schlosser und Former ihren geregelten Arbeitsplatz.

14. Zu Kaisers Zeiten waren die Männer stolz darauf Soldat gewesen zu sein. Wenn auch die Soldatenzeit für alle schwer war, so blieben die Erinnerungen an die Kameradschaft, die körperliche Ertüchtigung und das Leben in der Welt, abseits vom dörflichen Geschehen, unvergeßlich. Insbesondere im Kriegerverein wurden die Erlebnisse beim Kommis gegenseitig wachgerufen und in aller Heiterkeit lebendig. Im Bild befinden sich die Gründungsmitglieder des Vereins. Wenn auch bereits alle verstorben sind, so sind noch manche bekannt wie: Malermeister Förster, Bürgermeister Klingelhöfer, Bürgermeister Ludwig Rink, Bäckermeister Theo Burk, Gemeindediener Heek, Joh. Georg Schepp, Adam Schepp, Adam Debus, K. Koch, Georg Lemp und anderen. Foto 1912.

15. Auf den Fotos aus 1909 befinden sich drei Generationen. Ackermann Joh. Georg Burk, dessen Ehefrau Elisabeth (Helldäresch Liesje), beide in der originellen Endbacher Tracht, Tochter Lina Bach geborene Burk im langen weißen Sonntagskleid und der Enkel Arthur Burk in seiner derzeitigen Kinderkleidung. Im Anfang des Jahrhunderts begarmen die Mädchen sicn von der traditionellen Tracht der Eltern zu trennen und kleideten sich mit der derzeitigen Mode. Die Gepflogenheit in der Bekleidung der Kinder führt zurück auf die Überbelastung der Familie durch die Arbeiten in der Landwirtschaft, sowie der schlechten finanziellen Verhältnisse. Jungen wurden bis zum fünften Lebensjahre mit den gleichen Röckchen gekleidet wie Mädchen. Erst dann bekamen sie Manchester-Hosen und Jacken.

16. Nach.dem Bau der Eisenbahn, die im Jahre 1902 in Betrieb kam, begarmen sich die Lebensverhältnisse der Kleinbauern zu verbessern. Die Männer zogen als Bauhandwerker hinaus in das Siegerland, während die Feldarbeiten von den Frauen und Kindern verrichtet wurden. Bei der damaligen Sechstagewoche waren die Männer nur an Sonntagen bei ihrer Familie. Im Bauhandwerk kannte man derzeitig keine Maschinen und alles bestand aus Handarbeit, was für die Bauarbeiter nicht leicht war. Unterkünfte hatten sie meist bei nahgelegenen ortsansässigen Bewohnern, aber sie muisten eine ganze Woche lang warmes Essen entbehren. Im Bild links sehen wir Jakob Schmidt (Lotzes Jakob) und Kar! Burk (Mehn Karl) beim Tunnelbau im Siegerland.

17. Als die Maurer und Zimmerleute noch in das Siegerland und darüber hinaus zur Arbeit gefahren sind, war es nicht jedem vergönnt zum Sonntag nach Hause zu fahren. Einerseits war das Fahrgeld zu viel und zum anderen war die Zeit zu kurz. Die jungen Leute blieben oft Wochen und Monate an ihrem Arbeitsort. Um die Zeit zu vertreiben, kamen sie auf allerlei Dinge und so fanden hier Christian Becker und seine Kameraden ihre Freude an dem selbstfahrenden Untersatz, der ihnen bisher noch nicht bekannt war. Ein Auto hatte derzeitig kaum jemand gesehen, viel weniger darin gefahren. Im Ersten Weltkrieg sind sie gefallen. Sie haben die Entwicklung in der Autoindustrie nicht erlebt. Foto aus dem Jahre 1913.

18. In den ländlichen Gemeinden bestanden die Häuser aus Holzfachwerk. Alle, auch die kleinsten Bauernbetriebe, hatten Waldbesitz und dieser dürfte die Baukosten wesentlich verbilligt haben. Da es noch keine Sägewerke gab, wurden die Baumstämme von den Zimmerleuten von Hand zu Kannthö!zern gezimmert. Die alten Fachwerkbauten waren oft durch Schnitzereien und mit sinnvollen Inschriften verziert. Auch Fachwerke bestanden vielfach aus Verzierungen, die von geschickten Maurern angefertigt wurden. Diese sogenannten Kratzputzarbeiten und Balkenschnitzereien trugen wesentlich bei zur Dorfverschönerung. Maurer und Zimmerleute waren geachtete Berufe. Im Bild ist unter anderen Jakob Becker (Plockemüllers) beim Bau eines Hauses zu erkennen.

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