Bad Endbach in alten Ansichten

Bad Endbach in alten Ansichten

Auteur
:   Theodor Becker
Gemeente
:   Bad Endbach
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1548-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Endbach in alten Ansichten'

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19. Die ersten Bestrebungen in Endbach eine Schule aufzubauen, werden auf die Zeit der Reformation zurückgeführt. Der behelfsmäßige Unterricht durch Laien in Privathäusern und dem späteren alten Schulhause brachte wenig schulischen Erfolg. Erst die im Jahre 1905 neuerbaute Schule und vortreffliche Lehrkräfte gaben der an sich landwirtschaftlich ausgerichteten Dorfbevölkerung den Anstoß zu einem gezielteren Schulbesuch ihrer Kinder. Am Kohlberg stellt sich die Schule im Jahre 1910 zu dieser Fotoaufnahme bereit. Die Herren Lehrer Fritz Berlepp und Heinrich Immel zeigen in ihren hohen gestärkten Kragen ihre beachtliche Autorität und die Schüler machen den Eindruck eines geförderten Schullebens.

20. Endbach war mit seinen malerischen grünen Tälern immer ein hübsches Dorf. Im Tal der oberen Salzböde liegt es zwischen Obstgärten und Anlagen. Von Blütenduft umhaucht glänzen die weißgestrichenen Häuser, und vom ganz nahe liegenden Wald 'dem Kohlberg' genießt der Wanderer einen bezaubernden Anblick. Vier junge Männer, die wieder eine Sechstagewoche bei zwölfstündiger Arbeitszeit hinter sich haben, lassen es sich nicht nehmen, einen Sonntagsspaziergang in die heimatlichen Gefilde zu unternehmen. Hier stellen sie sich einem Fotografen, denn der Weltkrieg ist nicht mehr fern und dann werden sie voneinander getrennt. Sie mußten den Krieg mit den Grausamkeiten an den Fronten erleben. Karl Burk ist gefallen, Theodor Burk, Hermann Schepp und Hermann Becker sind nach Kriegsende und Gefangenschaft heimgekehrt. Foto 1913.

21. Während die Siegerländer Bevölkerung ihre Arbeitsplätze in den dortigen aufblühenden Industriebetrieben vorzog, öffnete sich für die hessischen Bauhandwerker ein großes Arbeitsgebiet im Bauwesen des Siegerlandes. Daniel Peter aus Endbach gründete in Eiserfeld bei Siegen ein Bauunternehmen, bei dem allein über 150 Bauleute aus Endbach und Umgegend beschäftigt waren. Die Firma wurde führend im Siegener Bezirk und war unter dem Namen 'Hessedaniel' bald allerwärts bekannt. Hinterländer Handwerker fanden vorwiegend hier die Einstellung, und da das bei den Einheimischen des Siegerlandes schlecht ankam, gab man den Maurern und Zimmerleuten den Spitznamen 'Scheele Hesse'. Die günstige Arbeitsmöglichkeit gab Veranlassung dazu, daß manche Hessen in das Siegerland auswanderten. Foto 1912.

Gruss aus Endbarn

22. Der alte Ortskern von Endbach bestand aus Fachwerkhäusern. Überwiegend befanden sich Wohnteil und Wirtschaftsräume unter ein und demselben Dach. Vom Wohnteil ging man über den Flur zum Viehstall und Scheune. Im Winter war diese Einrichtung in manchen Stücken vorteilhaft, während es im Sommer belästigend war, durch den Stallgeruch und die Fliegen. Die Wege waren holperig und aus den Höfen sickerte das Schmutzwasser und die Jauche, Manche Gehöfte hatten keine direkte Verbindung zum Gemeindeweg und mußten dem Nachbarn über sein Grundstück fahren und gehen. Durch Bürger- oder Gemeinsmannrechte wurden solche Überwandlungen festgelegt. Als Verband in der Gemeinde bezeichnete man es als Nachbarschaft.

23. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg wurde die Schule in Endbach dreiklassig. Für ein recht kleines Bauerndorf wie Endbach bedeutete dies einen erheblichen Fortschritt. Während man in den zurückliegenden Jahren darauf bedacht war, daß die Kinder außerhalb ihrer Schulzeit zu Hause in der Landwirtschaft mithalfen, begarmen manche Eltern sich zu besinnen und Wert auf eine gute Schulbildung ihrer Kinder zu legen. Dann kam das Jahr 1914, und der Erste Weltkrieg machte alles zunichte. Lehrer Robert Busch meldete sich freiwillig und fiel am 3. Dezember 1914. Lehrer August Knodt wurde eingezogen und kehrte nach Kriegsende erst zurück. Lehrer Fritz Berlepp mußte den Schulunterricht allein weiterführen. Foto 1913.

24. Wer zu alter Zeit den Bahnhofsweg hinaufging, der traf auf dem Hofacker den alten 'Taubenhannjer' an. Durch sein freundliches Wesen kam er mit jedem Vorübergehenden ins Gesprach über seine Tauben, die munter auf seinern Hausdach hin und her schweiften. Das rote Ziegeldach war ganz weiß getupft von dem vielen Gefieder, und die am Gartenzaun zum trocknen und lüften aufgehangenen Milchtöpfe, sowie das Grüngemüse im Garten, blieben davon nicht verschont. Im Bild befinden sich seine drei Kinder bei ihm, während die Mutter des Hauses, genannt 'Schohmesters Kottsche' durch hausieren das Geld für den Haushalt beschaffte. Im 'Pfannkuchenviertel', das war die Gegend um Wilsbach, kaufte sie von den Bauern die Butter auf, trug den gefüllten Korb auf dem Kopfe nach Endbach und verkaufte diese in kleinen Mengen an die nichtlandwirtschaftlichen Haushalte. Foto um 1914.

aus Endbach

Gastwirtschaft von Joh. Jac. Herrmann

25. In der Ortsmitte, einst Dorfgasse, gab das Gasthaus Herrmann der Dorfansicht ein gutes Aussehen. Nach der Anpflanzung der Dorflinde im Jahre 1913 wurde es mit 'Gasthaus zur Linde' bezeichnet. Im 19. Jahrhundert befand es sich schon in Familienbesitz und ist es über mehrere Generationen geblieben. Das Haus hat nicht nur dem Vereinsleben und der Geselligkeit der Endbacher Bevölkerung gedient, sondern auch ein Lebensmittelgeschäft und Kohlenhandel wurden betrieben. In der Zeit der Inflation, im Jahre 1923, ist das Lebensmittelgeschäft ausverkauft und eingestellt worden. Johann Jakob Herrmann IV., als derzeitiger Inhaber, war in der Zeit von 1901 bis 1907 und von 1922 bis 1924 Bürgermeister der Gemeinde Endbach.

26. Im Bergfeld stand das Korn reif zur Ernte und alle Leute waren auf den Äckern. Die Sensen rauschten durch die reife Frucht als plötzlich sich die Kunde von der Mobilmachung des Ersten Weltkrieges über das ganze Erntefeld verbreitete. Still und stumm von der plötzlichen Nachricht lief jeder dem Dorfe zu, wo scharenweise die Einwohner zusammenstanden und auf weitere Schreckensnachrichten warteten. Es folgten die Einberufungen und viele mußten von ihrer Familie Abschied nehmen. Im Bild befindet sich die Familie des Maurers Johann Georg Becker (Hermes), der wie weitere 21 junge Endbacher Männer sein Blut und Leben geopfert hat. Aus dem Zweiten Weltkrieg kehrte einer der Söhne nicht mehr zurück.

27. Am 1. August 1914, dem Tag der Mobilmachung des Ersten Weltkrieges, stand das deutsche Volk in einem vollen Siegesbewußtsein. Im Laufe der Kriegstage, als die Siegesmeldungen in den Zeitungen und Blättern groß in die Bevölkerung hineingetragen wurden, steigerte sich der Patriotismus mehr und mehr. Auch die Dorfjugend wurde begeistert und fand ihre Freude am Soldatenspiel, In aufgefundenen Uniformstücken und mit selbstgebastelten Gewehren, Säbeln, Kanonen und anderem kamen sie Sonntag für Sonntag unter der schwarzweißroten Fahne zusammen zum Kriegsspiel. Im Bild erkennt man noch einige heute vom Alter gezeichnete Männer, wie Alfried Geißler und Theodor Hinterlang. Das Wappen mit der Inschrift: 'Lieb Vaterland magst ruhig sein' und Frau Emilie Burk geborene Koch von den Schwestern des Roten Kreuzes sind auch zu erkennen.

28. Die Einberufungen der Reservisten nahmen kein Ende. Siegesmeldungen wurden über Flugblätter und Zeitschriften verkündet und die Bevölkerung hoffte auf ein schnelles Kriegsende. Als bald die Todesnachrichten kamen, fürchtete man aber den langen Kriegszustand und mußte erleben, daß schon ältere Reserven und Jugendliche eingezogen wurden. Links im Bild: Hermann Burk im Alter von 45 Jahren in seiner feldmarschmäßigen Ausrüstung zum Marsch an die Front. Rechts: Die Schulkameraden Otto Schepp (Schäfers), Hermann Becker (Elwerts), Karl Koch (Jerge) und Jakob Becker (Blockemüllers). Als 18jährige Rekruten wurden sie kurz ausgebildet und gemeinsam feldmarschmäßig zur Vaterlandsverteidigung an die Front geschickt. Karl Koch ist am 28. Aprill916 gefallen.

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