Bad Endbach in alten Ansichten

Bad Endbach in alten Ansichten

Auteur
:   Theodor Becker
Gemeente
:   Bad Endbach
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1548-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Endbach in alten Ansichten'

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29. In den Kriegsjahr 1915 war eine völlige Mißernte. Es erfolgte die Einflihrung der Lebensmittelkarten. Der Schulunterricht fand nur bei schlechtem Wetter statt, ansonsten mußten die Schüler im Wald und der Heidelandschaft Früchte sammeln. Weißdorn, Hagebutten, Schlehen, Buchecker, Buchenknospen zum vermahlen zu Brotmehl und vieles andere wie Papier, Spinnstoffe und so weiter; auch Laubheu und Teekräuter mußten durch die Schule gesammelt und weitergeliefert werden. Im Bild befindet sich eine Schulgruppe mit ihren Sammelkörbchen beim Einsammeln. Links: Frau Emma Burk. An kalten Wintertagen fiel der Unterricht überwiegend wegen Mangel an Brennmaterial aus. Foto 1915.

30. Es war ein schöner Herbsttag, ein sonnenklarer Himmel wölbte sich über das Tal der Salzböde, als am 21. Oktober 1918 über Endbach ein Luftkampf stattfand, der mit dem Absturz eines englischen Flugzeuges endete. Bombeneinschläge und Maschinengewehrfeuer versetzten die ganze Bevölkerung in große Angst. Ich sah, wie ein Flieger abstürzte und in hellen Flammen im Wald zerschellte, Viele Leute flüchteten in die Keller und andere rannten zur Absturzstelle. Das Flugzeug war tief in dem Waldboden vergraben. Nach der Bergung sargte man die Besatzungsoffiziere ein und die Beerdigung erfolgte am 25. Oktober 1918 durch den Pfarrer der evangelischen Kirche auf dem hiesigen Friedhof. An der Beerdigung hatten sich die Einwohner reichlich beteiligt. Später erfolgte die Überführung nach England.

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31. Als dieses Konfirmandenfoto entstand war der furchtbare Weltkrieg 1914-1918 zu Ende gegangen. Der Jahrgang 1905, dessen Schul- und Konfirmandenzeit in diese schweren Jahre gefallen war, hat sich mit Herrn Pfarrer Heinrich Walter dem Fotografen gestellt. Am Aussehen der jungen Menschen erkenrit man die Not der vergangenen Kriegsjahre. Viele litten unter dem Verlust ihrer nichtheimgekehrten Väter und Brüder. Die übliche Konfirmandenkleidung gab es nicht. Viele hatten ausgeliehenes Kleider- und Schuhwerk ihrer Verwandten und Bekarmten angezogen. Der neue Lebensabschnitt begann mit Arbeitslosigkeit, denn Lehrstellen und Arbeitsplätze waren noch keine vorhanden.

32. Das 'Gasthaus zum Bahnhof' hat seine Bedeutung bis in die heutige Zeit erhalten. Durch den öfteren Umbau und dem Wechsel der Besitzer hat es sich stets dem Zeitenwandel angepaßt. Zur Zeit des Bahnbaues war es ein Fachwerkbau, den der Unternehmer Jakob Schöneck errichtet hatte. Der gutgehende Wirtschaftsbetrieb gab den Anlaß dazu, einen Anbau für die Ortsvereine, insbesondere für den damals bestehenden Turnverein, zu erstellen. Im Jahre 1920 wurde auch hier der Sportverein VfB gegründet. Im Jahre 1922 wurde das Anwesen umgebaut zu einem Landheim für Schüler des LiebigGymnasiums Frankfurt/Main. Der anliegende Sportplatz ist nach dem Wiederverkauf zum Parkplatz für Autos geworden.

33. In der Hintergasse, wie sie zu alten Zeiten genannt wurde, befand sich die Hohkäppers Mühle. Einst im Besitz des Bürgermeisters Kraft, stammend von der Hahnkopfsmühle in Hartenred. Da keine männlichen Erben vorhanden waren, ging sie auf den Namen Burk über, welches die Eltern des Bäckermeisters Theodor Burk waren. Um die Jahrhundertwende ist die Mühle zum Stillstand gekommen und später vom Landwirt und Bergmann Luis Schneider erworben worden. Bis zu seinen Ableben hat derselbe die Wasserkraft ausgenutzt, indem er das gefahrene Brennholz für die Einwohner des Dorfes mit der Kreissäge geschnitten hat. Rechts im Bild sehen wir die im Fachwerkstil erbaute Mühle. Das Wasserrecht ist erloschen. Mühlrad und Betriebsanlagen bestehen nicht mehr.

34. Nach dem großen Brand von 1861 war das Haus neu aufgebaut. Jakob Schöneck als Eigentümer richtete, nachdem es um die Jahrhundertwende erweitert worden war, hier ein Gasthaus mit Tanzsaal ein. Dann erwarb es der Bäckermeister Theodor Burk für den Betrieb einer Bäckerei und Gemischtwarenhandlung. Im Bild befindet sich die Familie Burk. Das Anwesen ist einer gezielten Ortsplanung und der Straßcnerweiterung zum Opfer gefallen. Neubauten haben das Ortsbild wesentlich verändert. Die Bäckerei sowie die WarenhandJung waren für die Gemeinde sehr lebenswichtig, da es alles was zum täglichen Leben gehörte an dieser zentralgelegenen Stelle zu kaufen gab.

35. Die Metzgerei und Gastwirtschaft in der Hintergasse war schon vor der Jahrhundertwende ein dem dörflichen Leben angepaßter, gepflegter Betrieb. Durch die wechselnden Besitzer (Klein, Gottensträter, Danz, Junker, Klingelhöfer, Interthai) ist der Betrieb jeweils verbessert und vergrößert worden. Das Bild erinnert an den Inhaber Simon Junker (im Fenster neben dem Briefträger Kar! Koch) sowie Adolf Masurkowski, Ewald Feisel, Otto Förster, Ludwig Biek, Christian Burk, Gustav Schepp, Heinrich Koch I. und anderen. Links im Hof befand sich eine große Aufgangstreppe aus verziertem Grauguß, daneben die Kegelbahn und das Schlachthaus. Foto 1920.

36. Noch pflegt man die alte, bodenständige Kultur, die geschnitzten und mit Einlegearbeiten verzierten Möbel, übt alte Sitten und feiert alte Feste. Man erzählt gerne alte Geschichten, richtet sich nach dem Brauchtum und singt die heimisehen Lieder, welche in der Schule taktvoll und auswendig gelernt wurden. Aber die Volkstracht ist schon in die Vergangenheit gerückt. Hohe, vom Schuhmacher des Dorfes angefertigte Schuhe und die langen Kleider deuten schon hin auf die neue Zeit, in der nach modernen Gesichtspunkten das Leben gestaltet werden wird. Das Bild ist entstanden bei einem Sonntagsspaziergang im Jahre 1922. Ein Sträußchen der heimisehen Wiesenblumen auf dem Heimweg gehörte zur Tradition.

37. Im dörflichen Leben bildeten die jeweiligen Schulkameraden eine Zusammengehörigkeit, die bis in das hohe Alter gepflegt wurde. Wenn nach der Schulentlassung das Berufsleben begarm und sie voneinander getrennt wurden, fanden sich zwischenzeitlich, insbesondere an Festtagen, Gelegenheiten zu dem üblichen kameradschaftlichen Zusammensein. Dem Jahrgang 1902 war es ein besonderes Anliegen solche Stunden miteinander zu verleben um die Freuden der Jugendjahre in Erinnerung zu bringen. Im Foto befinden sich von links: Karl Koch, Adolf Förster, Ewald Feisel, Kar! Burk, Oswald Klingelhöfer, Adolf Geißler, Otto Koch, Theodor Geißler und Theodor Hinterlang. Bald erklang in wehmutsvoller Weise: 'Doch fort muß er wieder, muß weiterziehn.'

38. Hausmusik wurde in alter Zeit sehr gepflegt. Es war die Dämmerstunde, in der sich die Familien zu Musik und Gesang der Kirchen- und Volkslieder zusammenfanden. Man kannte weder Petroleum noch elektrisches Licht, und wenn das Samenfettlichtchen angesteckt und das Schmierkäsebrot verzehrt waren, wurde oft noch im Lichtschein des Holzfeuers beim offenen Ofentürehen weiter fröhlich gesungen und musiziert, bis der letzte Holzkohlenrest im Ofen erloschen war. Im Bild befinden sich die noch vielen bekannten: Erwin Burk, Ewald Müller, Hermann Donges, Otto Jung, Werkmeister Herzberger und anderen. Radio und Fernsehen haben den beliebten Brauch verdrängt und nur alte Bilder erinnern an die gute alte Zeit.

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